Laughing Stock
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Informationen
Allgemeine Angaben
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| Label: |
Verve |
| Durchschnittswertung: |
14/15 (3 Rezensionen) |
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Besetzung
| Mark Hollis |
Gesang, Gitarre, Klavier, Orgel |
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Gastmusiker
| Mark Feltham |
Mundharmonika |
| Martin Ditcham |
Percussion |
| Tim Friese-Greene |
Orgel, Klavier, Harmonium |
| Levine Andrade |
Viola |
| Stephen Tees |
Viola |
| George Robertson |
Viola |
| Gavyn Wright |
Viola |
| Jack Glickman |
Viola |
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| Garfield Jackson |
Viola |
| Wilf Gibson |
Viola |
| Simon Edwards |
Bass |
| Ernest Mothle |
Bass |
| Roger Smith |
Cello |
| Paul Kegg |
Cello |
| Henry Lowther |
Trompete, Flügelhorn |
| Dave White |
Bassklarinette |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Myrrhman
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5:32
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| 2. |
Ascension Day
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6:01
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| 3. |
After the Flood
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9:27
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| 4. |
Taphead
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7:01
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| 5. |
New Grass
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9:47
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| 6. |
Runeii
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4:58
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| Gesamtlaufzeit | 42:46 |
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Rezensionen

Der Nachfolger des 1988 erschienenen Meisterwerks "Spirit of Eden" bringt gegenüber diesem keine revolutionären Neuerungen. Allenfalls macht sich hie und da ein stärkerer Jazz-Einfluss bemerkbar, und elektrische Instrumente treten weiter in den Hintergrund. Teilweise ist auch schon die Art minimalistischer Musik zu hören, die Talk Talk Sänger Mark Hollis auf seinem 1998 erschienen Soloalbum zur Vollendung führen sollte. Ein Beispiel dafür ist das einleitende "Myrrhman": kaum hörbare Tupfer von Klavier, Gitarre und Kontrabass mit einem Hauch von Schlagzeug untermalen Hollis' nuschelnden Gesang, im weiteren Verlauf tritt noch eine gedämpfte Trompete dazu. "Ascension Day" ist dagegen von aufgeregten Beckenschlägen und heftigen, fast brachialen E-Gitarren geprägt, bis das Stück abrupt abbricht. "After the Flood" ist wieder in verhaltenerem Tempo gehalten, von sanfter Orgel dominiert. Sehr minimalistisch wird es dann wieder bei "Taphead". Zunächst ausschließlich mit leisen Gitarrentupfern instrumentiert, treten erst in der Mitte des Songs dezente Bläser und leise Orgel hinzu, schliesslich setzt noch ein kaum wahrnehmbares Schlagzeug ein. Der ganze Song hat eine unglaublich intime, kammermusikalische Atmosphäre. "New Grass" ist von ähnlich nervös zischelnden Becken wie "Ascension Day" bestimmt. Das abschließende "Runeii" ist auschließlich mit E-Gitarre instrumentiert, die irgendwie aus weiter Ferne zu kommen scheint. Ein weiterer Titel, der auf Hollis' Soloschaffen hinweist.
Nach "Laughing Stock" trennten sich Talk Talk. Hollis' ehemalige Mitstreiter Paul Webb und Lee Harris sind mittlerweile unter dem Namen "Örang" wieder aktiv und fabrizieren ebenfalls sehr hörenswerte Musik, aber dazu mehr bei Gelegenheit.
Insgesamt ist "Laughing Stock" ein sehr faszinierendes Album einer viel zu wenig beachteten Band.
| Anspieltipp(s): |
Ascension Day, Taphead |
| Vergleichbar mit: |
King Crimson (Islands) |
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| Veröffentlicht am: |
18.5.2002 |
| Letzte Änderung: |
18.5.2002 |
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Spirit of Eden stellte den absoluten, progressiven Höhepunkt des Schaffens dieser einmaligen Band dar. Dieser liess sich mit diesem Werk nicht mehr toppen, doch auch "Laughing stock" bietet immer noch hervorragende Musik. War das 88er Album quasi der Wellenkamm in der Geschichte von Talk Talk, so ist diese Welle danach gebrochen und läuft jetzt langsam ans Ufer. Mit Mark Hollis versickert sie schliesslich im Sand und das Stück "Piano" auf Missing pieces ist nur noch Erinnerung.
Am treffendsten ist dieses Album wohl damit beschrieben, dass es ein minimalistischeres Spirit of Eden ist. Und noch unkommerzieller.
| Anspieltipp(s): |
durchhören! |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
29.7.2003 |
| Letzte Änderung: |
16.4.2012 |
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Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, wenn man sich die Entwicklung von Talk Talk anguckt - vom 80er-Synthie-Pop des ersten Albums hin zu den organisch-akustischen Klängen ihrer letzten beiden Alben, für die findige Musikjournalisten prompt die Schublade "Postrock" erfanden. Dass sich diese Entwicklung ohne die Möglichkeiten der Digitalisierung gar nicht ergeben hätte, wird bei dieser Geschichte allerdings meist vergessen (in diesem Zusammenhang sei übrigens spitzfindig darauf hingewiesen, dass das Bild mit dem Baum voll bunter Vögel auf der Vinylausgabe exakt so groß ist wie ein CD-Cover).
Eine Mogelpackung also? Hatte Mark Hollis nicht mal irgendwann gegen digitale Synthesizer gewettert und ihren Einsatz auf den ersten Alben damit entschuldigt, dass sie sich zu dieser Zeit nun einmal keine echten Musiker für diese Sounds leisten konnten? Ja, hatte er, aber er hieß die Digitalisierung der Musik, die ab Ende der 80er bezahl- und handhabbar geworden war, auch explizit und mit offenen Armen willkommen.
Tatsächlich ist die vordergründig so organisch klingende Musik auf "Laughing Stock" erst durch digitale Copy&Paste-Technik in die Form gebracht worden, die letztlich auf dem Endprodukt zu hören ist. Und das böse Wort "Produkt" erwähne ich mit einer gewissen Schadenfreude, denn letztendlich ist es vor allem der finanziellen Großzügigkeit (nach dem EMI-Flop "Spirit of Eden" wohl eher Leichtsinnigkeit) der Plattenfirma Polydor und ihrem Unterlabel Verve zu verdanken, dass die Band sich seinerzeit erlauben konnte, monatelang Musiker im Dutzend durch die Studiotür zu schleusen, um in einem für alle Beteiligten angenehm eingerichteten Ambiente (Duftkerzen inklusive!) ausgiebig auf ein minimales und mit nur wenigen Mikros abgenommenes musikalisches Gerüst zu improvisieren, das Mark Hollis eremitenartig und von der Außenwelt abgeschlossen zusammen mit Lee Harris, Tim Friese-Green und Toningenieur Phill Brown vorgelegt hatte.
Dass am Ende für jede Minute Sound, die es aufs Album schaffte, etwa eine Stunde weggeworfen wurde, dass von manchen Musikern vielleicht nur ein einziger Ton verwendet wurde und dieser möglicherweise sogar ursprünglich im Zusammenhang mit einem ganz anderen Stück improvisiert und aufgezeichnet worden war, dass dieser Ton vielleicht sogar fehlerhaft gewesen war (z.B. soll angeblich irgendwo auf dem Album das Geräusch enthalten sein, das entstand, als Friese-Greene über eine Gitarre stolperte), verdeutlicht ganz gut, wie sehr sich die Band im Anschluss an die Aufnahmen am Computer ausgetobt hat, was angesichts der bestechenden Natürlichkeit dieser Musik eigentlich kaum zu glauben ist. Vielleicht steht uns ja eines Tages eine viele Tonträger umfassende Box ("The Laughing Stock-Sessions") ins Haus, auf der man all das zu hören bekommt, was die Band nicht verwendet hat!? Oder vielleicht hat Mark Hollis auch alles einfach ebenso gelöscht wie den 25-köpfigen Chor, den er seinerzeit bei den Aufnahmen zu "Spirit of Eden" mit einem einzigen Knopfdruck für immer ausradierte, nachdem er über Nacht zu dem Schluss gekommen war, dass er das so alles zu perfekt fand.
Perfekt mussten bei ihm andere Dinge sein, und so landete z.B. manch ein Musiker nur deshalb nicht auf dem Album, weil Mark Hollis irgendwas an einer Attitüde auszusetzen hatte. Nur auf diese Weise konnte er wohl erreichen, dass die Musik auf "Laughing Stock" in jedem Moment authentisch und persönlich klingen konnte. Und nur weil er eine derart klare Vorstellung davon hatte, was er wollte, konnte er es sich auch erlauben, das mehr als einminütige Gitarren"solo" in "After the flood" aus nur einem Feedback-Ton bestehen zu lassen oder so zu singen, dass man kaum ein Wort verstehen kann.
Da Mark Hollis selbst also am besten wusste, wo er mit "Laughing Stock" hinwollte und mir angesichts der Großartigkeit dieses Albums ohnehin die Worte fehlen, möchte ich zur Platte dann auch gar nichts mehr sagen und ihn stattdessen zum Abschluss dieser Rezension einfach noch selbst zu Wort kommen lassen:
"Silence is the most important thing you have, one note is better than two, spirit is everything, and technique, although it has a degree of importance, is always secondary." - CHECK!
"It's nice to take your hearing down a step. There are ways of listening rather than just hearing, if you're prepared to make the effort." - CHECK!
"For things to endure, they need to be in their most pure form." - CHECK!
"The record is meant to be listened to in one sitting and you can't appreciate it totally unless you do that." - CHECK!
"If you don't understand then I won't help by just talking about it." - CHECK!
"You say it's weird. I don't think it's weird." - CHECK!
"Laughing Stock is what it is." - CHECK!
Alles richtig.
| Anspieltipp(s): |
"meant to be listened to in one sitting" |
| Vergleichbar mit: |
"Laughing Stock is what it is." |
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| Veröffentlicht am: |
10.2.2012 |
| Letzte Änderung: |
13.3.2012 |
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