The Tale of Woe
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Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
| Sean Frazier |
Vocals |
| Mike Grimes |
Keyboards |
| Chris Mack |
Drums |
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| Chris Ogburn |
Guitars |
| Craig Polson |
Bass |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Seasons
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8:45
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| 2. |
Seven Gentle Spirits
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14:17
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| 3. |
Harold Cain
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4:16
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| 4. |
The Past Has Just Begun
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16:41
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| 5. |
God's Angry Man
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4:13
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| 6. |
On Second Thought
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11:52
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| Gesamtlaufzeit | 60:04 |
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Rezensionen

Vorneweg: Ich habe keine Ahnung von NeoProg. Dies ist in keiner Weise kokett gemeint, sondern eine, glaube ich, nüchterne Selbsteinschätzung (die in geselligen Progger-Runden von in diesem Gebiet bewanderteren Hörern mehrfach bestätigt wurde). Wenn ich mich also zu einer NeoProg-Platte äußere, sollte ich diese Tatsache erwähnen. Das Genre gibt mir nun mal nur in wenigen Momenten etwas (den m.E. besten von IQ z.B.), und deshalb beschäftige ich mich mit Neuveröffentlichungen aus dem Neoprog-Bereich nur selten näher (obwohl ich in vieles reinhöre) und wenn, dann meist eher zufällig.
Puppet Show sind eine der wenigen sprichwörtlichen Ausnahmen. Als ich erfuhr, dass die US-Gruppe neun Jahre nach ihrem Debüt "Traumtized" ein zweites Album am Start hat, war ich sofort interessiert, auch wenn ich nicht mit angehaltenem Atem auf "The Tale of Woe" gewartet habe. Aber "Traumatized" gefällt mir gut - obwohl oder gerade weil es, den oben bereits erwähnten gewöhnlich gut informierten Kreisen zufolge, "Dudeldidu-Neo ohne Hooks" ist.
Insofern bin ich nun mit "The Tale of Woe" auch glücklich, denn es macht genau dort weiter, wo "Traumatized" aufgehört hat. Immer noch bieten Puppet Show typische Neoprog-Zutaten wie hymnische, harmonische, ausladende Stücke, die "Dudeldidu"-Neoprog-Arpeggios und -Keyboard-Läufe und durch die Gabriel-/Fish-Schule geprägten expressiven Gesang, und ebenso immer noch kombinieren sie dies mit den klassischen Prog-Sounds (speziell im Tastenbereich: viel Hammond Orgel und Klavier, dazu analog-artige Lead-Synthesizer und gelegentliche Mellotron-Tupfer, aber auch beim knackigen Bass und der trockenen Gitarrenarbeit) und vermeiden die süßlichen Plastikklänge, die mir andere NeoProg-Scheiben zu oft vermiest haben. Und mit "God's Angry Man" haben Puppet Show eine nette richtig schräge Nummer am Start, die zwischendrin in freies Chaos abzudriften scheint, aber eben nur scheint und eigentlich - glaube ich - durchaus streng durchgeplant und komponiert ist (in anderen Nummern, etwa dem Abschluß "On Second Thought", der auch mit etwas aggressiveren Gitarrenparts aufwartet, wird's gelegentlich auch mal ein wenig widerborstiger).
Außerdem haben sich Puppet Show ihr Gefühl für Rhythmik bewahrt. Während bei Neo-Prog-Bands ungerade Taktarten oft holprig daher kommen, so, als ob man an einen Takt einen zusätzlichen Schlag dran geklebt hätte, der aber mit dem Rest des Rhythmus keine Einheit bildet. Nicht so bei Puppet Show, bei denen auch die krummen Takte grooven.
Was sich mit "The Tale of Woe" verändert hat, ist der Sound im Sinne von Produktion. Das Album hat einen sehr direkten, trockenen, fast kratzigen, aber dennoch vollen, warmen Klang, der der Musik gut steht.
Neue musikalische Bereiche werden hier zwar nicht erschlossen, und Ahnung von Neoprog habe ich wohl immer noch keine, aber trotzdem und deshalb mag ich auch "The Tale of Woe". Und wenn das nächste Puppet-Show-Album kommt, auch wenn es wieder neun Jahre dauern sollte, werde ich es sicher wieder antesten.
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
6.3.2007 |
| Letzte Änderung: |
6.3.2007 |
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Udo hat natürlich Recht: Er hat keine Ahnung vom Neoprog. Gerade diese Tatsache könnte aber dafür sorgen, dass er "The Tale of Woe" mag. "Haha, wusst ich es doch, der Gerhards hat halt keine Ahnung, ist in Wirklichkeit also doch 'Dudeldidu-Neo ohne Hooks'" (ich habe ja so eine Ahnung, von wem das Zitat stammt) könnte man nach dieser Aussage denken – und hätte damit sowohl Recht als auch Unrecht. Eigentlich könnte ich die Rezension hiermit beenden und wie ein Orakel den Leser mit meiner sybillinischen Aussage allein lassen, aber da wir ja nicht mehr in der Antike leben will ich mal nicht so sein und etwas mehr "Butter bei die Fische" geben.
Tatsächlich werden nämlich viele eingefleischte Neoprogger den Zweitling von Puppet Show als genau das empfinden, was ich oben zitiert habe: Dudeldidu-Neo ohne Hooks. Damit hätten sie irgendwo auch gar nicht Unrecht, denn Hooks gibt es in der Tat auf dem gesamten Album kaum welche und Dudeldidu ist es auch. Aber, mit Verlaub, wende ich da (als Teilzeit-Neoprogger vielleicht durchaus etwas erfahrener als Udo) ein: Ist Neoprog nicht immer ein wenig Dudeldidu? Gehört das nicht vielmehr zu den Wesensarten dieser Progrichtung, wegen der man sie mag oder nicht? Der Unterschied zu gewöhnlichem Neoprog liegt bei "The Tale of Woe" eigentlich nur darin, dass neben der üblichen Melodienseeligkeit, die man durchaus findet, auch zahlreiche sperrige, neoprog-ungewohnte komplexe Passagen die Musik prägen. Das kann man dann als verdudelt empfinden (und eingefleischte Pendragon-Verehrer, die schon Twelfth Night für Gefrickele halten, werden das sicherlich auch so sehen) oder als angenehme Schrägheit, die Puppet Show aus dem neoprogressiven Einerlei heraushebt.
Persönlich würde ich mich an dieser Stelle eher auf die zweite Seite schlagen, verbinden doch Stücke wie "The Past Has Just Begun" oder "On Second Thought" in der Tat auf höchst erfreuliche Weise die melodisch-schönklangigen Stärken des Neoprog mit komplexer Sperrigkeit, teilweise regelrecht schrägen Passagen sowie leichten progmetallischen Anklängen an der einen oder anderen Stelle. Als verdudelt geht meines Erachtens eigentlich nur der dritte Longtrack "The Seven Gentle Spirits", der leider doch einige etwas übertrieben widerborstige Passagen enthält, aber dennoch bei weitem nicht schlecht ist.
Insgesamt jedenfalls möchte ich Udo Recht geben. Puppet Show bringen mit "The Tale of Woe" eine willkommene eigene Facette in die ab und an gefährlich Richtung Einheitsbrei tendierenden Neoprog-Gefilde ein und bieten dabei ein Maß an Schrägheit und Komplexität, dass sie auch durchaus für die "Frickelköppe" interessant machen dürfte.
| Anspieltipp(s): |
The Past Has Just Begun |
| Vergleichbar mit: |
da fällt mir direkt nichts ein, und das im Neoprog schon mal uneingeschränkt positiv |
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| Veröffentlicht am: |
15.3.2007 |
| Letzte Änderung: |
15.3.2007 |
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Der Weg von der PUPPET SHOW zur Cinema Show ist kurz. Sehr kurz. Hier liegt eines der GENESIS-ähnlichsten Alben seit langer Zeit vor mir. PUPPET SHOW sind fünf Amerikaner aus dem Sonnenstaat Kalifornien. Mit sonnengebräunter Oberflächlichkeit nerven sie hier allerdings erst gar nicht. "The Tale of Woe", ihr zweites Album, hat britische Verspieltheit und Tiefe und passt wahrlich besser zur Alten Welt.
Herausragend aus dem ganzen Album ist endlich mal wieder der Sänger. Da gibt es heutzutage ja vorwiegend Schreihälse oder Nicht-Sänger im Progbereich. Sean Frazier kann wirklich richtig Melodiebögen singen. Mal ist er ruhig, sanft, melodiös, dann wieder laut und kräftig und mich dabei immer begeisternd. Mal knarzt er täuschend echt dem großen Peter Gabriel ähnlich, dann meint man wieder, es könnte auch Steve Walsh von KANSAS sein. Große Klasse. Lange nicht mehr von einem Sangesherrn so fasziniert gewesen.
Ebenso die Musik. Drei echte Longtracks gibt's auf dieser Scheibe und mit echt meine ich rundum komponiert. Keine Aneinanderreihung von Songfragmenten, die man mal schnell zu 15 Minuten zusammenpappt, weil es Proggies ja so wollen. Melodie, Dramatik, Abwechslungsreichtum, Songaufbau und ?schluß. Die Herren verstehen ihr kompositorisches Handwerk und schreiben Stücke mit Wiedererkennungswert. Das macht sie in der heutigen Progszene, in welcher Technikfertigkeit, modisch aufgesetzte Härte und eine völlig wahllose Stilvermischung als hip gelten, schon wieder zu einer kleinen Seltenheit. Alle drei, dieser von 12 bis 17 Minuten reichenden, Langwerke zeigen diese Tugenden.
Der Eröffnungssong Seasons stellt mit seinen knapp 9 Minuten einen fast Long-Track dar und denselbigen in nichts nach. Bleiben noch die beiden kurzen Songs. Harold Cain beginnt GENESIS-sig wie es nur sein kann, wird danach aber der fast-straighte Track des Albums und rockt richtig. God's angry man wiederum schaut kurz beim Crimson-König vorbei, ist das im Sound härteste Stück auf dem Album, aber insgesamt eher eine Klangcollage, allerdings der angenehm spannenden Art.
Den Tasteninstrumenten aller Art wird auf dem gesamten Album durchgehend wesentlich mehr Raum als der Gitarre eingeräumt. Sehr oft klassisch (mit auch mal melodieführenden Hammond- oder Pianoklängen), ansonsten mit schön flirrenden Neo-Prog Keys. Dazu der Bass, deutlich vernehmbar, kräftig im Klangbild stehend. Mit dieser Konzentration auf Bass & Keys, sowie einem wirklichen Sänger, stellt "The Tale of Woe" für mich ein echtes Prog-Album im klassischen Sinne dar. Das grafisch dazu passende Booklet haben sie ebenfalls.
Alles was sie jetzt noch bräuchten, um mit den großen 70's Bands komplett mitzuhalten, wäre etwas mehr Rockstar-Optik, denn da halten sie es mit den meisten der heutigen Bands und schauen frisur- und klamottentechnisch leider arg brav aus der Wäsche. Fast wie Bankangestellte ;-)
Eine ganz dicke Empfehlung und Kauftip für alle genervten Progrock-Fans, die wie ich unter der zunehmenden Metal-Lastigkeit angeblicher Progbands die Ohren verdrehen.
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
17.4.2007 |
| Letzte Änderung: |
17.4.2007 |
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Ein recht ordentliches Debütalbum aus dem Jahre 1998 und ein guter Auftritt beim Baja-Prog Festival ließen die Erwartungen an die Band schnell wachsen. Doch was machte das Quintett? Sie geben erst nach 8 Jahren ein neues Lebenszeichen von sich, und fangen somit fast wieder bei Null an. Glücklicherweise halten sich die personellen Veränderungen für einen solch langen Zeitraum noch in Grenzen, so dass einer Weiterentwicklung der Band nichts mehr im Weg steht. Ersetzt wurde lediglich Matt Lipford am Schlagzeug, hier sitzt nun Chris Mack, bekannt durch sein Mitwirken auf dem aktuellen Iluvatar-Album "A story two days wide...". Und der wirbelt prächtig umher, hätte ich ehrlich gesagt nach dem Standard-Getrommel auf dem besagten Iluvatar-Album wirklich nicht erwartet. Dass man aus gewissen Fehlern der Erstveröffentlichung gelernt hat, zeigt sich sehr deutlich an der spritzigeren Produktion - hier holte man sich Hilfe bei Terry Brown (IQ, FM, Rush) und Peter J. Moore (The Band, Cowboy Junkies). Diesmal beteiligten sich auch alle fünf Mitglieder am Schreiben der Songs - was die Musik um einiges farbenfroher gestaltet. Gleichzeitig wirkt das Songmaterial mehr verschnörkelt und versponnen, sowie durch Mini Moog oder Hammond-Orgel mehr denn je im traditionellen 70er Jahre Prog verankert. Richtig neo-proggige Momente sind dadurch nur noch an den typischen Keyboard-Sounds auszumachen. Die Gitarre sorgt mit einigen scharfen und druckvollen Riffs für die rechte Härte, oder setzt sich gekonnt mit prägnanten Soli und singenden Passagen in Szene. Beim kräftigen Solo-Gesang schimmern Ähnlichkeiten zu Alan Reed (Pallas), und bei den theatralischen Gesangsparts zu Peter Gabriel durch. Negative Spuren sind da lediglich im etwas zu dünn geratenen Chorgesang festzustellen. Zweifelsohne liegen die Stärken von Puppet Show an den unvorhersehbaren Tempowechseln, hauptsächlich wenn kurz und knackig das Tempo angezogen wird. Bestes Beispiel dafür ist der bestechende Opener "Seasons". Allerdings hätte es hiervon ruhig noch ein bisschen mehr sein dürfen. Somit steht als Endresultat ein gut treibendes Retro Prog-Album mit vielen spannenden Kombinationen.
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
29.9.2009 |
| Letzte Änderung: |
30.9.2009 |
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