Echoes
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Informationen
Allgemeine Angaben
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| Label: |
Fazzul Music |
| Durchschnittswertung: |
11/15 (2 Rezensionen) |
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Besetzung
| Markus Stauss |
Tenor-, Bass-, Sopranosax |
| Hans Anliker |
Posaune |
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| Pit Kayser |
Keyboards |
| Olivier Vogt |
Bratsche, Geige |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
OG
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9:46
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| 2. |
Looking 4
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8:18
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| 3. |
Echoes
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9:56
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| 4. |
Deep Inside
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10:53
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| 5. |
Slow Waves
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4:00
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| 6. |
Another Sad Song
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8:41
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| 7. |
Perpetuum 4
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7:54
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| Gesamtlaufzeit | 59:28 |
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Rezensionen

Dieses Werk läuft eigentlich unter den Namen der beteiligten Musiker Anliker - Stauss - Kayser - Vogt. Aber um "unsere" Seiten jetzt nicht über Gebühr mit Bands aufzublähen und um die ganze Sache etwas übersichtlicher zu gestalten, habe ich "Echoes" unter Markus Stauss angelegt. Denn es handelt sich unzweifelhaft um ein weiteres Projekt des umtriebigen Schweizers. Und trotz Spaltklang und jüngst Yugen, würde ich sagen wollen "Echoes" ist eines der (wenn nicht das) ungewöhnlichsten Projekte von Stauss. Aus Sicht der "babyblauen Seiten" sicherlich irgendwo in Randgebieten angesiedelt, aber soll ja gerade spannend sein, mal die etwas unwirtlicheren, unbekannteren Randlagen zu erkunden...
Ein Blick auf die Besetzung, die sich zu "Echoes" zusammengefunden hat, verrät uns schon einiges: Da treffen zwei Bläser mit Posaune und Saxofon auf einen Streicher (Bratsche und Violine) sowie einen Tastendrücker. Hier fehlen Bass und Schlagzeug, was schon mal einiges für den Rockgroove befürchten lässt. So ist das Klangbild von "Echoes" auch das einer avantgardistischen Klangmalerei. Das sonore Brummen von Posaune und Bass-Saxofon lassen den Hörer erschauern. Dazu liefert das teilweise schräge, teilweise fast rhythmisch wirkende Gefiedel von Olivier Vogt eigenwillige Gegenpositionen. Pit Kayser lässt seltsame Klangkaskaden im Hintergrund ertönen. Die Musik wirkt eher ruhig, düster, zuweilen gar meditativ. Fast freie Klanggebilde mutieren langsam, wie zäh dahinfließende Lava, zu moderner Klassik im kammermusikalischen Gewand. Umso überraschender sicherlich gleich der zweite Track - "Looking 4" - in dem sich urplötzlich eine Art Rockgroove getragen von Unisono-Läufen von Keyboards und Saxofon entwickelt. Verblüffend!
Spannend ist sicherlich, wenn man in die Welt von Markus Stauss' Projekten eingetaucht ist, dass immer wieder die gleichen Musiker in unterschiedlichen Formationen aufeinander treffen und dann ganz unterschiedliche Talente offenbaren, wie hier Olivier Vogt, der später auch in Spaltklang mitwirkt oder Pit Kayser, der mit Stauss die Rockformation Überfall betrieben hat. Spannend ist auch, dass immer wieder Kompositionen zwischen den Formationen wechseln und dann plötzlich je nach Umsetzung und Arrangement komplett ihren Charakter ändern, wie hier das kammermusikalische "Deep Inside", welches auf "Adventures" von Ulterior Lux noch als jazzige Ballade glänzte. Auch wenn die Songs durchweg komponiert sind, wirkt die Musik doch eher frei und improvisiert. Und überhaupt Experimente: Der Titeltrack "Echoes" basiert letztlich auf einer Textur aus der 12-Ton-Musik, ungewöhnliche Kost für die melodisch doch anders gepolten Ohren eines Rockhörers.
"Echoes" ist auf seine Art eine Herausforderung für den Hörer, aber doch nicht so schräg, als dass hier ungenießbares "Geplinge" präsentiert würde, ganz im Gegenteil. Auf mich hat "Echoes" immer wieder eine fast heilsame, geradezu kathartische Wirkung, die mich nach dem Genuss des Albums entspannt und beruhigt zurücklässt.
| Anspieltipp(s): |
sollte man wirklich im Ganzen hören |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
22.3.2007 |
| Letzte Änderung: |
18.1.2010 |
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Da sitzt er ja mal wieder schön zwischen den Stühlen, der Markus Stauss. So recht lässt sich nämlich auch die Musik auf "Echoes" keinem Genre zuordnen. Und das obwohl ja gerade die Schweizer im Allgemeinen doch sehr die Ordnung lieben. Saxophone, Posaune, Violine und Viola und Tasten gibt es hier zu hören. Die von diesen erzeugten Klangfarben vereinigen sich zu ausgedehnteren Nummern, die kein Jazz sind, kein Rock, kein Avantgardekrach und eigentlich auch keine zeitgenössische Klassik. Letzterem Pseudogenre könnte man "Echoes" aber wohl doch am ehesten zuordnen.
Man hätte die Stücke von "Echoes" wohl auch als (gigantisches) Quartett für Sax, Streicher, Posaune und Keyboard verkaufen können, Opus soundso, in 7 Sätzen. Aber für die ordnungsliebende Klassikgemeinschaft ist das wohl nicht exakt genug, wechseln doch die Beteiligten (bis auf Anliker) zu oft das Instrument, insbesondere Pit Kayser. Also besser: "Sieben Kompositionen für Saxophone, Posaune, hohe Streicher und Tasteninstrumente". Damit haben wir uns auch genretechnisch nicht festgelegt.
Wie auch immer, meist eher tiefe Bläser, die beiden schon erwähnten Streichinstrumente, Posaune und allerlei Tastenklänge (die vermutlich alle von einem Midi-Keyboard stammen) werden hier zu einem recht eigenen Ganzen verwoben, einem elektronisch-akustischen Spaziergang ohne stilistische Fesseln, den man wohl am besten als moderne, zeitgenössische Ensemblemusik bezeichnet. Dabei bleibt das Gebotene meist in gut goutierbaren Gefilden. Allzu wüst und schräg ist diese Musik nicht, obwohl die Musiker sich natürlich nicht von tonalen Begrenzungen einschränken lassen. Längere Abschnitte mit virtuosen Duos und Trios sind hier mit dichteren Quartettabschnitten verbunden, die meist ziemlich symphonisch aus den Boxen gleiten, die, wenn es denn Schlagzeug und Bass gäbe, wohl auch als Kammerprog durchgehen würden.
Ein wenig erinnert mich diese Musik bisweilen an die 1984-1992 enstandene "Architectonics"-Serie des Esten Erkki-Sven Tüür. Auch da bestimmen meist tiefe Bläser das Geschehen, begleitet von Streichinstrumenten, Piano und elektronischen Tastenklängen. Auch "Architectonics" lässt sich nicht wirklich zuordnen, gehört zwar irgendwie zur zeitgenössischen Klassik, hat aber seine Wurzeln im Prog. Nicht von ungefähr begann Tüür seine musikalische Laufbahn mit der Progformation In Spe.
Dass auch "Echoes" Wurzeln im oder zumindest Verbindungen zum Rock (Prog, Jazzrock) hat zeigt auch die Tatsache, dass es die meisten Stücke hier von Stauss auch in anderen, meist rockigeren Versionen gibt. "OG" z.B. entstand Ende der 80er Jahre als mehr oder weniger improvisiertes Gefüge für ein Ensemble wechselnder Besetzung. Eine erste Aufnahme der Nummer ist auf der 1992 erschienen CD "New Duos 'n' Trios" des Markus Stauss Projekt zu finden. Eine sehr viel rezentere Rockversion des Stücks gibt es dagegen auf dem Album "More Light" von Trank Zappa Grappa in Varese? zu hören. Die Nummern "Looking 4", "Deep Inside" und "Perpertuum 4" stammen dagegen aus dem Fundus der Jazzprogger von Ulterior Lux.
Mit "Echoes" haben Stauss, Anliker, Kayser und Vogt ein interessantes Album mit "anderer" Musik vorgelegt, welches beim normalerweise nur Rockmusikalisches goutierenden Hörer vielleicht Lust dazu weckt, Progressives auch einmal in einem anderen musikalischen Umfeld zu erforschen.
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
18.1.2010 |
| Letzte Änderung: |
18.1.2010 |
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