Who Set That Fire
|
|
Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
| Simon Reichmuth |
bass, vocals |
| Björn Magnusson |
guitar, sitar, noises |
|
|
Gastmusiker
Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
78'00
|
1:57
|
| 2. |
United Kerosin
|
3:24
|
| 3. |
Indoor Cuhurum Dooom
|
5:25
|
| 4. |
Phase III
|
5:25
|
| 5. |
Should've Gone
|
4:29
|
| 6. |
Who
|
4:11
|
| 7. |
Exit
|
1:46
|
| 8. |
Transport Your Bodies And Leave
|
6:48
|
| 9. |
Outdoor
|
1:36
|
| 10. |
Walk In Holy Ghostwood
|
6:51
|
| Gesamtlaufzeit | 41:52 |
|
|
Rezensionen

Lird Van Goles kommen aus der Schweiz und bekommen gerade viel lobenden Zuspruch in Zeitschriften wie ?Visions? oder ?eclipsed?, aber auch in Online-Magazinen wie ?plattentests.de? oder ?musikansich.de?. Na, aber denen wollen wir doch so einen tollen Newcomer nicht alleine überlassen.
Mit ?Who Set That Fire? legen die jungen Schweizer ihr Debütalbum vor, welches in weniger als einem Monat nahezu live eingespielt wurde. Als Trio agierten Lird Van Goles quasi von Schulzeiten an. Aber erst als Gastmusiker Zisch dazu stieß und mit seinem Moog die notwendigen Rahmen und Flächen spendierte, war die Musik komplett.
Aber was machen Lird Van Goles eigentlich? Ja, das ist gar nicht mal so leicht zu beschreiben. Von üblichen Schubladen halten sich die Schweizer fern. Mit seltsamen eierigen Geräuschen, wie von einem Plattenspieler mit Gleichlaufschwankungen geht es los. Da schwingt so eine Alternative Rock-Attitüde in den düsteren Songs mit, aber geschrammelt wird nicht. Es gibt zentnerschwere, doomige Gitarrenriffs, bluesgetränkte Soli, drückenden Bass und ein ausgesprochen agiles Drumming. Flotte Rocker wechseln sich mit kurzen ruhigen, nahezu elegischen Momenten ab. Dazwischen linsen mal Pink Floyd um die Ecke und man vermeint Bruchstücke von ?Animals? zu vernehmen. Im Hintergrund gibt es allerlei Gezischel, Gerausche und Effekte, wo sich offensichtlich der Moog-Mann austobt.
Über allem schwebt irgendwie eine düstere, unheilvolle Atmosphäre, aber trotzdem wirkt das Album nicht bedrückend. Bassist Reichmuth steuert einen lakonischen, seltsam distanzierten Gesang bei, der fast mehr wirkt, als würde jemand etwas über das Album erzählen, denn Songs zu interpretieren.
Lird Van Goles mischen allerlei musikalische Einflüsse zu einem höchst eigenwilligen, spannenden Cocktail. Psychedelischer Stonerrock trifft auf proggige Jams, jazzrockige Passagen und verpielte Rockmusik mit Gimmicks. Zum Ausklang gibt?s dann noch eine krautig-psychedelische Klangwolke. Das Album ist vertrackt, ohne damit anzugeben. Man hat schon eher den Eindruck, das ist halt so passiert beim Einspielen und war gar nicht geplant. Ein herausragendes Debüt mit einem Füllhorn toller Musik, leider viel zu kurz. Vage fühle ich mich an das Debüt von Secret Machines erinnert, aber das nur als Hinweis, in welche Richtung es in etwa geht. Lird Van Goles schaffen es sich nahezu vollkommen eigenständig zu präsentieren. Ach ja, wer was zu dem seltsamen Bandnamen wissen will, der schaut auf unsere Bandseite.
| Anspieltipp(s): |
United Kerosin, Indoor Cuhurum Dooom |
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
29.4.2008 |
| Letzte Änderung: |
29.4.2008 |
|
|
|
Zum Seitenanfang

"More Jazz than Mogwai, more Doom than Bon Jovi, more Trash than the Stone Age - Extreme Jazz Rock from Luzern, Zurich, Schwyz / Switzerland". Mit diesen humorigen Kommentaren werben Lird van Goles auf ihrer Homepage für ihre Musik - die Erklärung für den eigenartigen Bandnamen findet man übrigens ebenfalls dort.
Und so leicht verschroben wie der eigene Humor, ist auch der Beginn von "Who set that fire". Man hört verkratze Geräusche, Gleichlaufschwankungen, Töne, die auf der Suche nach irgendeiner Struktur sind. Doch sobald nach diesem eigenartigen Beginn der zweite Track "United Kerosin" einsetzt, weht ein ganz anderer Wind. Crimsoneske Gitarrenfiguren werden mit Alternative Rock gepaart, der englischsprachige Gesang nimmt ein paar Fetzen aus spanisch und italienisch auf und ganz plötzlich bohren sich diese Klänge immer mehr ins Gedächtnis ein.
Genau das ist die Stärke von Lird Van Goles: sie greifen auf die Sounds der 70er von Hard Rock bis Progressive Rock zurück, ohne Retro zu klingen, bei ihnen ist aber ebenso Platz für kurze, irgendwie strange Soundcollagen. Doch genauso sind sie im Alternative Bereich mit mächtigen Stoner Riffs unterwegs, laufen aber nicht Gefahr, lediglich als hipper Stern nur dem Zeitgeist nachzuhecheln. Damit gelingt ein "Tritt in den Hintern" Spagat zwischen gestern und heute, der weder aufgesetzt noch kalkuliert klingt und der trotz "normaler" Songlängen schräge, aber auch jede Menge eingängige Momente vereint. Doch ist alles so gut austariert, dass sich offene Musikhörer jeglicher Couleur an diesem Album erfreuen können.
Wenn etwas subjektive Kritik erlaubt sein darf: es hätte gerne etwas mehr Moog sein dürfen, damit die Gitarren so nicht so ganz alleine dieses Album dominieren. Doch ansonsten haben Lird Van Goles eigentlich alles richtig gemacht und man darf gespannt sein, was man zukünftig noch von dieser Band zu hören bekommt.
| Anspieltipp(s): |
|
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
6.4.2011 |
| Letzte Änderung: |
6.4.2011 |
|
|
|
Zum Seitenanfang
|