3
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Informationen
Allgemeine Angaben
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| Label: |
Elektrohasch |
| Durchschnittswertung: |
12.5/15 (2 Rezensionen) |
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Besetzung
Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Auf's Maul?
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2:56
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| 2. |
V-ger
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3:57
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| 3. |
3
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5:30
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| 4. |
Hart Am Wind
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3:26
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| 5. |
Umkehrschub
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5:18
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| 6. |
Drehsturm
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3:37
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| 7. |
Klar Schiff
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2:17
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| 8. |
Nordend
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3:21
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| 9. |
Kaltstart
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3:55
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| 10. |
Transporter
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7:06
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| Gesamtlaufzeit | 41:23 |
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Rezensionen

Wem bei 3 von Rotor nicht mindestens ein Ei aus der Hose fällt, der muss völlig abgestumpft sein. Und wer bei "Klar Schiff" nicht auch auf das Saxophon wartet, muss taub sein, denn wenn dieser Song nicht der hyperaktive kleine Bruder von "21st Century Schizoid Man" ist, dann weiß ich auch nicht mehr. So und nicht anders geht (instrumentaler) Stoner Prog!
Auf ihrem dritten Album zeigt sich das Berliner Trio definitiv von seiner frickeligsten Seite, so dass man 3 manchmal schon fast in die Math Rock-Schublade einordnen könnte. Dieses Genre leidet ja nicht selten an einer gewissen Unterkühltheit, doch wie locker-flockig Gitarrist Tim seine schmutzigen Riffs und kunstvollen Melodien raushaut, ist schon fast frech zu nennen. Allerdings stellt sich die Frage, ob er diesen betont lässigen Flow auch ohne die unerhört groovige und dennoch sehr verspielte Rhythmus-Achse in Gestalt von Basser Marco und Drummer Milan hinbekommen hätte, denn die beiden sorgen mit einer ebenso souveränen Leichtigkeit dafür, dass die Musik wie geschmiert läuft. Bei Rotor greift einfach ein Rädchen ins nächste, und auch wenn die Musik eine holprige und extrem staubige Piste in der Wüste vor dem geistigen Auge erscheinen lässt, wird man zwar mitunter heftigst durchgeschüttelt, sitzt dabei aber trotzdem auf einem butterweichen Kissen, das Popo und Wirbelsäule schont und einen wünschen lässt, dass diese Fahrt so schnell nicht endet.
Meist geht es in die Vollen, das deuten schon Titel wie "Auf's Maul?" und "Hart am Wind" an. Beim Titelsong, der sinnigerweise an dritter Stelle steht, gibt es aber auch einen akustischen Gitarrenpart am Ende, und "Umkehrschub" verlangsamt den wilden Ritt tatsächlich für gut fünf Minuten. Auch bei "Kaltstart" wird vorbildlich motorschonend ein bisschen das Gas zurückgenommen, wobei sie dies dort ebenso wenig durchgängig hinbekommen wie bei "Transporter", mit dem das Album eigentlich doch noch recht relaxt ausklingt, während im Rückspiegel langsam die Sonne über der Wüste versinkt.
3 ist ein im besten Sinne progressives Album, denn hier wird ein eigentlich limitiertes Genre wie Stoner Rock so interessant aufgewertet, dass die fast auf Kniehöhe hängende Les Paul sowie die Breitbeinigkeit und dicken Hosen der Beteiligten nicht zur albernen Pose werden, sondern einfach nur bewundernswert entspannt rüberkommen. Bei diesen Songs, in denen man übrigens zu keiner Zeit Gesang vermisst, würde man nämlich ansonsten zumindest an manchen Stellen eher angestrengte Stirnfalten erwarten. Rotor sind aber so leicht, die schwimmen (bestimmt) sogar in Milch!
| Anspieltipp(s): |
Klar Schiff, Nordend, Transporter |
| Vergleichbar mit: |
Kyuss meet King Crimson |
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| Veröffentlicht am: |
20.9.2010 |
| Letzte Änderung: |
28.2.2012 |
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Eine durchaus interessante Perspektive auf "unsere" Musik eröffnet sich, wenn man ein Album wie "3" von Rotor hört. Rhythmische Komplexität gilt im Prog als schick, setzt allerdings bei den Musikern die entsprechende Spieltechnik voraus. Mittlerweile haben sich aber viele Bands in das Dogma verrannt, also entweder chirurgische Schneller-höher-weiter-Klöppeleien aufzufahren, oder aber auf eingängiges Material ohne derartige Schnörkel zu setzen, das man dann ganz cool runterzocken kann. Beide Herangehensweisen scheinen sich gegenseitig völlig auszuschließen.
Schade drum, denn in den 70ern gab es diese Denkweise nicht. An der damaligen Speerspitze müssen wohl Fusion- und Funkbands wie das Mahavishnu Orchestra gestanden haben, aber auch zum engeren Progkreis gehörende Grüppchen wie die King Crimson der Bruford-Ära oder Magma zu "Köhntarkösz"-/"Üdü Wüdü"-Zeiten. Man verstand es also, Frickeleien und (mal plakativ ausgedrückt) coole Rockstar-Posen miteinander zu verknüpfen. Vermutlich lag darin auch der Grund für den kommerziellen Erfolg des Alte-Schule-Progs begründet, aber das ist wohl eine andere Geschichte.
Um jetzt also zum Thema zu kommen: Rotor sind zwar weder im Jazzbereich noch im Zeuhl zuhause, schaffen aber auf "3" ebensoleicht wie die genannten Referenzen den Spagat zwischen Vertracktheit und cooler Lässigkeit. Zwar bietet der grundlegende Stil der Band eigentlich gar nicht so viele Anknüpfungspunkte für diese Prämisse. Dass Rotor es aber trotzdem schaffen, ihren wüsten, überwiegend von Gitarre und Bass bestrittenen Konstrukte zwischen Stoner- und Sludgerock auf eine derart zügängliche und lockere Art zu inszenieren, wie es John McLaughlin, Jan Hammer & Co. in Stücken wie "One Word" geschafft haben (oder zumindest fast), macht die Leistung auf "3" noch zusätzlich respekteinflößender. Wobei, ein paar plingende E-Piano-Effekte gibt's z.B. in "Kaltstart" oder "Transporter", was dann ja doch ganz gut ins Bild passt.
Nun ja, ständiges Gerocke mag zwar auf Dauer ganz nett sein, aber auch ebenso eintönig, wie es beispielsweise eine Riesenportion pikant frittierter Kartoffelspalten mit Knoblauchmayonnaise wäre. Für die dringend nötige Abwechselung sorgen also interessante, akustische Zwischenspiele wie jenes am Ende des Titeltracks, die relaxteren Grooves am Anfang von "Umkehrschub" oder entfernt postrockiges Flirren wie in "Nordend". Bemerkenswert finde ich es ferner noch, dass Rotor trotz ihres basslastigen, nach Staubwüsten und Steppenläufern klingenden Grundsounds immer wieder melodische Schlenker an der Gitarre einfließen lassen. In solchen Momenten taucht vor dem inneren Auge Robert Fripp in der Rolle eines coolen Westernhelden auf, mit Colt Army Model 1860 an der Hüfte, Bill Bruford als Deputy und John Wetton als Goldsucher dabei. Ganz besonders gilt das bei Nummern wie dem hektischen "Klar Schiff" oder den regelrecht funkigen "Drehstrom" und "Transporter".
Abschließendes Fazit meinerseits: Schon nicht schlecht, in jedem Absatz ein "cool" untergebracht zu haben. Aber so ist sie eben, die Musik auf "3". Hören und Staunen ist also angesagt. Ein paar kleinere Abzüge in der B-Note gibt's für die etwas verwaschene Produktion, ansonsten ist "3" eine absolut runde, zeitlose Sache. Genau wie Westernfilme und die zugehörigen Soundtracks von Ennio Morricone.
| Anspieltipp(s): |
Transporter, 3, Nordend |
| Vergleichbar mit: |
Wie schon geschrieben: Einem Western mit Fripp / McLaughlin / Bruford und Wetton |
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| Veröffentlicht am: |
10.2.2012 |
| Letzte Änderung: |
9.2.2012 |
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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Rotor
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