Prophet in a statistical World (plus Bonus: Dodecamania)
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Informationen
Allgemeine Angaben
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| Label: |
Cyclops |
| Durchschnittswertung: |
11.5/15 (2 Rezensionen) |
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Besetzung
| Pascal Bouquillard |
Lead & Backing Vocals, Bass, Classical Guitar, 12 Strings Guitar, Add. Keyboards |
| Vynce Leff |
Guitars, Keyboards, Recorders, Vocals, Add. Mandolin |
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| Benoit Campedel |
Electric Guitar |
| Stephane Geille |
Drums |
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Gastmusiker
| Brigitte Alexandre Bernadi, Marine Campedel, Isabel Poinloup |
Soprano & Alto Vocals |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Part 1: Dystopian Dreams
1. xx84 7:52 2. Suite No. 2 (Prelude) J.S. Bach 1:04 3. Lenina 10:16 4. Time Machine 12:49 5. Forbidden Dreams 6:36
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| 2. |
Part 2: Prophet in a statistical World
1. Welcome 1:29 2. Statistical World 8:58 3. I wanna be free 2:15 4. Libera me 1:44 5. The Prophet 11:40 6. Revolution 6:05 7. Freedom 2:39
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| Gesamtlaufzeit | 73:27 |
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| Disc 2 |
| 1. |
Les Soufrances du Jeune Pierre
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15:47
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| 2. |
Game of Patience
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12:25
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| 3. |
The Gevaudan Beast
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23:34
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| Gesamtlaufzeit | 51:46 |
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Rezensionen

Auf ihrem dritten Album gelingt Saens der Spagat zwischen eingängigen Melodien und Anspruch. Konnte die Band nach ihrem bereits sehr abwechslungsreichen Album ESCAPING FROM THE HANDS OF GOD noch durchaus dem Neoprog zugeordnet werden, fällt die Klassifizierung hier schon schwerer. PROPHET IN A STATISTICAL WORLD oszilliert irgendwie zwischen Neoprog und Retroprog, so dass ich geneigt bin, es einfach Prog zu nennen...
Es handelt sich um ein Konzeptalbum, das sich mit Dystopien, d.h. negativen Utopien auseinandersetzt (1984, Brave New World, Time Machine, This Perfect Day).
Die Keyboardsounds erinnern z.T. an Genesis zur Zeit von THE LAMB LIES DOWN ON BRAODWAY, ohne aber in den Klon-Verdacht zu geraten. Der Sound ist insgesamt sinfonisch fett, sehr nah an den Klassikern des Prog und wird auch schon mal durch Choreinsätze unterstützt, die für sakrale Atmosphäre sorgen (z.B. Lenina, das an Bach angelehnt ist und auch von einem Bach-Stück eingeleitet wird). Gerne werden auch in klassischer Prog-Tradition Elemente klassischer Musik eingebettet (z.B. Time Machine).
Am stärksten ist die Band, die auch sehr schöne Melodien produziert, in den Instrumentalpassagen und steckt da locker Arena (die ich nur anführe, da ESCAPING FROM THE HANDS OF GOD mit Arena verglichen wurde) oder die späten Spock's Beard in die Tasche, um durchaus den Flower Kings das Wasser zu reichen.
Der zweite Teil leidet etwas unter dem Neal Morse-Syndrom, d.h. es wird zuviel pathetisch gejubelt. Dies führt bei The Prophet zu einem unverhältnismäßig hohen Textanteil. Dabei lassen sich pathetische Gefühle doch auch sehr gut durch reine Musik ausdrücken. Statistical World fällt zunächst unangenehm durch eine rockige Mainstream-Orientierung auf. Aber nach drei Minuten wird ein orientalisierender Teil mit Beduinengesang eingebaut, der später mit barockem Gezupfe und industriellem Rhythmus versehen wird. Das wirkt originell und reißt es wieder raus. Das kurze Libera me ist eine Art Carmina-Burana-Quintessenz.
Bis hierhin ein gutes Albun mit leichten Schwächen im zweiten Teil. Wer sich zum Kauf der CD entschließt, sollte aber unbedingt die Doppel-CD mit der Bonus-CD DODECAMANIA wählen. Diese bietet zu Anfang den Longplayer Les Soufrances du Jeune Pierre, eine Vertonung der Leiden des jungen Werther. Ungewöhnlicherweise wird der Text nicht mit zeitgemäßer klassischer Musik Ende des 18. Jahrhunderts unterlegt, sondern Saens haben sich ein nettes Kontrastprogramm ausgedacht. Die Musik stellt eine Integration der Zwölfton-Musik Arnold Schönbergs in den Progressive Rock dar - was zumindest für eine Neoprog-Band schon recht ungewöhnlich ist. Und das Experiment gelingt! Der Song hat einen ziemlich strangen Touch, ist aber gleichwohl auch für weniger experimentell aufgelegte Proggies gut hörbar. Zum Ende hin wird er dann auch zuhörends gemäßigter - analog dem Geisteszustand des Protagonisten ("he's getting older, he's more serene, he's going to die..."). Die anderen beiden Songs sind Neuaufnahmen der beiden Longplayer des ersten Albums der Band, das mittlerweile vergriffen ist.
| Anspieltipp(s): |
Time Machine, Les Soufrances du Jeune Pierre |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
14.7.2004 |
| Letzte Änderung: |
21.3.2012 |
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Das geschmacklose bis häßliche Cover lässt kaum einen anderen Schluß zu: Wird wohl ein Neoprog-Album sein.... Ja, ja, aber was für eines! "Prophet In A Statistical World" von Saens kann man mit Fug und Recht als frech, mindestens aber als mutig bezeichnen.
Die Franzosen lassen buchstäblich kein Klischee aus... da jubilieren hymnische Gitarren über gewaltigen Keyboard-Bergen. Marschrhythmusdrums und Bollerbass treffen auf einen theatralischen Sänger, der uns anscheinend ein komplettes Buch mit dramatischer Stimmlage vorsingt. Die Texte und Kompositionen ranken sich denn auch um schweren Stoff, hier: negative Utopien. Die Gitarren dürfen auch mal rockig ausbrechen, aber richtig "böse", metallisch, wird das natürlich nie. Klassikzitate werden ebenso eingebaut wie allerlei Grüße aus den guten, alten 70ern bis hin zu Gentle Giant-artigen Choreinlagen. Ein Schuß Exotik mit orientalischen Gesängen und Melodien darf auch nicht fehlen. Lyrische, ja fast sakrale Passagen runden das Ganze ab.
Aber aus diesem Overkill an plattgespielten Allgemeinplätzen mixen Saens mit Charme und Stil tolle, mitreißende Neoprog-Epen, die kein bisschen peinlich oder überladen wirken. Gut, ein bisschen einen Hang zum Genre muß man natürlich haben, um dies genießen zu können, aber dann... ist das ziemlich perfekt. Und selbst wenn die Franzosen mal die Grenze in Richtung Melodic Rock überschreiten wirkt das immernoch wie eine willkommene Auflockerung.
Und wenn jemand noch Zweifel an der ungewöhnlichen künstlerischen Potenz dieser Combo haben sollte, dann kann ich Kollege Christians Hinweis nur unterstützen: "Prophet In A Statistical World" ist in einer Auflage mit einer Bonus-CD namens "Dodecamania" erschienen. Unbedingt diese Ausgabe besorgen, die zwar nicht ganz leicht, aber zumindest bei Cyclops direkt noch erhältlich sein dürfte.
Auf der Bonusdisc experimentieren Saens mit der 12-Ton-Musik in Schönberg'scher Tradition und verpacken dies in ein Neoprog-Opus. Wenn die ungewohnten Harmonien auf die Neoprog-Strukturen treffen, das hinterläßt ein seltsam schräges, aber wohliges Vergnügen. Dazu kommt mit "The Gevaudan Beast" noch ein beeindruckender Longtrack, der in seinen 23 Minuten den Bogen von ProgMetal ala Fates Warning über Genesis in der späten Collins-Phase bis hin zu "klassischem" Neoprog spannt... und perfekt funktioniert!
Fazit: Auch das Genre Neoprog hält neben vielem Ausgelutschten doch immer wieder interessante Überraschungen bereit.
| Anspieltipp(s): |
zu viele... vielleicht "Time Machine" |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
15.12.2006 |
| Letzte Änderung: |
15.12.2006 |
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