City of dis
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Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
| Matt Waters |
vocals, saxophon |
| Matthew Solberg |
bass |
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| Tom O'Donnell |
guitar |
| Tyler Cox |
drums |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
La porc
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5:15
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| 2. |
Trapped under a ice
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6:32
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| 3. |
Hex by hex
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3:55
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| 4. |
Major strip
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3:33
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| 5. |
Buttlip
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5:08
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| 6. |
Treadmill of suffering
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4:18
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| 7. |
We enslaved elves to build our death machine
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7:19
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| 8. |
Marca dos invernos
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5:23
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| Gesamtlaufzeit | 41:23 |
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Rezensionen
Von: Georg Heep (Rezension 1 von 2)

Wann gab's die letzte Revolution in Deiner CD-Sammlung? Ein Erdbeben, das dazu führte, den ganzen Stapel von "Ihr-seid-mir-wichtiger-als-meine-Freundin-CDs" auf 4 oder 5 Geheimtipps zu reduzieren, weil nur auf diese Weise Platz für etwas völlig Neues zu schaffen war?
Schon viel zu lange her? Dann sind die Amerikaner "The Mass" vielleicht genau die Richtigen. Ihr 2003 auf dem englischen Winz-Label Monotreme Records veröffentlichtes Debut "City of dis" wird in Deinem CD-Player wie eine Bombe explodieren.
Alles beginnt mit einem Runzeln auf der Stirn des völlig überforderten Hörers. Man weiß zuerst gar nicht, welcher Teil der Musik am meisten Übelkeit bereitet. Ist es das agressive Hardcore-Gebelle von Matt Waters oder sind es die ultrabrutalen und zum Teil in Grindcore-Gefilde beschleunigenden Gitarrensalven, die von Tom O'Donnell ohne Rücksicht auf irgendwas abgeschossen werden? Wahrscheinlich quält das ebenfalls vom Sänger gefolterte Saxofon die Geschmacksnerven am schmerzvollsten.
Chaos. Krach. Qual.
Aber dann passiert das Unglaubliche: Zu kaputt, um zur Anlage zu rennen und das Inferno zu beenden, lauscht man Track für Track weiter. Hördurchgang für Hördurchgang. Immer wieder. Und langsam trocknet das Blut im Ohr, und etwas beginnt sich zu verschieben. Man fängt an zu "verstehen". Selten habe ich diesen Prozess, der nicht mit dem allseits beliebten "Schön-Hören" verwechselt werden sollte, so bewußt erlebt, wie bei "City of dis". Wie beim Erlernen einer neuen Sprache tastet man sich Schritt für Schritt in die Dunkelheit vor. Die Vielseitigkeit der Musik, die erst verstörte und abschreckte, bietet plötzlich Hunderte von Anknüpfungspunkten. Irgendwo beißt man sich fest. Vielleicht an dem in Wirklichkeit faszinierenden Saxofon, das mitunter völlig melodiefrei (free-jazzig?), mal aber auch ganz elegisch Garbarek-like gespielt wird. Übrigens läßt sich unter dem Kopfhörer sehr schön heraushören, dass es mehr als einmal aufgenommen wurde. Vielleicht öffnen aber auch die clever eingesetzten Death-Metal Riffs (wer Bolt Thrower kennt, wird den Track "Hex by Hex" lieben) die Tore. Die Freiheit des Jazz, die in der Musik von "The Mass" jederzeit zu hören ist (ohne dass es sich auch nur eine Sekunde lang um "Jazz-Rock" handelt), dürfte wiederum für eine ganz andere Klientel die Eintrittskarte darstellen. Klaus Königs "Black Moments" in einer alternativen Krachversion. Wenn die Elben, die zum Bau der Todesmachine versklavt wurden, in ihren dunklen Verliesen um Hilfe schreien, fühlt man die meterdicke Gänsehaut auf dem Unterarm und weiß plötzlich wieder, wie körperlich Musik wirken kann.
Überschäumender Einfallsreichtum, ungebändigte Energie, der Mut zu völlig irren Stilkreuzungen, die hinter jeder Ecke eine neue musikalische Landschaft aufzubauen wissen.
Wie soll man diese Musik, die mit The Dillinger Escape Plan oder Mr. Bungle verglichen wird, auch nur annähernd objektiv bewerten? Volle Punktzahl, weil es "ihnen gelingt dem Chaos eine neue musikalische Ausdrucksform abzugewinnen"? Vielleicht ist dies aber auch nur beim stundenlangen Zuhören in meinem Kopf geschehen. Will sagen: Habe ich auch nur einen Funken der Musik wirklich verstanden oder mir doch nur meinen eigenen Reim darauf gemacht? Man könnte auch auf die "überragenden instrumentalen oder kompositorischen Fähigkeiten der Musiker" abstellen. Von einem Nicht-Musiker formuliert wäre diese Phrase in diesem Fall aber wohl eher anmaßend bis beleidigend. Mir bleibt daher nichts anderes übrig, als den tiefen Eindruck, den The Mass bei mir hinterlassen haben, in ein wortloses "Wow!" zu kleiden und jedem musikalischen Abenteurer diese Augenöffner-CD ans Herz zu legen.
Wer sich nun aufgrund meines Reviews verständlicherweise kein wirklich aussagekräftiges Bild machen konnte, aber dennoch interessiert ist, stürze sich bitte auf die Hörbeispiele, die die Band auf ihre Seite gestellt hat.
Nachträge: Die Band stellte "City of Dis" im Herbst 2004 auch live in Europa vor, u.a. bei einem Auftritt im Rahmen der PopKomm in Berlin. Das Album selber wurde Anfang 2005 von Crucial Blast Records für den amerikanischen Markt neu veröffentlicht. Diese Version hat als Bonustrack ein Video zu "We enslaved elves?" zu bieten und kommt mit einem farblich leicht veränderten Covermotiv (rot und schwarz dominieren nun) daher.
| Anspieltipp(s): |
Hex by Hex, La porc |
| Vergleichbar mit: |
Mr. Bungle, The Dillinger Escape Plan, John Zorn, Fantomas |
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| Veröffentlicht am: |
24.2.2004 |
| Letzte Änderung: |
1.3.2012 |
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Jeder hört, was er hört. Jazz? Punk? Metal? Prog?
Das Schlüsselinstrument des Albums ist für mich das Saxofon. Ohne dieses würden The Mass vielleicht wie eine düstere Version von System of a Down klingen. Für ne Metal-Band dürfte das Saxofon als Markenzeichen jedoch eher ungewöhnlich bis abstrus sein. Ist ja "eigentlich" auch kein Metal, auch wenn die Band einige Zutaten aus der guten Metal-Küche verwendet: ratternde bis doomig-rumpelnde Gitarren- und Bassläufe und - was das Album spätestens für ne Menge Leute unhörbar machen wird: heftiges Gebelle und Gegrunze des Sängers. Das würde den Proggie nach ner Weile ganz schön stressen, wenn, ja wenn da nicht eben das Saxofon wäre.
Im inspirierten Zusammenspiel mit dem Schlagzeug entfesselt es einen Sound, der mich streckenweise an den von Van der Graaf Generator und King Crimson Anfang der 70-er Jahre - nur noch ungestümer - erinnert (La Porc, Trapped under a Ice, Treadmill of Suffering). In diesen infernalischen Augenblicken, wenn das Instrument wild um sich schlägt, sollte sich für den Fan o.g. Formationen so etwas wie Vertrautheit - Geborgenheit wäre vielleicht ein wenig übertrieben - einstellen. Zuweilen geht mit dem Teil auch so richtig der Jazz durch (Buttlip, Marca dos invernos).
Insgesamt ist es schon harte, aber auch spannend-überraschende Kost, die The Mass da servieren. Nur wer mit mal stakkatomäßigem, mal schleppendem Sound, mit tobendem Saxofon und vor allem mit Gebelle anstelle von Gesang so seine Schwierigkeiten hat, dem würde ich die CD eher nicht empfehlen.
| Anspieltipp(s): |
La Porc, Treadmill of Suffering |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
10.3.2004 |
| Letzte Änderung: |
14.3.2012 |
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