Contra-Mantra
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Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
| Jim Johnston |
All Instruments |
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Gastmusiker
| Jim Crutchfield |
Spoken Words on Track 7 |
| Jim Brammer |
Guitar Solos on Tracks 1, 3, 4, 5, 6 |
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| Marty Prue |
Harmony Solo on Track 4, Acoustic Solo on Track 7 |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Anthem
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12:33
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| 2. |
The Damage Is Done
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4:59
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| 3. |
Better Living Thru Anarchy
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5:19
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| 4. |
The Hard Way
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14:51
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| 5. |
Vanity
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6:28
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| 6. |
Different World
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5:43
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| 7. |
All I See Is Gray
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7:12
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| Gesamtlaufzeit | 57:05 |
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Rezensionen

Jaugernaut (a.d.) waren unter ihrem alten Namen Jaugernaut bereits Ende der Siebziger und Anfang der Achtziger eine kleinere Größe im Pomp-Rock-Genre. Im Zuge der Reunion- und Revivalwelle zu Beginn des dritten Jahrtausends bemerkte Mastermind Jim Johnston, dass die alten Vinylscheiben der Truppe für horrende Preise gehandelt wurden und entschloss sich unter anderem dadurch inspiriert, seine alte Band wieder zu beleben. Wobei Band vielleicht ein übertriebener Ausdruck ist, verrät doch die Besetzungsliste, dass ?Contra-Mantra?, ein Konzeptalbum über die immer wieder gerne genommene Thematik der Wurzel des Bösen, eher ein Soloprojekt von Jim Johnston ist.
Ich gestehe: Zunächst war ich nahe dran, ?Contra-Mantra? gehörig abzuwatschen. Ein Kollege im [progrock-dt]-Chat wendete daraufhin ein, dass er das Album zwar nicht mehr besitze, es aber nicht als allzu schlimm in Erinnerung habe. Also waren noch zwei, drei weitere Hördurchgänge angesagt und siehe da: Es lassen sich doch einige Dinge finden, die ?Contra-Mantra? weniger furchtbar machen als es zunächst erscheinen mag.
Deutlich wird das insbesondere im Opener ?Anthem?, der mit verhaltenen Gong-, Orgel- und Vibraphontönen beginnt, nur um den Hörer mit DJ-Scratching erst einmal gehörig zu schocken. Das für Progger weniger Schockierende (obwohl es eigentlich anderes herum sollte) kommt dann wenige Sekunden später, wenn der Longtrack so richtig loslegt: Quietschekey-Fanfaren aus der tiefsten Achtziger-Niederhölle sorgen für eine klassische Prog-Eröffnung, die dummerweise seit mindestens dreißig Jahren verboten sein sollte. Selbst Neoprogger dürften hier das Kotzen bekommen und das sagt vieles - ?Welcome to the Cage? zum Quadrat, mindestens. Auf den ersten Blick getreu dem Motto ?warum einen kohärenten Longtrack schreiben, man kann doch auch so ein paar kürzere Songs übergangslos zusammenfummeln? geht das beschriebene Inferno abrupt in einen gänzlich anderen, wesentlichen ruhigeren Part über, der erstmal die Stärken von Jaugernaut (a.d.) demonstriert.
Es wird gelungen durch die Keys und vor allem akustische und elektrische Gitarrentöne Atmosphäre aufgebaut und... Jim Johnston beginnt zu singen. Sein variables, von sonor-ruhigem Gesang bis zu Metal-Shouterattitüde ein enormes Spektrum abdeckende Organ ist das eindeutige Highlight des Album. Im Timbre erinnert Johnston dabei am ehesten Joe Acaba von Celestial O'euvre, auch in puncto Souveränität und Bandbreite. Klasse! Wie, es soll unbedingt ein ?bekannter? Vergleich sein? Dann nehme man einfach Jon Anderson in aggressiv und mit etwas höherem Stimmumfang.
Zurück zu ?Anthem?: Nach dem bereits erwähnten ruhigen Part kommt das, was kommen musste ? ein Rückfall in das Quietsch-Massaker von vorher (natürlich wieder übergangslos), diesmal aber immerhin zusätzlich mit feinem Gitarren-Solo und mehr Hammond als Synthie. Trotzdem sei die Frage erlaubt: Was soll das? Solche Sounds kann nicht ernsthaft jemand toll finden, oder?
Insgesamt fasst ?Anthem? somit bereits exemplarisch zusammen, woran ?Contra-Mantra? krankt. Jim Johnston kann komponieren und hat durchaus gute Ideen, das zeigt der das größte Stück von ?Anthem? einnehmende Mittelteil (der trotzdem geringfügig zu lang ist) ebenso wie die Tatsache, dass man bei ganz genauem Hinhören bemerkt, dass sich durch den ganzen Song ein immer wieder leicht variiertes Keyboardpattern zieht, das einen inneren Zusammenhang verleiht. Mit dem Hintern eingerissen werden diese guten Ansätze aber zumeist durch die stetigen Schwächen. Trotz dem besagten Pattern zerschneiden die besagten völlig abrupten und absolut nicht gelungenen Übergänge zwischen den einzelnen Passagen den roten Faden völlig, zu diesen kompositorischen Schwächen gesellen sich die bestenfalls grenzwertigen Keyboardsounds, der unspektakuläre Bass und das über das gesamte Album auf einem Sound rumreitende Schlagzeug, das zwar nicht als aus der Konserve kommend angegeben ist, aber eindeutig aus dieser zu stammen scheint.
Wohlgemerkt: Als dies sind Schwächen im Kontext des Genres, und keine Schwächen des Genres ? obwohl es sicher viele gute Gründe gibt, Pomprock mit seinem aufgeblasenen und mindestens an der Grenze zum Übertriebenen balancierenden Bombast per se albern zu finden. Ich mag sowas trotzdem, was mir peinlicher sein sollte als es der Fall ist. Besser in Bezug auf die angesprochenen Kritikpunkte ist der zweite Longtrack ?The Hard Way?, der zwar auch mit drei Minuten Ambient- und Elektroniksounds mit so viel Elan startet wie Ottfried Fischer beim 100-Meter-Lauf, sich aber anschließend über eine ruhiges Zwischenspiel mit der akustischen Klampfe doch noch zu einem abwechslungsreichen und teilweise gar dezent rockigen Stück entwickelt. Zieht man das unnötige Intro und ein paar Längen im weiteren Verlauf ab, so ist das Ganze natürlich immer noch knapp fünf Minuten zu lang, sei's drum.
Diese Eindrücke der Longtracks in sich lassen sich quasi problemlos auf das Album an sich übertragen. Während diese ? wie ja bereits von Pomp-Heroen wie Styx exerziert ? für die Prog-Komponente zuständig sind, bleiben die kurzen Stücke sämtlich im straighteren Bereich. ?Damage Is Done?, ?Better Living Thru Anarchy? und ?Different World? (netter Songtitel, wie allgemein die Texte durchaus als gelungen zu bezeichnen sind) sind ordentliche bombastische Uptempo-Songs irgendwo zwischen Pomp und AOR, ?Vanity? beginnt als geradliniger Hardrocker, um wieder einmal völlig übergangslos als elektronisch-minimalistisches Experimentalstück (gar mit leichten Trip-Hop-Einflüssen) zu enden, während das melancholische ?All I See Is Gray? als balladeskes und wiederum zu langes Stück den Schlusspunkt setzt. Gerade in diesen kurzen Stücken zeigt Johnston weitere Stärken, da er ganz eindeutig die Fähigkeiten besitzt, prägnante und eingängige Hooklines zu komponieren, die direkt ins Ohr flutschen.
Insgesamt fehlt aber auch hier der rote Faden, der ein Konzeptalbum verbinden sollte, so dass ?Contra-Mantra? bei aller Liebe ausschließlich beinharten Pomp-Fans empfohlen werden kann, die sich jeden Abend beim Gedanken an die guten alten Zeiten mit Truppen wie Ambrosia, Aviary, Styx und Co. in den Schlaf weinen. Die bereits erwähnten Landsleute von Celestial O'euvre haben mit ?Second Chance? zu fast derselben Zeit dieses Feld allerdings deutlich besser beackert. Schwer verzeihlich ? obwohl bei einer Amateurproduktion verständlich - in einem ja vom Grundprinzip her dem hemmungslosen Bombast verschriebenen Genre ist auch die nur als dünn zu bezeichnende Produktion, die der ganzen Geschichte viel Schwung nimmt. Aber, wer die angesprochenen Bands mag, der darf durchaus mal reinhören. Denn: Jim Johnston singt wirklich gut, echt jetzt. Und ? wer weiß ? vielleicht wird der bereits angekündigte zweite Teil des Konzepts ja wesentlich stärker.
PS: Falls das auch hilfreich ist: Bei aller Kritik spiele ich mit dem Gedanken, mir auch die früheren Album der Combo zuzulegen (als sie noch eine richtige Band waren), die Jim Johnston inzwischen auch auf CD verfügbar gemacht hat.
| Anspieltipp(s): |
Anthem (dann weiß man wenigstens Bescheid), Better Living Thru Anarchy |
| Vergleichbar mit: |
Aviary, Ambrosia, Animator, Styx, Celestial O'uevre |
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| Veröffentlicht am: |
16.12.2009 |
| Letzte Änderung: |
16.12.2009 |
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