Manafon
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Informationen
Allgemeine Angaben
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| Label: |
Samadhisound |
| Durchschnittswertung: |
11.5/15 (2 Rezensionen) |
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Besetzung
| David Sylvian |
Vocals, Acoustic Guitar, Keyboards |
| Burkard Stangl |
Guitars |
| Werner Dafeldecker |
Acoustic Bass |
| Michael Moser |
Cello |
| Christian Fennesz |
Laptop, Guitar |
| Toshimaru Nakamura |
No-input Mixer |
| Otomo Yoshihide |
Turntables |
| John Tilbury |
Piano |
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| Marcio Mattos |
Cello |
| Franz Hautzinger |
Trumpet |
| Tetuzi Akiyama |
Electric and acoustic guitar |
| Sachiko M. |
Sine wave sampler |
| Keith Rowe |
Guitar |
| Evan Parker |
Saxophone |
| Joel Ryan |
Signal processing |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Small Metal Gods
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5:49
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| 2. |
The Rabbit Skinner
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4:42
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| 3. |
Random Acts of Senseless Violence
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7:06
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| 4. |
The Greatest Living Englishman
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10:55
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| 5. |
125 Spheres
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0:29
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| 6. |
Snow White in Appalachia
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6:36
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| 7. |
Emily Dickinson
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6:25
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| 8. |
The Department of Dead Letters
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2:26
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| 9. |
Manafon
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5:23
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| Gesamtlaufzeit | 49:51 |
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Rezensionen
Von: Gün Schote @ (Rezension 1 von 2)

Um es kurz zu machen: David Sylvians neues Werk setzt die auf Blemish begonnene Reise unbeirrt fort.
Erste Reaktionen der Sylvian-Gemeinde: Gegen "Manafon" war "Blemish" das reinste Bananarama-Gedudel... oder Man nehme Blemish und ersetzte den dort vorhandenen Rest Musik durch Pfeiftöne a la Darkest Birds. Sylvian selbst bezeichnet "Manafon" als Sister piece to the Blemish-Album, trotz der thematischen und tonalen Unterschiede. So weit, so gut, aber ist das wirklich so? Und wenn ja, ist das dann gut oder schlecht?
Um es nun aber doch etwas länger zu machen...
Da steht nun ein süßes Reh im Wald und schaut liebevoll seinem Betrachter entgegen, dem vor lauter Bild gewordener Rührseligkeit die Tränen in die Augen schießen. Auf seinen klassischen Alben von "Brilliant Trees" bis "Dead Bees on a Cake" war ein solches Cover für eine Sylvian-LP/CD schlicht unmöglich, hätten Frauenmagazine dadurch doch rücksichtslos Rückschlüsse auf die Musik gezogen. Doch diese Befürchtungen muss David heute nicht mehr haben, so dass er die in seiner Musik verlorene Rührseligkeit bedenkenlos auf dem Albumcover zur Schau stellen kann.
Die Aufnahmen zu "Manafon" begannen 2004 in Wien, wo er Sessions mit dem Österreicher Christian Fennesz, Keith Rowe und der Gruppe Polwechsel (deren Aufgabe noch immer die Erforschung des Klangs an sich zu sein scheint) aufnahm. "Reduktion" lautete das Motto, ebenso wie "Spontanität". 2006, parallel zu "When Loud Weather Buffeted Naoshima", nahm er dann Sessions mit Otomo Yoshihide, Sachiko M., Tetuzi Akiyama und Toshimaru Nakamura auf. Dies sind japanische Musiker, die sich als "Nicht-Musiker" bezeichnen und vor allem der Improvisation im Minimalistischen frönen. Endlich im 2007 fand die letzte Session mit Evan Parker, John Tilbury, Marcio Mattos und erneut Christian Fennesz in London statt. Im November 2008 konnte David Sylvian "Manafon" kurz und bündig (so wie es ja auch die Aufnahmesessions waren) in seinem Studio mischen und die Tonwerdung war abgeschlossen. Als Komponisten werden daher auch folgerichtig neben Sylvian die beteiligten Musiker aufgeführt.
Dies als "kurze Geschichte" zur Entstehung des Albums. Zurück nun zum süßen Reh des Covers und weil dies allein nicht abendfüllend ist gleich weiter zur..."Musik"...
Muss ich auf jeden "Song" einzeln eingehen? Nein. Aber wer weiß, wozu mich diese Rezession führt. "Small Metal Gods" eröffnet das Werk. Minimalistisch und selbstverständlich Lichtjahre entfernt von Stücken wie "Nostalgia" oder "I Surrender", aber noch immer in den Grenzen, die er mit "Blemish" gesteckt hat, vielleicht sogar nicht ganz so extrem. Seine wunderbare Stimme legt sich über Töne, erst gegen Ende begleitet die Akustikgitarre seinen kurzen "Chor"-Gesang, der das Stück beendet. Applaus für die "Single" des Albums.
Wer mit "Blemish" oder gar mit Sylvian generell nichts anfangen konnte, für den wird auch "Random Acts of Senseless Violence" eine Zumutung sein. Doch den Sylvianisten, den Blemish beim ersten Hören noch ratlos zurück ließ (jaja, ich rede u.a. von mir!) kann das Stück nach mehrmaligem Hören fangen. Gleiches gilt für das zentrale Stück "The Greatest Living Englishman".
Blemish minus Restmusik plus Pfeiftöne: Nein, so einfach kann man die Rechnung dann doch nicht machen. "The Greatest Living Englishmen" verleitet jedoch dazu. Aber für meine Ohren ist hier deutlich ein Konzept, ein roter Pfaden gar, zu erkennen. Oder liegt das doch am vorbehaltlosen Sylvianlieben, das mir eigen ist? Vielleicht erstmal den Rotwein zur Seite stellen und "Garden Party" auflegen um wieder in diese, meine Welt, zurückzukehren? Nein, das wäre doch feige. Und da David nicht feige ist, gehe auch ich den Weg mit ihm weiter: Er kehrt nicht zurück zum Harmonischen. In "The Greatest Living Englishmen" nutzt er das musikalische Konzept von Blemish, jedoch ohne dessen graue Monotonie. Töne, Akustikgitarre, das Knistern des Vinyls, Sylvians Stimme, dies sind die Mittel, die "Manafon" bestimmen. Rhythmen findet man wie schon auf Blemish keine.
"Manafon" - was ist das eigentlich? Eine walisische Stadt. Wer hätte es gedacht? In dieser wirkte lange Jahre seines Lebens der im Jahre 2000 verstorbene walisische Poet R.S. Thomas, mit dem sich Sylvian auf diesem Tonträger auseinandersetzt. Der Anglizisierung der walisische Sprache entgegenzuwirken, dies war seine Berufung - nein, der größte lebende Engländer wird man so nicht. Sylvian nennt, dies am Rande, sein neues Werk "sehr englisch", nicht britisch.
Auf Rain Tree Crow befand sich mit "Boat's for Burning" ein wunderschönes Stück von 35 Sekunden Länge. Auch "Manafon" bietet mit "125 Spheres" einen gelungenen 28-Sekunden-Shortie. Doch Länge und Kürze sind in dieser offensichtlichen Abwesenheit von Struktur ohnehin unerheblich, unwichtig. Und Schönheit schwingt allein im Ohr des Hörers.
Atmosphäre, Töne, Sylvians Stimme. Das Titelstück würdigt abschließend den "Sprachkämpfer" R.S. Thomas und wenn man sich an die Abwesenheit gewohnter Musik gewöhnt hat, so wähnt man sich fast in einem ganz normalen Stück Musik des David Sylvian.
Beim ersten Hördurchgang fragte ich mich noch, wie ich dies bewerten soll. Diese Frage ist einer Antwort gewichen: Sylvian, der sein irdisches Gastspiel derzeit als Eremit in einem Blockhaus fristet, schlug mit Blemish einen Weg ein, der ihn fortführte von Struktur und Althergebrachtem. Mit seiner Musik kann man sich mittlerweile nicht nur als intellektueller Wichtigtuer bzw. Schöngeist präsentieren, nein, man kann sich mit ihr auch nicht "bloß" auseinandersetzen, man muss mit ihr ringen. Ob man dieses Kämpfchen am Ende gewinnt oder verliert ist nicht entscheidend: Hearing is the road...
"Manafon" gibt es übrigens auch als Limited Edition. Diese Ausgabe enthält neben dem Album im 5.1-Mix auch einen 55 minütigen Film namens "Amplified Gesture", der die Beteiligten zu Wort kommen lässt und das Album zu erklären versucht. Die japanische Version enthält zusätzlich einen Remix von "Random Acts of Senseless Violence".
PS: Im Anschluss an wiederholtes "Manafon"-hören legte ich wieder "Blemish" ein. Wohl dem, der dies als gelungenes Wochenende empfindet!
| Anspieltipp(s): |
Small Metal Gods |
| Vergleichbar mit: |
...dem Klang eines 10t Gewichtes beim Aufschlag auf Bambi. |
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| Veröffentlicht am: |
13.9.2009 |
| Letzte Änderung: |
11.3.2012 |
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...aber ob es möglich gewesen wäre, den radikalen Ansatz von "Blemish" noch weiter auf die Spitze zu treiben, bin ich mir nicht so sicher.
So schrieb ich dereinst zum Debüt von David Sylvians Projekt Nine Horses, das nach dem radikalen Blemish wieder an ältere Sylvian-Alben anknüpfte. Mit Manafon zeigt Sylvian nun, dass sich die Radikalität von Blemish sehr wohl noch steigern lässt.
Den letzten Rest von Melodie, von so etwas wie einer Struktur, bildet der Gesang, der typisch David Sylvian ist: langsam, getragen, schwermütig, stets etwas weltentrückt. Begleitet wird dieser von konsequenter Nicht-Musik, sporadischen, scheinbar willkürlich hingeworfenen Tönen. Ein bisschen Gitarrengeplinge, ein Streichinstrument knarrt wie ein Dielenboden, ein paar Tasten am Klavier werden gedrückt. Karg, spröde und unnahbar wirken diese Klänge und bilden einen seltsamen Kontrast zu Sylvians wohligem Gesang.
Mit The Department of Dead Letters gibt es sogar einen komplett instrumentalen Titel, der zeigt, dass diese Klänge durchaus auch ohne Gesang ihre Wirkung entfalten können. Zwar ist dieses Stück nicht ganz so karg arrangiert, aber es wirkt genau so spröde wie das ganze Album.
Ein großartiges Werk, dem man sich mit viel Geduld und Konzentration nähern muss.
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
16.9.2009 |
| Letzte Änderung: |
16.9.2009 |
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