Round Midnight
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Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
| David Cremoni |
electric & acoustic guitar |
| Cristiano Roversi |
piano, hammond, mellotron, moog, keyboard, ambient loops, grand stick (in "Round Midnight") |
| Luca Palleschi |
vocals |
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| Mirko Tagliasacchi |
bass |
| Massimiliano Sorrentini |
drums, samples |
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Gastmusiker
| Stefano Boccafoglia |
free lecture (in "Killing The Angel") |
| Massimo Menotti |
ambient guitar loops (in "Coda: Psychedelic Subway Ride") |
| Marco Remondini |
cello (in "Slowmotion Streets") |
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| Giorgio Signoretti |
"background" guitar (in "Killing The Angel") |
| Francesca Leasi |
oboe (in "Slowmotion Streets") |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
'Round Midnight
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7:48
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| 2. |
Wounded
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7:25
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| 3. |
Killing The Angel
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4:53
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| 4. |
Lucifero
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6:36
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| 5. |
Slowmotion Streets
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5:48
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| 6. |
Learning To Live Under The Ground
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10:24
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| 7. |
Coda: Psychedelic Subway Ride
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1:57
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| 8. |
Nightmade Concrete
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5:42
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| 9. |
Oh, by the way, we're so many in this city and so damn alone
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1:54
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| Gesamtlaufzeit | 52:27 |
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Rezensionen

Mit "Round Midnight" legen die Italiener Moongarden ihren (nach meiner Zählung) vierten offiziellen Longplayer vor. Für mich ist es die erste Bekanntschaft mit der Band um die Köpfe Cristiano Roversi (der Mann an den Tasten, am Stick, der auch die meisten Songs schreibt) und David Cremoni (für die Gitarren zuständig).
Ich scheue mich fast davor, das Stilmerkmal "Neoprog" in den Mund zu nehmen... zu sehr ist es dieser Tage mit dem Odium des Schlechten, des Langweiligen, des Klischeehaften belegt, so dass diese Einstufung fast automatisch abwertend für ein Album gelten muss. Trotzdem: "Round Midnight" ist Neoprog, aber guter und so etwas gibt es auch heute noch.
Moongarden verstehen es auf diesem Album den Grundcharakter des Neoprogs durch geschickte Kombination mit Elementen des aktuell so populären "New Artrocks" (hier vor allem der Gesang, aber auch manche Gitarrenlinie) und des Retro-Progs so aufzuwerten, dass moderne, eigenständige Rockmusik dabei herauskommt.
Band-Mastermind Roversi bedient ein ganzes Arsenal zumeist sogar analoger Tasteninstrumente bis hin zum exzessiven Einsatz des Mellotrons, was für einen herrlich altmodischen Grundtenor in vielen Songs sorgt. Die Keyboard-Sounds bleiben immer äusserst geschmackvoll und dürften daher bei aller neoprog-üblichen Omnipräsenz auch Keys-Hasser eher begeistern denn nerven. Darüberhinaus sorgt er mit virtuoser Arbeit am "Stick" für ordentlich Tiefton-Druck im Opener "'Round Midnight".
Und die Band hat einen Gitarristen! David Cremoni brilliert mit songdienlichen Melodie-Soli, kann aber auch ordentlich "bratzen", wenn das angesagt ist. Er setzt in jedem Fall immer wieder geschickte Kontrapunkte zu den Keys.
Eindeutiger Pluspunkt ist auch der virtuose Drummer Massimiliano Sorrentini. Er sorgt immer wieder für einen unaufgeregten Groove, so dass die Rock-Komponente auch in den eher balladesk angelegten Titeln der ersten zwei CD-Drittel nicht zu kurz kommt. Immer wieder eingestreute heftige Breaks bewahren die Titel auch vor der Gefahr in "gepflegte Langeweile" abzugleiten. Man höre sich nur mal das Schlagzeug-Break im Mittelteil von "Wounded" an...
Sänger Luca Palleschi hat sicherlich eine anfangs etwas gewöhnungsbedürftige Stimmlage und Intonation, fügt sich aber mit seinem leicht weinerlichen Unterton perfekt in die Kompositionen ein. Die Stimme schafft in Verbindung mit den Tasten und der Gitarre oftmals eine richtige Gänsehautatmosphäre. Darüber hinaus sorgen auch die Gastmusiker, deren Einsätze hervorragend in das jeweilige Songkonzept eingepasst sind, für spannende Akzente (Anspieltipp dafür: Das Cello-Intro zu "Slowmotion Streets").
Besonders fröhliche Musik wird hier nicht geboten, gerade die ersten fünf Tracks sind auch eher ruhig und balladesk, aber immer mit diesem unterschwelligen Drumgroove. Es geht auch, soweit ich das verfolgt habe, textlich um die Einsamkeit in Großstädten und den Sinn (oder die Sinnlosigkeit) des Lebens an sich. Dazu passt die Musik sehr gut, ohne völlige Depri-Mucke zu sein, es herrscht eher ein melancholischer Unterton vor. Als musikalische Anhaltspunkte klingen immer mal wieder Porcupine Tree oder die neueren Sylvan durch. Höhepunkt des Albums ist aber trotzdem das erstaunlich heftige "Learning To Live Under The Ground". Moongarden gelingt hier eine sicherlich einmalige Kombination aus crimsonoiden Gitarrenriffing und Neoprog-Sounds, dazu kommt das wehmütige Jaulen des Mellotrons (da scheint sogar noch ein bisschen Anekdoten durch...). Das Teil rockt!
Fazit: Ein tolles Album, welches Freunde guten Neo-/Retroprogs begeistern dürfte, aber auch den Frickel-Heads unter uns als gute (weil nicht langweilige) Entspannungs-Mucke ein Ohr wert sein sollte.
| Anspieltipp(s): |
Wounded, Learning To Live Under The Ground |
| Vergleichbar mit: |
Porcupine Tree, (neuere) Sylvan |
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| Veröffentlicht am: |
16.6.2004 |
| Letzte Änderung: |
17.6.2004 |
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Selten kann ich einem Vorredner so uneingeschränkt zustimmen wie das bei Thomas der Fall ist. Moongardens zweites Werk macht Spaß und lässt sich prima anhören. Die Stücke haben Tiefgang, sind abwechslungsreich und verbinden geschickt rockige Elemente mit anspruchsvollen Arrangements. Außerdem bedient man sich nicht an den gängigen Klischees, weshalb ich den Begriff Neoprog auch nur bedingt anwenden möchte. Die von Thomas genannte 'gewöhnungsbedürftige' Stimme halte ich längst nicht für so gewöhnungsbedürftig. Vielmehr verbreitet der Mann ein melancholisches Flair und erinnert nicht selten auch mal an Peter Gabriel. Wer es nicht glaubt lausche bitte dem knapp zweiminütigem Abschlußtrack.
Fazit: Für Freunde des gemäßigten Prog ein echtes Zuckerstück. Viel Retrolook gepaart mit zeitgemäßen Tupfern geben dem Album eine unverwechselbare Note.
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
23.6.2004 |
| Letzte Änderung: |
23.6.2004 |
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Gleich am Anfang sei gesagt: Das einzige Problem, das ich mit dieser Veröffentlichung hatte, ist die Feststellung des Stils. Das Gehörte kurz in Worte zu fassen ist nahezu unmöglich, da Moongarden hier einen Streifzug durch die komplette Palette bieten.
Dieser führt vom Artrock zum Neo- und Retroprog, über einige New-Age- und Pop-Elemente, ja sogar klassische Momenten mit Cello oder Oboe sind auszumachen, was dann auch den unvergleichbaren und eigenständigen Stil der italienischen Formation ausmacht. Jeder Song wirkt irgendwie anders - bedingt durch andere Strukturen, Stimmungen oder die ständig wechselnde Instrumentierung - und strahlt somit eine gewisse Extravaganz aus, auch wenn das Album im Allgemeinen mit einem sehr sphärischem Ambiente und einer recht melancholischen Grundstimmung durchzogen ist.
Die Auswahl der Instrumente mit Mellotron, Moog, Piano ist zwar eher den Siebzigern verbunden, doch werden diese nicht ganz so ausladend, sondern immer fein dosiert eingesetzt und gekonnt mit moderneren Loops und Rhythmen verbunden. Der Titeltrack "Round midnight" könnte auch heutzutage ohne Probleme im Radio gespielt werden, zumindest von einem anspruchsvollen Sender, versteht sich. Neben Hauptkomponist Cristiano Roversi, der sich zudem für alle Tasteninstrumente und Programmierungen zuständig zeigt, ist noch Gitarrist David Cremoni und besonders Schlagzeuger Massimiliano Sorrentini hervorzuheben, der teils abartig und absolut eigenwillig die Drums bedient. Aber auch Sänger Luca Palleschi trägt mit seiner markanten und etwas weinerlichen Stimme seinen Teil bei. Oftmals werden mehrere Gesangslinien von ihm übereinandergelegt und leicht verzerrt dargeboten.
Trotz der Songdichte ist ein Titel besonders hervorzuheben und zwar der längste und gleichzeitig progressivste, "Learning to live under the ground", der jeden Prog-Fan vom Hocker reißen sollte. Gleich zu Beginn mit härteren Gitarren und teilweise mit Double-Bass-Drums wunderbar treibend und düster vorgetragen - da kommt Gänsehaut-Feeling auf.
Wenn man wieder mal hinkende, aber oftmals doch helfende Vergleiche zu anderen Bands bemühen will, so ist die Basis von Moongarden irgendwo zwischen Porcupine Tree, Radiohead, Marillion (zumindest den Alben "Brave" und "Marbles"), IQ oder auch bei King Crimson ("The power to believe") zu suchen. Natürlich ist diese musikalische Mischung eine schmale Gradwanderung und die Gefahr groß, in eine zu kommerzielle Richtung abzudriften, doch ist diese Befürchtung auf "Round Midnight" zu keiner Zeit gerechtfertigt.
Wer also mit dieser aufgeschlossenen Ausrichtung etwas anfangen kann, der sollte schleunigst zugreifen; er wird mit einem sehr, sehr guten und abwechslungsreichen Album belohnt. Aber auch alle anderen, die eher auf klassischen Prog stehen, sollten Moongardens "Round Midnight" unbedingt antesten, denn auch für sie gibt es einiges zu entdecken.
| Anspieltipp(s): |
Learning to live under the ground |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
20.2.2007 |
| Letzte Änderung: |
21.2.2007 |
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Moongarden haben sich unterdessen zu einer meiner Lieblingsbands aus der Ecke Neoprog/Retroprog entwickelt. Das liegt nebst dem Stil der Band an sich, der mir einfach gefällt, den stets gelungenen Kompositionen und den herrlichen Gitarrensoli eines David Cremoni unter anderem auch daran, dass Cristiano Roversi es auf jedem neuen Album schafft, neue Stilelemente in die Musik einzuflechten, ohne dabei den typischen "moongarden`schen" Grundcharakter zu verlieren. So bleibt Moongarden interessant und jedes neue Album wird zu einer kleinen Entdeckungsreise in unbekannte Gefilde.
Waren es auf The Gates of Omega Ambient, WorldMusic und zum Teil NewAge Elemente, die den Neoprog erweiterten, so geht vorliegendes Werk mehr in Richtung Alternative/New Artrock.
Das mag dem Zeitgeist geschuldet sein. Vielleicht haben sich Roversi und Konsorten aber auch ein wenig von Anekdoten und ihrem 2003er Output Gravity inspirieren lassen. Die Schweden werden nämlich in den Danksagungen des Booklets erwähnt. Offenbar traf man sich damals bei einem Konzert oder auf einer Tour.
Auf jeden Fall kriegen die Stücke dadurch einen frischen Anstrich. New Artrock bzw. Alternative/Independent sind nicht unbedingt meine bevorzugten Stilrichtungen. Zudem darf David Cremoni hier nicht so ausschweifend solieren, wie noch auf Brainstorm of Emptyness. Daher stehen mir die früheren Alben etwas näher. Round Midnight ist aber ebenfalls ein gutes bis sehr gutes Album, das Fans der erwähnten Subgenres gefallen dürfte.
| Anspieltipp(s): |
Learning to Live Under the Ground |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
20.12.2010 |
| Letzte Änderung: |
20.12.2010 |
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Nachdem mich das Treiben von Moongarden auf Songs from the Lighthouse neugierig gemacht hat, dachte ich mir, dass ich es mal mit einer Scheibe versuche, bei der ein anderer Sänger brilliert. Aber - zur Rehabilitierung von Simone Baldini Tosi - ich muss gestehen, dass Moongarden mit dem Interimssänger Luca Palleschi auch nicht besser bedient waren.
Wie dem auch sei... ich stimme dem Kollegen Schumann vollauf zu, wenn er die musikalischen Exkursionen auf Round Midnight in die Nähe des New Artrock rückt. Der Einfluss ist deutlich spürbar. Irgendwie erinnert mich die Scheibe an die Marillion-Alben der letzten Jahre, die auch einigermaßen nett anzuhören waren, aber meist doch eher uninspiriert vor sich hin dümpelten.
Natürlich beherbergt das Album Songs unterschiedlicher Qualität. Der melodisch etwas flache Titelsong ist durchaus verheißungsvoll in seiner gelungenen Verschmelzung von Neoprog- und New Artrock-Merkmalen. Er schleppt sich mangels weiterführender Ideen allerdings gegen Ende etwas hin. Diese Beschreibung kann annähernd auch für die folgenden Songs - einschließlich des eingangs mit satter Orgel ungewöhnlich retromäßig rockenden Learning to live under the Ground - gelten.
Von zwei kürzeren Stücken eingerahmt folgt schließlich wieder belangloser dahinfließend Nightmade Concrete. Ja, das klingt alles nett, man kann es hören und Marillion-Fans dürften ihre Freude an diesem Album haben!
| Anspieltipp(s): |
Learning to Live..., Wounded |
| Vergleichbar mit: |
Marillion |
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| Veröffentlicht am: |
7.2.2011 |
| Letzte Änderung: |
8.3.2012 |
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