The Universe Will Provide
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Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
| Mike Keneally |
Electric & acoustic guitar, electric piano, composition, orchestration |
| Metropole Orkest |
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| Jurjen Hempel |
Conductor |
| Chris Opperman |
Orchestration |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Blues 68
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1:52
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| 2. |
All Of Them Were Quiet
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6:12
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| 3. |
Room
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6:01
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| 4. |
Insert Here I
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0:39
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| 5. |
Archaic Peace Strategies
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2:58
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| 6. |
Four Slices Of Toast
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11:45
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| 7. |
Mwah^2
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1:43
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| 8. |
Worrywart Spoonguy
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5:55
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| 9. |
When Drums Dream
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1:04
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| 10. |
Insert Here II
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0:34
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| 11. |
Not Just Flutes
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4:47
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| 12. |
Quiet?
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1:24
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| 13. |
Bullies
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6:46
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| Gesamtlaufzeit | 51:40 |
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Rezensionen

Die Kombination von Rocksound und Orchester ist mittlerweile schon so oft und in so unterschiedlichen Konstellationen erprobt worden, ein "Experiment" ist das schon lange nicht mehr. Vom Showrockspektakel bis hin zu atonaler Klangwerkerei hat man längst alles versucht, nicht zuletzt im Progbereich. Davon kann man sich leicht überzeugen, indem man auf den Babyblauen Seiten Alben der Kategorie "mit Orchester" sucht. (Die entsprechende Abfrage ergibt zur Zeit - Juli 2004 - über 90 Treffer.)
Nun steigt also auch Ex-Zappa-Gitarrist Mike Keneally ins orchestrale Geschäft ein. Das Projekt "The Universe Will Provide" stieß Co de Kloet von der niederländischen Radiostation NPS an, der Keneally veranlasste, eine Komposition für das Holland-Festival anzufertigen. Zur Seite stand dem Meister dabei Chris Opperman, der vor allem als Partitur-Ersteller und Orchestrator fungierte, ab und zu aber auch kompositorische Ideen einbrachte.
Soweit erstmal die Fakten.
Nach den ersten Hördurchläufen saß ich jedesmal ziemlich ratlos da. Und um die Pointe gleich vorwegzunehmen: Dabei ist es im Wesentlichen auch geblieben. Mein Eindruck war der einer ziemlich unsortierten Mischung musikalischer Einfälle, verteilt auf eine Folge längerer Tracks, mehrfach unterbrochen von sehr kurzen, impressionistischen Zwischenspielen. Das Orchester wird dabei in der Regel eher unromantisch behandelt, Keneally schwelgt nicht im 19. Jahrhundert. Im Gegenteil - bisweilen meint man fast, eine Bigband zu hören, wobei die Arrangements sich aber gern mal in freejazzige Passagen auflösen. Der Blues - ziemlich rationalistisch verwendet - ist ebenfalls ein großer Einflussfaktor. Zwei, drei Stücke kommen zudem recht riffig daher, leicht hörbar, allerdings auch ohne großen Schwung. Die Gitarre wird in den unterschiedlichsten Klangfarben und Stimmungen, elektrisch und akustisch, manchmal dominierend, manchmal sehr unauffällig eingesetzt.
Mitreißend fand ich dabei wenig, das Schlagzeug hat mich z.T. sogar ein bisschen genervt. Schlimmer noch: Es gibt Passagen, da franst die Musik zerstreut vor sich hin, so dass man nicht viel zum Zuhören hat, und erst die nächste Fortissimo-Stelle lässt einen wieder hochschrecken. Damit´s aber kein Missverständnis gibt: Keneally hat keine Rockmusik fürs Kaffehausorchester geschrieben. Er arbeitet weder mit süßlichen noch mit simplen Mitteln. Aber gepackt hat es mich eben nicht.
Nun fragt man sich als Hörer ja manchmal: Habe ich´s bloß nicht verstanden? Fehlt mir der Schlüssel? Und da ist es verdienstvoll, dass Keneally nicht mit Hintergrundinfos zu dem Projekt geizt. Auf seiner Webseite
gibt es ausführliche Anmerkungen, die ich auch alle aufmerksam gelesen habe. Doch leider - seitdem fremdele ich noch mehr mit der Platte als vorher:
Die allgemeine künstlerische Idee (also nicht die konkrete kompositorische Anlage), die Keneally bezüglich TUWP andeutet, erscheint mir wenig durchsichtig. Er habe - so sagt er - die Musik als eine Art Geschenk an sich selbst als achtjährigen Jungen auffassen wollen, als etwas ähnlich Faszinierendes wie der Eindruck, den einst u.a. "2001 - A Space Odyssey" auf ihn als Achtjährigen gemacht habe. Was immer in diesem nebelhaften Gedankenspiel stecken mag, es sagt mir nichts, und ich kann die Musik, die ich höre, auch nicht darauf beziehen, allenfalls ein paar musikalische Zitate.
Was die eigentliche Komposition angeht, so beschreibt Keneally den Zeitdruck, unter dem er und Opperman standen, denn das ganze Werk musste innerhalb weniger Monate (Ende 2002/Anfang 2003) geschrieben werden. Sicherlich keine günstige Konstellation für jemanden, der sich erstmals an ein Werk für Rockinstrumente und ein 50köpfiges Orchester heranwagt. Mit aus diesem Grund griff Keneally auch an drei Stellen auf älteres Material zurück, und zwar bei "Room", "Worrywart Spoonguy" und "Bullies".
Eine Komposition aus einem Guss war insofern bei TUWP von vornherein nicht zu erwarten. Und ich kann mir nicht helfen, trotz aller Begeisterung, mit der Keneally über die Arbeit an dem Projekt berichtet, man hat doch den Eindruck, dabei weniger über einen Kompositionsvorgang unterrichtet zu werden, als vielmehr darüber, wie man es schafft, auf effektive Weise und binnen kurzer Zeit Material für eine Auftragsarbeit zusammenzukriegen. Nachdem ich das Ganze gelesen hatte, schien es mir meinen Höreindruck jedenfalls auf ungewollte Weise zu bestätigen (aber man sollte sich anhand von Keneallys Notizen natürlich möglichst selbst ein Bild machen).
Das Stück, das mir auf TUWP am besten gefällt, ist der letzte Track "Bullies". Es gibt auch sonst immer wieder interessante Passagen. Aber insgesamt erkläre ich mich als Rezensent für frustriert. Mike Keneally ist ein außergewöhnlicher Musiker, der einem auf hohem Niveau viel Spaß machen kann. Aber bei dieser CD springt der Funke auf mich nicht über.
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
21.7.2004 |
| Letzte Änderung: |
21.7.2004 |
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Ralf J. G. hat leider recht: der Funke will bei "The Universe Will Provide" auch bei mir nicht so recht überspringen. Immerhin gibt es einige nette Stellen, u.a. eine schöne Soli, natürlich vor allem von Keneally an der Gitarre, aber auch z.B. von Violine und Posaune.
Der größte Schwachpunkt des "Werkes" (so muss man ein dermassen ambitioniertes Unterfangen wohl nennen) ist für mich aber folgender: die Möglichkeiten eines vollen Symphonie-Orchesters werden nur ansatzweise ausgenutzt. Viele Passagen klingen mehr nach einer (Jazz-)Rockband, die von einem ausgedehnten Bläsersatz begleitet wird. Andere nach einer (Jazz-)Rockband, bei der ein paar Streicher mitspielen. Natürlich ist die Frage, ob ein Rockmusiker, der eine Orchester-Suite schreibt, überhaupt so komponieren sollte, wie es ein klassischer Komponist tun würde, ob es nicht ehrlicher ist, seine Herkunft erst gar nicht zu verleugnen und sich eine Aufgabe zu stellen, die auch lösbar ist, nach dem Motto: "Schuster, bleib bei deinen Leisten." Denn allzu oft endet der anderweitige Ansatz in entweder ambitionierter, aber letztlich gescheiterter, weil gekünstelter Schrägheit oder - siehe Tony Banks' "Seven" - gepflegter Schönklang-Langeweile.
Für mich als Hörer ist es dennoch frustrierend, dass "The Universe Will Provide" so zahm und unaufregend bleibt. Ich muss zugeben: von Mike Keneally hatte ich mir mehr erhofft.
Das Metropole Orkest hat übrigens schon mit weiteren elektrischen Gitarristen zusammengearbeitet, etwa Steve Vai und Vernon Reid. Ich weiss aber nicht, ob von diesen Kompositionen auch Veröffentlichungen geplant sind.
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
Frank Zappas orchestrale Nummern, etwa "Orchestral Favorites" |
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| Veröffentlicht am: |
21.7.2004 |
| Letzte Änderung: |
21.7.2004 |
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