Air Cut
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Informationen
Allgemeine Angaben
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| Label: |
Warner Bros. Records |
| Durchschnittswertung: |
8/15 (3 Rezensionen) |
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Besetzung
| Kirby Gregory |
guitar, vocals |
| Eddie Jobson |
keyboards, violin, vocals |
| Sonia Kristina |
vocals, acoustic guitar |
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| Jim Russell |
drums, percussion |
| Mike Wedgwood |
bass, acoustic guitar, vocals, lead vocals on 7 |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
The purple speed queen
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3:20
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| 2. |
Elfin boy
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4:20
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| 3. |
Metamorphosis
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10:30
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| 4. |
World
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1:32
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| 5. |
Armin
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3:16
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| 6. |
U.H.F.
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5:06
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| 7. |
Two-three-four
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4:10
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| 8. |
Easy
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6:45
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| Gesamtlaufzeit | 38:59 |
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Rezensionen

Ab und zu sollte man mal auf Plattenbörsen gehen - gut, dass ich's endlich kapiert habe. Das sieht dann zwar so aus, dass ich endlos in den Kästen wühle und Vergleiche zu meiner eigenen Sammlung anstellen kann, ohne dass mich irgendwas reizt - aber irgendwann fällt dann doch der Blick auf DIE Rarität schlechthin. Das mag zwar erst nach zwei Stunden Wühlarbeit passieren, aber es kann sich lohnen. Genau so kam ich zu dieser CD, von der ich immer gewusst hatte, dass sie eigentlich existieren müsste, die ich aber für meine Sammlung längst abgeschrieben hatte.
Das war aber auch wirklich eine schwere Geburt, diese Scheibe auf eine CD zu bringen: Vor etwa zehn Jahren hatten sich die Labels Castle und Repertoire zwar dafür stark gemacht, dass etliche Alben von Curved Air wieder auf den Markt kamen; sogar eine BBC-Liveaufnahme erschien zu diesem Zeitpunkt, aber ausgerechnet die "Air Cut" blieb außen vor, obwohl sie als erste CD der Band mit dem blutjungen Talent Eddie Jobson einen hohen dokumentarischen Wert hat. Weiß ich, ob das an rechtlichen Vertriebsgründen lag oder woran auch immer: das Teil war jedenfalls nicht zu haben...
...bis neulich auf der Plattenbörse: Gleich drei Exemplare lagen dort herum, bereits 2001 wiederveröffentlicht von einem gewissen Rock-Fever-Label. Dieses Label scheint es mittlerweile auch schon nicht mehr zu geben - es steht zwar eine Webadresse auf dem Cover, aber Tatsache ist, dass mein Computer die Seite nicht gefunden hat. Dennoch: Die Platte ist nun bei mir, und ich kann sie einer näheren Betrachtung für diese Seiten nicht länger vorenthalten:
Altbekannt-rockig stimmt mich das Album ein: "Purple speed queen" ist ein Nachfolger in der "Stretch"-Tradition, typisch Curved Air, wenn auch nicht so originell; es ist im wesentlichen eine Art Signal, das wohl aussagen sollte: "Hört her, wir sind noch da, wenn auch in anderem Line-Up". Allerdings kommen Jobsons kalt einschneidende Keyboards hier schon sehr gut und lassen aufhorchen.
"Elfin boy" ist der erste Geniestreich: leise, fast minimalistisch geben uns Akustikgitarre und Jobsons hinter-hältige (im positivsten möglichen Sinne!) Elektronik einen verhaltenen Spieluhr-Rhythmus an, in dem sich die subtilen Nuancen von Sonias Stimme perfekt entfalten können. Mich erinnert der Song ein wenig an die morbid-romantische Stimmung von Uriah Heep's "Come away, Melinda".
Der kreative Kern des Albums ist zweifellos das zehnminütige "Metamorphosis": zwar ist der Stil Anno 73 nicht mehr so neu; für Curved Air aber schon: Wir haben es hier mit Anleihen bei Renaissance zu tun (vor allem in den Piano-Arrangements und den Vokalharmonien), dazwischen gibt es dann noch einen Marschrhythmus (wie er später Prog-typisch werden sollte, es aber zu der Zeit noch nicht so war) und nach einem ruhigen Klavier-Intermezzo einen vermeintlichen Schlussteil, der in etwa so bombastisch-getragen daherkommt wie z.B. Pink Floyds Finale von "Saucerful of secrets" oder "Alan's psychedelic breakfast" (ich nenne absichtlich so alte Beispiele, die Curved Air bekannt gewesen sein dürften; später wurde so was freilich zum Topos, mit dem so mancher Prog-Longtrack enden musste). Aber hier ist dieser Schluss nicht wirklich einer, denn er mündet schließlich noch einmal in den genannten Marschrhythmus, der das Stück dann zum Ende bringt. Heute reißt dieser Track wohl keinen mehr vom Hocker, aber für Curved Air (und besonders für Jobson, der das Stück zusammen mit Sonia geschrieben hat) war er sicherlich eine außergewöhnlich starke Nummer.
Zur Entspannung nach dem Longtrack gibt's dann erst mal für anderthalb Minuten einen sympathischen kleinen Slapstick-Song - nicht weltbewegend, aber schön.
Dann folgt "Armin" ein Instrumentalteil das anscheinend unter Zuhilfenahme von rockigen Gitarrenläufen die "Vivaldi"-Tradition wiederaufnimmt: Rhythmus und Violineinsatz lassen an kaum etwas Anderes denken. Das Stück ist zwar nicht schlecht, aber an Jobsons Stelle hätte ich wohl wenig Freude dabei empfunden, denn Jobson ist nicht Darryl Way und muss auch nicht so tun, aber der war da ja immerhin erst 17 Jahre alt, und außerdem schreien Blockbuster-Erfolge nach Sequels, was eine solche Einlage wahrscheinlich unvermeidbar machte.
Nun beginnt der schwache Teil des Albums: "U.H.F" ist eine angerockte Musicalnummer mit dürftiger Entschuldigung für eine Hookline, die man sich schon nach der ersten Reprise überhört; da kann auch die gesägte Violine keinen Prog vortäuschen, und der instrumentale Mittelteil ist schnell als reine Verzögerungstaktik erkennbar, die dem Song rein gar nichts bringt.
"Two-three-four" ist noch schlimmer: banaler Schunkelrock zum Bier mit maskulinen Vocals; nichts hätte auf dieser CD überflüssiger sein können: wer will schon einen Männergesangverein hören, wenn er die Stimme von Sonia Kristina haben könnte? Das ist wieder so eine dieser Song-Krücken, wie sie damals gern auf zweiten LP-Seiten gegen Ende versteckt wurden.
Der Schluss der CD ist aber noch mal gut: "Easy" wurde von Sonia allein geschrieben, und die Dame macht dabei einen ziemlich guten Job. Ich hab mal in die älteren Booklets geschaut und recherchiert, dass dieser Song ihr erster komplett selbstgeschriebener bei Curved Air war. Wäre er nicht rock-typisch instrumentiert, könnte man ihm fast eine leicht soulige Stimmung attestieren; dieser Eindruck rührt nicht zuletzt auch daher, dass er einen Refrain bietet, der nicht langweilig wird und völlig zurecht in mehrstimmigem Vokalarrangement das Album abschließt.
Ja, und sonst? Das Album hat Schwächen, aber man muss es einfach haben, wenn man je auf Curved Air stand und mit dem Namen Eddie Jobson was Positives verbindet. Also macht?s alle wie ich und geht immer fleißig auf Plattenbörsen...:-)!
| Anspieltipp(s): |
Metamorphosis; Elfin boy |
| Vergleichbar mit: |
Eddie Jobsons weiterem Werdegang... |
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| Veröffentlicht am: |
24.6.2004 |
| Letzte Änderung: |
27.10.2012 |
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Quasi runderneuert präsentieren sich hier Curved Air, von der Urbesetzung blieb nur Sonja Kristina übrig, dafür begann mit dem 18jährigen Eddie Jobson (laut AMG) und dem 19jährigen Kirby + neuem Drummer eine Frischzellenkur.
Weg vom klassizstisch angehauchten Sound der Monkman/Way-Ära hin zu mehr Rock, so könnte man die Wandlung kurz umschreiben. Zwischendrin gibt es dann etwas Folkbeeinflußtes mit "Elfin boy", bei dem aber Jobson im Hintergrund leise kalte Synthies & Violine flirren läßt. "Two-Three-Four" ist in meinen Augen nicht ganz so schlimm, wie mein Vorschreiber ihn findet, im ersten Moment dachte ich sogar, ich höre eine eingängige Single von Roger Daltrey, so ähnlich ist die Leadstimme dem Who-Sänger. Bestes Stück ist für mich der letzte Track, der eine gelungene Symbiose des alten Stils mit den neuen Rockeinflüssen ist. Im Vergleich mit dem "Nachlass" der Besetzung "Lovechild" ist dieser aber imho schlechter.
Was die CD aber wieder runterzieht ist die Soundqualität, ich weiss nicht, wie die Zusagen der WEA waren, aber diese CD ist lieblos von einer Platte kopiert, gerade in den ruhigen Stücken rauscht es merklich und manche leichte "Echoeffekte" treten auf, wie alte Vinylfreaks sie kennen, wenn unter der Nadel zu viel Staub sitzt.
So kann man nur hoffen, dass auch diese Platte mal vom Mastertape überspielt wird. Wer sie preiswert findet und mehr Rock vertragen kann, sollte zumindest reinhören. Hätten sie aus dieser und den Lovechildaufnahmen die besten Tracks genommen, wäre das eine wirklich klasse LP geworden.
| Anspieltipp(s): |
The purple speed queen, Easy. Elfin boy |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
18.7.2004 |
| Letzte Änderung: |
15.2.2006 |
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Schon komisch, wie die Bands das damals machten. 1972 wechselte die Besetzung bei Renaissance komplett, 1973 wollte Curved Air diesem Vorgehen anscheinend in Nichts nachstehen und wechselte ebenfalls schonungslos aus, nur Sängerin Sonja Kristina blieb vom ursprünglichen Line-Up übrig. Nun, dieses Wechselspiel brachte auch eine Veränderung in der Musik mit sich, denn „Air Cut“ ist deutlich rockiger geworden, als alle Vorgänger-Alben der Band.
Rockig wird mit „The Purple Speed Queen“ in das Album eingeleitet und genauso rockig wird der Hörer auch durch „Easy“ wieder entlassen. Dazwischen befinden sich sechs Titel, die bis auf „Metamorphosis“ nur sehr begrenzt etwas mit progressiver Rockmusik zu tun haben. „U.H.F.“ ist im Grund genommen genau wie „Two-Three-Two“ ebenfalls ein Rock-Lied, weist allerdings einen sehr interessanten und sphärischen Mittelteil auf. Ist dieser allerdings vorbei, so ist auch der Zauber des Liedes verflogen. Das kurze „World“ erinnert so ein wenig an Western-Saloon-Musik und „Elfin Boy“ driftet tatsächlich stark in die Folk-Ecke. Joan Baez hätte für diesen Song Patin stehen können. Das Ganze klingt sehr schön und eindringlich und ist eine richtig gute Nummer geworden.
Letzteres gilt ebenfalls für „Armin“. Klar, hier schimmert „Vivaldi“ vom Debut-Album durch. Rockig klingt es, unterfüttert mit dem sehr schnellen Violinen-Spiel des Eddie Jobsen. Und wenn dieser mal etwas innehält, gibt es ein wirklich gelungenes Gitarren-Solo zu hören. Einfach gelungen. Diese Aussage gilt noch ein wenig mehr für das Hauptstück von „Air Cut“, wenn man durch die Länge von Liedern überhaupt auf so etwas schließen darf. Bei „Metamorphosis“ sind alle Zutaten eines Liedes progressiver Machart vorhanden. Sehr melodische Parts, treibende Abschnitte, Rhythmus- und Taktwechsel, viele verschiedene Instrumente, die sich in ihrer Wertigkeit für den Moment abwechseln und jede Menge guter Ideen. Ein klasse Titel, sehr abwechslungsreich und mitreißend.
Fazit: Progressiven Rock hört man auf „Air Cut“ nicht mehr so viel. Aber diesbezüglich wird der Hörer durch „Metamorphosis“ bestens entlohnt. Der Rest schwebt da so irgendwo im Raum zwischen Pop mit starker Tendenz zum Rock. Richtig schlecht ist dabei nichts und die Höhepunkte der Platte lassen das Album auch zu einer lohnenden Investition werden. Der Sound ist übrigens auf der Veröffentlichung von Repertoire Records, die es im Moment für ganz kleines Geld gibt, sehr gut remastert und hörenswert.
| Anspieltipp(s): |
Elfin Boy, Metamorphosis, Armin |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
15.1.2013 |
| Letzte Änderung: |
15.1.2013 |
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