Rituale Alieno
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Informationen
Allgemeine Angaben
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| Label: |
Black Widow Records |
| Durchschnittswertung: |
11/15 (3 Rezensionen) |
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Besetzung
| Ana Torres Fraile |
Gesang |
| Giorgio Golin |
Schlagzeug |
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| Dauno Giuseppe Buttiglione |
Bass |
| Marco Zanfei |
Keyboards |
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Gastmusiker
| Marco Mauro |
Gitarre |
| Giuseppe Saiani |
Gitarre |
| Giacomo Plotegher |
Keyboards |
| Gianni Nicolini |
Darbouka, Tabla |
| Antioni Fedeli |
Saxophone |
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| Marcello de Angelis |
Gitarre |
| Francesco Ciech |
Cello |
| Giuliano Eccher |
Viola, Gitarre |
| Francesco Festi, Marco Festi, Simone Albino, Lucio Zandonati, Pietro Maini, Enzo Battisti, Giuliano Lott |
Gesang |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Pane Astrale
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4:33
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| 2. |
Saturno
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21:38
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| 3. |
Il viaggio di Elric
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13:06
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| 4. |
Ipernatura del tempo centrale
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9:16
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| 5. |
Antichi occhi ciechi
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8:53
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| 6. |
Meccanica superiore
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9:10
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| Gesamtlaufzeit | 66:36 |
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Rezensionen

Italien ist ja nicht unbedingt ein Land, das einem in den Sinn kommt, wenn man an Zeuhl-Bands denkt. Nichtsdestotrotz entstand 1988 im kleinen Städchen Riva del Garda eine, sagen wir mal Zeuhl-inspirierte Band, die sich Runaway Totem nannte. Das Trio Roberto Gottardi, Giorgio Golin und Giuseppe Buttiglione veröffentlichte 1993 seine Debüt-LP "Trimegisto" bei Black Widow Records (die 1995 auch auf CD erschien). Wegen diverser Differenzen verließen Golin und Buttiglione 1995 die Band, um mit dem Universal Totem Orchestra ihr eigenes Projekt zu starten. Dieser Bandnamen klingt ja schon recht vielversprechend - kommen einem doch (mir zumindest) Univers Zero und U-Totem in den Sinn. Um es gleich vorweg zu nehmen, UTO halten einem Vergleich mit besagten Bands durchaus stand und stilistisch liegt man auch nicht allzu fern.
Das "außerirdische Ritual" ist eine der bizarrsten Stilmischungen, die mir seit langem unter die Ohren gekommen ist. Die Grundlage ist einerseits, wie schon erwähnt, Zeuhl, gitarrenlastiger Zeuhl mit typisch magmaesquen, hypnotischen Chören in Italo-Kobaïisch, grundiert mit symphonischen Keyboards und Jannick-Top-Dröhn-Bass. Andererseits ist die Musik im Spacerock fundiert, einer härter rockende Version desselben, mit wabernden Elektroniksounds und dahinfliegenden E-Gitarrenlinien. Dazu kommen die durchaus operntaugliche, wundervolle Stimme von Fraile, Blimps und Klonx vom Computer, kurze Ambient-Skulpturen, Kammerstreicher, fernöstliche und westliche Perkussion, diverse Klang- und Soundschnipsel bis hin zu quasi-industriellem Krach, ein Schuß italienische Folklore und eine italienisch-renaissanceartige Atmosphäre. Diese diversen Stile und Einflüsse, beziehungsweise Mischungen derselben in verschiedenen Kombinationen, lösen sich im Verlauf des Albums munter ab, so daß es dem Zuhörer eigentlich nie langweilig wird.
Zur Verdeutlichung der Versuch der Beschreibung einiger der Stücke:
"Pane Astrale" ist das kürzeste, aber auch schönste Stück der Scheibe. Ein elegischer Song, getragen vom Sopran Frailes, begleitet nur von Piano und Cello.
"Saturno" ist der "Longtrack" der Scheibe. Mit schweren Gitarren, dröhnendem Bass über Keyboardteppichen und deftigem Schlagzeug geht es los. Spacig-hardrockiger Zeuhl ist das, minimalistisch-heftig, mit starkem Jazzrock Einschlag (Magma instrumental, Weidorje). Die Gitarren tragen noch das repetitive Thema vor, das im Verlauf des Stückes immer wieder auftauchen wird, bevor ein ausgedehntes E-Orgel-Solo sich in den Vordergrund schiebt, um nach einigen Minuten wieder für Baß, Gitarren und Schlagzeug Platz zu machen, die den Rhythmus weitertreiben, begleitet von einem Sopransax, welches diesmal das "Thema" vorträgt. Nach ausgiebigen Sax- und Gitarrensolos platzen dann plötzlich Gregorianische Mönchsgesänge dazwischen, die den Rest der Band zum Schweigen bringen. Aber nicht lange, und die Spacezeuhl-Band ist wieder zurück, begleitet von heftigen Gitarrenausbrüchen. Nach ca. der Hälfte des Tracks löst sich die Musik in einer Art Maschinenhallengeräusch-Krach auf, zu dem sich heftige Unisono-Ölfässerdrums (à la Tambours di Bronx, falls die jemand kennt) gesellen. Ein düsterer Männerchor, begleitet von einigem Klimper-Glucker-Rums-Bumms vom Computer beginnt dann einen quasi-kobaïschen Text vorzutragen (Zitat: "Buratoi tosiday laubilay demutas varimajo dominoi lhai libi doi" - ich kenne zwar nicht sämtliche italienischen Dialekte, doch bin ich mir ziemlich sicher, daß dies kein Italienisch ist). Darüber erhebt sich nach einiger Zeit höchst ätherisch Frailes kristallklarer Sopran (definitiv in Italienisch!). Das Stück klingt schließlich nach weiteren Gitarrenexzessen und einem Computerdrumchaos aus (und wird leider ausgeblendet!).
"Il viaggio di Elric" fängt mit einem treibenden, jazzigen Jam an, dominiert von Marimba und spaciger Gitarre (die fast von einer späteren Gong-Platte stammen könnte), der kurz von einer Solo-Gesangseinlage von Fraile unterbrochen wird. Nach einigen Minuten weiteren Jammens erklingt plötzlich ein unbegleitetes Cello, und es wird akustisch. Zu Cembalo, Cello, akustischer Gitarre und Bratsche singt Fraile ein wunderschönes Lied, dem sich als Begleitung eine Art Folk-Männerchor anschließt. Ein dröhnender Monsterbass löst das akustische Zwischenspiel ab, E-Gitarre und Piano improvisieren à la Jazz, wobei der Männerchor unbekümmert weitersingt, sich dabei steigert und das Ganze immer hypnotischer wird. Heftigste E-Percussion und Keyboardcluster erzeugen dann eine Art Industrialgehämmere, ein bizarres Klangchaos, dazu tönt weiter der Hypnochor. Nach dieser Klimax bricht das Stück plötzlich ab.
Auch die weiteren Nummern verlaufen ähnlich unvorhersehbar. Erwähnen möchte ich noch das bizarre Boogie-Piano, das begleitet vom "basso profondo" plötzlich das indische Percussion/Sax-Intro von "Ipernatura del tempo centrale" ablöst, um den seltsamen Gesang von Francesco Festi zu untermalen (Text: Mnyai siver verit son say, mnyai siver viloy ...).
Ein recht abenteuerliches Teil ist diese CD, deren Klänge aber sehr abwechslungsreich und mitunter ausgesprochen faszinierend aus den Boxen gepurzelt kommen. Das UTO haben Zeuhl und Spacerock hier zwar nicht neu erfunden, bieten aber dieselben in einem erfreulich neuen und anderen Gewand. Ich kann diese Scheibe nur wärmstens empfehlen!
| Anspieltipp(s): |
Il viaggio di Elric, Meccanica superiore |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
29.4.2002 |
| Letzte Änderung: |
1.12.2008 |
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Eines steht fest: gegenüber den unsäglichen Runaway Totem-Scheiben ist das Universal Totem Orchstra ein grosser Fortschritt. Der plump-krude, prätentiöse Hardrock im Pseudo-Zeuhl-Gewand von "Zed" und "Andromeda" ist einem wesentlich professionelleren, farbigeren Sound mit abwechslungsreicheren Kompositionen, guter Produktion und wesentlich verbesserten Instrumentalleistungen gewichen. Gratulation!
Ganz teilen möchte ich Achims Euphorie dennoch nicht, denn das ein oder andere Bass- oder Gitarrenriff kommt - vor allem im Longtrack Saturno - trotz allem Fortschritt immer etwas zu 08/15 daher.
Aber insgesamt machen UTO wirklich Spass, und sind für jeden Zeuhl-Aficionado mit Hunger nach neuen Klängen zumindest eine Reinhör-Empfehlung sein.
| Anspieltipp(s): |
Ipernatura del tempo centrale |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
26.7.2002 |
| Letzte Änderung: |
26.7.2002 |
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Bei dieser Scheibe bringt es die Beschreibung der Plattenfirma schon ziemlich genau auf den Punkt: "Eine Art Carmina Burna trifft Magma und Hawkwind auf dem Mars!". Zu dieser abartigen Mischung gesellen sich noch einige orientalische, folkloristische Klänge, gitarrengeschwängerter Gruselrock, jazzig angehauchte Soli (u.a. Saxophon) und gregorianische Gesänge, kurz und gut: das ist echt starker Tobak, der einem da aus Italien präsentiert wird und nur für die hartgesottenen Fans empfehlenswert.
Doch mit stählernen Nerven für den abgedrehten Stoff ausgestattet, sowie ebenfalls einem Draht zu melodischer Melancholie, bekommt man hier einiges geboten. So unbestreitbar faszinierend diese teuflische Mischung aus dunklen Klängen, klassischem Stakkatogesang und krachenden Gitarren auch sein mag, so schwierig ist es ebenfalls sich mit diesem außerirdischen Ritual anzufreunden. Durch die vielen Stilwechsel hat man sich gerade mit einer Passage so richtig angefreundet, dann geht es schon schwungvoll wieder in eine ganz andere Richtung.
Doch im Gegensatz zu Runaway Totem, von denen immerhin drei der vier Bandmitglieder des UTO stammen, sorgen die opernhaften Gesangsstimmen für den Zusammenhalt in diesem Machwerk. Immer wieder graben sich geniale Teile in die Gehörgänge, mal wie zu Beginn mit Streicher, Klavier, sehr melancholisch, dann wieder entfliehen psychedelische Saitenorgien in die Ferne des Alls und über allem thronen die prägnanten Singstimmen. Schwachpunkt bei diesem wirklich sehr abwechslungsreichen Konzeptwerk bleibt, wie schon oben erwähnt, der innere Zusammenhalt, da die Übergänge nicht immer ganz gelungen und zum Teil auch zu sprunghaft sind.
Trotzdem, hört man sich mehrfach durch das Album, so werden die Strukturen langsam nachvollziehbar, das Zuhören wird lohnenswert und macht immer mehr Spaß.
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
31.7.2006 |
| Letzte Änderung: |
31.7.2006 |
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| Jahr |
Titel |
Ø-Wertung |
# Rezis |
| 2008 |
The Magus |
10.00 |
2 |
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