A Vulgar Display Of Prog
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Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
| Cristiano Roversi |
keyboards, 12 strings electric guitar, bass pedals, loops, turntables |
| Simone Baldini Tosi |
vocals, backing vocals |
| David Cremoni |
electric guitar, 12 strings acoustic guitar, paradise guitar |
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| Maurizio Di Tollo |
drums, percussion |
| Mirko Tagliasacchi |
bass |
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Gastmusiker
| Massimo Menotti |
looping guitar (4) |
| Marco Tafelli |
rhythm guitar (1,2,3) |
| Eddy Cavazza |
rhythm guitar (5,7,8) |
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| Mike Ill |
"human" vocals (8) |
| Rivka |
"avatar" vocals (8) |
| Zef Noise |
"admin" vocals, violin (8) |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Boromir
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6:52
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| 2. |
Aesthetic Surgery
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9:58
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| 3. |
MDMA
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7:14
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| 4. |
After The MDMA
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3:37
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| 5. |
Wordz And Badge
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6:07
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| 6. |
Demetrio And Magdalen
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6:45
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| 7. |
Enter The Modem Hero
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7:45
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| 8. |
Compression
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17:12
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| Gesamtlaufzeit | 65:30 |
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Rezensionen

Ungewöhnlich schnell für Moongarden-Verhältnisse legen die Italiener kaum ein Jahr nach ?Songs From The Lighthouse? schon wieder ein neues Album vor. ?A Vulgar Display Of Prog? heißt das Werk und sieht im Prinzip das gleiche musikalische Personal am Werk, wie das Vorgängeralbum. ?Im Prinzip?, weil eine Ausnahme gibt es: Gitarrist Tafelli ist nurmehr 'Gast' und bei drei Titeln als Rhythmus-Gitarrist zu hören. Dafür ist der langjährige Moongarden-Gitarrist David Cremoni zurück und das dürfte bei vielen Fans schon ein Leuchten in die Augen treiben.
Moongarden-Mastermind Cristiano Roversi scheint weder zeitliche noch kreative Probleme zu kennen... er tourt mit The Watch, anscheinend war auch an der Gründung des neuen Labels Distilleria Music Factory beteiligt (dessen erste Veröffentlichung eben dieses Album ist) und die Zeit ein komplettes Album zu Komponieren und zu Texten hatte er auch noch. Und die Kreativität? Auch die leidet nicht. Roversi hatte die Idee eher ?traditionellen Prog? - also auch das, wofür Moongarden bisher standen ? mit modernen Einflüssen aufzufrischen. Und das klappt prächtig.
Natürlich ist die Musik nahezu sofort als ?typisch Moongarden? zu identifizieren, schon weil das geschickt an den Anfang platzierte 'Vorspiel' ?Boromir? sicherlich (vielleicht zusammen mit ?Demetrio And Magdalen?) der traditionellste Titel ist. Niemand muss also auf spannende Melodiebögen, farbige, feinziselierte Arrangements, die fast unspektakulär daherkommen, aber dann kleine Feinheiten und Gimmicks offenbaren, große, hymnische Momente und kleine, zurückgenommene Stillleben verzichten, die Roversi immer wieder aus seiner Musik herauskitzelt. Immer wieder schwelgt Roversi auch in Tastenklängen, bei denen er die ganze Palette von Synthieklängen, Orgelsounds, Piano und vor allem immer wieder exzessives Mellotron auffährt. Aber hier beginnt dann schon die Veränderung. Es gibt moderne ?Science Fiction?-Klänge, gelegentliches Scratching, sirrende Synthies, die man so noch nicht bei Moongarden wahrgenommen hat. Nichts wirkt aufgesetzt, Roversi verschmilzt die alte und die neue Welt absolut organisch.
Zum 'neuen' Sound gehört denn auch, dass Sänger Baldini Tosi nicht immer nur den mediterranen Schmachttenor gibt, sondern auch mal Sprechgesangspassagen hat (Rap wäre jetzt zuviel gesagt) oder mit brüchiger, rauer Stimme sehr zurückhaltend agiert. Teilweise wirken hier auch die Gäste - vor allem im letzen Track - entsprechend mit. Sicherlich agiert auch die Rhythmusgruppe hin und wieder in 'neue' Stilistik und präsentiert neben eher traditionellem Spiel auch mal trippige Drums oder einen fetten Synthiebass. Aber immer geschickt ins das Gesamte eingewoben. Rückkehrer Cremoni läßt die Gitarre wieder in gewohnter Weise weinen, hymnisch jaulen und krachen. Seinen großen Auftritt hat er in ?Demetrio And Magdalen? mit einem dieser ?Berge zum Schmelzen bringen?-Soli.
Trotz aller modernen Ingredenzien hauen Moongarden wieder eine veritable Hymne nach der anderen 'raus. Immer wieder schält sich aus einem ruhigen Beginn eine Art Bombaststurm heraus, oftmals getragen von Mellotron und Gitarre, der den Hörer umfängt und in seinen Bann zieht. Da trifft typisch italienischer Prog auf New Artrock, NeoProg, RetroProg und sogar paar richtig bratzelnde Momente (ohne gleich von Hardrock oder Metal sprechen zu wollen). Das ist so farbig, das die musikalischen Schubladen dagegen verblassen und verschwimmen.
So gelingt Moongarden erneut ein hervorragendes Album mindestens für die melodisch begeisterten Progger ? die auch mal einen modernen Klang vertragen können. Typisch Moongarden und doch auch eine Weiterentwicklung, Respekt!
Einziger Mecker am Rande: So schön das Artwork des Digipaks mit seinen kindlich-fröhlichen Zeichnungen und der wie eine LP gestalteten CD ist, so schludrig wurde an anderer Stelle vorgegangen. Die genannten Songlängen z.B. differieren teils recht deutlich zu den tatsächlichen. Peinlich sowas...
| Anspieltipp(s): |
MDMA, Wordz And Badge |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
4.7.2009 |
| Letzte Änderung: |
4.7.2009 |
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Neoprog, Ambient, New Artrock, Worldmusic, RetroProg, Alternative, ArtPop, Folkelemente; Cristiano Roversi hat in den letzten 15 Jahren verschiedenste Stilelemente in seine Musik eingebaut. Nun zündet er die nächste Stufe.
"A Vulgar Display of Prog" ist das bisher härteste Moongarden-Album, auf welchem nun zum Einen sehr moderne Keyboardsounds, Soundeffekte & -gimmicks Einzug halten, zum Anderen deutlich härtere und metallischere Gitarren zum Einsatz kommen. Dieser Einschlag tut der Musik sehr gut und macht dieses Album zum fetzigsten des Bandkatalogs. Zudem ist der Bass tiefer und fetter als früher. Überhaupt klingt das Album ausgesprochen druckvoll und dynamisch, dazu sauber und klar.
Auch der Gesang erfährt Variationen. So einmal in Richtung Sprechgesang, ein andermal schreit einem Simone Baldini Tosi seine Zeilen geradezu entgegen. Interessant ist auch, wie oft eine zweite transponierte Gesangsstimme über die erste Stimme gelegt wird.
Daneben vergisst Roversi nicht, die typischen Ingredienzien aus seinem Mondgarten unterzurühren. Es gibt reichlich Mellotron, zahlreiche stets geschmackvolle Keyboardsound und die Rückkehr des "wahren" Gitarristen David Cremoni. Seine Soli lassen wirklich Berge schmelzen. Divin sein Spiel in "Demetrio and Magdalen".
Jedes Stück begeistert mich. Sei es der Opener mit harten tiefen Gitarrenwänden und krachend-treibenden Schlagzeug, blubbernd-piepsenden Keyboardsounds und aggressivem Gesang, sei es "Aesthetic Surgery", in welchem Roversi in langen Bögen die Tonleiter rauf- und runterziehende Spacesounds mit monotonen E-Gitarren-Stakkato-Schlägen zertrennt.
Sei es das beinahe sterile "MDMA", welches für einmal mit drumcomputer und unterkühlteren Tastensounds aufwartet oder das instrumentale Interludium "After the MDMA" mit schönem Kontrast zwischen ruhigen Keyboardsounds und hektischer Percussion.
Absolute Höhepunkte (auch im Gesamtwerk der Band) sind "Wordz and Badge", welches mit abgrundtiefem Bass und schneidenden, stolpernden Gitarren-Riffs über schrägen Mellotronakkorden glänzt und schliesslich das Opus Magnum der Band "Demetrio and Magdalen". Eine wunderschöne Ballade mit einem traumhaften Gitarrensolo über herrlichem Mellotron. Ein perfektes Stück.
Aus dem Booklet ist nicht ersichtlich, wer neben Roversi kompositorischen Einfluss auf die Musik hatte (ausser Lyrics by Roversi & De Sarno). Ich gehe aber mal davon aus, das Cremoni hier tüchtig mitgewerkelt hat.
Das abschliessende "Compression" vereint nochmals alle zuvor erwähnten Zutaten, erinnert mich teilweise an Pain of Salvation und wirkt an der einen oder anderen Stelle gar etwas experimentell. Ich bin sehr gespannt auf das nächste Album von Moongarden.
| Anspieltipp(s): |
Wordz and Badge, Demetrio and Magdalen |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
22.12.2010 |
| Letzte Änderung: |
22.12.2010 |
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Zunächst mal muss ich Thomas Recht geben, die Fusion von Prog und modernen Sound funktioniert wunderbar. Ich habe eh schon seit Jahren auf so etwas gewartet. Oder vielleicht mal ein Album mit angedrehtem Prog im Soundgewand eines Aguilera-Albums? Es gibt noch so viel Originelles zu tun!
Wozu also der ganze Retroprog?
Aber lassen wir´das. Was Moongarden perfekt gelingt, ist eben diese Fusion von Prog mit aktuellen Sounds. Man On Fire wären dafür ein Referenzpunkt.
Woran leider beide Bands ein wenig kranken, und in diesem Punkt werde ich jetzt ein wenig Wasser in den Wein meiner Vorredner gießen, ist die musikalische Substanz. Die ist nämlich reichlich konventionell. Ich greife der Einfachheit halber mal die von Jörg schon genannten "Wordz And Badge" und "Demetrio And Magdalen" beispielhaft heraus (über die darf ich ablästern, Jörg weiß schon Bescheid):
"Wordz And Badge" beginnt als ehrlicher Alternative-Rock mit ziemlich komischer Gesangsmelodie. Wenig nachvollziehbar, soll das heißen. Aber gut, ist ja Prog. Dann gibt's ein klassisches Progmetalriff mit Mellotronstreichern im 10/8-Takt, das gefällt mir, dann Wechsel zurück zum Alternative-Rock, diesmal mit einleuchtenderer Melodie. Und für den Rest ist das Etikett Prog doch mal wieder eher die Ausrede dafür, dass dem Songwriter keine gescheite Melodie eingefallen ist. Meiner Meinung nach. Und die Floyd-Keyboards am Schluss, machen die das Kraut fett? Näää, das hab ich alles schon tausendmal gehört, so etwas langweilt mich nur noch. Tut mir Leid, ich weiß, dass einige sehr auf auf die Scheibe stehen, will Euch nicht zu nahe treten.
Mal hören, was mit "Demetrio And Magdalen" ist.
Ein ruhiger Keyboardeinstieg, das muss Prog sein, Prog fängt immer so an. Aber egal, das ist schon schön. Dann mal eine einleuchtende Gesangsmelodie, in ihren Wiederholungen und der Anordnung der Bridges vielleicht ein bissl vorhersehbar. Klassisches Bauschema populärer Musik eben. Zudem harmonisch etwas einsilbig. Schön finde ich, wie nach und nach neue Instrumente dazugeschichtet werden, das verdichtet den Song zunehmend. Probleme habe ich aber mit dem Schlagzeug, das ist reichlich konventionell. (Interessant, sich vorzustellen, wie der Song klänge, wenn man alles so lassen und nur das Schlagzeug wegnehmen würde.) Dann das vielgelobte Gitarrensolo, schön, ja, gebe ich ja zu - nur: kommt schon, das ist doch auch total konventionell, das müsst Ihr zugeben! Ich wusste etwa zwei Minuten vor seinem Ende, auf welcher Note es endet... Neee, wirklich nicht.
"Enter the modern Hero" ist dann Peter Gabriel in Reinkultur... Nee, tut mir leid, ich kann das Album allenfalls nett finden, anfixen kann es mich nicht. Dazu habe ich derlei Musik schon vor zu vielen Jahren zu oft gehört.
| Anspieltipp(s): |
Ja mei! |
| Vergleichbar mit: |
zu vielem. |
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| Veröffentlicht am: |
11.10.2011 |
| Letzte Änderung: |
12.10.2011 |
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