Tardigrade
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Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
| Daniel Fäldt |
vocals |
| Magnus Paulsson |
keyboards |
| Jonas Hallberg |
guitars, percussion |
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| Matti Jarlhed |
drums, percussion, backing vocals |
| Stefan Renström |
basses, keyboards, vocoder |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Suddenly the rain
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14:43
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| 2. |
Tardigrade
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3:41
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| 3. |
The chosen one
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5:32
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| 4. |
Moon mountain
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2:32
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| 5. |
As the river runs
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10:35
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| 6. |
Your future
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0:26
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| 7. |
Strawberry Jam
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2:38
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| 8. |
Circle's end
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6:21
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| 9. |
Brother where `you bound?
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26:48
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| 10. |
Beautiful new day
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0:43
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| Gesamtlaufzeit | 73:59 |
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Rezensionen

Liebe Leser, ich werde euch gleich etwas Persönliches fragen - vielleicht schreibt mir mal jemand ein Feedback dazu. Ich will ein in der Progszene selten angesprochenes Problem ansprechen; daher denke ich oft, es betrifft kaum wen. Aber seit ich "Tardigrade" von Simon Says gehört habe, bin ich mir nicht mehr sicher.
Mir passiert es seit einiger Zeit immer häufiger, dass ich ein neues Progalbum höre und kaum irgendwas davon bei mir speichern kann. Das bedeutet aber nicht, dass ich es schlecht finde: ich kann die Leistungen der Band beim Hören durchaus würdigen, aber ich höre das ganze Album und kann mich an dessen Ende kaum noch an dessen Anfang erinnern. Dann stelle ich es weg, hole es nach einer Woche wieder her, höre es wieder und werde zum lebendigen Alzheimer-Witz: Ich lerne ein völlig neues Album kennen, würdige wieder die Leistungen der Band, höre das ganze Album, kann leider nichts davon speichern und weiß beim letzten Song nicht mehr, wie der erste war...
So geht es mir nicht nur mit komplexen Meisterwerken, so geht es mir sogar mit dem letzten Album von Spock's Beard. So geht es mir aber auch mit richtig guten Alben von Echolyn, von IZZ, von Glass Hammer, von Big Big Train, mit Alben von zig anderen Bands, aber alle haben etwas gemeinsam: die betreffenden Alben sind nicht älter als zehn Jahre.
In pessimistischen Momenten denke ich, das sind die ersten Alterserscheinungen.
In kulturpessimistischen Momenten denke ich, das liegt nur daran, dass neuer Prog einfach nicht mehr so gut ist.
In selbst-pessimistischen Momenten denke ich, ich bin gar kein Progfan und sollte nach mittlerweile dreißig Prog-Jahren endlich aufhören, mir diese Lebenslüge einzureden. Ich sollte lieber Frank Sinatra hören. Oder bayrische Volksmusik - wie es andere Senioren auch tun.
Welche Seite von mir hat Recht? Gegen die erste Vermutung spricht, dass mein Gedächtnis in anderen Bereichen schließlich auch noch nicht schlechter geworden ist. Gegen die zweite wende ich selbst ein, dass die Verschlechterung des Prog dann aber ganz schön abrupt eingesetzt haben muss, praktisch zeitgleich mit der Jahrtausendwende - vorher war nämlich eindeutig noch alles in Ordnung mit meiner Wahrnehmungsfähigkeit. Gegen die dritte spricht, dass ich heute kein einziges der alten Meisterwerke des Prog schlechter finde als früher. Dass ich heute aber andererseits bayrische Volksmusik noch immer genauso hasse wie früher.
Daher nun meine oben angekündigte Frage: Gibt es Leser, die mein akustisches Potenz-Problem auch kennen und sich dazu mal outen wollen? Bin mal gespannt?
Seit längerer Zeit jedenfalls rede ich mir ein, es sei heutzutage unmöglich, dass jemand ein Progalbum aufnimmt, das ich vom ersten Ton an lieben kann. Nun haben aber ausgerechnet Simon Says genau ein solches Album aufgenommen. Und seit ich dessen erste Klänge gehört habe, fühle ich mich wieder fit in den Ohren und nicht mehr akustisch impotent. Die alte Spannung und freudige Erwartung war nach Sekunden wieder da - ich fühlte mich sofort an die seligen 70er erinnert, wenn ein neues Genesis-Album rauskam und ich beim ersten Hören kaum ruhig sitzen konnte.
Seit Simon Says' letztem Werk "Paradise Square" ist zum Lineup mit Magnus Paulsson ein zweiter Keyboarder hinzugekommen. Warum ich das so schnell erwähne, liegt auf der Hand für jeden, der "Tardigrade" schon gehört haben sollte: diese Idee der Doppelung hat den Bandsound revolutioniert, der sich jetzt spiegelbildlich selbst kontrastiert - wenn der eine Keyboarder den Teppich ausrollt, haut der andere die Nägel rein. Wenn der eine die breitflächigen Sounds ausbreitet, setzt der andere griffige Hammond-Akzente dazwischen. Wenn der eine schwülstig wird, wird der andere schneidig. Wenn der eine die Schräg-Säge malträtiert, stampft der andere in die Klaviertasten.
Magnus Paulsson war schon auf dem etwas älteren Track dabei gewesen, den die Band zum Cyclops-Sampler "Odyssey" beigetragen hatte, aber zu dieser Zeit hatte ich seinen Einfluss noch nicht so deutlich wahrgenommen. Vielleicht wollte sich die Band zum neuen Album etwas einfallen lassen, worin sie sich von vielen Bands ähnlicher Stilrichtung unterscheiden: einen Keyboarder haben alle, zwei Gitarristen sind im Progmetal weit verbreitet, zwei Drummer sind schon seltener (obwohl sich Satellite das leisten), aber zwei verschieden ausgerichtete Keyboarder habe ich in solcher Konstellation noch nicht bewusst gehört.
Ansonsten ist der Bandsound von Simon Says ähnlich gelagert wie auf dem Vorgängeralbum "Paradise Square" (das ich auch sehr schätze, zumal es den Test Of Time bei mir eindeutig mit Bravour überstanden hat). Die beiden Keyboarder bringen für meinen Geschmack genügend Neues ins Klangbild, das auch in jeder anderen Hinsicht sehr dicht gewebt wurde, ohne jedoch an den neuerdings typischen Grenzbereich des Mainstream-Prog zu stoßen (wie es z.B. Galleon seit neuestem tun). Simon Says bleiben deutlich dem Retroprog verpflichtet und schwelgen im Umfeld der Prog-Symphonik, aber so, dass sie einen Höhepunkt an den anderen setzen - ich musste nur den Refrain des Openers hören ("...then suddenly the rain..."), da wusste ich schon: dies kann nur ein Superalbum werden. Die Band bestätigt diese Anfangslorbeeren mit jedem einzelnen Track - ob es sich nun um das stimmungsvolle (und entfernt an Howe erinnernde) akustische Gitarrensolo "Moon mountain" handelt oder das mysteriös mit der 12-String beginnende Abwechslungs-Kaleidoskop "The chosen one" oder den Hochgeschwindigkeits-Titeltrack, die fast jazzige Session "Strawberry Jam", das streckenweise erstaunlich schräg-experimentelle "As the river runs" - oder natürlich den schon fast überlangen Longtrack "Brother where 'you bound" -, der einem jede erdenkliche Spielart des Retroprog durch die Gehörgänge peitscht (und - bewusst oder nicht? - nach sechs Minuten eine kurze Akkordfolge aus Rick Wakeman's "Judas Iscariot" zitiert). Alles auf diesem Album ist gigantisch, mitreißend, spannend, prall - aber niemals überlastet oder überproduziert: manchmal wird angenehmer Overkill schon erreicht, wenn man die Drum-Abmischung stolz in den Vordergrund platziert - wie hier geschehen.
So und nicht anders könnte Prog für meinen Geschmack gern immer sein; so und nicht anders wird von vielen Bands versucht, ein Progalbum zu gestalten - aber leider fallen viele andere Alben dieses Stils gar nicht so, sondern ganz anders aus.
Dagegen Tardigrade: vor etwas mehr als dreißig Jahren hätte ein einziges Album dieser Qualität ausgereicht, um eine Band für immer in den obersten Prog-Olymp zu katapultieren. Kann das nicht wieder so werden? - Ja, da sind sie wieder, die typischen Alters-Utopien (...immer wieder das Alte zu wollen...). Aber bei einem solchen Soundtrack kann ich gar nicht anders als nostalgisch zu werden. Und dennoch: Simon Says fabrizieren keinen Klonprog! - Das betone ich für diejenigen, die denken, sie können sich schon denken, wie das Album ist...;-)
| Anspieltipp(s): |
Die ersten Minuten des Openers genügen schon: man springt entweder sofort darauf an oder nie. |
| Vergleichbar mit: |
Vom Stellenwert her steht dieses Album für mich mindestens auf einer Stufe mit "Fortune Telling" von Strangefish. Und es hat den gleichen Drive wie seinerzeit Pendragon's "Jewel".. |
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| Veröffentlicht am: |
27.4.2008 |
| Letzte Änderung: |
4.6.2012 |
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Ah, wunderschöne Yes-Harmonien schwingen sich himmelwärts, unterlegt mit einer Portion Symphosound. Hübsch, und jetzt dieser Übergang, klasse gemacht und dann die röhrende Hammond, sehr cool. Haben die Flower Kings tatsächlich schon wieder ein neues Album am Start? Da habe ich doch ?The Sum of no Evil? noch gar nicht richtig vergessen und dann kommt schon der Nachfolger? Na gut, so schnell sind dann selbst die vom rastlosen Roine Stolt vorangetriebenen Blumenkönige nicht. Die Landsleute von Simon Says haben ein neues Album am Start.
Interessanterweise sind Simon Says genauso lange wie die Flower Kings im Geschäft und haben in dieser Zeit gerade mal drei Alben zustande gebracht. Den Stolt'schen Overkill kann man ihnen also wahrlich nicht vorwerfen. Nun, mit ?Paradise Square? bewarben sich Simon Says um den Titel ?The Watch of Sweden?, und nun? Diesmal klingt es mehr nach Yes (trotzdem gibt es auch noch genug Genesis-Passagen), Kunststück nachdem man sich so nah wie möglich an die Flower Kings anlehnt und deren Inspiration ja nun auch meist aus yessigen Gefilden kommt.
Mit ?Tardigrade? machen Simon Says nicht viel falsch. Jubilierende Gitarren treffen auf Keyboardgebirge und fiese Quietschattacken (besonderer Höhepunkt hier: ?As the river runs?). Das Ganze ist eingebettet in pralle Arrangements, moderat vertrackte Instrumentalparts und viel hymnischen Bombast. Die Tastenklänge haben das Album voll im Griff, aber der Gitarrist darf schon ordentlich dagegen halten. Neben all dem Retro-Feeling machen die Schweden immer mal wieder Ausflüge in hardrockigere Gefilde und schließlich sogar ein bisschen in den Jazzrock (?Strawberry Jam?). Der logische Höhepunkt des ganzen Treibens ist dann schließlich der 26minütige Longtrack, in dem die Band nochmal alles auslebt. Die sprichwörtliche nordische Schwermütigkeit geht Simon Says in jedem Fall komplett ab, hier klingt's eher nach amerikanischer Lockerheit.
Mit ?Tardigrade? legen Simon Says ein gelungenes RetroProg-Album vor, welches jeden Genre-Fan begeistern dürfte. Ob des ziemlich rockigen und frischen Erscheinungsbilds dürfen vielleicht sogar ansonsten dem Retro-Geschehen eher Averse das Album mal antesten. Sänger Fäldt ist zwar nicht so der Hit mit seiner etwas weinerlichen Stimme, aber instrumental ist hier so einiges geboten. Allerdings klingt man schon über weite Strecken wie eine verjüngte Version der Flower Kings, soviel sei gewarnt. Die Blumenkönige waren allerdings schon 1997 da, wo Simon Says heute sind. Neue Ideen und Innovation sollte man also woanders suchen. Das dürfte aber dem RetroProghead ziemlich egal sein und in diesem Fall mit Recht.
| Anspieltipp(s): |
Suddenly The Rain, Strawberry Jam |
| Vergleichbar mit: |
Flower Kings-Musik im Spocks Beard-Gewand meets Yes |
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| Veröffentlicht am: |
5.5.2008 |
| Letzte Änderung: |
13.5.2008 |
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Eitel-Sonnenschein in Retropolis: Alle tragen eine Blume im Haar und sind wieder in den seligen Siebzigern, nur der kleine Sal schaut sich irritiert um: Im dritten Anlauf scheint das schwedische RetroProg-Quintett Simon Says alles richtig gemacht zu haben: Die Fans sind entzückt und die Rezensenten loben "Tardigrade" über den grünen Klee: Das Album trifft offenbar in seinem streng durchgehaltenem Retro-Sound genau den Geschmack des Prog-Gemeinde. Stilistisch orientieren sich Simon Says nun an den großen Vorbildern Yes und in deutlich geringeren Anteilen an Genesis (anders als beim Vorgänger Paradise Square); Düsteres oder aggressives sucht man bei hier vergebens. Alles in allem klingen Simon Says ein wenig wie eine entschlackte Variante der Szene-Platzhirsche Flower Kings mit mehr Rock-Anteilen und weniger Fusion-Allüren (mit einer Ausnahme bei "Strawberry Jam"). So weit, so gut - es könnte schlimmere Definitionen geben (ok, auch spannendere).
Was ist es dann, was ich am Lobesreigen der Vorredner nicht nachvollziehen kann oder gar verwunderlich finde? Nun, zum einen stört mich der Gesamtsound des Albums: Ich bin mit der Produktion und dem Mixing alles andere als glücklich. Das plärrt und quietscht und klirrt und klingt so blechern, wie die ungemasterten Yes- oder Genesis-CDs der End-Siebziger, die Ende der Achtziger arglos auf den Markt geworfen wurden. Zum anderen finde ich viele Kompositionen auf dem Album zwar ordentlichst ausgeführt (Wer würde auch die schwedische Handarbeit wirklich in Fragen stellen wollen?), dennoch wollen die meisten Nummern bei mir nicht zünden. Es bleibt nichts hängen (Ein Longtrack, der 26 Minuten an mir vorbeirauscht) oder noch schlimmer: Das, was hängenbleibt, finde ich ganz und gar nicht erfreulich, sondern im höchsten Maße misslungen wie das hektische Gefiepe im Outro von "The chosen one" oder (noch schlimmer) dreist geklaut, wie die meiner Meinung nach schamlose Kopie des Keyboard-Solos aus "Entangled" von Genesis A Trick Of The Tail in "Circle's end".
Ist "Tardigrade" wirklich mehr als nur ein weiteres RetroProg-Album? Für mich, einem bekennenden Retro-Skeptiker, der mit dem Gros der Retro-Welle längst nicht mehr mitschwimmen mag, ist der (hohe) Stellenwert des Albums fragwürdig: Mir reichen die alten Ideen im alten Sound einfach nicht mehr aus. Aber dann: Nicht alles, was meinen Geschmack nicht trifft, ist zwingenderweise wirklich schlecht.
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
The Flower Kings, Yes |
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| Veröffentlicht am: |
18.5.2008 |
| Letzte Änderung: |
18.5.2008 |
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Es ist mal wieder herrlich und erstaunlich, wie Musik die Geschmäcker trennen kann, wobei es natürlich in der Natur der Sache liegt, halt Geschmack ;-)
Vorliegendes Werk ist hierfür anscheinend ein Paradebeispiel, wobei ich die Assoziationen und Einstellungen vereinzelter Kollegen eben nicht nachvollziehen kann. Außer dass der Gesang von Daniel Fäldt gewöhnungsbedürftig ist und schon mal schwächelt.
Ich weiß noch, dass schon beim ersten Hördurchlauf dieser CD mein Herz öfters jubilierte, da nämlich hier genau die Art von Musik der vorgenannten Bands der 70er Jahre (u.a. Yes, Genesis, Emerson, Lake & Palmer) in neuer und eigenständiger Frische dargeboten wird. Da die Dinosaurier an ihre eigenen musikalischen Qualitäten der Anfangsjahre bei weitem nicht mehr heran kommen (oder heran kamen), ist es für mich als alten Artrock-Fan umso erfreulicher, dass TARDIGRADE dem Anspruch des "70er-Jahre-Geistes" entspricht.
Natürlich gibt und gab es massig Bands, die im gleichen Fahrwasser reichlich CDs veröffentlicht haben, aber das dritte SIMON SAYS Werk ragt hier aus der Flut der Erscheinungen heraus ? schon alleine wegen der Kompositionsgüte und instrumentalen Darbietung der beiden Longtracks. Man kann die Musik gerne als Markenzeichen mit "Made in Sweden" bezeichnen.
Interessierte sollten sich wenigstens z.B. bei progrockrecords.com Klangauszüge gönnen, um ein grobes Urteil fällen zu können. Für mich gehört TARDIGRADE zu den besseren Sinfonik- / Neoprog Veröffentlichungen des Jahres 2008.
Ach übrigens: meine Scheibe hat einen vernünftigen Sound und ist auch ordentlich produziert. Nach Schulnoten würde meine McIntosh-Anlage die CD klangtechnisch mit "befriedigend" bewerten.
| Anspieltipp(s): |
Suddenly The Rain; Brother Where 'You Bound? |
| Vergleichbar mit: |
Yes, The Flower Kings, Genesis, Galleon |
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| Veröffentlicht am: |
23.5.2008 |
| Letzte Änderung: |
28.2.2012 |
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Ein kraftvoller Retro-Sympho-Prog prägt das Album "Tardigrade", das auf die bewährten, aber keinesfalls ausgetretenen Pfade der bombastischen Klanglandschaften setzt. Genau diese Stilmittel in Form von sanft säuselnden bis majestätisch-kraftvollen Tasteneinsätzen, elegant-jubilierender Gitarrenarbeit und einer dynamischen Rhythmussektion prägen eine zu keinem Zeitpunkt abgedroschen wirkende Zeitreise. Stilistisch unüberhörbar auf den Tugenden des klassischen Progrocks basierend agieren die Mannen von Simon Says in mitreißender Manier und zelebrieren regelrecht die Großtaten eines gesamten Genres.
Was dieses Album weit aus den oft zu Recht kritisierten Retroprogniederungen hervorhebt, ist die Tatsache, dass die Schweden dem unverfälschten Progbombast frönen und dabei dennoch ein Gespür für hierzu durchaus passende Melodienseligkeit offenbaren, ohne dass sich diese beiden Gegenpole wie bei vielen anderen aktuellen Bands gegenseitig ausbremsen. So wird der Symphoprunk zu keinem Zeitpunkt wie bei vielen Pseudo-Retroprog-Combos von seichten Pop-Harmonien verwässert, die oft trotz ihrer vordergründigen Leichtfüßigkeit als letztlich doch verkrampfter Versuch fungieren, den eventuell aufkommenden Vorwürfen hinsichtlich eines aufgesetzten Pomps entgegen zu treten.
Ohne jede Frage drehen Simon Says in Ergänzung zum beschaulich-symphonischen Grundton bewusst an der altbekannten Bombastschraube und treiben es schon bereits im schwelgerischen Opener "Suddenly The Rain" bewusst auf die Spitze. Druckvoll röhrende Hammond-Riffs ebnen einem kraftvollen Symphosound den Weg, der phasenweise auch seine lyrisch-romantischen Momente besitzt, um im weiteren Verlauf aber noch umso mehr in Richtung eines treibenden Pomps zu tendieren, der zu keinem Zeitpunkt aufgesetzt oder gar konstruiert wirkt. Hierzu trägt eine stets schlüssige Melodieführung bei, die ideal mit der wuchtig-opulenten Instrumentierung harmoniert.
"The Chosen One" erinnert nach balladeskem Beginn im fröhlich-sprudelnden Refrain doch ein wenig sehr an IQ, wartet dann aber mit schönen Mellotronsequenzen als breitflächige Weichzeichner auf.
Diese Linie wird im geschickten Zusammenspiel von zartgliedrigem Feingefühl sowie opulentem Überschwang fortgesetzt und im Longtrack "Brother Where You Bound?" zum Höhepunkt geführt. Der Neo-Retro-Pomp wirkt hier trotz der beachtlichen Länge dieses Titels in sich schlüssig und zu keinem Zeitpunkt bruchstückhaft wie viele Longtracks des Genres.
| Anspieltipp(s): |
Suddenly The Rain |
| Vergleichbar mit: |
unverfälschtem Sympho-Pomp |
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| Veröffentlicht am: |
2.4.2010 |
| Letzte Änderung: |
2.4.2010 |
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Nachdem der ?Rheinische ProgCircle? kürzlich noch einmal reminiszierend dieses Top ? Album intern würdigte, komme ich nicht umhin, ein paar Zeilen zu den hier bereits zu lesenden Beschreibungen, Einschätzungen und Wertungen hinzuzufügen.
Die Schweden um Stefan Renström gehen auf Tardigrade ihrem Eifer des Musizierens in so dynamischer, engagierter und hingebungsvoller Retro-Weise nach, dass es für Genrefans ein wahrer ?innerer Vorbeimarsch? wird. Selten hat ein RetroProg ? Album so druckvoll, so powerful bombastisch geklungen.
Ja, ich bin einer der Bekennenden, die dieses Album ?durch den Rest seines Lebens begleiten? wird. Trotz der fortgesetzten polarisierenden Diskussion um die Qualitäten von Sänger Daniel Fäldt, um (einige wenige) Keyboard - ?Quietschattacken? und ein paar (unbedeutende, aber nicht unpassende) ?Klons?. Und gerade wegen des Gesamtbildes, das dieses Album abgibt: melodiös, mit ein wenig Romantik und Schöngeist ebenso wie mit etwas schrägeren Passagen versehen, ohne Langeweile ? auch nicht im Long Track ?Brother Where?re you Bound?, temporeich und schwungvoll von Anfang bis Ende. Halt so, wie schon vorher mal gesagt: ?gigantisch, mitreißend, spannend, prall?.
Keyboarder Paulussen, mittlerweile gegen John Lönnmyr, der ihn sogar vom Können her noch übertrifft, ?ausgewechselt?, wird völlig zu Recht gelobt. Aber auch Gitarrist Jonas Hallberg und Drummer Matti Jarlhed leisten ausgezeichnete Teamarbeit, die das gelungene ?große Ganze? erst ermöglicht.
Tolles Album, das jeden Anhänger der Stilrichtung restlos begeistern muss. Ganz klar mein ?Album des Jahres? 2008.
Ach, kleine Anmerkung noch zu den häufig genannten ?Originalvorbildern? wie Yes, Genesis und Flower Kings: größtes Vorbild von Songschreiber Stefan Renström sind Van der Graaf Generator und besonders Peter Hammill ? wer hätte das gedacht!?
| Anspieltipp(s): |
Tardigrade, As the River Runs, Brother... |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
21.11.2011 |
| Letzte Änderung: |
21.11.2011 |
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