Rational Diet
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Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
| Vitaly Appow |
Bassoon, Tenor Sax, Accordeon |
| Maxim Velvetov |
Guitars |
| Cyrill Christya |
Violin |
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| Dmitry Maslovsky |
Bass |
| Eugeny Alexeyev |
Keyboards |
| Nikolay Gumberg |
Drums |
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Gastmusiker
| Alta Pustchina |
Cello |
| Cyrill Yelshow |
Vocals (7) |
| Maria Lagodich |
Vocals (5, 6) |
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| Andrew Bodanow |
Voice (3, 4, 6) |
| Oleg Gorbatiuk |
Voice (4) |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
From The Grey Notebook - Intro
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0:23
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| 2. |
From The Grey Notebook - Part 1
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5:05
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| 3. |
Stop Kolpakoff!
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9:57
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| 4. |
I Refrained From Closing My Ears
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12:15
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| 5. |
An Order For Horses
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8:52
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| 6. |
Don't Swing The Wheel
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10:37
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| 7. |
From The Grey Notebook - Part 2
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13:48
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| Gesamtlaufzeit | 60:57 |
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Rezensionen

Wer wüsste hierzulande schon viel über die weißrussische Rock-Szene, gar über die nicht-kommerzielle? Selbst das italienische Label AltrOck (bekannt durch die Veröffentlichung des Yugen-Debütalbums Labirinto d'acqua) des weißrussischen Sextetts Rational Diet weiß nicht viel über seine Schützlinge. Selbstredend hat man sich niemals in persona getroffen: Im Zeitalter der digitalen Kommunikation ist ein Album-Release schon lange ohne persönliche Kontaktaufnahme möglich.
Wenn man also keine weiteren Informationen über eine Band und deren Musiker hat, sollte es einem umso leichter fallen, sich auf die Musik zu konzentrieren. Und das was man auf dem Debütalbum von Rational Diet zu hören bekommt, ist allemal hörenswert: Die Band verbindet "westliche" Einflüsse der RIO-Tradition mit folkloristischen Elementen aus Osteuropa und Zitaten moderner (osteuropäischer) Kammermusik. Dazu werden Texte von futuristischen Dichtern rezitiert (worüber war nicht zu erfahren) oder mit kehliger Stimme Volksweisen gesungen. Das alles klingt so fremd, so faszinierend, so anders, dass das Album einen nicht mehr loslässt, wenn man sich auch nur ein bisschen in diese schräge Klangwelt einfinden kann. Ein Einsteigeralbum in diese schräge Progwelt ist "Rational Diet" allerdings gewiss nicht, dafür ist es zu kantig, zu ungewöhnlich und die zusätzlichen folkloristischen Elemente machen es auch nicht einfacher.
Sicher, ich hätte dem Album hie und da ein besseres Studio gewünscht, ein besseres, vielschichtigeres Mastering, aber bedenkt man die begrenzten technischen Möglichkeiten einer Underground-Produktion in Osteuropa (denn nichts anderes ist Rational Diet) klingt das Album erstaunlich gut. Für mich ist "Rational Diet" ein überaus bemerkenswertes Lebenszeichen aus einem bis dahin weißen Fleck auf der Prog-Landkarte. Dass es aus der Avantgarde-Ecke kommt, und nicht im üblichen Mainstream-Brei aufgeht, lässt auf weitere spannende Projekte hoffen.
| Anspieltipp(s): |
An Order For Horses |
| Vergleichbar mit: |
Henry Cow in Osteuropa |
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| Veröffentlicht am: |
5.6.2007 |
| Letzte Änderung: |
27.6.2007 |
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Oha! Frischer Wind aus der RIO-Ecke! Dazu noch aus dem Osten. Und ziemlich kraftvoll bläst derselbe auch noch. Rational Diet kommen aus Brest in Weißrussland (an der Grenze zu Polen), was wohl erklärt, warum bisher kaum jemand von ihrer Musik Notiz genommen hat. Die Formation gibt es nämlich schon ein paar Jahre. Erst 2007 liegt nun ihr erstes Album vor. Das dreiteilige "From The Grey Notebook" wurde schon 1999, der Rest der Scheibe 2004 eingespielt. Besser spät als nie!
Mein Vorschreiber hat das Album ja schon treffend beschrieben. Rational Diet mischen schrägen Kammerprog in der Tradition von Univers Zero und Art Zoyd mit zeitgenössisch-klassischem Ensemblespiel, ein paar jazzig-rockigen Elementen und sehr viel komplexem RIO-Gefrickel- und Getröte à la Henry Cow und Fred Frith, und reichern das Ganze mit ein paar seltsamen Gesangs- und Spracheinlagen und wirren folkloristischen Tanzfragmenten an. Das Ergebnis ist ein ausgesprochen überzeugendes und mitreißendes Ganzes, welches sehr frisch und kantig aus den Boxen gesprudelt kommt. Fagott, Tenorsax, Akkordeon, E-Gitarre, Akustikgitarre, Bass, Violine, Cello, etwas Tasten und Perkussion werden hier durcheinander gewirbelt, mal elektrifiziert-kammerproggig, mal eher akustisch-modern-klassisch. Dazu kommen ein paar Vokaleinlagen, die aus getragen-emotionslosen Textrezitationen bestehen, ab und zu aber auch recht klangvollen Gesang bieten und einige sehr exotisch-quäkige, weibliche Kreischgesänge, die sich aber sehr gut zu solcherart Musik machen.
Wie die schiefen Ergüsse einer ausgeflippten russischen Hochzeitstanzkapelle wirkt das Ganze mitunter, wie das Geschrubbe und Getröte eines sich ungehemmt austobenden Kammermusikensembles, oder aber eben wie die Musik einer weißrussischen Reinkarnation der frühen Univers Zero, weniger düster allerdings, dafür noch schräger und wirrer.
Mir ist in letzter Zeit selten ein Album unter die Ohren gekommen, auf dem so ungehemmt und mit Spaß, aber auch anspruchsvoll und komplex drauflosmusiziert wird. Dabei degeneriert die Musik nie zu wirklich ohrverknotenden Kakophonien. Liebhaber schräger Klänge sollten hier zugreifen!
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
27.6.2007 |
| Letzte Änderung: |
8.5.2008 |
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Die Rezensionen der Kollegen ließen mir buchstäblich das Wasser in den Ohren zusammenlaufen, und was soll ich sagen: dies ist mal wieder eine wunderbare Entdeckung! Nicht zuletzt, weil diese Musik aus einem Land kommt, mit dem man musikalisch rein gar nichts assoziieren kann, von dem man genau genommen bei uns überhaupt ziemlich wenig weiß! Nun, jetzt wissen wir zumindest, dass es in Weißrussland hervorragende Musik gibt!
Was Rational Diet musikalisch zu bieten haben, wurde ja schon ausführlich beschrieben: hochenergetischer, schräger Kammerprog mit starken Einflüssen moderner Klassik und der einheimischen Folklore. Beständig quietschen die Streicher im Stakkato, dazu das stets leicht neckisch klingende Tröten des Fagotts. Bisweilen stimmt das Sextett etwas wie einen ausgelassenen, schrägen Tanz an, oder es erklingt ein seltsam obertonartiger Gesang; gerade diese folkloristischen Elemente machen für mich die Faszination dieser Musik aus; da spürt man sozusagen das Terroir. Übrigens, auch wenn nur englische Titel auf der CD angegeben sind, es wird ausschließlich auf (Weiß-?)Russisch gesungen/rezitiert.
Für mich ist dies einer der Top-Favoriten des Jahres 2007 (auch wenn die Stücke schon älter sind). Fans von Univers Zero oder Henry Cow liegen hier richtig!
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
6.7.2007 |
| Letzte Änderung: |
6.7.2007 |
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