01011001
|
|
Informationen
Allgemeine Angaben
|
|
| Label: |
InsideOut |
| Durchschnittswertung: |
7.5/15 (2 Rezensionen) |
|
Besetzung
| Arjen Lucassen |
electric & acoustic guitars, bass, mandolin, synthesizer, keyboards, hammond, vocals, backing vocals |
|
| Ed Warby |
drums, percussion |
|
Gastmusiker
| Lori Linstruth |
guitar solo (CD1,6) |
| Derek Sherinian |
synth solo (CD2,1) |
| Tomas Bodin |
synth solo (CD2,2) |
| Michael Romeo |
guitar solo (CD2,6) |
| Joest van den Broek |
synth solo, piano (CD2,7) |
| Ben Mathot |
violin |
| David Faber |
cello |
| Jeroen Gossens |
flute, bass flute, tin whistle |
| Anneke van Giersbergen |
vocals |
| Jonas P. Renske |
vocals |
| Floor Jansen |
vocals |
| Bob Catley |
vocals |
|
| Magali Luythen |
vocals |
| Jorn Lande |
vocals |
| Tom Englund |
vocals |
| Hansi Kürsch |
vocals |
| Daniel Gildenlöw |
vocals |
| Steve Lee |
vocals |
| Wudstick |
vocals |
| Marian Weiman |
vocals |
| Simone Simons |
vocals |
| Liselotte Hegt |
vocals |
| Ty Tabor |
vocals |
| Phideaux Xavier |
vocals |
|
Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Age of Shadows
|
10:48
|
| 2. |
Comatose
|
4:27
|
| 3. |
Liquid Eternity
|
8:10
|
| 4. |
Connect the Dots
|
4:13
|
| 5. |
Beneath the Waves
|
8:27
|
| 6. |
Newborn Race
|
7:50
|
| 7. |
Ride the Comet
|
3:29
|
| 8. |
Web of Lies
|
2:50
|
| Gesamtlaufzeit | 50:14 |
|
| Disc 2 |
| 1. |
The Fifth Extinction
|
10:29
|
| 2. |
Waking Dreams
|
6:32
|
| 3. |
The Truth is Here
|
5:12
|
| 4. |
Unnatural Selection
|
7:16
|
| 5. |
River of Time
|
4:25
|
| 6. |
E=MC²
|
5:50
|
| 7. |
The Sixth Extinction
|
12:19
|
| Gesamtlaufzeit | 52:03 |
|
Rezensionen

Kaum zu glauben, dass es schon wieder an die vier Jahre her ist, dass uns Arjen Lucassen ?The Human Equation? beschert hat. Nun liegt mit dem etwas kryptischen Titel (der sich allerdings durch die Story logisch auflöst) ?01011001? der Nachfolger vor. Und es ist ein typischer Ayreon geworden. Nicht nur, dass es eine ausgefeilte Geschichte als Grundlage gibt, es ist auch wieder ein ausladendes Doppel-Album geworden und es gibt die übliche Parade an Gastsängern und -innen. Arjen Lucassen hat eine musikalische Sprache gefunden, die so typisch wie ein Fingerabdruck ist. Und das finde ich bei aller Lästerei im Stil ?Morse of the same? durchaus beachtenswert.
Die Geschichte hinter ?01011001? dreht sich um den Planeten ?Y? (daher auch der Albumtitel, bei dem es sich um den Binär-Code des Buchstaben Y handelt), dessen Bewohner in einer Art evolutionären Sackgasse stecken (Abhängigkeit von Maschinen, totaler Verlust jeglicher Emotionalität) und daher beschließen mit ihrer DNA einen anderen Planeten zu ?beglücken?, um dort ihrer Rasse einen Neuanfang zu ermöglichen. Dazu nutzen sie einen Kometen, der auf der Erde (hier beginnt die zweite CD) einschlägt, dort die Dinosaurier auslöscht, aber den Menschen gebiert. Allerdings nimmt auch die Entwicklung der Menschen eine bedenkliche Richtung. Sanfte Zivilisationskritik also, verpackt in ein Prog-Opus, nun denn.
Wie schon gesagt: Lucassen ist Lucassen ist Lucassen, so finden wir hier also bombastischen, melodischen ProgMetal mit oftmals stampfenden Rhythmen, Balladen, nicht selten an der Kitschgrenze wandelnd, folkige Songs mit hübschen halb-akustischen Instrumentalparts und gelegentlich einfach kleine, einfache Liedchen (mit entsprechenden Texten, bei denen man besser auf Durchzug stellt). Das ist sicherlich die Vollbedienung für den Fan und als solche erstmal außerhalb von Kritik. Wer allerdings Weiterentwicklung erwartet, und sei es auch nur sanfte Evolution, sucht hier vergebens. Die besten Momente hat Ayreon wenn sich die Musik ein bisschen zurücknimmt und Raum für ?Akustisches? läßt. In diesem Momenten gelingt es den Gastmusikern mit Violine, Cello und vor allem Flöte schöne Akzente zu setzen. Dazu liefern weitere prominente Gäste wie Sherinian, Romeo und Co. gelungene Soloeinlagen ab, wobei das Gitarrensolo der mir bislang völlig unbekannten Lori Linstruth (siehe Stream of Passion) den Vogel abschießt, ein echtes Gänsehaut-Ding.
Und natürlich bietet Lucassen wieder eine große Zahl an Gastsängern und-sängerinnen auf. Inzwischen ist es vermutlich eine Ehre in der Szene zu einem Ayreon-Projekt eingeladen zu werden. So bieten vor allem die immer wieder aufgebotenen Chorpassagen einiges für die Ohren. Daneben wird diesmal sehr oft mit dem Stilmittel des Dialogs gearbeitet, wenn zwei Stimmen eine Art Zwiesprache halten. Die Gesangsleistungen sind ? wie immer ? Höhepunkte des Albums. Die überzeugendsten Leistungen liefern für mich Jorn Lande (der auch glücklicherweise viele Passagen hat) und Anneke van Giersbergen ab. Allerdings wäre auch hier weniger mehr gewesen. Einigen Gastsängern bleiben nur kurze Auftritte und ausgerechnet der großartige Daniel Gildenlöw wird durch unglückliche Gesangspassagen weitgehend verschenkt.
?01011001? ist ein überaus solides Ayreon-Werk, welches voll in der Lucassen-Tradition steht, und dürfte von daher ein gefundenes Futter für die zahlreichen Fans des Holländers sein. Wer mit Ayreon schon bisher nichts anfangen konnte, findet hier sicherlich auch nichts, was ihn vom Gegenteil überzeugen könnte. Ich finde das Ganze ein bisschen zu solide und von daher nicht so wirklich spannend, wobei ich die zweite CD gelungener, weil abwechslungsreicher, finde. Aber wenn ich ein Ayreon-Werk hören will, dann krame ich weiterhin lieber ?Into The Electric Castle? aus dem Schrank.
Das Album erscheint - wie es ja inzwischen auch schon fast Tradition ist - als "normale" 2-CD-Ausgabe im Jewel Case, als "Special Edition" mit 2 CDs und DVD und als "Limited Deluxe Edition" (2CDs, DVD) im ausklappbaren Digi-Folder.
| Anspieltipp(s): |
Newborn Race, The Fifth Extinction |
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
18.1.2008 |
| Letzte Änderung: |
5.3.2008 |
|
|
|
Zum Seitenanfang

Bisher habe ich mir immer mit einer gewissen wohlwollenden Sympathie die Ayreon-Prog-Oper(ette)n angehört, wenn ich mich auch davor gehütet habe, sie wirklich ernst zu nehmen. Ayreon waren für mich stets die Befriedigung der niederen Triebe des gemeinen Prog-Fans: Gefrickel, Keyboards, symphonische Balladen, starke Kerle, liebliche Frauen, Pathos, Soli, Breaks, Taktwechsel und dann wieder Soli, Soli, Soli; das alles verpackt in einer 'tollen' Konzeptalbum-Story und natürlich mit zig namhaften Gästen, damit auch wirklich für jeden etwas dabei ist und jeder eine Ausrede ähm einen Grund hat, sich das Album zuzulegen.
Das Rezept ging ja bis dato auch (fast) immer auf, doch auf dem neuesten Ayreon-Doppel-Album (klar! Doppelt! Was sonst?) "01011001" höre ich ein über weite Strecken uninspririertes Aneinanderreihen von lärmenden, kitschigen, schwülstigen Versatzstücken, die mit kaum zu ertragendem Bombast zugekleistert wurden. Unterm Strich bedeutet das einen deutlichen Qualitätsverlust gegenüber dem Vorgänger The Human Equation, nicht weil es diesem an Lärm, Kitsch, Schwülstigkeit und Aufgeblasenheit mangelt, sondern weil der Vorgänger all diese Lucassen-must-have-Bestandteile schlichtweg in geringerer Dosierung hat. Die beiden halbwegs erträglichen Stücke zu Beginn der zweiten CD 'The Fifth Extinction' und 'Waking Dreams' reißen die Kohlen auch nicht aus dem Feuer: Das Album ist bis zum Anschlag überproduziert (Ok, das ist bei Ayreon immer so, aber hier ist es besonders übel ausgefallen), stellenweise geradezu größenwahnsinnig und darüberhinaus schlichtweg hektisch: Unlustiger und uncooler Hochglanz ohne Inhalt, technisch perfekt in Szene gesetzt und dennoch gähnend langweilig, austauschbar und vorhersehbar. Das haben wir alles schon besser gehört.
| Anspieltipp(s): |
The Fifth Extinction, Waking Dreams |
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
23.2.2008 |
| Letzte Änderung: |
23.2.2008 |
|
|
|
Zum Seitenanfang
Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Ayreon
Zum Seitenanfang
|