This Heat
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Informationen
Allgemeine Angaben
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| Label: |
Piano / Metronome |
| Durchschnittswertung: |
14/15 (2 Rezensionen) |
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Besetzung
| Charles Bullen |
Guitar, Clarinet, Viola, Voice, Tapes |
| Charles Hayward |
Drums, Percussion, Keyboards, Vocals, Tapes |
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| Gareth Williams |
Keyboards, Guitar, Bass, Voice, Tapes |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
testcard
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0:47
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| 2. |
horizontal hold
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6:56
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| 3. |
not waving
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7:26
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| 4. |
water
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3:10
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| 5. |
twilight furniture
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5:06
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| 6. |
24track loop
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5:57
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| 7. |
diet of worms
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3:09
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| 8. |
music like escaping gas
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3:40
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| 9. |
rainforest
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2:55
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| 10. |
the fall of saigon
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5:10
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| 11. |
testcard
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3:11
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| Gesamtlaufzeit | 47:27 |
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Rezensionen

Die erste LP von This Heat ist eine ziemlich vertrackte Angelegenheit, und es ist recht schwierig die Musik die hier geboten wird zu beschreiben. Gut 2 Jahre haben Bullen, Hayward und Williams an dieser Scheibe gearbeitet. Jeder der drei bedient eigentlich recht konventionelle Instrumente: Gitarren, Bass, Bratsche, Klarinette, ein umfangreiches Schlagzeug und diverse Tasteninstrumente. Trotzdem klingt die Musik auf "This Heat" ausgesprochen unkonventionell. Dies liegt hauptsächlich an der Art und Weise, wie das Trio mit den Tönen umgeht und diese "verarbeitet". Die Instrumente dienen als Klangerzeuger. Der Klang, aufgenommen auf Tonband, dient nun als Ausgangsbasis, um damit die Stücke zusammenzumischen, Klangspuren übereinderzulegen und die Sounds zu manipulieren, bis jeglicher bezug zu konventionellen Vorstellungen von Melodie oder Harmonie verwischt ist. Alle Stücke auf dieser Scheibe sind auf diese Weise entstanden. Allerdings klingt das Ergebnis doch deutlich nach Rock, vor allem wegen des teilweise sehr rhythmischen Charakters dieser Stücke, insbesondere durch Haywards vielschichtiges Schlagzeugspiel, welches die Grundlage vieler Tracks liefert. Dazu kommt der charakteristische, etwas an Robert Wyatt erinnernde Gesang von Hayward, der die ruhigeren Klangschöpfungen auf "This Heat" dann doch zu "Songs" macht.
Sehr laut und schräg wird es hier bisweilen trotzdem. Schon der Beginn der Scheibe sorgt beim Hörer für einige Schrecksekunden. "testcard" besteht eigenlich nur aus einem, fast unhörlichen Surren, welches ca. 45 Sekunden anhält. Dann kracht "horizontal hold" dazwischen. Heftiges Schlagzeuggewitter, repetitive Bass- und Gitarrenriffs und eine ganze Reihe, nicht so einfach identifizierbare Klänge, stürzen auf den Hörer ein, organisch miteinder verbunden, so daß das Ganze wie das stampfende Tosen einer Industriemaschine wirkt. Solche "Industrial"-Klänge gibt es des öfteren auf dieser Scheibe (in "Water", "Rainforest" z.B.) und This Heat haben hier vielleicht den Grundstein zu einem neuen Genre mitgelegt. Doch im Gegensatz zu vielen Produktionen aus diesem Bereich, sind die "industriellen" Klangschöpfungen von This Heat doch sehr komplex, abwechslungsreich und fast elegant geraten. Auch eher ruhiges Klangschweben gibt es auf dieser Platte ("diet of worms", "not waving") meist mit getragenem, fast gequälten Gesang von Hayward. Dann gibt es hier sogar richtige Songs ("twilight", "the fall of saigon") und bizarre, raumausfüllende Klangkreationen (der Beginn von "24 track loop" z.B.), die fast an die frühen deutschen Elektroniker erinnern (Tangerine Dream, Cluster), aber doch sperriger wirken und straffer, deutlich rhythmischer organisiert sind. Überhaupt ist experimenteller Krautrock, insbesondere die frühen Werke von Can (von "Monster Movie" bis "Soon Over Babaluma"), vielleicht noch der beste Vergleich zu dieser intensiven Musik. Kurz: Music like escaping gas ...
Eine großartige und beeindruckende Scheibe mit einzigartiger Musik, die allen Freunden von experimentellen und avantgardistischen Tönen ans Herz gelegt sei.
| Anspieltipp(s): |
egal |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
17.12.2003 |
| Letzte Änderung: |
24.1.2006 |
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Das englische Recommended Records-Label vertreibt seit 2006 die Neuauflagen der THIS HEAT-CDs. Wer vorbestellt, bekommt dazu eine Box und ein umfangreiches Buch. Die CDs sind außerdem remastert, das Debüt von Bullen und Hayward selbst.
Ich war anfangs erstaunt, die Band hier auf den BBS zu sehen. Für mich standen sie immer im Zusammenhang mit dem damaligen Aufkommen der New Wave. Musikalisch bieten sie eben keine ausufernden Keyboard- oder Gitarrensoli, keine langen Epen mit Fantasytexten, sondern sperrige, karge Töne, die in den Gesangsleistungen die Weltuntergangsstimmung eine Robert Wyatt noch mühelos in den Schatten stellen.
Schon der Opener "Testcard" ist gemein, da so leise, das unvorsichtige Hörer, die zu früh den Lautstärkeregler aufdrehen, beim Einsetzen des zweiten Titels "Horizontal hold" mit Hörschäden zu rechnen haben. Dieser Titel beginnt wie eine manische Version von "De Futura", wechselt aber kurz darauf in ein Gebilde zwischen Robert Wyatt und völlig nervösen TELEVISION. Es gibt überdrehte Gitarrenstakkatos und merkwürdige Klänge wie aus einer verschnupften Klarinette, und "Industrialsounds" zu einem merkwürdigen Reggaeriff - bizarr.
"Not waving" bietet genau solche Wellen. Ein leicht dissonanter Schwebeklang aus einer psychedelischen Orgel erinnert an frühe Tangerine Dream und der Gesang später an den schon genannten Robert Wyatt in tiefster Trauer. Auf "Water" experimentieren sie erst mit diversen Gamelanklängen, aber immer hübsch einen Ton nacheinander, bevor sie die volle Breitseite diverser Schlaginstrumente und einen tiefen Blasinstrumententon zum Besten geben, die am Ende von geisterhaften, neurotischen Sirenen tief im Meer abgelöst werden.
"Twilight Furniture" dagegen ist Ethnomusik für urbane Stadtbewohner nach der Endzeitkatastrophe. Trommeln treffen auf Eintongitarre und Trauergesang. Selbige Musik bedient auch "the fall of saigon" mit seinen Indianerdrums zu Zeitlupen-Hendrix-Gitarren. Dazwischen gibt es mit "24 Track Loop", "Diet of Worms","Music like escaping gas" und "Rainforest" bizarre, stark elektronisch geprägte Stücke. Das schon bekannte "Testcard" beendet die CD, so wie sie begonnen hat.
Ich fand diese Aufnahmen schon damals so erfrischend neu, dass mir die "progressive Musik" jener Zeit wie ausgelatschte Schuhe vorkam. Für mich ein Grund, mich stärker mit vielen Bands der "New Wave" zu beschäftigen. Und auch heute noch ein Meisterwerk abseits ausgetretener Pfade.
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
15.1.2006 |
| Letzte Änderung: |
16.1.2006 |
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