Aranis
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Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
| Linde De Groof |
Violin, Vocals |
| Liesbeth Lambrecht |
Violin |
| Marjolein Cools |
Accordion |
| Axelle Kennes |
Piano |
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| Stijn Denys |
Guitar |
| Jana Arns |
Flute, Vocals |
| Joris Vanvinckenroye |
Double Bass |
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Gastmusiker
| Edwin Vanvinckenroye |
Violin, Vocals (Track 6) |
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| Dick Van Der Harst |
Selmer Guitar (Track 7) |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Indrigo
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6:02
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| 2. |
Jona
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4:16
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| 3. |
Vuur
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6:52
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| 4. |
Yosu
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5:27
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| 5. |
Oyma
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6:07
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| 6. |
Zilezi
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15:13
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| 7. |
Questosteron
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4:29
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| 8. |
Pantra
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5:36
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| 9. |
Labyrinth
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4:02
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| 10. |
Wespengraf
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4:49
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| Gesamtlaufzeit | 62:53 |
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Rezensionen

Belgien ist offenhörlich ein gutes Pflaster, was ungewöhnliche Klänge im Grenzbereich von Rock, Jazz, Klassik und Avantgarde anbelangt. Gruppen wie Univers Zero, Present, Cro Magnon, X-Legged Sally, Aksak Maboul und Finnegans Wake, oder das Soloschaffen von Musikern wie Daniel Denis, Henry Krutzen, Pierre Vervloesem und Jan Kuijken haben in diesem Bereich Glanzpunkte gesetzt und gehören zu den wichtigen Formationen und Musikern, die mit oder nach dem Ende des klassischen Progs der 70er neue Ansätze und Konzepte für wirklich progressive Rockmusik gefunden und umgesetzt haben. Aranis ist eine junge, erfreulich gemischtgeschlechtlich besetzte Formation aus dem kleinen Land, welche beeindruckend diese belgische Tradition fortsetzt.
"Acoustic chamber rock" steht (inzwischen: stand) da auf der Internetseite der Band gleich zu Beginn zu lesen. Und das ist auch die treffendste Kurzcharakterisierung dieser Musik. Mit rein akustischen Instrumenten - vornehmlich Violine, Kontrabass, Klavier, Akkordeon, Akustikgitarre und Querflöte -, ohne Schlagzeug oder anderweitige Perkussion, musiziert das belgische Septett auf seinem Debütalbum. Trotzdem rockt das Ganze ordentlich und gelegentlich gibt es einige ziemlich heftige, fast wüste Ausbrüche. Einen sehr farbigen, durch die Streicher und das Akkordeon flächig verwobenen, Kammerrock spielen die Belgier, gelegentlich versehen mit etwas Gesang und rhythmisch vorangetrieben von Piano und Kontrabass. Das Ergebnis ist ein sehr dichtes und spannendes Klanggefüge, in dem sich selten eines der Instrumente solistisch in den Vordergrund spielt und die klangliche Dominanz ständig wechselt, von den Violinen zum Akkordeon, vom Akkordeon zur Flöte, von der Flöte zur Gitarre, von der Gitarre zum Piano. Sehr abwechslungsreich ist diese Musik, ausgesprochen klangvoll und stellenweise beeindruckend intensiv.
Vergleiche? Nun, die frühen Einspielungen von Univers Zero ("1313") sind ein Ansatzpunkt, allerdings ohne die elektrischen Zutaten und mit einer viel luftigeren, tänzerischen Atmosphäre. Auch die belgischen Kollegen von Louise Avenue um Jan Kuijken haben ähnliche Musik gemacht, setzen allerdings viel stärker Blasinstrumente ein und sind jazziger ausgerichtet. Henry Krutzens "Play la chance" fällt mir noch ein, die Amerikaner von Far Corner und natürlich Rachel's. Letztere haben eine ähnlich klassisch geprägte Ensembleausrichtung und integrieren in ihrer Musik deutliche Postrock-Einflüsse. Auch bei Aranis lassen sich solche Ausmachen. Verschiedene repetitiv dahintreibende Abschnitte, die sich langsam aber unaufhörlich, zu einem fast brachialen Klimax steigern (im langen "Zilezi" z.B.), erinnern an Werke der führenden Postrock-Bands, z.B. an die frühen Einspielungen von Godspeed You Black Emperor!, als dort die Streichinstrumente noch eine gewichtigere Rolle spielten ("f#a#oo").
Aranis bieten aber noch mehr. Das kraftvolle Akkordeonspiel von Marjolein Cools bringt den Geist von Astor Piazzolla in diese Musik, die dadurch stellenweise zu einem Kammerrock-Tango gerät, leidenschaftlich und hypnotisch zugleich. Stijn Denys Akustikgitarre bewegt sich gelegentlich in Flamenco-Gefilde und setzt damit weitere, südländische Klangtupfer. Im Gegensatz dazu stehen sehr filigrane, melancholische und zerbrechliche Stellen, in denen manchmal der seltene Gesang erklingt und in denen mitunter die Violinen bzw. die Flöte folkloristische, mittelalterlich wirkende Melodien anstimmen. Ab und an wird es auch etwas experimenteller, schrubbt der Bass heftig dazwischen oder fiedeln die beiden Violinen schräg durcheinander. Trotzdem ist die Gesamtausrichtung der Musik durchaus melodisch und das Zuhören ist auch für Hörer kein Problem, die sich nicht mit avantgardistischen oder modern-klassischen Klängen zu beschäftigen pflegen.
"Aranis" bietet, trotz der - vor allem für vom Rock kommende Proghörer - auf den ersten Blick nicht so aufregend erscheinenden Besetzung, ausgesprochen bewegende und abwechslungsreiche Musik, die die Welten der klassischen Kammermusik und des Rock zu einem überzeugenden, stimmigen und vor allem sehr beeindruckenden Ganzen vereint. Kurz: Ich bin begeistert!
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
6.5.2006 |
| Letzte Änderung: |
14.10.2010 |
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Die belgische Formation Aranis steht schon länger auf meiner Beobachtungsliste, die FreakParade im November 2008 bot dann endlich die Gelegenheit, die Band kennenzulernen und ihre Tonträger zu erwerben. Und da muss ich nun doch einen winzigen Tropfen Wasser in den köstlichen Wein gießen. Aranis sind nämlich dann hervorragend, wenn sie entweder avantgardistische Klanggebilde erschaffen, oder wenn sie minimalistisch dahin mäandernde Klangströme hervorbringen, die sich Postrock-artig langsam aufbauen. Leider gibt es aber hin und wieder auch etwas arg schöngeistige Passagen, bei denen sich mit der Zeit ein herzhaftes Gähnen aufzubauen beginnt; erfreulicherweise wird dieses dann aber doch jedes Mal im Keim erstickt, wenn diese Passagen wieder spannenderen Klängen Platz machen.
Ach ja, was mir auch etwas sauer aufstößt, ist der schwachbrüstige Gesang im letzten Drittel von Zilezi, der sich zu allem Überfluss noch in eine Art Schreien zu steigern versucht. Aua! Schade, das vergällt mir die Freude an diesem ansonsten wunderbaren Stück etwas.
Das sind aber letzten Endes nur Kleinigkeiten, und niemand sollte sich deswegen vom Erwerb dieser CD abhalten lassen.
| Anspieltipp(s): |
Labyrinth |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
8.11.2008 |
| Letzte Änderung: |
8.11.2008 |
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