Outside the Dream Syndicate
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Informationen
Allgemeine Angaben
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| Label: |
Caroline |
| Durchschnittswertung: |
13/15 (1 Rezension) |
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Besetzung
| Tony Conrad |
Violins |
| Werner Diermeier |
Drums |
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| Jean-Herve Peron |
Bass |
| Rudolf Sosna |
Synthesizer |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
From The Side Of Man And Womankind
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27:16
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| 2. |
From The Side Of The Machine
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26:21
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| Gesamtlaufzeit | 53:37 |
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| Disc 2 |
| 1. |
The Pyre Of Angus Was In Kathmandu
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3:38
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| 2. |
The Death Of The Composer Was In 1962
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3:16
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| 3. |
From The Side Of Woman And Mankind
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31:11
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| Gesamtlaufzeit | 38:05 |
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Rezensionen

1972 trafen Faust, zumindest drei von ihnen, auf die amerikanische Minimal Music. An drei Tagen im Oktober 1972 spielten Werner Diermeier, Jean-Herve Peron und Rudolf Sosna zusammen mit dem US-Geiger Tony Conrad in Wümme ein Album ein. "Outside the Dream Syndicate" erschien 1973 in geringer Auflage auf dem Virgin-Unterlabel Caroline und geriet dann in Vergessenheit. Heutzutage ist die LP eine Art Kultplatte, zumindest für einige Krautrockfreaks und Minimal-Music-Adepten, die sogar im Jahre 2002 eine nobel aufgemachte, mit umfangreichem Bonusmaterial versehene "30th Anniversary Edition" erleben durfte.
Tony Conrad hatte eigentlich Mathematik studiert, als er 1962 in New York La Monte Young wieder traf. Mit Young, dem Bratschisten John Cale, dem Perkussionisten Angus MacLise und der Sängerin Marian Zazeela formierte er das Theatre of Eternal Music, welches auch bald unter dem Namen Dream Syndicate bekannt war. Das Dream Syndicate, in dem Young schnell die Führungsrolle beanspruchte, war eine der, wenn nicht die Schlüsselgruppe der Minimal Music. Getragen von den monoton dahin schreitenden Streicherlinien Conrads und Cales und vorangetrieben von der hypnotischen Perkussion Maclises, mäanderten die Stücke des Dream Syndicates repetitiv und endlos dahin. 1965 fiel das Theatre of Eternal Music auseinander. Cale und MacLise waren daraufhin zusammen mit Lou Reed und Sterling Morrisson in einer Band zu finden, die zuerst The Warlocks, dann The Falling Spikes hieß. Etwas später fand Reed in der Wohnung die er von Conrad übernommen hatte ein Buch, welches dieser zurückgelassen hatte: "The Velvet Underground" von Michael Leigh.
Conrad war in den späten 60er Jahren meist als Filmemacher tätig. 1972 begleitet er jedoch La Monte Young auf die Documenta, um dort dessen Klanginstallation zu betreuen. Während einer kleinen Tournee seiner Filme kam Conrad auch nach Hamburg, wo er auf Uwe Nettelbeck traf. Der umtriebige Produzent schlug Conrad eine Plattenproduktion vor, begleitet von den Musikern seiner Band Faust. Conrad, der schon seit längerem ein Album mit seiner Musik einspielen wollte sagte zu. Wenig später war "Outside the Dream Syndicate" eingespielt.
Was gibt es nun hier zu hören? Das ist schnell beschrieben. "From the side of man and womankind" bietet eine durchgehende Bass-Schlagzeugphrase - im Grunde spielt Peron metronomhaft immer denselben Ton, zu dem Diermeier jeweils Becken und Basstrommel einen Schlag versetzt, immer wieder und immer wieder -, über der Conrad seine Violine sehr lang gehaltene Töne schleifen lässt, sogenannte "Drones", die sich langsam in die Gehirnwindungen graben. Das Ganze zieht sich über 27 Minuten dahin. "From the side of the machine" ist dann um einiges abwechslungsreicher. Peron spielt hier meist zwei-drei Töne hintereinander und auch Diermeier trommelt dazu einigermaßen variantenreich. Zudem ist hier Rudolf Sosnas Synthesizer zu hören, der im Hintergrund zischt, sägt und wabert.
Die "30th Anniversary Edition" bietet noch drei Bonusstücke. Da ist einmal "From the side of woman and mankind", eine Alternativversion des ersten Stücks. Die beiden kurzen Titel scheinen dagegen eher "From the side of the machine" entnommen. Die beiden Nummern erschienen erstmals 1993 auf einer Single, ein Appetitmacher für das 1994 erschienen erste CD-Reissue von "Outside the Dream Syndicate".
"Outside the Dream Syndicate" war das erste Album mit Minimalmusic, welches von einem Rocklabel veröffentlicht wurde. Wenn man sich darauf einlässt verbreitet diese Musik eine geradezu exstatische Intensität, eine hypnotische Dichte, die gerade dadurch, dass hier Rockrhythmen die Grundlage bilden, eine enorme Kraft versprüht und gleichzeitig eine erfrischende Rauheit und Kantigkeit. Fast ist das hier Gebotene eine Urversion dessen, was 30 Jahre später Postrock heißen sollte. Bewundernswert ist zudem die Disziplin der Faust-Rhythmusabteilung. Es ist nämlich ziemlich schwer für eine halbe Stunde lang immer ziemlich exakt dasselbe zu tun.
"Outside the Dream Syndicate" ist so eine dieser Scheiben, die den Hörer entweder begeistern oder zutiefst langweilen bzw. nerven wird. Wer allerdings ein Faible für minimalistische Strukturen hat, für hypnotisch-repetitive Klangabläufe, der bekommt hier Beeindruckendes geboten. "From the side of the machine" könnte ich jedenfalls stundenlang hören!
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
7.12.2007 |
| Letzte Änderung: |
13.11.2008 |
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