Music for Sharks
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Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
| Hemel |
voice |
| Simon Caron |
guitars |
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| Mathieu Gosselin |
keyboards, bass, backing vocals |
| Perry Angelillo |
drums |
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Gastmusiker
Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Empty Calendar
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8:42
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| 2. |
Love and Music
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10:11
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| 3. |
How can you help me?
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6:27
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| 4. |
Sad Song
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7:52
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| 5. |
Shark Man
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16:14
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| 6. |
All you need is love
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3:41
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| Gesamtlaufzeit | 53:07 |
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Rezensionen

"I can?t sleep in my bed, a spider in my hair, I can see the time past on the calendar which is on the wall, an empty calendar is on the wall, no dates, no concert, just the wall."
Das sind die Textzeilen, mit denen dieses Album beginnt. Wenn ich nachts nicht schlafen könnte und eine Spinne durch mein Haar krabbeln würde, hätte ich ganz andere Sorgen als einen leeren Kalender, der an der Wand hängt; ich würde schreiend aus dem Bett springen, die Spinne in meinem Bett erwürgen und die Wände nach möglichen weiteren Spinnen absuchen, aber bestimmt würde ich nicht über einen leeren Tour-Kalender nachdenken.
Für Red Sand dagegen geht es auf diesem Album vor allem um den leeren Kalender, und Spinnen zählen auch nicht zu ihren tierischen Problemen, sondern Haie - der "Sharkman" hat ihnen nämlich die geplante Tournee vermasselt, weil sie bei ihm keinen Vertrag unterschrieben haben. Nun können sie gar nicht mehr auftreten: "You signed another band to make a little cash, destroy another one and sending to trash"
Und dabei hat die Musik so viele Opfer gefordert, z.B. hat sie Beziehungsprobleme hervorgerufen: "I've saled my black car to pay my band, you can't understand, I know that", hinzu kommen die Unsicherheiten: "When I write a new song I don't think it's my best", aber dahinter dämmert doch die rettende Erkenntnis: "All you need is love... I'm ready to change my mind."
Nach allem, was ich in den letzten paar Jahren über die Marktstrategien der Musikindustrie gelesen habe, ist die Kritik an den 'Haien' sicherlich berechtigt; ich kann das zwar nicht aus eigener Erfahrung bestätigen, aber allein der Umstand, dass unzählige zeitgenössische Progbands ihre Musik fast nur noch als Hobby betreiben und in Eigenproduktion herausbringen, deutet verdächtig in diese Richtung. Und wenn eine kleine Band wie Red Sand denen mal einen verbalen Schuss vor den Bug verpasst, wird dieser Schuss sicher keine Unschuldigen treffen...
...weil nämlich der Schuss, den Red Sand hier abgefeuert haben, überhaupt niemanden treffen wird! Solche unbedarften Texte wie auf diesem Album habe ich im gesamten Prog noch nicht gelesen. Zwar sind Red Sand Franco-Kanadier, was man mitberücksichtigen sollte, aber es sind ja nicht nur die Worte, sondern auch ihr Inhalt ist so flach, dass sich die 'Haie' ins Fäustchen lachen werden, wenn sie das (überhaupt) lesen. Eine Zeile wie ..."and try to kill my dreams, because they`re NOT imPORTant for YOU" - mit den entsprechenden Betonungen auf den großgeschriebenen Wörtern - klingt infantil, klingt nach einer vorübergehenden Laune bei einem quengelnden Kind, klingt nach einem Problem, das sich von selbst lösen wird, wenn man das Quengeln eine Weile lang nicht ernst nimmt.
Spitze und pointierte Texte wären nötig gewesen, um den "Impact" zu erreichen, den die Band angestrebt hat - mit Weinerlichkeit kann niemand Eindruck machen. Psychologisch gesehen halte ich diese Phase zwar für verständlich, aber die kreativ-schriftstellerische Phase sollte erst beginnen, wenn die schmollende überwunden ist: sonst schreibt man exakt die Art von Texten, die einem später peinlich sein werden. Und ich, der ich ja seltsam treu den Werdegang dieser Band verfolge, finde diese Texte jetzt schon peinlich - und Red Sand tun mir dafür ehrlich leid.
'Ehrlich' meine ich nun so, dass ich allein wegen der banalen Texte zuerst das komplette Album nicht ernst genommen habe und mir - im Sinne eingeschränkter Wahrnehmung - auch nur diverse Schwächen der Produktion aufgefallen sind und ich ständig dachte, die Alben von denen haben doch auch schon mal besser geklungen. Das stimmt zum Teil: Verglichen mit "Gentry" kann die 'Musik für die Haie' wirklich nicht überzeugen, das Album wirkt kantig und in der Produktionstechnik irgendwie sperrig, so dass sich der Eindruck, "Gentry" könnte der Zenit gewesen sein, nach dem es nur noch abwärts gehen konnte, hier noch einmal zu verstärken scheint.
Andererseits habe ich "Music for Sharks" neulich mal nebenbei laufen lassen, als ich gerade sowieso keine Zeit hatte, um auf Texte zu achten, und plötzlich und unerwartet - für meine eigenen Ohren unfassbar - fing die Musik an, besser zu werden! Natürlich nur, wenn ich mir die Texte wegdenke, aber immerhin: das Piano-Intro ganz zu Beginn des Albums ist auf zwei Harmonie-Ebenen so raffiniert geschrieben worden, dass etwas richtig Großes einleiten könnte. Der zweite Song, der schon fast ein Longtrack ist, hat - wenn man mal über das ständig wiederholte "my pretty wive" hinweghört - einen abwechslungsreichen Aufbau, in dem sich der rührselige Refrainteil mit bodenständigen Rock-Rhythmen abwechselt, was einen spannenden Kontrast erzeugt: aus solchem Stoff ließe sich ein modern-sachlicher Longtrack zimmern, und dieser Song wäre vielleicht genau dazu geworden - wenn er mehr Reifezeit gehabt hätte.
Auch die Einleitung zu "Sad Song", die irgendwie nach "Spiel mir das Lied vom Tod" klingt, wenn man die Mundharmonika durch eine E-Gitarre ersetzt, hat ihren Reiz; selbst die zahlreichen Anklänge an die Sixties ("How can you help me" mit polyphonem Refrain und natürlich "All you need is love") sind einen Hinhörer wert - das sind definitiv keine Marillion-Klone, solche Ideen können Frische in ein Album bringen - wenn das Album insgesamt reifen kann.
Wenn man Milde walten lassen will, findet man immer wieder Anlässe dafür auf diesem Album. Aber im Endeffekt besser wird es dadurch leider trotzdem nicht, wie ich finde, denn: Wer würde einen Sekt trinken wollen, der noch nicht perlt, aber schon sein zukünftiges Aroma andeutungsweise erkennen lässt? Man würde ihn nicht nur nicht trinken; man würde sich obendrein ärgern, die Flasche zu früh geöffnet zu haben.
Somit steht dieses Album vielleicht in hundert Jahren als Lehrstück im Raum eines universitären Prog-Seminars und dient als Beispiel dafür, was passiert, wenn man ein Prog-Album nicht reifen lässt, sondern zu früh auf den Markt bringt: Selbst gute Ideen werden sich darauf in einer verzerrten Version präsentieren und den Unmut über das Release erst recht anstacheln. Demnach ist ein unausgereiftes Album schlimmer als gar kein Album (zumal Progfans geduldig sind).
Deshalb denke ich, es wäre nicht die schlechteste Idee, wenn man dieses Album einfach ignorieren würde, um stattdessen lieber noch mal "Gentry" zu hören und dem nächsten Album einen gewissen Vertrauens-Vorschuss zu geben (der einem umso leichter fallen wird, wenn man "Music for Sharks" nie gehört hat). Immerhin ist der neue Sänger bei Red Sand jetzt wieder der alte, und wenn das Debütalbum "Mirrors of Insanity" auch schrecklich war - die Madhatter-Stimme war gut! Also warten wir mal ab und hören in der Zwischenzeit lieber Musik, die jetzt schon eindeutig gut ist...
| Anspieltipp(s): |
"Love and music" - aber nur im Ganzen ergibt es einen Sinn (und auf die Texte sollte man gar nicht achten)! |
| Vergleichbar mit: |
Einer Flasche Sekt, auf der der Korken locker saß? |
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| Veröffentlicht am: |
8.6.2009 |
| Letzte Änderung: |
26.4.2012 |
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