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STATISTIK
23969 Rezensionen zu 16371 Alben von 6363 Bands.
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Mike Oldfield

Hergest Ridge

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1974
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; Klassischer Prog; sonstiges
Label: Virgin
Durchschnittswertung: 12.5/15 (6 Rezensionen)

Besetzung

Mike Oldfield electric guitars,glockenspiel,sleigh bells,mandolin,nutcracker,timpani,gong,acoustic guitar,spanish guitar,organs
Chili Charles snare drums

Gastmusiker

June Whiting oboe
Lindsay Cooper oboe
Ted Hobart trumpet
Clodagh Simmonds voice
Sally Oldfield voice
David Bedford choir and strings conductor

Tracklist

Disc 1
1. Part One 21:30
2. Part Two 18:45
Gesamtlaufzeit40:15


Rezensionen


Von: Oliver Mensing (Rezension 1 von 6)


Der große Erfolg von Tubular Bells (engl. LP-Charts Platz 1) kam für alle Beteiligten völlig unerwartet und insbesondere der introvertierte schüchterne Oldfield kam mit dieser Entwicklung überhaupt nicht zurecht. So zog er sich in die Einsamkeit des ländlichen Herefordshire zurück, um in aller Ruhe an seinem Zweitwerk Hergest Ridge zu arbeiten.

Was dabei herauskam? Purer unverfälschter Mike Oldfield für Genießer. Klang Tubular Bells noch wie eine Sammlung verschiedener kleinerer Instrumentalstücke, präsentiert sich Hergest Ridge wie eine Komposition aus einem Guß. Die klassischen Ansätze finden hier noch größere Berücksichtigung und die Instrumentierung ist einfach wundervoll. Das melodiöse Gitarrenspiel (ein Markenzeichen Oldfields) erscheint klar und jederzeit passend. Die Chöre und Orgelsounds verströmen eine Art pastorale Ruhe, Sanftheit und Ausgeglichenheit. Als ich dieses Werk zum ersten Mal hörte, hatte ich Tränen in den Augen. Hier hatte jemand ein Stück Musik geschrieben, nach dem ich mein ganzes Leben gesucht hatte. Beim Schließen der Augen denke ich an saftige grüne Wiesen, Morgentau, leichten Nebel und Ruinen alter Häuser und Burgen. Für mich das beste Oldfield-Album aller Zeiten und obwohl von den Kritikern seinerzeit verrissen (diese erwarteten so eine Art 2. Teil von Tubular Bells) schaffte es Hergest Ridge Oldfield's Erstling Tubular Bells von Platz 1 der Album-Charts auf Platz 2 zu verweisen. Ich brauche - glaube ich - nicht zu erwähnen, daß auch bei diesem Werk der Klangzauberer Oldfield fast alle Instrumente spielte. Traumhaft!

Und da ich bei Tubular Bells einen Punkt gespart habe, gibt es für Hergest Ridge die 15! Unglaublich, was mittlerweile aus diesem begnadeten Musiker geworden ist (aber dazu kommen wir später!).

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 3.8.2002
Letzte Änderung: 29.8.2002
Wertung: 15/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 2 von 6)


Weil Tubular Bells mich völlig faszinierte, kaufte ich mir wenig später Hergest Ridge und war zuerst einmal ein wenig enttäuscht. Ich hatte mehr Verspieltheit und mehr Tempo, ich hatte einfach Tubular Bells 2 erwartet. Aber es kam dieses traumhafte, gefühlvolle, ruhige Album mit seinen fliessenden und schwebenden Melodien und Themen, denen unglaublich viel Zeit gegeben wird, sich zu entwickeln. Die von Oliver beschriebenen Bilder sind sehr treffend. Langsam und ohne jede Hast wandert man durch diese Landschaft, bleibt stehen, lässt den Blick schweifen, geht weiter. Man hat alle Zeit der Welt.

Einmal erinnert mich eine Passage ein wenig an Yes` "topographic oceans", manchmal kommt auch ein wenig Tubular Bells-feeling auf, ansonsten ist dieses Album erfrischend neuartig. Hergest Ridge ist Balsam auf die Seele nach einem hektischen Alltag.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 15.5.2003
Letzte Änderung: 9.10.2014
Wertung: 11/15
Traumreise

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Von: Andreas Pläschke @ (Rezension 3 von 6)


Auch hier nur ein kurzer Nachtrag zu den bisherigen Kritiken:

Alle LP & CD-Ausgaben, die nach der BOXED von 1976 erschienen, enthalten nicht die ursprüngliche Version. Im Rahmen der erwähnten 4er LP und dem dort angewandten Mix in SQ-Quadrophonie, bat Oldfield darum, einige Spuren mit Instrumenten zu löschen und anderes hinzu zufügen bzw. im Pegel zu verändern. Am deutlichsten ist dies im zweiten Drittel von Part 2 zu hören. Alle CD-Versionen enthalten daher, wenn ich dem entsprechenden Eintrag im Tubular.net trauen darf, den SQ-codierten Mix. Mit einem entsprechenden Decoder dürfte man also den ursprünglichen 4-Kanal-Ton enthalten ;-)

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 4.5.2008
Letzte Änderung: 18.5.2008
Wertung: 11/15

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Von: Markus Peltner @ (Rezension 4 von 6)


„Hergest Ridge“ nannte Mike Oldfield den Nachfolger von „Tubular Bells“, der im Jahr 1974 erschien. Und „Hergest Ridge“ ist so ganz anders geworden, als das Erstlingswerk des Briten. Zwar wird auch hier wieder sehr viel Wert auf die Atmosphäre gelegt, doch diese ist eine andere geworden. Sehr sphärisch und relaxt klingt das Ganze. Sehr viel ruhiger gehalten sind die beiden Stücke zunächst. Musik zum Eintauchen ist „Hergest Ridge“ geworden. Musik um eine kleine Reise zu unternehmen.

Die CD beginnt mit einem breiten Synthesizer-Teppich, über den flötenähnliche Klänge gelegt wurden. Und damit zeigt sich schon die Stimmung, die auf „Hergest Ridge“ am Anfang vorherrscht. Diese ist entspannt und geht fast schon in die Richtung „Chill-Out“- oder „Ambient“-Musik. Das Album kann man am besten also ganz relaxt auf dem Sofa genießen, die Augen schließen und sich seiner Sorgen und Nöte entledigen.

Die Musik ist dabei überaus harmonisch und melodiös und sogar ein wenig klassisch angehaucht, was etwa in der Mitte von Teil 1 sehr gut zu Geltung kommt, wenn Oboe und Trompete ihren Auftritt haben. Alles fließt und klingt, alles fügt sich zu einem perfekten Ganzen zusammen. Und auch wenn die Musik gegen Ende des ersten Teils etwas an Fahrt aufnimmt und die E-Gitarre den Ton angibt, so bleibt die Musik doch überaus unaufgeregt und das ist positiv gemeint. Verstärkt wird dieser Eindruck schließlich noch durch einen Chor, der die „Aaaahs“ so wunderschön voll hinausschmettert.

Auch Teil 2 des Stücks beginnt überaus harmonisch mit sanften Gitarrenklängen. Alles ist wieder schwebend und heiter und ein wenig melancholisch – doch dann kommt es plötzlich zum Stilbruch. Die Musik wird auf einmal lauter, kraftvoller und fordernder. Aber genau dies ist auch eine Stärke von Mike Oldfield: Das Erzeugen von Stimmungen, die jetzt zwar immer noch harmonisch, aber sehr viel packender geworden sind. Dies verleiht dem Stück durchaus zusätzliche Magie, denn nun ist es vorbei mit dem entspannten auf dem Sofa liegen, man hat plötzlich das Gefühl etwas unternehmen zu müssen. Nach der Relaxationsphase kommt also die Aktionsphase. Man hat die Augen nun wieder offen und wird schließlich, mit erneut sehr entspannten und wieder ruhigeren Tonfolgen, in seine weiteren Taten entlassen. Musik kann wahrlich magisch sein.

Fazit: „Hergest Ridge“ ist ein richtig gutes Album geworden. Vielleicht erreicht es nicht ganz die Klasse von Tubular Bells, aber etwas Besonderes hat diese Platte doch. Etwas, was man erspüren kann. Drum schnell auf die Couch, erholt Euch mit Teil 1 und lasst Euch mit Teil 2 auf die nächsten Aufgaben vorbereiten.

Anspieltipp(s): Alles
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 21.9.2012
Letzte Änderung: 21.9.2012
Wertung: 12/15

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Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 5 von 6)


Achtung, der folgende Text enthält ein paar Superlative. Man verzeihe es mir, das hier ist der 300. Rezensionstext meinerseits, und für solche Anlässe lohnt es sich, mal wieder einen persönlichen Klassiker hervorzuholen.

Also, "Hergest Ridge". Das ist Mike Oldfields vertonter Ausflug aufs Land. Folkig, verträumt, idyllisch, teils schwebend und immer mit der hinlänglich bekannten Schlitzohrigkeit dieses schüchternen Engländers inszeniert. Kein Rock, sondern mehr Programmmusik im klassisch-romantischen Sinne samt immer wieder auftretender und variierter Themen (hier am prominentesten auf der Blockflöte vorgetragen). Oldfields "Pastorale", musikalisch wie kompositorisch. Musik, die Bilder im Kopf macht, und das dermaßen effektvoll, dass ich anstelle der Beschreibung der Klänge vielleicht lieber den zugehörigen Assoziations-Bilderbogen wiedergebe.

Und da wären wir dann bei Teil 1: Plätschernde Bäche, altehrwürdige Weiden, blühende und hügelige Landschaften. Hitzeflimmern, Sonnenschein, Cirrostratus-Wolken. Felsbrocken im hohen Gras. Kornblumen inmitten von Roggenfeldern. Prozessionen von Hirten oder sonstigen Landbewohnern anlässlich eines auf vorchristliche Traditionen zurückgehenden Feiertages samt folgendem Tanz, Bekanntschaft, Besäufnis. Singende Mädchen mit Blumenkränzen im Haar. Merry England. Der Geruch von Wacholderschnaps, Harz, frischem Heu und Waldmeister. Menschen, die sich freuen, inmitten einer ursprünglichen Landschaft zu leben und zu wirken. Wie schrieb einmal Manfred Gregor in "Die Brücke"? Einmal kamen zwei Wanderbrüder auf einem der Hügel vor der Stadt zusammen. «Ich möcht' hier begraben sein!» seufzte der eine. «Ich nicht», sagte der andere und weitete die Lungen in einem tiefen Atemzug, «ich möchte hier leben!» Und sie meinten beide das gleiche. Kein Zweifel, dieser Teil beschreibt, wie knapp 150 Jahre früher der entsprechende Satz von Beethoven, das Erwachen heiterer Gefühle bei der Ankunft auf dem Lande.

Entsprechend ist dann der 2. Teil sowohl Fortsetzung als auch Kontrast des ersteren: Landschaft im Frühnebel oder in der Dämmerung. Ein schelmischer Pan, der am Bach die Flöte spielt, nur um Nymphen ins Verhängnis zu locken. Hitzeflimmern, das nicht einfach nur da ist, sondern einen bedrohlichen Dunst heraufbeschwört. Wolken, die sich am Horizont zusammenballen und langsam, aber sicher die Form eines Amboss annehmen. Beeindruckende Licht- und Schattenspiele zwischen Wolken und Sonne. Aufkommender Wind, während die Wolken immer dunkler und schließlich annähernd pechschwarz werden. Gewitter! Fast schon urplötzlich, während man gerade eben noch am Träumen war, muss man sich nun vor züngelnden Blitzen, finster grollendem Donner und peitschendem Regen in Sicherheit bringen, während die Hügel in der Gischt verschwinden. Die Welt herum kämpft, der Roggen wogt in den Sturmböen, die Weiden stemmen sich mit aller Kraft dagegen. Mancher Ast wird umgeknickt und viele Blätter fortgerissen. Die Kinder starren mit schreckensgeweiteten Augen in das Inferno am Himmel. Schließlich zieht das Unwetter ab, die Sonne kommt wieder hervor, die dick auf Blätter und Blüten perlenden Tropfen verdunsten langsam, und wir empfinden frohe und dankbare Gefühle nach dem Sturm. Alles ist gut, und wir kehren wieder in die Gegenwart zurück.

Und sonst so? Folgende Sachen sind noch zu bemerken: Erst einmal steht "Hergest Ridge" in der Oldfield'schen Diskographie ziemlich solitär da. So geschlossen und fließend verlief keine der frühen Kompositionen, denn schließlich hat es ja den größten Reiz an "Tubular Bells" und "Ommadawn" ausgemacht, dass Oldfield völlig gegensätzliche Passagen mit mehr traumwandlerischer Sicherheit kombiniert hat als Sherlock Holmes, Angus MacGyver und Andrés Iniesta zusammen. Außerdem gibt es hier praktisch keinerlei Rock-Anleihen zu hören (man möchte fast meinen, dass ausgerechnet das hier völlig fehlende Schlagzeug das Rock-Instrument schlechthin ist), was noch einmal für die Konsistenz des Klangbildes spricht.

Zuletzt wäre noch darauf hinzuweisen, dass "Hergest Ridge" 2010 gemeinsam mit den anderen Oldfield-Alben der 70er neu abgemischt wurde. Überraschenderweise hat das Album dabei wohl die größten Änderungen erfahren, was ein etwas ambivalentes Ergebnis zur Folge hat: Nunmehr stehen glasklare Klänge einiger Spuren vollkommen transparent zwischen den wie immer recht eigenwillig knarzigen Oldfield-Sounds anderer Instrumente. Na ja, wirken tut das Album trotzdem in jeder Form ungebrochen. Und zuletzt möchte ich noch die Behauptung aufstellen, Marillion hätten aus dem Anfang von Teil 2 eine formidable Bombast-Ballade namens "Chelsea Monday" gebastelt.

Insgesamt also das längst überfällige Fazit: Mike Oldfield hat mit "Hergest Ridge" ein Landschaftsgemälde von Thomas Cole, Pieter Breughel oder Archip Iwanowitsch Kuindschi vertont, das uns bei jedem Durchlauf auf eine akustische Reise in eine südenglische, aber eigentlich omnipräsente Idylle mitnimmt, die es so eigentlich nie gegeben hat. Außer in den Verklärungen der Romantik, in der "Landliebe"-Werbung, in den schemenhaften Erinnerungen an eine Kindheit auf dem Lande (wahlweise auch an Ferien auf dem Bauernhof) oder eben in Beethovens "Pastorale". Jau.

Anspieltipp(s): natürlich keine
Vergleichbar mit: den aktuellen Sommergewittern in all ihrer Kraft und Schönheit
Veröffentlicht am: 21.6.2013
Letzte Änderung: 21.6.2013
Wertung: 14/15
Neben Wishbone Ashs "Argus" DAS Landschaftsmaler-Album der 70er.

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Von: Marc Colling @ (Rezension 6 von 6)


Das 2. Werk von Mike Oldfield ist das romantischste von ihm. Es ist meditativer und folkiger als „Tubular Bells“ und fokussiert sich auf nur wenige musikalische Motive. Diese werden viel variiert und kehren schlussendlich doch immer wieder an ihren Anfang zurück.

Die Musik wurde ja bereits wunderbar von meinen Kollegen beschrieben und ich möchte mich nur auf folgende Ergänzungen begrenzen.

Mike Oldfield benannte das Album nach einer kleinen Hügelkette, die in der Nähe seines neuen Domizils in Herefordshire lag. Dort gab es viel Platz für ihn und seine Modellflieger (ein Hobby von ihm), sowie einen schönen Rundweg den er tagtäglich mit seinem Hund beging. Das alles wird denn auch schön auf dem Cover ausgedrückt. Er richtete sich ein 24 Spur Studio in seinem Landhaus ein und begann mit der Komposition und Einspielung dieses Meisterwerkes.

Der Unterschied zu TB besteht darin, dass er das Ganze ruhiger anging, keine Eskapaden mehr in der Musik zuließ. Er setzte weniger auf Effekte, dafür aber mehr auf Atmosphäre. Die zweite LP-Seite geht zwar für einige Minuten etwas aus sich heraus, doch ist das immer noch kein heftiger Ausbruch.

Ist TB noch das Werk eines Jugendlichen der in seinem Leben seinen Platz noch nicht gefunden hat und deshalb seine Ängste mit der unbändigen Kraft und Vielfalt seiner Musik ausdrückt, so kommt HR wie ein ruhiger Sommertag mit angekündigtem Gewitter daher.

Oldfield war einer der wichtigsten Musiker der 70'er, denn keiner konnte mit instrumentaler Musik so ein Kopfkino auslösen wie er. Dass die Musik hier pastoral wirkt, wurde bereits oft in diversen Artikeln erwähnt. Das war denn auch nach der Veröffentlichung 1974 mein größtes Problem (und das vieler Kritiker): als Jugendlicher der es gewohnt war Yes, Emerson, Lake & Palmer und diverse andere Proggrössen zu hören, war mir das Album damals zu ruhig. Erst viel später, als ich in der Mühle des täglichen Stresses im Job drin war, erschloss sich mir die verstecke Botschaft des Musikers: slow down and relax. Und wenn es nur abends auf der Couch war. Die Hektik muss draußen bleiben.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.5.2017
Letzte Änderung: 7.5.2017
Wertung: 12/15
die zweite LP bot den größten Zusammenhalt in seinem Gesamtwerk

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Mike Oldfield

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1973 Tubular Bells 13.00 7
1975 The Orchestral Tubular Bells 6.00 2
1975 Ommadawn 13.00 5
1978 Incantations 13.00 6
1979 Exposed 12.00 2
1979 Platinum 7.00 4
1980 QE2 9.33 3
1981 Music Wonderland - 2
1982 Five Miles Out 9.83 6
1983 Crises 6.17 6
1984 The Killing Fields - Soundtrack 11.00 2
1984 Discovery 6.75 4
1985 The Complete Mike Oldfield 11.00 2
1987 Islands 2.00 3
1989 Earth Moving 3.75 5
1990 Amarok 11.08 12
1991 Heaven's Open 7.25 4
1992 Tubular Bells II 10.33 3
1993 Elements - 1
1993 The Best of Mike Oldfield Elements - 1
1994 The Songs Of Distant Earth 7.25 4
1996 Voyager 9.00 3
1998 Tubular Bells III 2.00 3
1999 The Millennium Bell 1.00 4
1999 Guitars 5.67 3
2002 Tres Lunas 1.00 2
2003 Tubular Bells 2003 11.50 6
2005 Exposed (DVD) 12.50 2
2005 Light + Shade 1.50 2
2006 Live at Montreux 1981 (DVD) 11.00 1
2008 Music of the Spheres 8.33 3
2014 Man on the Rocks 6.00 3
2015 The Best of: 1992-2003 8.00 1
2017 Return to Ommadawn 11.67 3

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