Sing Along Songs for the Damned & Delirious
|
|
Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
| Daniel Håkansson |
guitar, vocals |
| Pontus Mantefors |
guitar, vocals, synths, sound f/x |
| Annlouice Wolgers |
lead vocals |
|
| Andy Johansson |
bass |
| Johannes Bergion |
cello |
| Andreas Halvardsson |
drums |
|
Gastmusiker
| Kosma Ranuer |
baritone vocals |
| Daniel Hedin |
trombone |
| Martin Isaksson |
trumpet |
| David Werthen |
double bass |
| Henrik Bergion |
piano, accordion, harmonium |
|
| Jonatan Jonsson |
clarinet |
| Tobias Hedlund |
percussion |
| Biffen Jansson |
vocals # Siberian Love Affairs |
| Piffen Ekemalm |
vocals # Siberian Love Affairs |
| Roberto Laghi |
vocals # Siberian Love Affairs |
|
Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
A Tapdancer's Dilemma
|
5:12
|
| 2. |
A Rancid Romance
|
4:28
|
| 3. |
Lucy Fears The Morning Star
|
6:35
|
| 4. |
Bedlam Sticks
|
3:29
|
| 5. |
New World Windows
|
5:56
|
| 6. |
Siberian Love Affairs
|
0:58
|
| 7. |
Vodka Inferno
|
4:08
|
| 8. |
Memoirs Of A Roadkill
|
3:31
|
| 9. |
Ricerca Dell'Anima
|
5:35
|
| 10. |
Stratosphere Serenade
|
8:25
|
| Gesamtlaufzeit | 48:17 |
|
|
Rezensionen

Das eigenwillige Diablo Swing Orchestra meldet sich zurück. Nach dem Debüt "The Butcher's Ballroom" gibt es nun "Sing Along Songs for the Damned & Delirious". Die Band ist unverändert, lediglich Frau Loegdlund heißt nun Wolgers, auf ihre immer noch infernalisch hohe Stimme hatte das aber keinen Einfluss. Trotz ihres Ausnahme-Debüts sind Diablo Swing Orchestra immer noch relativ unbekannt und maximal ein Geheimtipp. Nun, dass liegt im wesentlichen an mir. Ich habe die falschen Reizworte und Betonungen in meiner Rezension zu "The Butcher's Ballroom" gesetzt, meint ein geschätzter Kollege dieser Seiten. Mea culpa... versuche ich also die zweite Chance zu nützen!
Denn nicht nur ich habe eine zweite Chance die Leser zu überzeugen, vor allem nutzt das Diablo Swing Orchestra seine zweite Chance in der Prog-Gemeinde zu reüssieren. Um es ganz deutlich zu sagen: Wer kraftvolle Musik mit einem außergewöhnlichen Stilmix mit schrägen, spaßigen, heftigen Momenten und exaltiertem Gesang mag, der muss "Sing Along Songs for the Damned & Delirious" lieben. Selten dürfte ein Cover so gut zum Inhalt passen... hier gibt es eine Rock-Kirmes mit unheimlich viel Spaß inne Backen auf die Ohren.
Wie schon auf ihrem Debüt verbinden die Schweden wieder jazzigen Swing mit metallischen Brachialgitarren, Operngesang, Trompeten, Mariachi-Einsprengseln, High-Speed-Folk, kratzigem bis klagendem Cello, druckvoller Drumarbeit und so weiter. Aber diesmal machen sie keine schöpferischen Pausen, sondern lassen einen Knaller auf den anderen folgen. Die Gitarren sind rabiater und das Cello darf noch viel mehr wüst schrubben. Da wirken gezupfte Akustik-Gitarren plötzlich mittendrin richtiggehend exotisch, von leicht spacigen Klangeffekten im Abschluss-Titel mal ganz zu schweigen. Scheint so, als wäre hier noch nicht das Ende der Fahnenstange der Kreativität der Schweden erreicht. Als Sänger hält Daniel Håkansson mit Bassgesang diesmal deutlich mehr gegen Annlouice Wolgers die Stellung, woraus sich wilde, umwerfende Gesangsduelle ergeben. Trotzdem drückt natürlich Annlouice Wolgers mit hohem und höherem Sopran-Gesang dem Album immer noch ihren Stempel auf.
Hier kommt alles auf den Punkt, das Album klingt kompakt und in sich stimmig, wie aus einem Guss. Die Stimmung des Albums ist auch in keinster Weise mehr düster, ganz im Gegenteil hier wird ein rauschendes Fest im Angesicht des Höllenfeuers gefeiert. Damit ist auch der Gothic-Touch, der vielleicht beim Debüt noch etwas für Stirnrunzeln gesorgt hat, weg. Hier bestimmt nur noch Kirmes-Feeling, ausgelassenes Musikertum, Freude am Spielen und verdrehte Wildheit das Bild. Damit toppen die Schweden ihr Debüt locker... "Sing Along Songs for the Damned & Delirious" ein wilder Ritt. Verstanden?
| Anspieltipp(s): |
alles, also einfach vorne anfangen |
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
12.9.2009 |
| Letzte Änderung: |
20.3.2013 |
|
|
|
Zum Seitenanfang

Mein Vorredner hat Recht: Ein wirklich lustiges Album hat das Diablo Swing Orchestra da vorgelegt. Deutlich lustiger als das Debüt ist "Sing Along Songs for the Damned & Delirious", voller Mitsing- und Trinklieder aller Arten und Gattungen. Ein bunter Strauß von Melodien und Stilrichtungen, mit Spaß und guter Laune, da ist für jeden was dabei!
"A Tapdancer's Dilemma" ist tatsächlich das, was der Bandname verspricht: Swing, aber eben mit ordentlich Diablo, will sagen, zu dem klassisch bläserbetonten Sound und dem schönen, bei den legendären Andrews Sisters abgehorchten mehrstimmigen Gesang tritt ein aggressiverer Schlagzeugsound, Stromgitarren und ein wummernder Bass - dennoch, der Song ist klassischer Swing, auch vom Aufbau her, aber großartig arrangiert und mitreißend gespielt. Von hier an gibt's leider keinen Swing mehr zu hören - schade, denn ich glaube, ein komplettes Swing-Metal-Album könnte mir gefallen. Leider fällt das Album ab hier auch qualitativ etwas ab - nicht viel, aber die Metallisierung funktioniert beim ersten Stück einfach am besten.
"A Rancid Romance" ist dann ein Tango, ganz klassisch, zeitlich deutlich vor dem Tango Nuevo angesiedelt, allerdings ebenfalls mit harten Gitarren, die den genretypisch strengen Rhythmus der Musik betonen. Das Ganze endet mit einer kleinen, leisen Einlage von Violine und Akkordeon.
"Siberian Love Affairs" ist ein langsamer Dreivierteltaktler, längst verstorbene Seemänner singen in einer Hafenkneipe ein Trinklied zum Akkordeon, gut geeignet für einen Piraten-Horrorfilm.
"Vodka Inferno" ist dann genau das, was der Titel vermuten lässt, ordentlich rrrrrrussisch geht's zu, mit altbekannt kalinkischer Melodik, sämtliche musikalische Russlandklischees werden da verbraten, oder vermetalt eben, immer lustig und sehr leningradcowboysmäßig.
Und so geht's weiter, Land für Land, Epoche für Epoche: Bissl Tex-Mex, bissl Country, Musik-Comedy halt, handwerklich gut bis hervorragend, vor allem was die Arrangements angeht. Richtig anspruchsvoll wird es dabei eigentlich nie, im ganzen ist "Sing Along Songs for the Damned & Delirious" einfach eine Spaßplatte. Allerdings heben sich Songs wie "Lucy Fears The Morning Star" oder "Bedlam Sticks" vom Rest etwas ab, weil sie nicht einfach als Ganzes Stilzitate im Metalkleid darstellen. Letzteres etwa kombiniert einen schmissigen Jive-Rhythmus mit musicalhaftem Dialoggesang unterschiedlicher Stimmen, wildem Bass und kurzen Staccato- und Stop-and-Go-Passagen. In solchen Songs gibt es dann auch die einzigen Momente in der Musik, die man (manchmal mit etwas gutem Willen) "Prog" nennen kann. Der Vorgänger war besser.
| Anspieltipp(s): |
Die genannten |
| Vergleichbar mit: |
Hmmm. Monty Python? JBO? Volbeat? |
|
| Veröffentlicht am: |
8.10.2009 |
| Letzte Änderung: |
29.6.2011 |
|
|
|
Zum Seitenanfang
Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Diablo Swing Orchestra
Zum Seitenanfang
|