Hors portée - Highlight
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Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
| Chardeau |
claviers |
| Jerry Goodman |
Violons |
| Bernard Paganotti |
basses |
| Basile Leroux |
guitar, sitar, ebow |
| Bertrand Lajudie |
claviers |
| Xavier Desandre-Navarre |
percussions |
| Claude Salmiéri |
batterie |
| Francois Laizeau |
batterie |
| Michel Gaucher |
saxophone, flute |
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| Richard Aubert |
arrangements orchestre |
| Bunny Rizzitelli |
batterie |
| Jean-Jacques Genevard |
mellotron |
| Bruno Nugues |
flûte |
| Dominic Miletti |
violon, mandoline |
| Jean René |
zapha bass |
| Mathieu Thave |
flûte |
| Patrick Shaendell |
flûtes irlandaises, cromorne |
| u.a. |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
La route
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4:26
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| 2. |
Cycles 1
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0:51
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| 3. |
Trafic nocturne intro
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1:12
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| 4. |
Trafic intense
1. Introduction 2. Questions 3. Ballet
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4:12
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| 5. |
Mac maudit cherí
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4:17
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| 6. |
Pacific sud
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4:03
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| 7. |
Croutchouc
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4:19
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| 8. |
Cycles 2
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0:33
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| 9. |
si... tard
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1:59
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| 10. |
Tard
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5:24
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| 11. |
Mortelle mort
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5:36
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| 12. |
Galaxies alternative final
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1:43
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| 13. |
Le cinglé des galaxies
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5:20
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| 14. |
Déambule/Cycles 3
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1:29
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| 15. |
Cycles
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0:46
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| 16. |
Home rhythm
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1:24
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| 17. |
Home
1. Hope 2. Résolution 3. Joy 4. Sanctuary
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10:10
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| Gesamtlaufzeit | 57:44 |
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Rezensionen

Einer der dämlichen Begriffe, mit denen man bei Musik dauernd belämmert wird, lautet: street credibility. Der klingt so richtig schön nach Schreibtisch, nicht nach Straße, und dient in erster Linie dazu, miesen musikalischen Geschmack zu bemänteln. Schon wieder irgendeine hochgejubelte banale Drei-Akkorde-Band? Ja, aber tolle street credibility. Oder: Diese Musik ist mir zu hoch? Dann verunglimpf ich sie in routinierter Vornewegverteidigung am besten mal wegen mangelnder street credibility.
Im Prog gibts natürlich keine street credibility, weil Prog abgehoben ist. Proghörer sind ein bisschen stolz darauf, aber auch ein bisschen verschämt deswegen. Wie kann man aber für ein neues musikalisches Projekt wenigstens im ach-so-kleinen Progkreise für "credibility" sorgen? Nun, so wie es in der straßenfernen Kultur immer schon gemacht wurde: mit Namen. Die lässt man fallen, indem man sich auf angesehene musikalische Vorbilder beruft. Noch besser ist es, wenn man sogar direkten Kontakt zu großen Namen nachweisen kann - z.B. indem man deren Träger als Gastmusiker engagiert.
Der kanadische Pianist Chardeau lässt anlässlich seiner CD "Hors portée" Namen über Namen fallen: Beethoven, Beatles, Yes, Genesis, Mahavisnu Orchestra, Magma, King Crimson und, und, und. Auf all die beruft er sich, und da das nun wirklich wohlfeil ist und einfach gar nichts besagt, kann er sich glücklich schätzen, ein paar Hochkaräter sogar zum Mitmachen bewegt zu haben: Jerry Goodman an der Violine z.B. oder Bernard Paganotti am Bass.
Diese und viele andere spielen auf "Hors portée" mit, einer Veröffentlichung, die gleich in zweifacher Version vorliegt. Einmal unter dem Titel "Highlight" (mit Gesang) und einmal als "Instrumental Sélection". Man hätte natürlich einfach ein Doppelalbum draus machen können, aber Monsieur Chardeau scheint die Prätention zu lieben. Seine Website sieht jedenfalls so aus, seine Musik hört sich so an. Mit anderen Worten: Eine normale Doppel-CD war ihm offenbar nicht aufgeblasen genug.
Ich lasse etwas Luft aus dem Ballon und bespreche hier beide Platten der Einfachheit zusammen. Bei der "Instrumental Sélection" (in der aber trotzdem ein bisschen gesungen wird) handelt es sich um eine widerliche Plätschermusik ohne Ecken und Kanten, ein blass dahinkriechendes Nichts, gleichwohl in großer Kunstpose, so wie es Leute brauchen, die unter Schönheit die Abwesenheit von Charakter verstehen. Wer will, soll sich mit diesem Zeug zusäuseln lassen bis zum Jüngsten Gericht, es wird vermutlich vorläufig nichts schaden, aber wenn der Tag der Wahrheit mal da ist, gibts für diese Art des Weltgebrauchs bestimmt keine Pluspunkte, da warne ich gemäß meiner Rezensentenverantwortung ernsthaft. Dass diese CD gegen Ende mit Schnarchgeräuschen aufwartet, sollte man jedenfalls als Menetekel nehmen.
Das wars dazu. Schauen wir uns das "Highlight" an. Hier wird gesungen, und dies soll möglicherweise das Hauptalbum sein. Chardeaus Gesang hat manchmal so einen gewissen Paolo Conte- bzw. Chanson-Touch. Nicht unbedingt das stimmliche Potential für vertrackten Prog. Rocken tuts auch nicht richtig oder wenn, dann so richtig schön abgedroschen. Ein bisschen Pseudojazz ist auch dabei. Das Gesangsalbum ist aber etwas flotter als die "Instrumental Sèlection" und eventuell für Hörer von Interesse, die Prog nicht von aufgeschwemmtem Mainstream unterscheiden können, weil sie sich an richtigen Prog nie ranwagen. Guter Mainstream ists aber auch nicht, dazu ist das alles viel zu aufgeplustert.
Wie zahllose andere Musiker, deren Kompositionen wenig hergeben, versucht auch Chardeau möglichst viel vom Klang abhängig zu machen. Was ich in den Händen halte, ist in beiden Fällen ein Steredownmix. Es gibt die CDs auch im 5.1-Verfahren. Und die empfiehlt uns Monsieur Chardeau ganz angelegentlich. Ich teile das mal mit.
Es naht sich das Fazit:
Nachdem ich mir mit dieser Musik viele Stunden verdorben habe, habe ich zwischendurch doch wenigstens einmal laut lachen dürfen, nämlich als ich auf dem Cover las: "To Jerry Goodman ... you realised all my craziest dreams, man!" Wow, wenn das verrückte Träume waren, muss Herr Chardeau aber wirklich friedvoll schlafen! Wegen englischer Rechtschreibung wälzt er sich jedenfalls nicht in den Kissen.
Das einzige, was die Musik von Chardeau mit den Meisterwerken von Yes, Genesis, Beethoven, King Crimson oder vom Mahavishnu Orchestra zu tun hat, ist der Umstand, dass deren Namen auf dem Cover stehen. Und was die Beteiligung einzelner Musiker angeht: Bei Harald Schmidt sieht man abends auch immer Mel Collins auf der Bühne. Trotzdem ist das keine Prog-Show.
Für die "Instrumental Sélection" rücke ich 1 Punkt raus, für das "Highlight" errechnen sich die unten angegebenen 4 Punkte aus leicht gesteigertem Tempo (positiv) geteilt durch penetrante Prog-Mogelei (negativ) mal schwachem Mainstream (gar nix).
Lieber Leser, wag doch mal was, und hör Dir die tolle Platte von Le Silo an. Die kriegt man auch in Deutschland, aber wer weiß wie lange noch! Verschwende Deine Zeit nicht mit dem Kram von Chardeau.
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
15.11.2005 |
| Letzte Änderung: |
15.11.2005 |
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Der vorliegende Fall scheint ein weiterer im Rahmen der BBS-Kampagne ?Vorsicht, Etikettenschwindel!? oder ?Nepper, Schlepper, Proggerfänger? zu sein. Ich bin wirklich froh, dass Hauptkomissar Ralf J. Zimmerma.. Günther hier schon gute Vorarbeit geleistet hat, so bleibt es mir erspart, allzuviele Worte über dieses selbstbetitelte ?Highlight? zu verlieren.
Fürwahr, dafür, dass ich bis auf das letzte Stück warten muss, um auch nur gelegentliche Reminiszenzen an genannte Vorbilder zu erhaschen, ist die Werbung mit diesen Prog- und Fusiongrößen doch reichlich frech. Das soll jetzt nicht heißen, dass es sich bei dem abschließenden Zehnminüter 'Home' um einen proggigen Longtrack epischer Ausmaße handelt (weitere zehn Minuten folgen, als nicht gerade gut versteckter ?Hidden Track?). Da blitzt nur kurz eine gezupfte Hackett-Gitarre auf und Jerry Goodman darf ein schönes Violinensolo spielen. Prog? Fusion? Mitnichten.
Es bleiben, außer dem genannten Ansatz, proggy zu klingen, ein Haufen Pop/Rock-Stücke, die zwar mit optimalem Klang und tollen Gimmicks aufwarten, jedoch ist aufgeplustertes Nichts immer noch, nun ja, Nichts. Lediglich der Pseudorocker 'Tard' macht ein wenig Spaß. Versuche, Einflüsse aus anderen Genres einzubinden, wie World Music-Anklänge in 'Mac Maudit Chéri' sind kläglich, Ausflüge in den Jazz wie in 'si... Tard' ärgerlich und Stereo-Spielereien wie ?jetzt hörst Du's links und jetzt rechts ? irre? nervend.
Auf seiner Internetpräsenz zeigt sich der vorgeblich wichtige Musiker, ganz in der Tradition von ?what you see is what you may not get?, als weißlockiges Dschinnen-Genie, der revolutionsgleich Spielarten und Stile zu einem magischen ?Pot-pourri de Polychromie? verzaubert. Ja, Bescheidenheit ist eine schöne Tugend und umso angebrachter ist sie, wenn das Resultat nach einem so aufgeputschten, lahmen Einerlei klingt.
Aber schließlich heißt ?Hors Portée? auch sinngemäß ?außer Hörreichweite? - und außerhalb meiner ist es jedenfalls demnächst ganz bestimmt. Dringliche Nicht-Kaufempfehlung.
| Anspieltipp(s): |
Keine |
| Vergleichbar mit: |
Frankopop der schmalzigen Art |
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| Veröffentlicht am: |
23.4.2006 |
| Letzte Änderung: |
23.4.2006 |
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