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Toxic Smile

In Classic Extension (DVD)

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2006
Besonderheiten/Stil: mit Orchester; DVD; Progmetal; RetroProg
Label: B´Side Music
Durchschnittswertung: 13/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Marek Arnold Piano, Clarinette, Saxofon
Robert Brenner Bass
Larry B. Gesang
Antonius Grützner Schlagzeug
Uwe Reinholz Gitarre

Gastmusiker

The Toxic Extension Orchestra
Vocalgruppe Condé Gesang

Tracklist

Disc 1
1. Voix du passé 3:25
2. Horns 2:36
3. Fall down 5:39
4. Confidence 5:02
5. Escape 5:35
6. O.T. 9:23
7. Cold run 5:47
8. JB 3:02
9. Thought away 4:48
10. Steps back 5:18
11. Pyramid 6:19
12. Could it be 5:39
13. Medley 9:47
Gesamtlaufzeit72:20


Rezensionen


Von: Dirk Reuter @ (Rezension 1 von 4)


Ich war an jenem denkwürdigen Abend dabei, und wer sich die Stuhlreihen im großen Saal des Schlosses Waldenburg anschaut wird erkennen, dass das, bedingt durch die sehr eingeschränkten Sitzmöglichkeiten, nicht viele von sich behaupten können.

Toxic Smile goes Classic? Nein, die Band macht gerade nicht den Fehler, der uns zum Beispiel aus den "Nokia Night of the Proms" bekannt ist, ihre Stücke vor einem pseudoklassischen Hintergrund zu präsentieren, der die Orchestermusiker zu reinen Statisten degradiert. Im Gegenteil, sie macht alles richtig und arrangierte die Stücke der beiden Studioalben so hervorragend neu, dass hier das Orchester ganz im Sinne der musikalischen Darbietung durch die "Rocker" ergänzt wird. Alle Musiker spielen akustische Instrumente, was aber nicht gleichzeitig zu einem Verlust an Power führt. Stücke wie "O.T" oder "Pyramid" erhalten eher noch mehr Drive und man glaubt gar nicht, dass die Songs mal ganz anders konzipiert waren, so natürlich und selbstverständlich klingt die Interaktion "Prog / großes Orchester". Ach ja, nicht zu vergessen, ein vierköpfiges Vokalensemble bietet den stimmigen stimmlichen Background für Larry B´s Gesang, der auch live nichts von seiner durch die Studiowerke bekannten Kraft verliert.

Visuell bietet die DVD für eine derart kleine Produktion gestochen scharfe Bilder, als einzige künstlerische Spielerei - die genau deshalb nie aufgesetzt wirkt - einen mehrfachen Wechsel zwischen farbigen und schwarz-weißen Aufnahmen sowie jede Menge glücklicher Gesichter im Publikum. Nie habe ich einen Konzertmitschnitt gesehen, bei dem so viele vor Freudentränen (keine Übertreibung!) strahlende Augen zu sehen waren wie hier. Der Abspann bietet dann noch ein witziges "Making of" und lässt mich mit der Erkenntnis zurück, dass ich von diesem Konzert jede Menge mehr vertragen hätte als die hier gebotenen 78 Minuten.

Ein glänzender Abend wurde hier würdig auf DVD verewigt. Große Verbeugung vor allen Beteiligten.

Anspieltipp(s): Durchhören und -sehen
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 4.11.2006
Letzte Änderung: 4.11.2006
Wertung: 13/15
Diese Wertung ist der Versuch von Objektivität. Für mich persönlich eine klare 15 !

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Von: Thomas Kohlruß (Rezension 2 von 4)


Ich muß zugeben, ich bin etwas neidisch auf den Kollegen Dirk, der diesem Konzert livehaftig beiwohnen konnte. Nun, das war leider nur wenigen geladenen Gästen vergönnt, alle anderen müssen sich mit dieser DVD behelfen.

Wenn Dirk schreibt, dass die DVD aber immerhin die Magie dieses Abends gut wiedergibt, dann will ich ihm das gerne glauben. So ein bisschen glaube ich das beim Sehen und Hören dieser DVD auch zu spüren. Und Magie scheint es an diesem Abend einige gegeben zu haben, das Konzert liegt ja nun schon etwas zurück und doch kann man den Worten Dirks die Begeisterung immer noch ansehen.

Toxic Smile spielen ihre Kompositionen im klassischen Rahmen. Geboten werden im Schwerpunkt Titel aus dem letzten Studio-Album "RetroTox Forte", aber auch älteres Material kommt, vor allem im "Medley", zu Gehör. Dererlei Versuche gabs ja schon einige und nur wenige waren von Erfolg gekrönt. Normalerweise wird in diesen Fällen das Orchester ja meist als großes Keyboard mißbraucht und die Rock-Band spielt mit elektrischen Instrumenten mehr gegen das Orchester an, als das es zu einem Miteinander kommt. Toxic Smile hingegen werden "einfach" Teil des Orchesters und spielen ihre Parts auf akustischen Instrumenten. Okay, Drummer Grützner nimmt natürlich aufgrund der Wucht seines Instruments schon eine Sonderstellung ein. Was vor allem bei "Pyramid" deutlich wird, wenn er das Orchester sozusagen vor sich her treibt ;-)

Der Ansatz der Verschmelzung der Band mit dem Orchester hat sicherlich den Vorteil, dass es hier kein uninspiriertes Nebeneinanderherspielen gibt. Die Rock-Kompositionen wurden auch arrangementtechnisch auf das neue Umfeld abgestimmt, was tatsächlich zu ganz neuen Aspekten führt. Das funktioniert beispielsweise beim Instrumental "O.T." oder beim heftigen "Pyramid" (welches ja auch schon in der Albumversion ein Streicherintro hatte) ganz hervorragend und es entstehen sozusagen Edel-Sympho-Rocker im Klassik-Akustik-Gewand. Das ist zwar wahrscheinlich immer noch der Horror für "echte" Klassik-Hörer, aber schon ein Ohrenschmaus für sinfonische Rock-Möger.

Titel, die ohnehin schon so eine Klassik-Anmutung hatten, verlieren allerdings in diesem Umfeld schon deutlich. Am ärgsten trifft das "Confidence In Deception", welches leider zur gepflegten Langeweile mutiert.

Larry B.s Gesang, von mir ja meist als einen Tick zu "weich" empfunden, paßt in dieses Umfeld nahezu perfekt. Dazu kommen noch die geschmackvollen Einlagen der Vokalgruppe Condé, welche die gebotenen Gesangseinlagen abrunden.

Das Bild ist für heutige Gewohnheiten fast schon zu ruhig. Es gibt nur wenige Wechsel in den Kamerapositionen und schon gar keine harschen Schnitte, was sehr wohltuend für das Auge ist und außerdem auch gut zur gesamten Atmosphäre passt. Die Schwenks über das Publikum zeigen ergriffene Mienen... Die technische Ausstattung der DVD ist für so ein Untergrund-Produkt in Ordnung, Ton und Bild sind ordentlich, wenn man auch auf Extras wie Surround-Sound verzichten muss.

Insgesamt ein gelungener Versuch den kraftvollen ProgRock von Toxic Smile mal in einem anderen Gewand zu präsentieren und sicherlich ein nettes Schmankerl für die Fans. Das erinnert mich schon an den gelungensten Versuch in dieser Richtung, den ich kenne, nämlich die "Bootleg Symphony" von After Crying. Allerdings muß ich zugeben, dass ich Toxic Smile lieber als handfeste Rocker höre und von daher hoffe, dass das nächste Album wieder ein Kracher vor dem Herrn wird ;-)

Anspieltipp(s): ...muß man in einem Hören & Sehen!
Vergleichbar mit: After Crying - Bootleg Symphony
Veröffentlicht am: 5.11.2006
Letzte Änderung: 26.11.2006
Wertung: 10/15

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Von: Thoralf Koss @ (Rezension 3 von 4)


Nun gut, ich muss es wohl vorab zugeben: Ich war dabei!

Nun gut, ich muss es ebenso zugeben: Ich war überwältigt!

Nun gut, ich muss es letzten Endes zugeben: Alles, was jetzt kommt, sind die subjektiven Eindrücke eines Typen, der mit hohen Erwartungen zu einem Konzert ging - und der danach unwiderruflich wusste, dass seine Erwartungen nicht nur erfüllt worden waren, sondern dass er das faszinierendste Konzert seines bis dahin 41-jährigen Lebens gesehen hatte.

Nun gut, ich muss als allerletztes auch noch zugeben, dass diese "Heulsuse", die da beim DVD-Mitschnitt einmal kurz (oder aus meiner Sicht viel zu lang ;-) mit offensichtlichen Tränen in den Augen zu sehen ist, ICH war!

Und wie es dazu kommen konnte, will ich euch am besten hier beschreiben!

Toxic Smile & Orchester in Schloss Waldenburg (05.03.2005)

Wie beschreibt man wohl ein einzigartiges Konzerterlebnis, ohne ihm etwas von seiner Einzigartigkeit zu nehmen?

Vielleicht indem man einfach die Fakten benennt: Am ersten, noch immer verschneiten Samstag im Monat März des Jahres 2005 luden die "Könige" des ostdeutschen Progs, Toxic Smile, eine Schar von etwa 50 Freunden und Fans auf "ihr Schloss" nach Waldenburg ein. Der Grund dafür war ein außergewöhnliches Projekt, das auf DVD und Audio-CD festgehalten werden sollte.

Diese Projektidee erschien anfangs aus finanziellen und künstlerischen Gründen als fast unmöglich, denn im Schloss-Saal sollte ein akustisch-progressives und zugleich klassisches Konzert mit Band, Orchester und Chor aufgeführt werden, das völlig neu bearbeitete und arrangierte Toxic-Smile-Titel zum Inhalt hatte. Doch nun, nach anderthalb Jahren Vorbereitung, war es tatsächlich so weit.

Am Dirigentenpult nahm Paul Momberger von der Neuen Philharmonie Frankfurt/Main Platz, um die Band sowie das Orchester, das sich größtenteils aus Studenten und Absolventen der Musikhochschule Weimar zusammensetzte, und das Vokalensemble Condé, das durch die musikalische Eröffnung der letzten TS-CD "RetroToxForte" den Fans natürlich bekannt war, anzuleiten.

Neben Paul Momberger führte auch Larry B., ein wirklich toller Sänger (der nun sogar bei der Stern-Combo Meissen hinterm Mikro steht!!!), durch dieses Konzert und bewies so endgültig, wie wert- und wundervoll seine Stimme und Ausstrahlung für die Band ist. Auch offenbarte der neue Schlagzeuger Antonius mit seiner musikalischen Feuertaufe, dass er genau der richtige Nachfolger des so überraschend aus der Band ausgestiegenen Daniel Zehe ist. Bereits beim ersten Ton wurde allen Zuhörern klar, dass Toxic Smile nicht den Fehler vieler anderer Bands beging, die einfach ein Orchester auf ihre Musik abzustimmen versuchte, sondern dass völlig neu arrangierte und teilweise bis zu einer anfänglichen Unkenntlichkeit veränderte Prog-Klassik-Versionen ihrer Titel entstanden waren. Auch verzichtete die Band völlig auf elektronisch verstärkte Instrumente - wie E-Gitarre, E-Bass & Keyboards - und griff stattdessen auf deren akustischen Vorfahren zurück: Robert Brenner strich & streichelte den Kontrabass, Uwe Reinholz war auf die Konzert-Gitarre umgestiegen, während Marek Arnold am Piano, Saxofon und Klarinette die Verantwortung übernahm und sogar Sänger Larry B. einige Male zur akustischen Gitarre griff.

Das Vokalensemble Condé eröffnete mit "Voix du Passé", einer neu bearbeiteten und deutlich längeren Version als auf CD, den Abend - und als dann die Streicher und Bläser die Initiative übernahmen und die Band völlig integriert ihren Teil an den Instrumenten dazu beisteuerte, entstand in dem prunkvollen Schloss-Saal eine Atmosphäre, die kaum zu beschreiben ist. Mir fällt in diesem Moment nur das Wort WUNDERvoll ein!

Und diese Aura ließ einen während des gesamten Konzerts nicht los, ob bei "Escape", "Could It Be", "Steps Back" oder "O.T.", bei dem sogar der Dirigent voller Leidenschaft dem Orchester applaudierte, das sich dermaßen in einen Rausch gespielt hatte, dass man Angst um die Instrumente und den Verstand der Musiker (und Zuhörer) bekommen musste. Auch gab es mit "Cold Run", einem schon älteren, aber noch nie auf CD erschienenen, balladesk beginnenden und sich ins fast Unendliche steigernden Titel und "A Thought Away", einem mächtig angejazzten und fantastisch gesungenen Titel, zwei Tonträger-Debuts zu hören. Zwar kann man bei diesem Konzert nicht von einem Höhepunkt sprechen, da jeder einzelne Titel ein solcher war, aber es gab da einen Titel an diesem Abend, der wohl durch göttliche Fügung und ein technisches Aufnahmeproblem noch ein zweites Mal gespielt werden musste. Dieser Titel ließ mir einen Schauer den Rücken hinunter laufen und, so ungern ich es zugebe, er trieb mir bei der ersten wie auch zweiten Darbietung Tränen in die Augen. Wortwörtlich könnte man ihn jetzt als ein Art doppeltes (also bauliches & musikalisches) Weltwunder bezeichnen: "Pyramid"!

Mit einem Medley verschiedener TS-Titel, in dem alle Musiker ihr Bestes gaben und zum vollen Einsatz kamen, ging dann dieser Abend und das wahrhaft schönste Konzerterlebnis meines 41jährigen Lebens zu Ende. Allerdings muss eins noch unweigerlich gesagt werden: Solche Projekte sind nur möglich, wenn es ein paar unverbesserliche, von ihrer Sache überzeugte Idealisten - die deutsche Wirtschaft würde sie wohl eher Idioten nennen - gibt, denen der künstlerische Wert mehr bedeutet als der kommerzielle Erfolg. Darum darf an dieser Stelle unbedingt ein Name nicht vergessen werden, ohne den neben dem Enthusiasmus der Musiker dieses Konzertereignis nie möglich gewesen wäre: Andy Horn, der Chef von "Famous Kitchen" und zugleich Ton-Techniker des Abends, der mit seinem hervorragenden Equipment die Aufnahmen für DVD und CD mitschnitt.

Im Anschluss an das Konzert bemerkte der kreative Kopf von Toxic Smile, Marek Arnold: "Ein eigenartiges Gefühl, wenn man anderthalb Jahre auf ein Event hinarbeitet, das nun plötzlich Geschichte ist..."

Ganz genau, nun ist es Geschichte, zum Glück gebannt auf DVD und CD! Eine Geschichte über die Live-Geburt einer neuen musikalischen Richtung, dem Klassik-Prog oder der progressiven Klassik. Und diese Geburt brachte ein Kind hervor, das einen mit seinem völlig ungiftigen und friedvollen Lächeln bewusst macht, wie unglaublich nahe die hohe Kunst der Klassik mit der ebenso hohen Kunst des Progs verwandt sein kann. Und der Name dieses Kindes ist Toxic Smile.

PS: Unter www.toxic-smile.de gibt's neben jeder Menge von interessanten Band-Infos auch eine Vielzahl von Bildern rund um dieses Konzert zu bewundern!

Anspieltipp(s): Pyramid
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 20.1.2007
Letzte Änderung: 16.3.2012
Wertung: 15/15
Ich stehe zu meinen Tränen, sie waren ehrlich!

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Von: Martin Dambeck @ (Rezension 4 von 4)


Rock goes Klassik, wie oft schon ist diese Mischung zu einer Weichspül-Mogelpackung verkommen. Auch der Progsektor ist davon nicht verschont worden (man denke nur an Yes). Die Zahl der Gegenbeispiele ist rar gesät, aktuell fällt mir da nur Dream Theater ein. Und nun kommt die deutsche Combo Toxic Smile, selbst in der Progszene eher ein Geheimtipp, daher, um in diesen gefährlichen Gewässern zu fischen.

Mit viel Herzblut, finanziellem Wagemut und unglaublicher Professionalität gehen sie dieses Projekt an. Und in der Tat, "In classic Extension" sollten andere Bands sozusagen als Referenz heranziehen, wenn sie sich an ein Klassik-Experiment heranwagen wollen. Ganz klar, hier ist ein kleines Meisterwerk entstanden. Es stimmt (fast) alles: Das Ambiente ist mit einem barocken Festsaal mehr als passend. Das Orchester ist gut aufgelegt und mit dem Dirigenten Paul Momberger von der Neuen Philharmonie Frankfurt ein erfahrener Mann mit an Bord. Toxic Smile spielen tatsächlich unplugged und nehmen sich somit angenehm zurück.

Es sei nur am Rand erwähnt, welcher Bassist ist denn in der Lage ein Kontrabass anstelle des gewohnten Bass zu spielen. Robert Brenner von Toxic Smile wirkt fast so, als gehöre er zum Orchester. Diese Randnotiz trifft somit des Pudels Kern: Toxic Smile lassen sich auf dieses klassische Experiment ein und verschmelzen ihre Rockmusik mit der Klassik. Die Songs, die überwiegend vom letzten Studioalbum "Retro-Tox forte" stammen, sind komplett umarangiert, man könnte manchmal meinen neu komponiert worden. Neben ein paar älteren Stücken gibt es zudem auch gänzlich neues Material zu hören (das schon auf das nächste Studioalbum neugierig macht).

Toxic Smile liefern mit "In classic Extension" ganz großes Kino ab. Ich bedauere es, diesen einmaligen Abend versäumt zu haben. Zum Abschluss noch ein paar Worte zur Aufmachung der DVD. Sie erscheint in Eigenprouktion in kleiner Auflage. Die DVD präsentiert ohne großen Schnickschnack den Konzertabend in guter Bild- und Stereoqualität. Fazit: Klassik meets (progressive) Rock - Toxic Smile zeigen wie man es richtig macht. Meine Empfehlung!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 13.2.2008
Letzte Änderung: 15.3.2014
Wertung: 14/15

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