Defense Mechanizms
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Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
| Michael Harris |
electric and acoustic guitars |
| Gary Rigmaiden |
bass |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Defense Mechanizms
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4:35
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| 2. |
Tranz - Orbital Schizophrenia
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4:56
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| 3. |
Mind Or Heart?
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3:50
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| 4. |
Psychotic Biorhythms
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4:49
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| 5. |
Classical Conditioning
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1:31
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| 6. |
Eminent Domain
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6:03
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| 7. |
Collision Course
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3:56
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| 8. |
Tarantula
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5:00
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| 9. |
Call To Arms
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2:32
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| 10. |
Octavian: Heir To The Conqueror
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4:38
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| 11. |
Wolfgang Lives!
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4:13
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| 12. |
Through The Eyes Of Eternity
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5:54
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| 13. |
Nightmare
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3:55
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| 14. |
Tarantula
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4:44
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| 15. |
Exit...
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1:43
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| Gesamtlaufzeit | 62:19 |
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Rezensionen

Seit geraumer Zeit beschäftige ich mich gelegentlich mit Progrock. Nun finde ich eines Tages diese CD in meinem Briefkasten, nehme sie aus dem Umschlag, werfe einen ersten flüchtigen Blick auf das Cover und denke ? ganz prog-unpassend ? sofort: ?Leute, was ist denn man das für ein Rock-Opa??
Damit will ich nun nicht etwa andeuten, dass ich dieses Album auf Anhieb zu verreißen gedenke; auch will ich Mr. Harris keineswegs persönlich zu nahe treten. Ich weiß schließlich nicht einmal, wie alt er ist, und ich muss das auch nicht wissen, denn ich schreibe ja nicht für die BUNTE. Außerdem bin ich selbst nicht der Jüngste. Aber dieses Cover ? das lässt mich nicht los.
Nun vermute ich, dass der aufmerksame BBS-Leser längst auf den oben abgebildeten Coverscan geschaut hat und sich fragt, was ich denn eigentlich will. Das lässt sich leicht erklären:
Das vorliegende Album erschien mit dem oben ersichtlichen Coverbild bereits 1991. 2003 wurde es neu aufgelegt und sieht jetzt anders aus, was ich in Ermangelung eines zweiten Coverfotos kurz erklären möchte: vor einem dunklen Hintergrund sieht man oben in blauer und betont klotzig-spitzer Schrift den Namen ?Michael Harris?. Unten im Bild steht der Albumtitel neben einem gezeichneten Flugzeugmodell (könnte eine Boeing sein). In der Bildmitte ist Mr. Harris in persona abgebildet: lange, lockige Haare und voller Konzentration in den Händen eine nach unten in zwei spitzen Winkeln zulaufende E-Gitarre haltend. Wenn man die Hülle umdreht, erscheint hinten noch ein Bild von Mr. Harris, diesmal im Muskelshirt mit einer anderen Gitarre und neben einer detaillierteren und betont geometrischen Zeichnung des Flugzeughecks.
Was sagt das jetzt aus ? außer, dass ich in der Schule wahrscheinlich Spaß an Bildbeschreibungen hatte? Ich sehe es so: der Coverscan oben auf dieser Site zeigt ein Bild, das ich wegen seiner skurrilen ?Mad Scientist?-Stilisierung ?typisch Prog? nennen würde. Das neue Bild dagegen zeigt den Mann, der mir die Assoziation zum Rock-Opa nahe legte ? ob berechtigt oder nicht, ist dabei gar nicht die Frage, denn die Werbung legt oft genug manch Unberechtigtes nahe und lässt uns das denken, was wir im Sinne des angebotenen Produkts am liebsten denken wollen. Und ich wollte nun einmal an den Rock-Opa denken ? blame it on me!
Coverbilder dienen ja der Vermarktung. Einen Prog-Gitarristen vermarktet man wohl am besten auf der leicht skurrilen Schiene des Unerwarteten. Aber mal angenommen, dessen Musik ist gar nicht so proggig ? dann bleibt immer noch der Versuch, ihn als soliden Hardrocker anzubieten. Ich vermute, genau das ist hier geschehen ? und genau das passt zum Teil auch, wenn auch nicht ganz so extrem, wie ich zuerst gedacht hatte; die Musik dieses Albums ist durchaus mehr als nur ?Rock für Richtige Kerle? und hat auf jeden Fall mehr Inhalt als die simple Botschaft ?Ein Mann muss eben rocken, was ein Mann nun einmal rocken muss?. Aber ein wenig davon ist trotzdem vorhanden ? auch das alte Cover sollte niemanden darüber hinwegtäuschen; der ewig große Bruder in Form des atavistischen Rockers ist auf dieser CD allenthalben anwesend.
Harris ist aber andererseits ein bemerkenswerter Virtuose, dessen Gitarren jeden Moment der Musik anspruchsvoll beherrschen; indem er pro Track mehrere ganz unterschiedliche Gitarrenlinien übereinander legt oder nebeneinander aufbaut, wobei der Bass (ganz im Sinne seines Vorbildes Rush) die akustische Rutschbahn bildet, auf der das Ganze abgehen kann, prägt er einen Sound, der niemals die fehlenden Keyboards vermissen lässt und trotz aller Virtuosität mit gelegentlichen abgefahrenen Frickeleinlagen immer eine gewisse instrumentale Liedhaftigkeit anstrebt ? zu vielen Stellen könnte ich mir durchaus kräftige Vocals hinzudenken.
Aber genau darin liegt auch ein Problem, das ich bei aller Bewunderung der Spieltechnik nicht überhören kann: die Musik liegt genau in der Mitte zwischen Songwriting und Gefrickel, oder anders ausgedrückt: Harris setzt sich permanent zwischen zwei Stühle und droht nach unten durchzurutschen, denn auf der einen Seite bleibt die Struktur dem ?Song? verhaftet (was z.B. dazu führt, dass das Schlagzeug oftmals eher eintönig und berechenbar seinen Teil beisteuert und leider wenig an Rush erinnert), und auf der anderen Seite stellt das unvermeidliche Songgerüst die Sinnhaftigkeit der Frickeleinlagen immer wieder infrage; darüber hinaus sind die Kompositionen bei weitem nicht so mitreißend, dass viel davon im Ohr hängen bleibt, jedenfalls nicht bei mir.
Aber umso beeindruckender ist es, wie Harris ständig innerhalb eines Tracks die Gitarren wechselt und der gleichen Grundidee immer wieder neue Seiten abtrotzt (in ?Call to arms? lässt er zum Schluss sogar eine Akustikgitarre gleichberechtigt inmitten des Soundgewitters auftreten). Toll kommt auch die gewichtige Leichtigkeit der ersten zwei Tracks rüber: das klingt widersprüchlich, ist es aber erstaunlicherweise nicht. Das Dino-Schwergewicht ?Eminent domain? ist dagegen auf die ganz entgegengesetzte Art ein Prachtexemplar metallischer Materialschlacht. Eine der originellsten Passagen der CD dürfte das schräge Gitarrensolo auf ?Psychotic Biorhythms? sein; in diesem Stück überzeugt auch das Schlagzeug, indem es der ausflippenden Gitarre eine jazzige Stimmung unterlegt. Auch weitere Beispiele gelungener Rockarrangements lassen sich zweifellos zuhauf finden.
Trotzdem weiß ich jetzt schon, dass dies kein Album ist, das ich besonders oft hören werde, und es ist auch keins, das mich neugierig auf Harris? weitere Alben macht: ich finde hier einfach zu viele Klischees typisch amerikanischer Rockmusik bestätigt, und es ist zu eindeutig, wer in dem musikalischen Zweikampf ?Technik vs. Seele? mal wieder verlieren muss. Würde diese Musik bewertet wie Eiskunstlauf, bekäme sie wahrscheinlich eine ziemlich gute A- und eine eher verhaltene B-Note, die vielleicht sogar den Juroren peinlich wäre. Da hilft es auch nicht viel, wenn Harris in ?Wolfgang lives!? den Amadeus rocken lässt: zwar tut er das wiederum sehr gekonnt und ungemein versiert, aber welche Stimmung sich dabei einstellen soll, bleibt mir verborgen ? Rocken nach schnellen Noten erinnert mich doch etwas zu sehr an die Zurschaustellung von Wunderkindern auf historischen Jahrmärkten.
Aber wahrscheinlich spricht aus mir nur die sentimentale Spießigkeit des ?Alten Europa?; kein Problem, dazu stehe ich. Aber eine passende Einsetzbarkeit dieser Musik wüsste ich sogar: wenn jemals ein actionreiches Roadmovie über die Abenteuer einer Clique von Metalheads gedreht würde, die als Ziel ihrer Selbstfindung unbedingt Progfans werden wollen, dann wäre dieses Album der perfekte Soundtrack dazu.
| Anspieltipp(s): |
Eminent domain; Call to arms; Psychotic biorhythms |
| Vergleichbar mit: |
Alex Lifeson (Rush); Tony MacAlpine |
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| Veröffentlicht am: |
16.5.2004 |
| Letzte Änderung: |
16.5.2004 |
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