Pyrrho
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Informationen
Allgemeine Angaben
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| Label: |
Z Records |
| Durchschnittswertung: |
11/15 (2 Rezensionen) |
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Besetzung
| Güge Meier |
Drums, Percussion, Vocals |
| Beni Jäger |
Vocals, Percussion |
| Peter Scherer |
Keyboards, Vocals |
| Egon Eggler |
Bass, Vocals (CD1) |
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| Dani Rühle |
Guitar, Vocals (CD1) |
| René Fisch |
Sax, Vocals (CD2) |
| Alfio Sacco |
Bass, Vocals (CD2) |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Pyrrho
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39:04
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| Gesamtlaufzeit | 39:04 |
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| Disc 2 |
| 1. |
Pyrrho
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45:23
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| Gesamtlaufzeit | 45:23 |
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Rezensionen

Ziemlich unbemerkt von der progkonsumierenden Öffentlichkeit erschien im Jahre 2005 bei einem kleinen Schweizer Label namens Z Records ein Archivalbum mit Aufnahmen der Sankt Gallener Band Island. Z Records ist eigentlich ein Plattenladen in ebenjener Ostschweizer Stadt und "Pyrrho" ist bis dato offenbar die einzige Veröffentlichung des Labels.
Zwei Aufnahmen des titelgebenden, rund 40 Minuten langen Stücks gibt es hier zu hören. Einmal ist das auf CD 1 eine Studioaufnahme von 1975, die, da als "home recording" bezeichnet, vermutlich in einem Probenraum oder gar im Wohnzimmer eines direkt Beteiligten oder eines Bekannten der Band eingespielt wurde. Auf der zweiten CD ist dann eine Liveaufnahme desselben Stücks zu finden, die am 12. April 1976 in St. Gallen in einer Lokalität namens "Africana" gemacht wurde. Die Klangqualität ist, wie meist bei solchen Archivalben, nicht perfekt (die "Heimaufnahme" rauscht z.B. recht vernehmlich und alles klingt ein wenig dumpf), doch ist das alles sehr gut anhörbar.
"Pyrrho" war Mitte der 70er offenbar ein zentraler Bestandteil des Repertoires der Band um Keyboarder Peter Scherer. Eine Version des Stücks wurde auch 1976 von Island zusammen mit dem Schweizer Okkultisten Akron (Karl Friedrich Frey) als Rockoper am St. Gallener Stadtheater inszeniert. Ich habe mich jetzt nicht an ein ausgiebiges Vergleichshören gemacht, doch bin ich mir recht sicher, dass keiner der Bestandteile dieser Suite auf dem einzigen regulären Album von Island (siehe "Pictures") wieder auftaucht. Deutliche stilistische Gemeinsamkeiten gibt es natürlich. "Pyrrho" bietet denselben jazzig-symphonischen, von Scherers Tasten bestimmten Prog mit gelegentlichen Canterburyreferenzen, der auch auf "Pictures" zu finden ist. Etwas einfacher gestrickt ist das Ganze, etwas rauer und natürlich nicht so perfekt und ausgefeilt produziert, aber im Grunde wird hier, auch in qualitativer Hinsicht, sehr Ähnliches geboten.
Deutliche Unterschiede gibt es allerdings in der Besetzung, was sich auch deutlich auf den Charakter der Musik auswirkt. Im Gegensatz zu "Pictures" ist auf beiden Aufnahmen von "Pyrrho" ein Bassist zu hören. Gerade Egon Egglers kantiges und druckvolles Spiel auf CD1 drückt der Musik einen deutlichen Stempel auf, den man bei den späteren Studioaufnahmen ab und an doch vermisst. Bläser René Fisch war 1975 offenbar noch nicht Teil der Band. Dafür gibt es auf der Heimaufnahme von "Pyrrho" eine Gitarristen zu hören (der sich allerdings ziemlich zurückhält - vielleicht ein Grund dafür, dass sein Posten bei späteren Inkarnationen von Island nicht mehr besetzt wurde). Live 1976 ist Fisch dann dabei. Hier klingen Island dann mehr oder weniger so wie auf "Pictures", wobei der neue Bassist Alfio Sacco auch hier noch ein paar abweichende Akzente setzt.
"Pyrrho" stellt eine bunte, mal ruhige, mal treibendere Suite dar, die aus drei Teilen besteht. Die Studioversion stellt zwar ein durchgehendes Stück Musik dar, doch sind in der Liveversion die drei Teile durch Pausen mit kurzen Ansagen getrennt. Da erfährt man, dass in dem Stück das Aufeinandertreffen von Pyrrho (ein Typ wie du und ich voller Illusionen und Unsicherheiten - Zitat) und Medusa (das weibliche, absolute Traumbild von Pyrrho) dargestellt wird. Teil 1 charakterisiert Pyrrho, Teil 2 Medusa und Teil 3 dann das Aufeinandertreffen, welches offenbar in einer Katastrophe endet. Beide Versionen sind übrigens auf der CD mit diversen Indexpunkten unterteilt, so dass man auch bestimmte Stellen im Stück ansteuern kann.
"Pyrrho" ist ein sehr interessantes Album für den Island-Fan (falls es solche geben sollte) und komplettistisch veranlagte Sammler, die sich ausgiebig für den klassischen Prog der 70er, insbesondere den in der Schweiz entstandenen interessieren. Oder, wer "Pictures" schätzt und nicht gerade ein Klangpedant ist, der kann sich auch nach "Pyrrho" umschauen. Das Umschauen nach dieser CD wird sich allerdings vermutlich etwas mühevoll gestalten. Offenbar hat selten eine Kopie dieses Albums Schweizer Grenzen überschritten, da es nie in einen internationalen Vertrieb geraten ist (was auch erklärt, warum es bisher in unseren Kreisen völlig unbemerkt geblieben ist). Fündig könnte man daher vornehmlich in eidgenössischen CD-Läden mit Progabteilung werden, bei entsprechenden Schweizer Versendern oder eben in Sankt Gallen im Laden von Z Records!
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
29.3.2010 |
| Letzte Änderung: |
30.3.2010 |
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Doch, es gibt ihn! Den Island-Fan! Und wenn man seine Sammlung mal eben um 100% vergrössern kann, dann ist das wie Weihnachten und Geburtstag auf einmal. Als ich Achims Rezension vor einem Jahr las, dauerte es keine Woche und ich hielt "Pyrrho" in den Händen. Ein Anruf bei Armin Eisenring, dem Besitzer von Z-Records, genügte und die CD war unterwegs.
Achim hat das Wesentliche zu "Pyrrho" schon gesagt, daher von mir nur noch einige Ergänzungen. Island hatte in den 70ern eine sehr treue Fangemeinde und so wurde offenbar jeder Schnippsel Musik, der irgendwo mal aufgenommen wurde, aufbewahrt und nichts entsorgt. Die meisten Aufnahmen sollen aber sehr langatmig und aufnahmetechnisch nicht sehr berauschend sein. Bei Pyrrho handelt es sich offenbar um das mit Abstand beste Material, so dass man in Zukunft wohl keine weiteren Alben erwarten darf. Auf der homepage des Bassisten (Alfio Sacco) finden sich einige "Pyrrho"-mp3-files, die identisch mit denen auf dieser CD zu sein scheinen.
Wenn man mehr über die damalige Zeit bzw. die regionale Prog- und Rockszene erfahren will, so sei einem das autobiographische Buch "Jimi und die Evas" empfohlen, welches Armin Eisenring geschrieben hat. Ich bin mir übrigens nicht sicher, ob die Band tatsächlich aus St.Gallen kommt. Zumindest die Ansagen hören sich nicht typisch St.Gallerisch an.
Der Sound der beiden CDs ist zwar gelegentlich etwas dumpf aber im Grossen und Ganzen erstaunlich differenziert und auch druckvoll. Da kann man wirklich nicht meckern. Sowohl die remasterte Version des "homerecordings" als auch die live-Version im "Africana" machen in jeder Hinsicht absolut Spass. Das Haus, in welchem damals das Africana war, steht übrigens noch und beherbergt heute eine Disco namens Cocoon. Inhaltlich handelt es sich hier tatsächlich um gänzlich anderes Material als auf dem ein Jahr später veröffentlichten und einzigen Studioalbum Pictures. Lohnt sich also auf jeden Fall für alle diejenigen, die klassischen 70er Prog im Allgemeinen und Island im Speziellen mögen.
Ein Juwel, das Pictures mit Ausnahme des Klangs in nichts nachsteht.
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
3.3.2011 |
| Letzte Änderung: |
22.12.2011 |
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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Island
| Jahr |
Titel |
Ø-Wertung |
# Rezis |
| 1977 |
Pictures |
13.20 |
5 |
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