The Modern Dance
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Informationen
Allgemeine Angaben
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| Label: |
Mercury / Blank Records |
| Durchschnittswertung: |
12/15 (2 Rezensionen) |
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Besetzung
| David Thomas |
Vocals, Musette |
| Allen Ravenstein |
EML synthesizer, sax |
| Tony Maimone |
Bass |
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| Scott Krauss |
Drums |
| Tom Herman |
Guitar |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Non-alignment Pact
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3:18
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| 2. |
The Modern Dance
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3:28
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| 3. |
Laughing
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4:35
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| 4. |
Street Waves
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3:04
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| 5. |
Chinese Radiation
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3:27
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| 6. |
Life stinks
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1:52
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| 7. |
Real World
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3:59
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| 8. |
Over my head
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3:48
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| 9. |
Sentimental Journey
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6:05
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| 10. |
Humor me
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2:44
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| Gesamtlaufzeit | 36:20 |
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Rezensionen

Amerika ist schön: Freiheitsstatue, Skyline von New York bei Nacht, endlose Highways vor Filmkulissebergen, Indianerromantik ...
Amerika ist hässlich: Die Skyline von New York bei Tag ist nicht einzigartig, weil erstens Philadelphia, Boston, und und und genauso aussehen und weil zweitens die Stadt, wenn die Leuchtreklamen ruh'n, auch nur aus Beton, Dreck und Stau besteht. Die Highways führen mehrheitlich durch Platt-Land-Pampa und die Indianer sind fette, alkoholkranke Karikaturen ihrer Vorfahren, die vor Kameras poussieren, die von den ebenso fetten Nachfahren von Jesse James gehalten werden.
Pop-Musik ist schön und unterhaltsam und soll die Duldsamkeitsgeneratoren wiederaufladen, every Saturday night: Ha-ha-ha-ha-stayin' alive! Also tanz!
Pop-Musik ist auch manchmal intelligent, aber kein Schwein scheint's zu merken, weil die Botschaft weggetanzt werden kann: Geiler Rhythmus, Baby. Singt'n der da? Egal, Baby! Tanz!
Pere Ubu-Musik ist hässlich, denn sie "humpelt". Erst wenn du dir beim Tanzversuch die Beine brichst, wirst du dich fragen, was diese Klänge denn eigentlich bewirken wollen. Ist das Punk? Oder Punk-Prog? Oder Prog-Punk? Das Feuilleton hat sich seinerzeit überboten mit Benennungen à la musique concrete, Avantgarde-Pop, Industrial Wave Pop usw. Nennen wir es stattdessen beim Namen: In aller erster Linie ist es WUT. Wut und Zynismus. Und es hat genauso wenig mit den Bürgerschreck-Pistols zu tun, wie mit den Studierstubenproggern der Hasch-macht-lasch-Generation. Und das wiederum macht die Musik von Pere Ubu schön.
David Thomas ist der Anti-Travolta. Pere Ubus Debut ist der Gegenentwurf zum Saturday-night-fever.
Die Bee Gees lieferten die musikalische Untermalung für die Glitzi-Scheinwelt der Dancing Fools. Pere Ubu reichen den Soundtrack für den Alltag nach. Non-alignment pact(1) - das Nichtanpassungsversprechen. Life stinks!(6)- muss man nicht übersetzen. The modern dance (2) - ist pure Irreführung, denn um Tanzmusik handelt es sich wirklich nicht - steht aber auf dem Vorhang, den ein pirouettendrehender Walzwerker auf der Plattenhülle anhebt. Oder ist es ein Leichentuch für die Zeit nach der Chinese Radiation?(5) Und was würde passieren, wenn der Proll die Tanzschuhe auszieht? Revolution? Ach was, Baby! Out in the real world, (7) wird er feststellen, dass ihm diese längst über den Kopf (8) gewachsen ist. Er verirrt sich in seiner sentimental journey - im Suff. (9) Klirr! 6 Minuten lang lallt David T. den Beton an, der ihn umgibt und zerdeppert Flaschen. Am Ende fegt ein Besen den Dreck zusammen. Das ist Hardcore-Tom Waits!
Wenn du die Platte bis hierher durchgehalten hast, hast du Trost nötig. Also stampf und klatsch mit beim abschließenden "Alles nur Spassss, komm wieder hoch! Alles nur Spassss! Du hast wieder einen Tag überstanden! Alles nur Spaß." (10)
Übrig bleibt schließlich das Foto auf der Coverrückseite. Industrietristesse mit startendem Flugzeug und siehe: Amerika ist nicht Broadway oder Hollywood. Amerika ist Cleveland/Ohio. Und das wiederum sieht aus wie Gelsenkirchen, Leuna oder Magnitogorsk.
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
ihren Erben aus Deutschland - den Einstürzenden Neubauten |
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| Veröffentlicht am: |
22.7.2008 |
| Letzte Änderung: |
21.1.2013 |
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Das Ubu-Debüt ist an vielen Stellen noch deutlich vom Punk geprägt, immerhin spielte David Thomas wenige Jahre zuvor noch in einer Punkband namens "Rocket from the Tombs". Songs wie Non-Alignment Pact, Street Waves oder Life Stinks bestehen im wesentlichen aus wenigen Gitarrenakkorden und dem typischen, heiseren, oft schreienden Nicht-Gesang von David Thomas. Aber schon diese Songs haben etwas merkwürdiges, mit dem üblichen Verständnis von Punk nicht vereinbares, seien es nun die nervenzerfetzend schrill sägenden Klänge von Allen Ravenstines EML Synthesizer oder das nicht weniger nervenzerfetzend schrille Schnarren der von Thomas beigesteuerten Musette (eine Art höher gestimmte Oboe).
Dagegen zeigen Stücke wie Laughing schon eine deutlichere Auflösung der punkigen Strukturen mit längeren instrumentalen Einsätzen, in denen sich bereits avantgardistische Tendenzen zeigen, bis hin zu praktisch völlig formfreien Stücken wie Over My Head oder Sentimental Journey. Gerade letzteres ist für mich der Höhepunkt dieses Albums, eine sechsminütige Dekonstruktion, Vorbote dessen, was Pere Ubu später noch auf die Spitze treiben sollten.
Mit der Bewertung möchte ich nicht ganz so hoch greifen wie der Kollege, da mir der konsequent avantgardistische Stil der Band hier noch nicht deutlich genug ausgeprägt ist. Ein mehr als überzeugendes Debüt ist The Modern Dance aber allemal und, wie fast alle Alben von Pere Ubu, dem Liebhaber schräger Klänge nachdrücklich zu empfehlen.
| Anspieltipp(s): |
alles |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
29.10.2008 |
| Letzte Änderung: |
29.10.2008 |
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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Pere Ubu
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