Made In Germany
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Informationen
Allgemeine Angaben
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| Label: |
Teldec/Atlantic/Atco |
| Durchschnittswertung: |
9/15 (3 Rezensionen) |
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Besetzung
| Renate Knaup |
Gesang |
| Chris Karrer |
Gitarre, Gesang, Banjo, Geige |
| John Weinzierl |
Gitarre |
| Falk U. Rogner |
Tasten |
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| Peter Leopold |
Schlagzeug |
| Robby Heibl |
Bass, Gesang, Gitarre, Geige |
| Nando Tischer |
Gesang, Gitarre |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Overture
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5:11
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| 2. |
Wir wollen
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1:33
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| 3. |
Wilhelm Wilhelm
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3:10
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| 4. |
SM II Peng
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2:17
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| 5. |
Elevators meet whispering
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1:26
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| 6. |
Metropolis
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3:37
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| 7. |
Ludwig
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2:33
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| 8. |
The King's chocolate-waltz
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2:29
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| 9. |
Blue grotto
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3:33
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| 10. |
Mr. Kraut's jinx
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8:44
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| 11. |
Wide-angle
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4:06
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| 12. |
Three-eyed overdrive
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1:17
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| 13. |
Emigrant song
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3:21
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| 14. |
Loosey girls
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5:13
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| 15. |
Top of the mud
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3:45
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| 16. |
Dreams
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4:08
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| 17. |
Gala Gnome
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3:52
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| 18. |
5.5.55
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1:39
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| 19. |
La Krautoma
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6:08
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| 20. |
Excessive Spray
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1:41
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| Gesamtlaufzeit | 69:43 |
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Rezensionen

Die letzte LP/CD der klassischen Amon Düül II. Was danach kam war nicht mehr vergleichbar und biedere uninteressante Mucke. Die Platte gibt es in 2 verschiedenen Ausgaben, was die Situation um die Band gut wiederspiegelt. Ursprünglich als Doppel-LP herausgebracht, wurde sie für den amerikanischen Markt lieblos auf eine Einzel-LP zusammengeschnitten, inzwischen gibt es sie aber auch in der kompletten Version auf CD, aber bitte aufpassen, auch die US-LP ist als CD erhältlich!
Auf dieser Platte spielen sie mit ihrem Image als Krautrockband, in dem sie eine Reise durch die deutsche Geschichte mit berühmten Deutschen wie König Ludwig etc. spielen. Ursprünglich sollte das Ganze als frühes Multimediatheaterprogramm laufen, aber aus Geldmangel etc. scheiterte das Projekt. Das wäre die Liveshow geworden ;-). Allein das Cover ist genial, jeder der Mitglieder zeigt einen anderen Teutonen und Renate Knaupp als Germania ist köstlich. Musikalisch sind die Songs deutlich kürzer und durchstrukturierter als die frühen Klangimprovisationen. Hervorragend ist ihr ironischer Umgang mit den typischen Klischees, denen deutsche Musiker damals ausgesetzt waren, indem sie absichtlich mit starkem Akzent singen oder die klassischen Bilder des Auslandes zu Deutschland als Themen nutzen (Ludwig, Sissi, Kaiser Wilhelm, Wagner und auch Hitler, der sich hier als Drummer der Band einem Interview stellt). Dazu immer die passende Musik, mal verspielt, mal elektronisch, mal bombastisch-wagnerisch, oder auch kitschig-süss, wie bei "LUDWIG", aber immer auf hohem Niveau - "Psychedelic meets german electronic" könnte man auch dazu sagen, eine der besten Platten deutsche Musiker, eben weil Amon Düül niemanden kopierten, sondern munter drauflosspielen. Alles, was danach von der Band kam, war einfallslos, oder wie die neueren Revivalscheiben ein netter Abklatsch.
| Anspieltipp(s): |
Mr. Kraut's Jinx, La Krautoma |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
19.4.2002 |
| Letzte Änderung: |
21.4.2003 |
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Nach TANZ DER LEMMINGE nochmal eine Doppel-LP von den Ur-Krautrockern. Und dazu noch ein Konzeptalbum. Ein spätes Meisterwerk? Eher nicht. Mehr ein kurioses Unikat.
Das ganze Album ist eine Art Musical im Stil von Hair oder der Rocky Horror Show (und ein bisschen Muppet Show ist auch dabei...): meist kurze Nummern mit operettenhaftem, mehrstimmigem Gesang, der erstaunlich oft ungewohnt professionell klingt; rockmusicaltypische Flottheit (Wilhelm Wilhelm, Metropolis, Ludwig, Emigrant Song) und artpoppige Zuckrigkeit, mal niedlich anzuhören (Blue Grotto), mal schlagerhaft überzogen (Loosey Girls); hinzu kommen ohrwurmartig-einschmeichelnde Melodien und eine Aufwuchtung durch gelegentliche Streicher-, Bläser-, Orchestereinsätze. Wer die Rocky Horror Show kennt, kann sich ungefähr ein Bild von der Atmosphäre machen. Hinzu kommt noch eine Klischeeüberladung mit allem, was irgendwie deutsch ist, seien es Namen (Kaiser Wilhelm, König Ludwig) oder Klänge (Marschmusik, teutonisch-orchestrale Wuchtigkeit).
Musikalisch geht es querbeet durch alle möglichen Stile, was mit der thematischen Konzeption dazu führt, dass man das Album eigentlich nur als Parodie hören kann. Dazu trägt auch der Vortrag typisch deutscher Worte auf englisch bei ("Ma-Ma-Maria-Theresia meets Marie Louise, Kurfürstendamm relates to the peace of Schönbrunn..."). Mit starkem Dialekt haben die Düüls schon immer gesungen, aber so entsteht ein besonderer Verfremdungseffekt.
Musikalische Tiefe - wie gelegentlich noch auf dem Vorgänger zu hören - ist nirgends spürbar. Dafür ist die Scheibe über weite Strecken recht kurzweilig geraten, erst im letzten Drittel (ab "Loosey Girls") kommt es musikalisch zu Ermüdungserscheinungen. In den USA war die Doppel-LP vielleicht nicht zu Unrecht auf eine LP verkürzt worden. Nur die Auswahl soll schlecht gewesen sein.
Kurz vor Schluss wird es im Stil einer US-Fernseh-Show klamaukig mit einem Adolf-Hitler-Interview. ("You've picked a hering with Herman Göring, you've made a mess with Rudolf Hess..."). Das ist ungefähr so witzig wie der von Düül-Produzent Olaf Kübler einmal vorgesehene Bandname für sein Düül/Utopia-Projekt Olaf and his Electric Nazis... Der Umgang der Düüls mit deutscher Vergangenheit zeigte manchmal schon erstaunlich naive Züge. Schließlich folgt noch eine krautig verballhornte Version des Schunkelklassikers "La Paloma".
Das Album wirkt trotz aller Stilwechsel musikalisch relativ homogen, was sicher der Musical-Atmosphäre zu danken ist. Dabei wird der typisch düülsche Krautrock in angloamerikanischen Musikklischees aufgelöst und dieser Sud wiederum mit Klischees deutscher Tradition verrührt.
Kein Album, das zu den wirklich essentiellen Düül-Werken zählt, aber doch ein kurioses Stück deutscher Rockmusikgeschichte.
| Anspieltipp(s): |
Wilhelm Wilhelm, Emigrant Song |
| Vergleichbar mit: |
Hair, Rocky Horror Show, Muppet Show |
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| Veröffentlicht am: |
3.3.2004 |
| Letzte Änderung: |
9.7.2012 |
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Kurios? Ja, kurios ist "Made In Germany" schon. Witzig ist das Ganze auch, zumindest bei den ersten 2-3 Hördurchläufen. Das Hitler-Interview ("5.5.55") kann man als unverkrampften Umgang mit der Vergangenheit werten, als zynische Satire, oder als naiv-geschmacklosen Kalauer (das ursprüngliche Cover für das Album sollte eigentlich die gesamte Band in NS-Staffage zeigen, Renate Knaup dabei als Eva Braun). Ich neige am ehesten zu Letzterem. Bei den US-Plattenbossen des Warnerkonzerns, zu dem Atlantic/Atco, das dortige Label der Düüls gehörte, kam das alles jedenfalls gar nicht an, weswegen die Scheibe dort stark zusammengekürzt und mit neuem Cover (Renate Knaup als Marlene-Dietrich-Verschnitt) veröffentlicht wurde.
Eine Rockoper soll das Album sein, die die Erlebnisse des Buchalters Hans Kraut schildert, der bei einer Ägyptenreise im Tal der Könige in eine eigenartige Trance fällt und von den Krautopiern auf deren Planet Krautopia entführt wird. Die Krautopier stecken ihn dort in einen Zoo, in dem sich schon diverse Gestalten aus der deutschen Geschichte befinden: Ludwig II., Bismarck, Hitler, Kaiser Wilhelm etc. Das Ziel der Krautopier ist es aus diesen "Helden" eine Krautrockband zusammenzustellen und mit ihr die Erde zu erobern. Die Band (mit Hitler am Schlagzeug) wird auch auf die Erde gesandt und erobert dort die Musikszene. Als die Band schließlich im Weißen Haus auftritt verwechselt Hitler beim bedienen der Lichtanlage einen Schalter und sprengt unabsichtlich die ganze Welt in die Luft. So richtig folgt die auf "Made In Germany" zu findenden Musik dieser Geschichte zwar nicht, doch war ein noch ausführlicherer, von Ingeborg Schober verfasster Text mit obigem Inhalt auf dem Einlegeblatt der Doppel-LP zu finden (und ist auch im Beiheft des CD-Reissues von Garden Of Delights wieder abgedruckt).
In musikalischer Hinsicht ist das Album aber um einiges weniger abenteuerlich als es das eben geschilderte Konzept vermuten lassen würde. Eine rockig-poppige Rockshow wird geboten, die man in der Tat, wie Christian es weiter oben getan hat, mit der Rocky Horror Picture Show vergleichen kann, zumindest in grob stilistischer Hinsicht. Teutonischer Rock mit holzigem Pathos, Westcoastverschnitte, Countryeinlagen, ein Schuss The Who, ein paar wenige Elektronikspielereien, etwas Jazzrock, Schmalzstreichereinlagen, kitschige Popsongs, Kalaueriges und ein Ausflug ins krautig-psychedelische Jammen (die zweite Hälfte von "La Krautoma") werden hier geboten, durchaus druckvoll produziert und professionell eingespielt. So sicher, dass das teutonische Element, insbesondere der akzentbelastet Gesang eine absichtliche, ironische Übertreibung waren bin ich mir allerdings nicht. Die Vokaldarbietungen der Münchner waren auf den älteren Scheiben auch nicht anders. Wenn man das Ganze denn nun als Krautparodie ansieht, dann nimmt sich die Band hier eben kräftig selbst auf den Arm. Warum auch nicht.
"Made In Germany" ist eine einigermaßen witzige Angelegenheit, die aber was die Musik anbelangt ziemlich seicht und unspannend ausgefallen ist. Kompositorischer Tiefgang oder klangliche Experimente gibt es hier nirgends, auch das rohe Drauflosrocken der ersten Düül-II-Alben sucht man vergebens. Kurzum, das Ganze ist eine ziemlich langweilige Sache, vor allem dann, wenn sich nach ein paar Durchläufen die Scherze abgenutzt haben.
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
1.7.2007 |
| Letzte Änderung: |
10.2.2008 |
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