Attack of the Martians
|
|
Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
| Bill Noland |
bass |
| Madeleine Noland |
wind-controlled synthesizers & keyboards |
|
| Derek Roebuck |
keyboards |
| Mark Cella |
drums, percussion |
|
Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Star power
|
7:36
|
| 2. |
Sputnik
|
7:08
|
| 3. |
Attack of the Martians
1. Flying saucers & little green men 2. The face on Mars 3. Martians everywhere!
|
10:41
|
| 4. |
Forbidden planet
1. The arrival (Innocence lost) 2. The intruder 3. The krell 4. The tempest/The departure
|
14:09
|
| 5. |
The enemy of my enemy
|
6:06
|
| Gesamtlaufzeit | 45:40 |
|
|
Rezensionen

Ach, war das witzig: ich sah das Cover der CD und musste erst mal lachen. Der metallene Marsmensch mit den grünen Augen und dem Schlüssel zum Aufziehen in der Seite erinnerte mich neben dem Titel der CD spontan an Filme von Tim Burton (?Mars attacks!?), der sich wiederum von alten B-Filmen der fünfziger Jahre hat inspirieren lassen, in denen böse Außerirdische und Sputnik-Russen ein rational schwer fassbares Bedrohungspotential im damaligen amerikanischen Bewusstsein darstellten. Heute kann man darüber längst lachen ? wie auch über diese Platte.
Man kann diese Musik spannend finden, wenn man sie nicht zu ernst nimmt, und das aus noch mehr Gründen, als der Titel nahe legt. Wir haben es hier zwar mit einer Mischung verschiedener musikalischer Elemente zu tun, aber alle haben miteinander gemeinsam, dass sie betont und absichtlich altmodisch sind und entsprechend eingesetzt werden: da wäre z.B. die in ihrer Selbstverständlichkeit immer wieder überraschende Emerson-Orgel mit rhythmischen Figuren, die ? wenn auch nur für Sekunden ? an zahllose kurze ELP-Passagen erinnern (sollen); daneben natürlich die Mellotron-Einleitung des ersten Titels, die zugleich an ?Watcher of the skies? und an ganz frühe Kompositionen von Edgar Froese denken lassen (soll); dann der aggressiv gespielte Bass, der an einen frühen Chris Squire erinnern (soll); dann die Produktion, die zwar technisch gar nicht schlecht, aber so altbacken daherkommt, dass man glauben muss, man hätte ein bisher unentdecktes Prog-Relikt aus den ganz frühen 70ern vor Ohren; dann die Melodien und Themen, die oftmals an schrullige Filmmusiken aus alten Serien erinnern, aber nie längere Zeit hindurch, immer nur kurz angerissen ? bestes Beispiel dafür ist ?Sputnik?.
So etwas kann ? und will ? ja ganz offensichtlich Anno 2004 nicht mehr ganz ernst genommen werden, liegt also mit dem Cover-Spielzeugmännchen auf einer Ebene. Aber dann gibt es da noch ein anderes Level, das einem vielleicht erst dann auffällt, wenn man mit Lachen fertig ist, nämlich die musikalische Sorgfalt, die hinter den Schmunzeleinheiten versteckt ist: Bill Noland spielt nicht nur recht hart, er ist ein wirklich begnadeter Bassist und weiß sein Instrument überzeugend als einzig logische Ergänzung zu den Keyboardklängen einzusetzen; man kommt gar nicht auf die Idee, hier Gitarren zu vermissen. Madeleine Noland ist klassische Saxophonistin und führt hier ihre ?Wind-Synthesizers? vor; das ist ein Verfahren, den Klang von klassischen Blasinstrumenten (vor allem der Klarinette) durch einen Synthesizer zu schicken und zu einer bemerkenswerten Bandbreite von Keyboardsounds umzumünzen. So klingen die Keyboards virtuos, aber nicht schmalzig und ersetzen eine komplette Hardrockband vergangener Tage: von den erwähnten ELP-Anklängen führt hier nämlich ein direkter Weg zum Sound von Deep Purple.
Und selbst die Kompositionen haben ? neben ihrer nostalgischen Schrulligkeit ? durchaus Niveau: gerade die längeren Tracks 3 und 4 verarbeiten sehr geschickt ihre Grundthemen zu verschiedenen Variationen und lassen den aufmerksamen Hörer immer wieder Strukturen entdecken, die zunächst vielleicht nicht sofort auffallen ? ganz einfach, weil das gesucht Banale erst mal direkter ins Ohr geht.
Also: Eindeutige Kaufempfehlung für die Progressiv-Ewiggestrigen (aber auch nur für die)!
| Anspieltipp(s): |
Sputnik |
| Vergleichbar mit: |
Für mich ist dies eine sehr amerikanische Ergänzung zu dem (sehr europäischen) Pär Lindh Project. |
|
| Veröffentlicht am: |
16.9.2004 |
| Letzte Änderung: |
16.9.2004 |
|
|
|
Zum Seitenanfang

Ich weiß nicht, welche Scheiben des heutigen Prog in 30 Jahren einmal den Status von Close to the Edge innehaben werden und welche den von Tormato. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt kann ich kein Urteil vorwegnehmen, das ein Hörer in 30 Jahren möglicherweise einmal fällen wird, wenn es darum geht, was nach späterem Eindruck vom Prog der Gegenwart Bestand gehabt hat und was nicht. Was heute noch als interessanter Ansatz erscheint, wird in 30 Jahren vielleicht als müder Aufguss gelten, um in weiteren 30 Jahren einen Klassiker-Status innezuhaben. Daher sollte jede Musik einfach aus ihrer Zeit heraus beurteilt werden ohne Rücksicht auf den sogenannten ?test of time?. Das wollte ich einfach mal loswerden. Die Scheibe von Eccentric Orbit hat damit nur insofern zu tun, als sie mir den Anlass zu diesen schönen Gedanken bot...
Henning hat mit seiner Einordnung des Albums - vor allem was ELP und PLP betrifft, aber auch durchaus die Richtung DEEP PURPLE ? meiner Meinung nach Recht. Allenfalls würde ich noch den Hinweis ?Jazzrock? hinzufügen. Nein: Auf jeden Fall würde ich das.
Die Songs ? vor allem hörbar beim Longplayer Forbidden Planet ? ?lassen den aufmerksamen Hörer immer wieder Strukturen entdecken, die zunächst vielleicht nicht sofort auffallen?. Es klingt in der Tat alles ganz nett, aber auf die Dauer auch etwas beliebig und manchmal auch vom Sound her steril. Die Songs dudeln nach dem starken Einstieg bald an einem vorbei (zumindest an mir). Und wenn man schließlich ? spätestens beim eigentlich überflüssigen Finalstück - zum wer weiß wievielten Male die Emerson-Keyboards gehört hat, die man schon seit Tarkus so gut kennt, dann ermüdet das doch ein wenig und man hätte sich durchaus mehr Abwechslung im Großen bei aller Liebe zum Detail gewünscht.
Nichtsdestotrotz ein Album, das gut in die Ohren flutscht, technisch versiert eingespielt ist und ein Fest für Retro-Proggies mit Jazzrock-Feeling sein dürfte.
| Anspieltipp(s): |
Star Power |
| Vergleichbar mit: |
ELP, PLP |
|
| Veröffentlicht am: |
17.9.2004 |
| Letzte Änderung: |
20.1.2005 |
|
|
|
Zum Seitenanfang

Ein wunderschön nostalgischer Mellotronreigen eröffnet das Album "Attack Of The Martians " der US-Formation Eccentric Orbit, womit ein effektvoller Grundstein für einen keyboardbetonten Retro-Trip in den analogen Synthiesound der 70er Jahre gelegt wird. Der frenetische Tastenpomp wird von kraftvollen Basslinien unterstützt, welche die fehlende Gitarre ersetzen können. Wenn röhrende Hammondsounds zusammen mit dem knarzenden Bass eine gehörige Portion Power erzeugen, hat der Retrosound seine fesselnden Momente. Hier werden Erinnerungen an Emerson und Squire wach.
Zwischendurch eingestreute blubbernde Synthiesounds stehen für den Science Fiction-Charakter des Songmaterials. Aus dem vibrierenden Tastenklang stechen zierpende Töne hervor, die einen modernen Kontrast zum kraftvollen Retrosound bieten. Die Inspiration durch die wunderbar schundigen B-Movies der 50er Jahre ist allgegenwärtig.
Abgesehen von einigen ruhigen Einschüben strotzen die Songs nur so vor Energie und steigern sich zu einem manischen Bombast. Etliche Passagen werden mit einem gewissen Rotz und der typischen amerikanischen Coolness dargeboten. Nach dem doch etwas zu sehr in die Länge gezogenen Longtrack "Forbidden Planet" markiert das krachende Synthiegewitter der Nummer "The Enemy Of My Enemy" den gelungenen Abschluss eines unterhaltsamen Trips in die Welt des Keyboardprogs der letzten drei Jahrzehnte.
| Anspieltipp(s): |
The Enemy Of My Enemy |
| Vergleichbar mit: |
ELP goes Space |
|
| Veröffentlicht am: |
24.1.2005 |
| Letzte Änderung: |
24.1.2005 |
|
|
|
Zum Seitenanfang
|