Retrograde
|
|
Informationen
Allgemeine Angaben
|
|
| Label: |
Sub Pop |
| Durchschnittswertung: |
8/15 (1 Rezension) |
|
Besetzung
| Bill Elm |
|
| Joey Burns |
|
| John Convertino |
|
|
| Woody Jackson |
|
| Van Christian |
|
|
Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Rattler
|
3:18
|
| 2. |
Lonesome
|
2:46
|
| 3. |
Fresca
|
3:14
|
| 4. |
Cabeza de Mojado
|
3:54
|
| 5. |
Nile Blues
|
4:48
|
| 6. |
Westbound #1
|
1:05
|
| 7. |
Ask the Dust
|
2:50
|
| 8. |
Monte Carlo
|
2:36
|
| 9. |
False Serpentine Compassion
|
2:05
|
| 10. |
The Warmth of the Sun
|
4:44
|
| 11. |
I Will Wait For You
|
2:29
|
| 12. |
Retrograde
|
5:04
|
| Gesamtlaufzeit | 38:53 |
|
|
Rezensionen

Das zweite Album der Friends macht schon einen deutlichen Schritt in Richtung ihres späteren Stils. Dies dürfte daran liegen, dass der heutige Hauptkomponist der Band, Bill Elm, hier bereits an wesentlich mehr Stücken kompositorisch beteiligt war als noch auf dem Debüt, wo nur ein einziger Titel von ihm stammte. Wie dort gibt es dazu auch hier wieder ein paar Coverversionen.
Viel häufiger und vor allem kraftvoller lässt Bill Elm jetzt die Steel Guitar aufjaulen und nimmt sich dabei gerne David Gilmour zum Vorbild; Nile Blues stellt in dieser Hinsicht den Höhepunkt des Albums dar, hier glaubt man, Pink Floyd habe es in ein staubiges Kaff im Südwesten der USA verschlagen, wo sie nun eine Wüstenrock-Version von Dark Side of the Moon aufführen. Der langsame Aufbau des elegischen Stücks, das die Trägheit der flirrenden Nachmittagshitze hörbar macht, hat dabei auch etwas postrockiges.
Die anderen Stücke reichen trotz deutlichen Fortschritts dann doch nicht an dieses Mini-Epos heran. Zwar heult und jault und kreischt die Steel Guitar immer wieder aufs herrlichste, aber die Intensität des Nile Blues wird nicht erreicht, da die Stücke ansonsten doch eher konventionell aufgebaut sind. Erst das abschließende Titelstück bringt wieder einen Vorgriff auf kommende Großtaten: langgezogene Klangbögen der Steel Guitar, nur sporadisch von weiteren Instrumenten begleitet, erzeugen hier eine fast schon Ambient-artige Atmosphäre. Nicht wohlig schwebend, wie man das oft mit Ambient assoziiert, eher macht sich hier ein Gefühl von Verlorenheit breit.
Die Coverversionen sind auf diesem Album am wenigsten gelungen, irgendwie passen sie nicht so recht in das veränderte musikalische Konzept. Vielleicht haben die Friends deswegen später auf Cover verzichtet.
Schon unmittelbar nach den Aufnahmen zu Retrograde verließen die Gründer Joey Burns und John Convertino die Band, um sich ganz ihrem Projekt Calexico zu widmen. Damit war der Weg frei für Bill Elm, seine musikalischen Vorstellungen uneingeschränkt durchzusetzen. Und das tat er dann auch.
Für Retrograde gilt wie für das Debüt: wer die Band wegen ihres postrockig-psychedelischen Stils schätzt, wird hier nur eingeschränkt fündig (aber immerhin schon mehr als auf dem Debüt), wem dagegen einfach die Wüstenrock-Klangmalereien gefallen, macht hier nichts falsch.
| Anspieltipp(s): |
Nile Blues, Ask the Dust |
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
24.6.2010 |
| Letzte Änderung: |
24.6.2010 |
|
|
|
Zum Seitenanfang
Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Friends of Dean Martinez
Zum Seitenanfang
|