Aria
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Informationen
Allgemeine Angaben
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| Label: |
EMI - Harvest |
| Durchschnittswertung: |
11.5/15 (4 Rezensionen) |
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Besetzung
| Alan Sorrenti |
Vocals & akustische Gitarren |
| Antonio Esposito |
Drums & Percussion |
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| Vittorio Nazzaro |
Bass, klass. Gitarre |
| Albert Prince |
Piano, Hammond, Akkordeon, Mellotron, Synthesizer |
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Gastmusiker
| Tony Bonfils |
Kontrabaß |
| Jean Costa |
Posaune |
| André Lajdii |
Trompete |
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| Martin Paratore |
Kastanetten |
| Jean-Luc Ponty |
Violine auf "Aria" |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Aria
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19:53
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| 2. |
Vorrei incontrarti
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4:58
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| 3. |
La mia mente
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7:40
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| 4. |
Un fiume tranquillo
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7:56
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| Gesamtlaufzeit | 40:27 |
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Rezensionen

Dieses lange verschollene Meisterwerk des italienischen Progs ist nun endlich auf CD erhältlich, nachdem es jahrelang aus den Regalen der Händler verschwunden war - völlig zu Unrecht. Dieses Album gehört definitiv zu den besten Alben, die der italienische Prog in den 70ern hervorgebracht.
Der Opener, das Titelstück "Aria" (ratet mal... richtig! 'Luft') ist ein 20-Minuten- Hammer, der von der unglaublichen Stimme Sorrentis und dem entfesselt aufspielendem Jean-Luc Ponty lebt. Feinster Prog, was man da zu hören bekommt, so revolutionär, so neu, so eigen, dass man nicht verstehen kann, wieso das Album fast in Vergessenheit geraten ist. Unglaublich, was Sorrenti hier an den Vocals vollbringt - bestenfalls der große Demetrio Stratos von Area und der unerreichte Tim Buckley in seiner experimentellen Phase (Starsailor, Lorca, Blue Afternoon) haben sich solche Sachen getraut (und gekonnt). Doch Obacht! Die Stärke Sorrentis , also die unglaubliche Flexibilität seiner Stimme, ist vielleicht für ungeübte Ohren etwas abdreht (wenngleich der Musik auf "Aria" die konsequent experimentelle Form etwa von Areas Album "Maledetti" fehlt). Läßt man sich allerdings in seine Art des Singens, des Vortragens ein, entdeckt man welch lyrische Kraft alleine im Klang der italienischen Sprache steckt - nicht zufällig ist es ein Neapoletaner, stammt somit aus der Wiege der italienischen Musik.
Dem Titelstück folgt mit "Vorrei incontrarti" ('Ich würde Dich gerne treffen') eine wunderschöne, melancholische Ballade - gewissermaßen eine Opposition zum Titelstück. Faszinierend wie die Stimme Sorrentis sich von der extremen Performance in eine geradezu schwebende Leichtigkeit wechseln kann.
"La mia mente" (etwa 'in meinen Gedanken') beginnt ebenfalls als akustische Ballade mit stimmungsvollem Mellotron und steigert sich in jazzigere Gefilde (der Bogen wäre also wieder zum Titelstück gespannt). Auch hier ist Sorrenti kein Sänger, er ist Solist eines Instrumentes, seiner Stimme - großartig auch hier im Wechselspiel mit Sorrentis Vocal- Akrobatien ein kompromißlos spielender Albert Prince am Piano. Das Finale wahrhaft losgelöst - wieder fühlt man sich an den großen Stratos erinnert. Ich kann mich nur wiederholen - absoluter Wahnsinn!
Ähnlich im Aufbau, wenn auch wieder etwas weniger wild auch das letzte Stück des Albums "Un fiume tranquillo" ('Ein ruhiger Fluß') - das Album schließt (nachdem der letzte Song im Vogelgezwitscher verklungen ist) mit einer surrealistischen, geradezu furchteinflößenden Coda. Fantastisch! Selten ein Album mit solch einer ausgefeilten Dramaturgie gehört. Ein ganz heißer Tipp für alle Fans der italienischen Szene.
Peinliche Randbemerkung I Alan Sorrenti mauserte sich in der 70er Jahren zu einem unerträglich dämlichen Schnulzensänger im early-Wolfgang-Petry-Look. Unfaßbar, dass der Schöpfer dieses Albums so viel Schrott verzapft hat. Sein größter Hit "Tu sei l'unica donna per me" ('Du bist die einzige Frau für mich') war sogar in Deutschland leidlich erfolgreich. Mittlerweile ist er in der Versenkung verschwunden.
Peinliche Randbemerkung II Antonio "Tony" Esposito wurde einer der meistgefragtesten Drummer und Perkussionisten Italiens und spielte auch bei dem Projekt Opus Avantra eine nicht unwesentliche Rolle (kurioserweise auch ein Album mit starken, sehr ungewöhnlichen Vocals). Musikalischer Höhepunkt war sein Engagement bei der italienischen Jazz-/ Blues- Ikone Pino Daniele. Kurz darauf verließ er die Band und startete seine Solo- Karriere mit der allseits bekannten und beliebten Sommersonnetralalanummer "Kalimba de Luna", die von ihm (und von den eigentlich schon scheintoten Boney M.) erfolgreich in die europäischen El-Arenals geballermannt wurde und nun für einen hochnotpeinlichen Tiefpunkt in seiner Karriere steht.
| Anspieltipp(s): |
Aria |
| Vergleichbar mit: |
Tim Buckley, ca. "Starsailor"-Ära |
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| Veröffentlicht am: |
16.7.2002 |
| Letzte Änderung: |
15.6.2004 |
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Als Anhänger der symphonischen Variante des italienischen 70er Jahre Progs habe ich so meine Probleme mit dem von Sal so hochgelobten Album von Alan Sorrenti. Stilistisch geht "Aria" doch eher in eine mediterran eingefärbte Singer-Songwriter-Richtung und der von mir erwartete filigrane Bombast von solch bekannten Bands wie PFM, Banco oder Le Orme ist hier ganz und gar nicht vorhanden. Ohne jeden Zweifel bin ich da mit einer falschen Erwartungshaltung an dieses Album herangegangen.
Nach weiteren Hördurchgängen begann sich der ungewohnte Klangkosmos des frühen Alan Sorrenti mir doch zu erschließen. Schon der epische Opener "Aria" bietet wirklich keine leichte Kost und es herrschen überwiegend Folkelemente vor, die sich mit jazzigen Einflüssen paaren. Für mein Empfinden hat das ganze auch bisweilen leicht avantgardistische Züge. Insbesondere der Gesang von Herrn Sorrenti ist wahrlich außergewöhnlich und pendelt zwischen gefühlvollen Gesangslinien sowie extrovertierten Ausbrüchen. Auch wenn ich nicht unbedingt ein "ungeübtes Ohr" habe, wirkt dies auf mich doch reichlich abgedreht, obwohl eine große Flexibilität in der Stimme zugestanden werden muss. Das stellenweise diabolisch anmutende "Gequieke" und "Geächze" übersteigt aber meine Toleranzgrenze bei weitem und wirkt einfach nur nervend. Stellenweise erinnert mich der Gesangsstil in den hohen Passagen frappierend an eine überdrehte Version von David Surkamp (Pavlov´s Dog), obwohl natürlich rein musikalisch keinerlei Gemeinsamkeiten bestehen.
Auch rein dramaturgisch halte ich den langen Opener nicht für so recht überzeugend. Erst mit einem kurzen, nicht zu erwartenden Flamenco-Part gewinnt diese zähe Komposition etwas an Fahrt und der von akustischer Gitarre sowie einer extrovertierten Geige getragene Schlusspart markiert eine qualitative Steigerung.
Das balladeske "Vorrei incontrarti" ist dann in seiner akustischen Schlichtheit doch überzeugender. "La mia mente" setzt dann wiederum den avangardistisch-überdrehten Stil des Openers fort und schließt mit einem jetzt doch nur noch als unerträglich zu bezeichnenden, fast schon freejazzigen Part ab, wo sich das Gekreische in absolut unerträgliche Gefilde begibt. Der getragene Titel "Un fiume tranquillo" wirkt dann schon als versöhnlicher Abschluss und überzeugt mit magisch anmutenden Synthieparts, die sich schön in den folkig-jazzigen Rahmen eingliedern.
Der von Sal gezogene Vergleich mit Demetrio Stratos in Diensten von Area liegt natürlich auf der Hand, dennoch ist dessen Vokalakrobatik für mich absolut leichter konsumierbar als die überzogenen Auswüchse von Alan Sorrenti. Auch wenn dieses Frühwerk unbestritten einen nicht zu verachtenden musikhistorischen Wert besitzt, lässt mich diese bizarre Klangwelt im Gegensatz zu der von Area relativ kalt.
| Anspieltipp(s): |
Un fiume tranquillo |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
13.11.2003 |
| Letzte Änderung: |
13.11.2003 |
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Die ersten beiden Alben von Alan Sorrenti gehören sicherlich mit zu den eigenartigsten und eigenwilligsten Hervorbringungen der 70er Jaher, nicht nur aus Italien. Im Zentrum der Musik des Neapolitaners steht, wie schon von meinen beiden Mitrezensenten herausgestellt, Sorrentis sehr charakteristisches Organ. Sorrenti hat nicht nur einen beträchtlichen Stimmunmfang, insbesondere hinauf in die hohen Lagen, sondern auch ein recht umfangreiches Register, so daß er eine ganze Reihe von Klangfarben erzeugen kann, die er für seine exzessiven Lautmalereien verwendet. Dieser Gesang ist sicherlich recht ungewöhnlich und ich kann verstehen, daß manche Hörer (siehe Horst) damit Probleme haben. Ich selbst finde es allerdings atemberaubend, wie Sorrenti hier seine Stimme zum Instrument macht!
Unterlegt wird diese Vokalakrobatik von Musik, die im Folkrock verwurzelt ist, oder besser in einer italienischen Version der Musik der Singer-Songwriter (Cantautori), aber stark durch jazzige und progrockige Elemente angereichert ist. Das Ergebnis ist glücklicherweise - man (ich) will ja nicht immer dasselbe vorgesetzt bekommen - keine weitere Variante des typisch italienischen "filigranen Bombasts", sondern eine ganz eigene Mischung, die mich am ehesten an die von Sal schon erwähnten Alben von Tim Buckley erinnert, nicht zuletzt auch wegen des ähnlich bizarren Gesangs. Allerdings sorgt Albert Prince an diversen Keyboardinstrumenten (unter anderem einem Mellotron) dafür, daß die Musik doch symphonisch-progressiver geraten ist, als die LPs des Amerikaners und mit "Aria" gibt es hier auch einen progtypischen, grandiosen Longtrack. Eine tolle Platte für Proghörer, die Neuland entdecken wollen.
| Anspieltipp(s): |
Aria |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
14.6.2004 |
| Letzte Änderung: |
15.6.2004 |
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Hier schließe ich mich ganz klar Sal und Achim an. "Aria" ist ein beeindruckendes Werk, eine ganz eigenwillige Mischung aus italienischem Folk-Rock, Jazz und klassischem Prog, gekrönt von einer einmaligen Stimme. Wie in den anderen Rezensionen schon zu lesen ist, setzt Sorrenti seine Stimme quasi wie ein Instrument ein und erzeugt damit ganz außergewöhnliche Klänge. Verständlich, dass diese Gesangstechnik nicht jedermanns Sache ist - ich finde es faszinierend. Unbedingt empfehlenswert! Aber ein bisschen wagemutig muss man schon sein...
| Anspieltipp(s): |
Aria, La mia mente |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
27.6.2004 |
| Letzte Änderung: |
27.6.2004 |
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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Alan Sorrenti
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