Oregon
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Informationen
Allgemeine Angaben
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| Label: |
Cyclops |
| Durchschnittswertung: |
8.5/15 (2 Rezensionen) |
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Besetzung
| Hans Gerritse |
guitars, lead vocals, vocals |
| Erik Groeneweg |
lead vocals, keyboards |
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| Peter Stel |
bass guitar, vocals |
| Ferry Zonneveld |
drums, vocals |
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Gastmusiker
| Michael Gustorff |
violin |
| Bram Kreeftmeijer |
oboe |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Nights in Armour
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12:12
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| 2. |
Morphine
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5:31
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| 3. |
Any Other Day
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5:53
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| 4. |
Oregon
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9:35
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| 5. |
The Beaver State
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6:42
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| 6. |
Two Brides for Two Brothers
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10:38
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| 7. |
Love on Arrival
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5:48
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| 8. |
Lawn Mower's Day Off
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10:14
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| Gesamtlaufzeit | 66:33 |
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Rezensionen

Wäre nicht ein Song dieses Albums auf einem in der Szene allseits bekannten Prog-Sampler gelandet, ich hätte nie im Leben eine CD gekauft, auf der ?Nice Beaver? draufsteht. Man ist ja manchen seltsamen Bandnamen gewöhnt, aber ?Netter Biber?? Was soll man sich unter solcher Musik vorstellen? Und dann dieses Cover mit den Bibern, die am Holz nagen, und dem Hinweis ?Packed at Oregon?: in der Mitte des Booklets stehen noch mehr solcher Abbildungen; dieses, welches es auf die Titelseite des Covers geschafft hat, gehört offenbar zu einer Art Mostflasche (?extra heavy syrup? steht auf einer Seite, ?Oregon Fruit? auf der anderen); da würde ich eher etwas erwarten, was im besten Fall in die Country-Richtung geht?
Da die Website der Band zur Zeit nicht zugänglich zu sein scheint, musste ich anderweitig im Web recherchieren, und da wurde mir bewusst, dass nicht nur ich mich mit der Interpretation schwer tue: irgendwo las ich den Hinweis, ?nice beaver? sei (ich zitiere): ?slang for pussy?. Ich meine, ich glaube nicht, dass das hier so gemeint ist, die Naturverbundenheit der Band und ihr wiederkehrender Hinweis auf ?Oregon ? The Beaver State? scheint doch sehr ernst gemeint zu sein; ich erwähne das nur mal so unter der Rubrik ?Skurrilitäten in der Prog-Auslegung?.
Das mit den Bibern ist also schon mal nicht leicht zu kapieren, aber die Musik ist es trotzdem ? in gewisser Weise, wenn man sich von ungewöhnlichen Stilmischungen nicht verunsichern lässt.
Als ich das Album zum ersten Mal hörte, hatte ich vorher gerade ?More than meets the eye? von Jadis gehört und musste mich immer wieder daran erinnern, dass ich inzwischen die CD gewechselt hatte: die Gitarrenläufe erinnerten mich oft an Jadis bzw. Pendragon, aber dabei bleibt es keineswegs: hinzu kommen Ausflüge in orientalische Klänge, in Camel-Reminiszenzen (vor allem, was das Zusammenspiel von Gitarre und Keyboard betrifft), in solide Hardrock-Riffs und gelegentlich sogar bis an die Grenzen zum Metal ? zwar bei weitem nicht so auf- und eindringlich gespielt, aber immerhin mit dem typischen Holzhacker-Geruppe auf der Gitarre. Ab und zu führt der Weg bis zu Pink Floyd: das Intro von ?The beaver state? z.B. ist bester Gilmour-Schwebestil (wenn auch nicht überoriginell).
Was mir zunehmend positiv auffällt, ist die Ausgewogenheit in der Soundproduktion, die dem Bass eine erfreuliche Eigenständigkeit im Klangbild beschert und auch die Drums gebührend in Szene setzt; da hört man auch vorübergehende und kurze Jazz-Anschläge überdeutlich (vor allem im Opener, der überhaupt die stilistische Bandbreite besonders komprimiert vorstellt).
Einzige wirkliche Schwäche ist für mich der Gesang: das Lineup der Band leistet sich zwar gleich zwei ausgewiesene Leadsänger, aber beide klingen wenig moduliert und eher ein wenig gewollt ? so wie Reime mancher unprofessionellen Gedichte an den Haaren herbeigezogen wirken. Streckenweise klingt das Album wie ein handwerklich überzeugendes Instrumentalalbum, das zufällig auch noch Vocals enthält, über die ich lieber hinweghören möchte.
Vielleicht wollten die Jungs den Gesang sich (und uns) aber auch deshalb nicht ersparen, weil sie einige wirklich gute Texte geschrieben haben: In denen geht es zwar nicht etwa um Biber, sondern um nachdenklich machende Situationen. Der ?freie Tag des Rasenmähers? z.B. beschreibt die Situation, wie jemand frierend am Strand im Wasser steht (?Here I am, ?utterly alone, the water gently taking me?) und an bessere Tage zurückdenkt, die er dort erlebt hat (?Here we are, holiday at the beach?), und wenn es dann heißt ?I wish that I could go from here?, dann schwingt da schon eine erahnbare Todessehnsucht mit, zum Glück viel subtiler als z.B. im Gothic.
Auch in ?Two brides fort wo brothers? werden tiefgreifendere Reflexionen vorgestellt als es der Titel vermuten lässt: ?The end of history, so we thought; the hopes of this new age gone for ever?. Schön ist auch die Ironie in ?Any other day?: ?I can find peace of mind on any other day?. Und der erwähnte ?Lawn mower? kommt schon im Text des Openers vor: ?Everywhere I mow sticky mushrooms grow?. So stehen solider Sound und sensible Strukturierung des Album-Konzepts überzeugend nebeneinander, und nach mehrmaligem Hören fällt einem irgendwann sogar auf, dass die Melodie von ?Any other day? (der einzigen Hookline-Ballade des Albums) am Schluss von ?Lawn mower?s day off? als Reprise wiederholt wird ? so was nenne ich ein perfekt ?verlinktes? Inhaltskonzept.
Dieses Album gehört zu denjenigen, die im Ohr eine gewisse Reifungszeit beanspruchen und wenig vordergründige Verzierungen bieten, an denen man sich sofort festhalten kann. Aber gerade das macht es mir sympathisch, zeigt es doch, dass es der Prog dem Hörer nicht allzu leicht machen muss ? schließlich wird er zumeist von Leuten bevorzugt, die genauer hinhören wollen.
Nachtrag (bin heute so nachtragend :-)): Ich verdanke unserem Leser Fred den Hinweis auf eine Belegstelle für den Begriff ?Nice Beaver?: In einem Film mit Leslie Nielsen (?Nackte Kanone?) steigt eine Verkäuferin eine Leiter zu einem Regal hinauf; Leslie schaut ihr von unten nach und unter ihren Rock; dabei sagt er ?Nice beaver!?. Dann schwenkt die Kamera nach oben, und man sieht, wie die Dame tatsächlich einen ausgestopften Biber ins Regal stellt.
| Anspieltipp(s): |
?Any other day? (das hätte fast ein Singlehit aus Marillion?s früher Hogarth-Phase werden können) |
| Vergleichbar mit: |
Jadis, Pendragon, Camel, klassischer Hardrock, z.T. Greenslade in Bass und Orgel (und das alles im besten Sinne) |
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| Veröffentlicht am: |
10.3.2005 |
| Letzte Änderung: |
13.3.2005 |
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Neo-Prog aus Holland löst bei mir immer etwas gemischte Gefühle aus. Der Grund sind manche extrem kitschige und klischeebehaftete Produktionen der Vergangenheit.
Natürlich sind auch hier wieder einige typische Neo-Prog-Zitate zu hören, doch werden diese nie überstrapaziert, und es wird mit einer abwechslungsreichen musikalischen Darbietung ein gewisser Gegenpart erzeugt. Dabei sorgt besonders das Gitarrenspiel von Hans Gerritse für die notwendigen Akzente, mal gefühlvoll singend (Andy Latimer lässt grüßen), aber auch mal richtig treibend rockig. Die Keys kommen sehr melodiebetont und sinfonisch daher, versetzt mit einem leichtem Retro-Einfluss. So entsteht ein oftmals recht düsterer, bombastischer sowie aggressiver Gesamtsound, der zu keiner Zeit zu aufgeblasen wirkt. Sehr angenehm anzuhören sind auch die eingestreuten Violinen- und Cello-Parts.
Was allerdings für etliche Abstriche sorgt, ist der Gesang. Weder Keyboarder Eric Groeneweg, noch Gitarrist Hans Gerritse, die sich die Lead Vocals aufteilen, können wirklich überzeugen, zu emotionslos und platt klingt die gesamte Gesangsleistung. Hier könnte ich mir als Ergänzung zu deren tiefen Stimmlage eine etwas höhere Frauenstimme sehr gut vorstellen.
Es sind eben eher die oftmals gelungenen Instrumentalpassagen, ob nun eingängig oder leicht komplex, die dem Album den Stempel aufdrücken. So ist "Oregon" (übrigens trägt der USA-Staat den Spitznamen "The Beaver State") keine durchweg zu gefallende wissende CD geworden, da sich zu den bereits angesprochenen Mängeln im Gesang leider noch der ein oder andere zu langgezogene und somit langweilige Song gesellt. Trotzdem habe ich ein passables Neo-Prog-Produkt gehört, das seine Fans innerhalb der Zielgruppe durchaus finden sollte.
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
22.3.2007 |
| Letzte Änderung: |
22.3.2007 |
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