Only Human
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Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
| Klaus Ebert |
guitar, bass, vocals |
| Chris Karrer |
guitar, violin, sax, mouth harp, vocals |
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| Peter Leopold |
drums, percussion |
| Stefan Zauner |
keyboards, synthesizer, bass, percussion, vocals |
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Gastmusiker
| Peter Paul Kuen |
keyboards, samples, sounddesign (8, 9) |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Another Morning
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3:34
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| 2. |
Don´t Turn Too Stone
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4:04
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| 3. |
Kirk Morgan
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3:01
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| 4. |
Spaniards & Spacemen
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5:45
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| 5. |
Kismet
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7:52
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| 6. |
Pharao
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4:09
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| 7. |
Ruby Lane
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3:54
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| 8. |
Eistanz in Timbuktu
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5:54
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| 9. |
No Sushi For Camels
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7:32
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| Gesamtlaufzeit | 45:45 |
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Rezensionen

Für die letzten drei Amon Düül II-Alben vor Nada Moonshine # gilt: ein - im Kontext des jeweiligen Albums - herausragendes Stück steht neben ziemlich viel Mittelprächtigem oder Unterdurchschnittlichem. Bei Almost Alive ist es "Live in Jericho", bei Vortex das Titelstück und im Fall von "Only Human" Chris Karrers "Kismet", das auch in den Liner Notes des Revisited Remasters von Michael Fuchs-Gamböck zurecht hervorgehoben wird. Dieses ist nicht nur - wie der Titel vermuten lassen könnte - in den leicht dramatischen langsameren Passagen arabisch angehaucht, sondern auch in den schnelleren, treibend-flamencoartigen Teilen mit starken spanischen Einflüssen versehen (wobei gerade der Flamenco auch dem Einfluss der Mauren in Spanien viel verdankt, so dass über Umwege auch hier das Kismet zum Tragen kommt...).
Chris Karrers Interesse an Weltmusik (zumindest vermute ich, dass er dabei die treibende Kraft war, siehe auch seine späteren Soloalben wie "Dervish Kiss" und "Sufisticated") schlägt auch in anderen Stücken durch, etwa dem ebenfalls via Samples (und das 1978!) arabisch geprägten, aber ansonsten eher elegisch-melodischen "Phararo" oder dem seltsamen, leicht albernen ElektroDiscoFlamenco-Bastard "Spaniards & Spacemen". Diese, damals durchaus noch nicht gewöhnlichen, Weltmusik-Einflüsse dürften auch einer der Gründe sein, warum "Only Human" auch für heutige Ohren recht modern klingt. Dazu kommen die oben schon erwähnten Samples (auch in "Don't turn to stone") und der fast an moderne Elektronik gemahnende echte, aber bearbeitete Drumsound von "Kirk Morgan". Allerdings wurde das Album laut Booklet nicht nur remastered, sondern auch remixed; da ich die Original-LP nicht kenne, kann ich leider nicht vergleichen, wie weit dieser Remix den Sound möglicherweise modernisiert hat.
Leider wird diese Soundmoderne großteils nicht von ansprechenden Kompositionen unterstützt. Zwar wirkt "Only Human" auf mich etwas lebendiger als das Vorgängeralbum, trotzdem gibt es auch hier viele entgangene Gelegenheiten. Ein schönes Beispiel dafür ist gleich die Eröffnungsnummer "Another Morning", die poppig beginnt, nach gut einer Minute dann aber mit schöner Clavinet-Begleitung den Eindruck macht, als ob gleich eine nette jazzrockige Passage ausbrechen könnte... ... und dann kommen mehr gegrölte als gesungene "Chor"-Vocals irgendwo aus der Westkurve oder Bahnhofskneipe. WTF? Die letzte Nummer des eigentlichen Albums, "Ruby Lane", hingegen könnte ein US-amerikanischer Soulfunk sein, wenn nur der Gesang "schwärzer" wäre.
Die Bonustracks scheinen diesesmal - wieder hält sich das Booklet mit Hintergrundinformation dazu komplett bedeckt - keine Bandkompositionen wie bei "Almost Alive" oder "Vortex" zu sein, sondern eine alleinige Zusammenarbeit von Chris Karrer mit Peter Paul Kuen, in dessen Studio Amon Düül II in den letzten Jahren aufgenommen haben. Diese zwei eher elektropoppig angehauchten Stücke greifen wieder arabische Einflüsse auf, stammen allerdings hauptsächlich aus dem Sequencer, ergänzt durch etwas Gesang und Gitarren-/Geigenarbeit von Karrer: nett, aber meines Erachtens nicht essentiell.
Warum Revisited / InsideOut ihre Amon Düül II-Veröffentlichungen ausgerechnet mit drei schwachen Alben begonnen haben, darüber kann ich nur spekulieren. Vielleicht weil die entsprechenden Rechte schon frei waren? Weil diese Alben nicht wie andere aus dem Katalog der Band schon mehrere CD-Ausgaben gesehen haben? Jedenfalls sollten Amon Düül II-Neueinsteiger lieber warten, bis mit der nächsten Ladung die frühen Klassiker der Band neu verfügbar sind. Bereits-Fans oder diejenigen, die im Allgemeinen stark am Krautrock interessiert sind und ihre Sammlungen komplettieren möchten, greifen trotz der durchwachsenen Musik sowieso zu und brauchen keine gesonderte Empfehlung. Die wieder gelungene Aufmachung der "Deluxe Editions" im DigiPak mit neuen, exklusiven Liner Notes gibt dazu jedenfalls einen Anreiz, wo es die Musik alleine nicht ohne Weiteres tut.
| Anspieltipp(s): |
Kismet |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
18.5.2005 |
| Letzte Änderung: |
18.5.2005 |
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Only Human ist ganz blasser Artpop, der mehr mit dem Discopop der Bee Gees - oder antezipierend: mit der Münchner Freiheit - als mit Amon Düül II zu tun hat. Hierzu trägt auch bei einigen Stücken der süßliche Gesang von Stefan Zauner bei. Da ahnt man tatsächlich schon die Münchner Freiheit...
Auf Only Human ist nicht mehr die spaßige Parodie wie bei Made in Germany, da ist auch nicht mehr das z.T. gekonnte Songwriting wie bei Hi Jack oder mit Abstrichen auch noch Pyragony X und da ist auch nicht mehr die in Ansätzen krautig-düülige Atmosphäre, die zuletzt Almost Alive auszeichnete.
Das Interessanteste am Album ist auch nach meinem Eindruck Kismet, das durch atmosphärisches Songwriting mit arabischem Einschlag glänzt. Aber sonst herrscht leider einfach nur Belanglosigkeit vor. Eigentlich kein Wunder, dass sich die Band danach erst mal für 3 Jahre auflöste...
| Anspieltipp(s): |
Kismet |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
19.5.2005 |
| Letzte Änderung: |
6.3.2012 |
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