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STATISTIK
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Pink Floyd

Animals

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1977
Besonderheiten/Stil:
Label: EMI / Capitol
Durchschnittswertung: 13/15 (6 Rezensionen)

Besetzung

Roger Waters Vocals, bass, gtr
David Gilmour gtr, vocals
Richard Wright keyboards, vocals
Nick Mason drums, percussions

Tracklist

Disc 1
1. Pigs on the wing 1   (Waters) 1:25'
2. Dogs   (Gilmour/Pink Floyd/Pink Floyd/Waters) 17:04'
3. Pigs (three different ones)   (Waters) 11:21'
4. Sheep   (Waters) 10.23'
5. Pigs on the wing 2   (Waters) 1:25'
Gesamtlaufzeit41:38


Rezensionen


Von: Andreas Pläschke @ (Rezension 1 von 6)


Das dritte Album in der Reihe "Dark side..", "Wish you where here" und eben "Animals". Jetzt, da ich es nach sehr langer Zeit mal wieder intensiver höre, muss ich sogar sagen, dass es mir gut gefällt, besser als "Dark side.." auf alles Fälle. Das mag sich für manche merkwürdig anhören, aber "Dark side.." war mir mit zuviel elektronischen Gimmicks unterlegt; kann ich Songs wie MONEY einfach nicht mehr hören. "ANIMALS" ist in der Beziehung wesentlich einfacher gehalten, die ganze Atmosphäre erscheint mir ruhiger und irgendwie auch bedrohlicher.

Thematisch geht es hier um verschiedene menschliche Charaktere, die symbolisch Tieren wie Schweinen, Hunde oder eben Schafen zugeordnet werden. Bis auf DOGS (Waters/Gilmour) stammen die übrigen 4 Songs alle von WATERS.

Die Platte beginnt und endet mit "Pigs on the wing", ein sehr einfacher akustischer Song. Das erwähnte DOGS geht schon wieder mehr in Richtung Floydscher Soundgemälde, stellenweise erinnert es mit seinen fliessenden Gitarren- & Orgellinien an "Wish you where here". Allerdings wird hier ein Zuviel des Schönklanges vermieden. "PIGS" ist recht rockig, im Wesentlichen besteht er aus einem Gitarrenriff, um den Waters den Song aufbaut. "Sheep" dagegen beginnt mit Geplänkel auf dem E-piano, dann setzt wieder der pulsierende Bass ein, den man auch schon von "Wish you where here" kennt, Gilmour spielt eine etwas härtere Gitarre, und heraus kommt ein Song, der mich etwas an "Welcome to the machine" erinnert. Und mit den 2. Teil von "Pigs on the wing" endet das Ganze wieder so, wie es begonnen hat.

Kein revolutionäres Album, wem WYWH aber zu schön klang, der hat hier eine etwas ruhigere Alternative. Mich hat es überrascht, dass ich die Platte im Vergleich zu den anderen beiden so gut finde.

Anspieltipp(s): Dogs, Pigs
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 20.4.2002
Letzte Änderung: 29.5.2003
Wertung: 10/15

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 2 von 6)


Animals ist mein Lieblingsalbum von Pink Floyd. Es war eine der ersten LPs überhaupt, die ich mir gekauft habe, und sozusagen mein Einstieg in den Prog (oder sagen wir besser "anspruchsvolle" Rockmusik). Drei lange Tracks, seltsame Texte (" You have to be trusted by the people that you lie to, So that when they turn their backs on you, You'll get the chance to put the knife in.") und ein seltsames Cover ... ich war beeindruckt.

Insgesamt hat Animals eine recht bedrohliche Atmosphäre und ist zudem aggressiver und härter (rockiger) als die davor erschienen Werke von Pink Floyd. Es gibt ein paar großartige Momente auf dieser Platte: Gilmours Solos im allgemeinen, in "Dogs" im besonderen, Wrights E-Piano am Anfang von "Sheep", der bellende Vocoder in "Dogs", die Stimme, die in Sheep mit dem Synthieklang verschmilzt oder Gilmours "Schweine"-Gitarre in "Pigs". Na ja, vielleicht bin ich nostalgiebedingt nicht übermäßig objektiv (siehe Note), aber abwechslungsreiche, hervorragend gemachte, originelle, gar nicht so unprogressive und perfekt gespielte und produzierte Rockmusik bietet dieses Album sicher (und die Stücke sind so schön lang).

Ach ja, eine recht interessante Neuinterpretation dieses Werkes gibt es von Les Claypool's Frog Brigade ("Live Frogs Set 2")!

Anspieltipp(s): der Anfang von "Sheep"
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 20.5.2003
Letzte Änderung: 23.11.2016
Wertung: 13/15

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Von: Thoralf Koss @ (Rezension 3 von 6)


Warnung an alle Leser! Zwar erscheint dieser Artikel auf den ersten Blick wie eine reine CD-Besprechung, er ist aber auch ein großes Stück erlebte DDR-Geschichte des Autors!

Es war einmal ein kleiner Junge, der lebte in einem kleinen Land. Und obwohl die Menschen dieses Landes recht groß waren, genehmigte man ihnen nur eine kleine Freiheit - in der man nur so weit gehen konnte, bis man an eine Mauer stieß, in der man nur so weit denken durfte, bis man eine Mauer stieß und in der man nur bis zur Mauer, aber nie darüber hinaus hören, sehen und fühlen durfte. Dieses kleine Land wurde regiert mit großen Worten und Gesten von kleinen alten Männern, die in der Vergangenheit einmal Opfer waren und in der Gegenwart zu Tätern wurden, weil sie Kleingeist verlangten und freie, große Gedanken verbaten oder einmauerten.

Und unser kleiner Junge hatte eine große Leidenschaft - und diese Leidenschaft hieß: MUSIK! Wann immer er dazu in der Lage war, hörte er in einem alten, gebrechlichen Radio alle Sender, die dieses empfangen konnte, auch wenn einige davon von den kleinen alten Männern verboten worden waren. Trotz dieser großen, ständig auf ihn lauernden Gefahren, drehte er ständig an dem Knopf, der ihm die verbotenen Sender bescherte und eines Tages hörte er etwas, was er kaum zu glauben wagte...

Da grunzten plötzlich Schweine in seinem Radio, natürlich mal wieder auf einem der verrauschten und zugleich verbotenen Sender.

Dann pfiff es kurz, eine wahnsinnige Orgel setzte ein, dann eine E-Klampfe, angegrunzt von einem weiteren Schwein und der Sound wurde lauter und lauter, man bekam Angst. Wie geht das wohl weiter? "Pig-Man, Pig-Man", mein Gott, sangen die etwa über diese alten gebrechlichen Staatsoberhäupter, die doch besser Schweine hätten hüten, statt dieses kleine Land führen sollen?

Diese Musik klang überhaupt nicht nach all dem gängigen Charts-Scheiß, der erst im Angesicht eines solchen Titels wirklich zum Scheiß wurde, sondern wie die Offenbarung! Es war eine Offenbarung, nämlich meine, eben die des kleinen Jungen, in dem kleinen Land, der plötzlich, und zwar zum ersten Mal in seinem Leben, große Musik hörte und damit an eigener Größe gewann.

Alles, alles musste getan werden, um den Namen der Band in Erfahrung zu bringen - und nicht nur den, auch wie der Titel hieß und das Album, auf dem er war. Konnte man dieses Problem überhaupt lösen, in diesem ... Man konnte!

Es gab Freunde, die die gleiche Sendung gehört hatten, allerdings nur wegen dem Charts-Scheiß, und die sich tatsächlich den Namen der Band gemerkt hatten, damit sie nicht mal aus Versehen auf die Aufnahmetaste ihres Radio-Rekorders drückten, wenn von der Band ein Titel angesagt wurde - eben der Band, die der kleine Junge mit einem Schlag so sehr liebte - und die PINK FLOYD hieß.

Dann war es nur noch ein Leichtes, in Erfahrung zu bringen, dass der Titel "Pigs" und das Album "Animals" hieß (Da hätte man ja fast von selber drauf kommen können!!!).Doch der nächste Schritt war bedeutend schwerer! Wie sollte man sich dieses Album, ohne das man kaum noch ein normales Leben führen konnte, besorgen? Man musste sich was einfallen lassen, in diesem kleinen Land, das nur auf Musik stand, die in fein zensierten Texten und vor allem in der eigenen Muttersprache ihr Liedgut zum Besten gab.

Also ging man erstmal zur Ferienarbeit - vier Wochen ins SKET (Schwermaschinenbau Kombinat "Ernst Thälmann" in Magdeburg), wo man acht Stunden am Tag als vierzehnjähriger Schüler Gewinde in seltsame Stahlplatten bohrte und hoffte, den Eisenspanflug, das Kreischen des Bohrers und den Gestank des verdampfenden Maschinenöls unbeschadet zu überleben. Na ja, so lange man ein Ziel vor Augen hatte - ein Ziel, das PINK FLOYD "Animals" hieß und aus schwarzem Vinyl bestand - war es das wirklich wert.

Knapp 300 Mark hatte man in den vier Wochen zusammen - und die reichten, um alle Schwarzen Märkte des "Landes der Saubermänner" zu mobilisieren, um für den wirklich "fairen" Preis von 130,- Ostmark endlich dieses Album, mit dem seltsam fliegenden Schwein in den Händen zu halten, das mit der Fabrik, über die dieses Schwein flog, auch noch an das SKET erinnerte.

Nie werde ich vergessen, wie ich mit zitternden Händen und größter Vorsicht die Schallplatte auf den Teller meines billigen Plattenspielers (Zumindest war er nicht so teuer wie diese Platte selber!) legte und mit jedem Knistern oder Knacken litt - und an einer Stelle in "Dogs" sogar glaubte, sterben zu müssen, da die Nadel dort partou den Spitzensportlern dieses kleinen Landes nacheifern musste, indem sie große Sprünge machte.

PINK FLOYD waren es, die mein Leben, zumindest von der Musik her, tiefgründig änderten, ANIMALS bewies mir, dass Musik mehr als eingängige Rhythmen in 3- oder 4-Minuten-Charts sein kann, und PIGS weckten das "wahre" Tier in mir, das sich erhob gegen das Gegrunze der Masse!

All das hat mich geprägt. Und wer wirklich richtig zuhören kann, wird ähnlich empfinden, wenn er ab sofort mit zitternden Händen einen, eben jenen Silberling in seinen CD-Player schiebt und mit einer gewissen Enttäuschung feststellt, dass dieser nicht mehr knistert, knackt oder sogar springt.

PS: Das ist eine wirklich wahre Geschichte!

Anspieltipp(s): Jeder einzelne Titel, besonders "Pigs", da es bei dem Schweine-Gegrunze auch heute noch einige Parallelen zu erkennen gibt!
Vergleichbar mit: Einem Teil meines Lebens. Und der Gitarren-Teil aus "Dogs" muss verpflichtend zu meiner Beerdigung gespielt werden ... steht schon im Testament!
Veröffentlicht am: 1.10.2006
Letzte Änderung: 16.3.2012
Wertung: 15/15
Eine Bewertung aus Sek2-Sicht: 15 Punkte, also 1+ oder ein Durchschnitt von mindestens 0,9 (wir sind in Sachsen doch zu allem fähig, oder?)

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 4 von 6)


Wie an anderer Stelle bereits erwähnt, ist dies mein Lieblingsalbum von Pink Floyd. Warum? Nun, es ist nicht so "gimmickbeladen" wie viele andere andere Floyd-Alben, es schwelgt nicht so stark im Wohlklang, sondern ist kraftvoll und teilweise schon recht rockig (für Floyd'sche Verhältnisse natürlich). Trotzdem hat es die typisch melancholische Pink-Floyd-Atmosphäre, vor allem bei Dogs, das nicht nur mein Favorit auf diesem Album, sondern für mich auch einer der großartigsten Floyd-Songs überhaupt ist.

Schade, dass die Stücke dieses Albums auf den Liveveröffentlichungen der Band so stiefmütterlich behandelt bzw. komplett ignoriert werden. Wie bei Achim schon erwähnt, gibt es jedoch eine Alternative in Form von Live Frogs Set 2.

Anspieltipp(s): Dogs
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 10.11.2006
Letzte Änderung: 10.11.2006
Wertung: 12/15

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Von: Markus Peltner @ (Rezension 5 von 6)


In den späten 60ern von Syd Barrett gegründet, waren Pink Floyd sowohl in den 60ern wie auch in den 70ern eine DER stilprägenden Rockbands. War es zu Beginn noch der charismatische Syd Barrett, der das Bandgeschehen bestimmte, so übernahm nach dessen drogenbedingtem Ausscheiden, mehr und mehr Roger Waters das Zepter des Songwritings in die Hand. Nicht zu unterschätzen ist dabei aber der Einfluss von David Gilmour und Richard Wright, zumindest in der ersten Hälfte der 70er Jahre. Pink Floyd ist wohl die Band, auf der das Image „psychedelisch“ zumindest zu Beginn, am besten passte. Immer wieder versuchten sie allerdings neue Wege zu gehen, was bedeutete, dass in der Bandkarriere kaum ein Album dem anderen glich.

Gibt es eigentlich DAS Rockalbum, bei dem alles passt? Ja, bei „Animals“ von Pink Floyd ist das so. Die perfekte Platte. Dabei ist „Animals“ rockiger, dynamischer und noch einen Tick depressiver, als alle bis dahin veröffentlichten Pink Floyd Alben. Man hört neben einer härter gespielten Gitarre Schweinegrunzen, Hundebellen und Schafblöken, wobei die einzelnen Tiere menschliche Typen darstellen sollen. Und auch das Cover ist Kult. Dort sieht man über dem Battersea Kohlekraftwerk seltsamerweise ein Schwein fliegen, welches in Deutschland gefertigt wurde. Das Albumcover wurde dabei wieder von Storm Thorgerson von Hipgnosis gestaltet, der leider dieses Jahr am 18. April 2013 verstorben ist. Die Idee dazu kam allerdings von Roger Waters. Das Bild selbst ist eine Photomontage, da das neun Meter lange Schwein zwischen den Schornsteinen des Kraftwerks erst später hineingesetzt wurde. Der Grund hierfür lag am Wind. „Algie“, so der Name des Kunsttieres, hatte sich bei den Coveraufnahmen durch eine Windböe losgerissen und schwebte davon, bis es schließlich später auf einem Bauernhof in Kent unversehrt landete. Aber gerade als „Algie“ auf Abwegen durch den englischen Himmel unterwegs war, wurde das Photo mit den interessantesten Wolkenformationen geschossen, sodass man sich entschied „Algie“ nachträglich einzusetzen. Nachzulesen ist das Ganze in „Inside Out“, dem Pink Floyd Portrait von Nick Mason.

Nun zur Musik. „Pigs On The Wing“ stellt den Eingangstrack dar, genau wie das letzte Lied des Albums. Kurz und akustisch, nur durch den Text sind beide Einspielungen unterscheidbar. Hier verwendeten Pink Floyd wieder das Stilmittel, eine Platte beginnen zu lassen, wie sie aufhört - den Ringschluss. Das erste Mal hat man das auf „The Dark Side Of The Moon“ gehört, als der Sound des Klopfens eines Herzens am Beginn, wie am Ende zu vernehmen war. Beide Lieder sind schöne Akustikstücke, die die drei „Hauptsongs“ des Albums einrahmen.

„Dogs“, das längste Lied auf der Platte und das einzige Stück, das Waters nicht allein, sondern in Koproduktion mit David Gilmour geschrieben hat, beinhaltet es dann: Das beste Gitarrensolo, welches David Gilmour jemals gespielt hat. Besser als jenes bei „Comfortably Numb“ auf „The Wall“. Das Lied ist abwechslungsreich und weiß sowohl von der Melodieführung, wie auch vom Text her zu überzeugen. Alle Texte auf dem Album wurden von Roger Waters geschrieben, und es deutet sich hier bereits an, was textlich auf „The Wall“ oder „The Final Cut“ noch verstärkt fortgesetzt werden sollte: Marode, tieftraurige Verse.

„Pigs (Three Different Ones)" beginnt mit einem genialen Keyboardlauf, der immer wieder im Lied auftaucht. Ab 4:30 beginnt dann ein Instrumentalteil, der so, wohl einmalig ist. Hier werden Vocoder und Talkbox eingesetzt und man spürt geradezu, wie die Schweine leiden beziehungsweise angeklagt werden. In der letzten Strophe schließlich, muss textlich besonders Mary Whitehouse leiden, eine konservative britische Politikerin. Sie ist Schwein Nummer drei und hat es sich wohl bei Roger Waters durch ihre zu konservative Haltung verscherzt.

„Sheep“ beginnt dann wieder ruhig, mittels einer Keyboardmelodie. Dann setzt Waters‘ treibender Bass ein und das Stück steigert sich weiter. „Sheep“ ist das „härteste“ Stück auf der Platte und gefällt auch wegen Roger Waters‘ Gesang, der hier einfach passt. Beim Text hat sich Roger Waters des Psalms 23 bedient, „Der Herr ist mein Hirte“. Allerdings beschützt dieser „Herr“ seine Schafe nicht, sondern führt seine Lämmer zur Schlachtbank. Der Text wird über einen Vocoder gesprochen und man hört die Schafe ihrem Ende entgegendrängeln.

Fazit: Mit „Animals“ ist Pink Floyd ein Meisterwerk gelungen, welches kaum einen Vergleich zu anderen Alben zulässt. Zu „anders“ ist hier die Musik. Textlich geht das schon sehr viel einfacher, da kann man „The Wall“ und „The Final Cut“, zumindest von der Stimmung her heranziehen.

Anspieltipp(s): Alle fünf Lieder
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 17.12.2013
Letzte Änderung: 17.12.2013
Wertung: 15/15
unvergleichbar

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Von: Günter Schote @ (Rezension 6 von 6)


Jede Szene, jede Generation hat seine Pink Floyd-Lieblingsplatte: Für die einen ist es The Piper at the Gates of Dawn, denn ohne Barrett war das ja alles nix mehr, während die anderen rufen, Atom Heart Mother sei der Meilenstein. Die Audiophilen schwören seit Jahrzehnten auf Dark Side of the Moon und/oder Wish You Were Here. Fragt man einen Progressive Rock-Fan, dann lautet die Antwort nach dem größten Floyd-Album zumeist „Animals“!

„Animals“, wow! Fliegende Schweine, Hunde, Schafe und noch mehr Schweine. Wer da keinen Appetit bekommt...

Die Vinyl-Neuauflage ist geil. Das Battersea Power Station erstrahlt in neuem Glanz, denn das Cover wurde brillant reproduziert. Es ist wirklich eine Freude, die LP aus der Hülle zu ziehen, auf der Roger Waters die Lyrics zu seiner orwell'schen Vision verewigt hat. Selbstverständlich sind auch die original Labels standesgemäß wiedergegeben.

Wenn sich nun die Nadel in die schwarze Rille senkt, dann steigt die Vorfreude auf x-mal gehörte 40 Minuten. Der erste Teil von „Pigs on the Wing“ ist die klassische Einstimmung auf das grandiose „Dogs“. You gotta be crazy, you gotta have a real need... Was David Gilmour alleine in diesen 17 Minuten an Soli aus dem Handgelenk zaubert, ist kaum zu übertreffen. Melodie und Sound sind schlicht perfekt. Ich stehe auf und schaue, wie die Nadel ihren Weg durch das PVC nimmt. Ich finde das sexy! So sexy wie Gilmour. Retro-Progger können heutzutage in die Saiten langen, bis die Finger bluten, einem Gilmour können sie nur ehrfürchtig zuhören.

1977: selten klangen Pink Floyd so rockig, ohne dabei nach etwas anderem zu klingen, als nach Pink Floyd. Rockig, und dabei pessimistisch düster und verachtend sarkastisch. Wright Synthpassagen ziehen sich genauso durch das Album wie Masons unverkennbares Schlagzeugspiel. Mit „Animals“ produzierten Pink Floyd pünktlich zu Ende der klassischen Phase des Progressive Rock noch ihren ultimativen Beitrag dazu.

„Pigs on the Wing 2“ verklingt, die Nadel hängt in der Auslaufrille und meine Quality time im fiktiven Baumhaus ist schon wieder vorüber. Die Vinyl-Neuveröffentlichung entspricht optisch und klanglich dem hohen Niveau, dem Pink Floyd stets verpflichtet waren. Eine würdige Neuveröffentlichung eines der größten Alben der Rockmusik, dass dummerweise häufig im Schatten von The Wall & Co. steht.

Anspieltipp(s): Dogs
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 23.11.2016
Letzte Änderung: 23.11.2016
Wertung: 13/15
Der PF-Prog Klassiker in toller Vinyl-Neuauflage!

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Pink Floyd

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1967 The Piper at the Gates of Dawn 9.50 5
1968 A Saucerful Of Secrets 10.00 6
1969 More 9.75 4
1969 Ummagumma 11.33 4
1970 Atom Heart Mother 11.33 4
1971 Relics 9.00 2
1971 Meddle 12.00 3
1972 Obscured By Clouds 9.67 4
1973 The Dark Side of the Moon 12.29 7
1974 Masters Of Rock - 1
1975 Wish You Were Here 11.00 8
1979 The Wall 8.40 7
1980 Is there anybody out there? - The Wall live 1980/81 7.00 1
1983 The Final Cut 8.75 8
1987 A Momentary Lapse of Reason 6.75 4
1988 Delicate Sound of Thunder 9.00 2
1989 Delicate Sound of Thunder (Video) 4.00 1
1994 The Division Bell 5.40 5
1995 London '66-'67 - 1
1995 P.U.L.S.E. 9.00 3
2003 Live at Pompeii (DVD) 12.00 4
2003 The Pink Floyd & Syd Barrett Story (DVD) 7.00 1
2005 London 1966/1967 (DVD) - 1
2006 P.U.L.S.E. (DVD) 10.00 2
2011 Discovery - 1
2014 The Endless River 10.00 5

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