Brave
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Informationen
Allgemeine Angaben
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| Label: |
EMI |
| Durchschnittswertung: |
11/15 (3 Rezensionen) |
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Besetzung
| Steve Hogarth |
Stimme |
| Steve Rothery |
Gitarre |
| Mark Kelly |
Keyboards |
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| Pete Trevawas |
Bass |
| Ian Mosley |
Drums |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Bridge
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2.53
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| 2. |
Living with the big lie
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6.46
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| 3. |
Runaway girl
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4.41
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| 4. |
Goodbye to all that
1. Wave 2. Mad 3. The Opium Den 4. Slide 5. Standing In The Swing
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12.26
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| 5. |
Hard as love
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6.42
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| 6. |
The hollow man
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4.08
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| 7. |
Alone again in the lap of luxury
1. Now Wash Your Hands
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8.13
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| 8. |
Paper lies
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5.50
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| 9. |
Brave
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7.55
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| 10. |
The great escape
1. The Last Of You 2. Fallin' From The Moon
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6.30
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| 11. |
Made again
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5.02
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| Gesamtlaufzeit | 71:06 |
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Rezensionen

Geniale Konzeptalben gehören für mich zum Genialsten, was geniale Menschen je erfunden haben: sie sind schneller genießbar als geniale Bücher und bieten neben den genialen Worten auch noch geniale Töne ? mehr kann ich mir nicht wünschen, wenn es gilt, die Zeit zwischen zwei Rendezvous? sinnvoll zu füllen...:-).
?Brave? ist das zweite Konzeptalbum von Marillion, einer Band, deren erstes (?Misplaced Childhood?) von 1984 mich nie überzeugen konnte, was aber auch nicht schlimm ist, denn die Band um Hogarth wurde schließlich erst 1989 gegründet (:-)); demnach ist ?Brave? ja irgendwie deren erstes Konzeptalbum.
Und diesmal klappte es tatsächlich: die Story um das verlorene Mädchen auf der Brücke geht ins Ohr, geht unter die Haut, spricht Gefühl und Verstand gleichermaßen an. Dieses ist auch das Album, mit dessen Hilfe ich mich endlich an Hogarth so richtig gewöhnen konnte; seine Stimme drückt für mich pure Verletzlichkeit aus, und genau das ist es, was dieses Konzept erfordert; kein anderer Sänger hätte das so interpretieren können. In diesem Sinne ist ?Brave? ein mehr als gelungener Ausgleich für das verpatzte ?Holidays in Eden?.
Sagte ich gerade etwas über ?Verletzlichkeit?? Mir scheint mittlerweile, die frühere aggressive Seite des ?Jesters? könnte sich auf diesem Album auf ganz bestimmte Personen konzentriert haben, nämlich auf die ?Hollow men?, die Feinde des Mädchens, die sie unentwegt verfolgen, und deren einer (wenn ich den Film von Richard Stanley richtig in Erinnerung habe) sich als ihr Vater entpuppt. Wenn ich mit dieser Vermutung nicht ganz falsch liege, dann wäre dieses Album die perfekte Antwort auf die Frage, wieso der Hogarth eigentlich meistens so weinerlich klingt ? weil er sich mit dem Mädchen identifiziert; und dem Verschwinden des Jesters entspräche auch die blasse Erscheinung dieser ?Hollow men?. Aber da lieg ich bestimmt falsch ? ist mal wieder eine meiner typischen Überinterpretationen...:-).
Da hatten ja einige Rezensenten geschrieben, vier Songs im Mittelteil seien nicht so gut: also, ich mag die, egal, was die anderen sagen: nach dem zwar sachlich angemessen langen Aufenthalt im ?Opium den? musste doch mal was zum Abrocken her, und da kommen mir diese Songs gerade richtig. Soll heißen: ein Ausgleich zum ?floydigen? Teil des Albums musste her, denn eine noch deutlichere psychedelische Schlagseite des Albums hätte dem ohnehin schwer definierbaren neuen Image Marillions ohne Not geschadet. Außerdem bildet z.B. ?Hard as love? den unverzichtbaren Abschluss des langen ?Goodbye to all that? (zugleich setzt hier der inhaltliche Mittelteil der Story ein), und ?Paper lies? ist wie ein Link zwischen dem Mittelteil des Konzepts, der in ?Now wash your hands? seinen Abschluss findet, und dem mit ?Brave? eingeleiteten Schlussteil.
Aber keine Frage ist auch für mich, dass ?Great escape? das Highlight des ganzen Albums darstellt; musikthematisch schließt es ja sehr deutlich an Teile von ?Goodbye to all that? an, präsentiert das Material aber in einer hier fast unerwarteten Größe und Breite.
Das Album soll sich ja zur Enttäuschung der EMI nicht so gut verkauft haben; das verwundert mich wenig, denn solch subtile Genialität erschließt sich nicht so leicht und ist fürs schnelle Geld gänzlich ungeeignet. Ich könnte mir aber vorstellen, dass ?Brave? später mal zu den besonderen Leckerbissen der 90er Jahre gezählt werden wird.
| Anspieltipp(s): |
The great escape |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
4.8.2004 |
| Letzte Änderung: |
4.8.2004 |
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Von: Gün Schote @ (Rezension 2 von 3)

Hier mal ein Beispiel, wie man mit wenigen Zeilen zum Buhmann werden kann:
Ich liebe Marillion zu allen Zeiten ? in den 80ern, in den 90ern, im Winter und im Sommer. Ich halte ?h? für einen exzellenten Sänger und Frontmann der Band. Keinen anderen möchte ich an seiner Stelle sehen. Die Erwartungen an ?Brave? im Vorfeld waren sehr hoch, doch ist es mitnichten (s)ein Meisterwerk geworden.
Es mag für eine Albumrezension nicht besonders elegant sein, aber ich möchte mich mal eben durch das Werk schlingern: es beginnt atmosphärisch mit ?Bridge?; das Nebelhorn ist originell, aber trotzdem ist das Intro zäh und zu lang. Es folgt ein sanfter Übergang zu ?Living with the Big Lie? und damit zu einem der besseren Stücke auf dem Album. Guter Text, guter Song, keine Frage. ?Splintering Heart? als Opener war jedoch eindeutig fetter. ?Runaway Girl? ist grundsätzlich belanglos ? aber mit einem grandiosen Rothery-Solo. In einem ?The Web?-Interview während der ?HiE?-Tour erzählte Rothery, dass sich Ian Mosley auf der nächsten Platte steigern müsse, bekam noch die Kurve und meinte alle müssen sich steigern. Aha, Mosley also! Ich denke nun immer, dass Rothery zu Mosley sagte: ?Dein Spiel ist langweilig, hau' mal ordentlich in die Felle!? Und Mosley haute in die Felle. Tell me I?m mad?, aber kaum ist man sich der Verrücktheit bewusst folgt ein langweiliger Jam. Meine Gute, ich stehe ja wirklich auf ?Atmosphäre schaffen? ? aber mich hat dieser Part noch nie berührt. So, die ersten 27 Minuten sind bestenfalls durchwachsen bis nett.
Was nun folgt, arrrrgh! ?Hard As Love? ist für mich einer der Tiefpunkte in der Marillion-Diskographie. Geht gar nicht. Mit ?Hollow Men? steigt das Niveau wieder, ein schönes Liedchen. ?Alone Again? kommt dann wie ein aufgeblähtes ?No One Can? daher und warum die Band dessen Appendix ?Now Wash Your Hands? angeblich seit seligen Fish-Tagen mit herumschleppte ist mir schleierhaft. Meine Laune sinkt wie das Niveau des Konzeptalbums mit ?Papier Lies?. Dies ist wie ?Hard As love? ein krampfhafter Versuch, ?nen Rocker zwischen all den Langweilern zu platzieren. Affiger Text, schreckliches Lied. Das Titelstück weckt dann wieder Erinnerungen an den Jam in der ersten Albumhälfte. Wie gesagt, ich liebe Marillion und es fällt mir schwer zuzugeben, dass auch dieser Teil wieder uninteressant und uninspiriert ist. Das waren nun nochmal 30 schwache Minuten. Tränen der Verzweiflung schießen zwar nun nicht gleich in meine Augen, aber wenn ich Lust auf spannungsgeladene Musik habe, höre ich mir lieber etwas anderes an.
Wenn es etwas Gutes an ?Brave? gibt, dann das fantastische ?The Great Escape?. In diesen 7 Minuten schaffen es Marillion endlich bedrohliche Momente und fesselnde Melodien zu verbinden. Die einzelnen Teile fließen perfekt ineinander und das Finale ist fast magisch. A bridge is not a high place?when you?ve fallen from the moon? Jawohl, dies sind Marillion in allen Belangen at their very best. Mit ?Made Again? findet ?Brave? textlich ein versöhnliches und musikalisch ein entspanntes Ende.
Ich höre auf dem Album 7 Minuten starke Musik, 33 Minuten nette bis durchschnittliche Musik, 8 Minuten Allerweltsgedudel und 23 Minuten zähe bis uninspirierte Musik ? das ist viel zu wenig für diese Band und ein so ambitioniertes Werk. Sorry, mea culpa und verzeiht mir, aber bis heute ist es mir ein Rätsel, welchen Narren unzählige Marillionfans an diesem Durchschnittsalbum gefressen haben.
| Anspieltipp(s): |
Die ersten 10 Minuten |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
26.7.2011 |
| Letzte Änderung: |
26.7.2011 |
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Die Atmosphäre auf "Brave" ist sehr plastisch und intensiv, das leidige Thema ?Konzeptalbum? wird endlich einmal wieder auch textlich ansprechend umgesetzt, Songs und Stimme sind vom Feinsten. Selbst die etwas dumpfe Produktion paßt in diesem Fall hervorragend zu dem düsteren Sujet.
Die vier Songs 5-8 im Mittelteil wirken allerdings etwas als Spaßbremse und verleiden es einem fast, das Album ganz durchzuhören; ich finde allerdings nur Track 5 und Track 8 richtig schlecht. ?The hollow man? fügt sich m.E. nahtlos in das Gesamtwerk ein, und Track 7 ist recht ordentlich, stört aber den ?Fluß im Hörgenuß? und sollte daher herausprogrammiert und separat gehört werden, wenn man ganz anderer Stimmung ist.
Track 10 ist ein Monument und von erhabener Schönheit, vielleicht der beste Einzelsong, den Marillion je gemacht hat - ein Werk für die Ewigkeit.
Die Punktzahl? Nun, für mich ist ?Brave? neben ?Fugazi? und ?Misplaced Childhood? das dritte Meisterwerk dieser Band, und da ich auf vier Minuten mehr Meisterliches komme, lege ich noch einen drauf und vergebe 12.
| Anspieltipp(s): |
Tracks 5, 7 und 8 skippen, Licht aus und Kopfhörer aufsetzen |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
28.7.2011 |
| Letzte Änderung: |
3.8.2011 |
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