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Pythagoras

After The Silence

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1982
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik; Klassischer Prog
Label: Syntone / WEA
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Bob De Jong Drums, Bass Pedals, E-Piano
René De Haan Synthesizers, Sequencer, Mellotron

Gastmusiker

Carolien Krul Flute
Arjen Lucassen Guitar
Martin Knaap Bass
Nick Blaser Violin
Michel van Wassem Novatron

Tracklist

Disc 1
1. 1st movement - introduction 0:56
2. 2nd movement

1. opus I - diabolus in musica 3:26
2. opus II - étude for flying V 6:38
3. opus III - scherzo 1:44

3. 3rd movement - endless hymn 7:16
4. 4th movement

1. opus I - turn 2:37
2. opus II - return 2:35

5. 5th movement

1. opus I - caprice 6:54
2. opus II - interludium 0:56
3. opus III - reprice 2:12

6. 6th movement - scherzo reprice 3:28
7. 7th movement - grand finale 2:15
Gesamtlaufzeit40:57


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Zwei Jahre nach Erscheinen von "Journey to the Vast Unknown" legten Bob De Jong und René De Haan alias Pythagoras ihr zweites und für lange Zeit letztes Album vor (erst 2011 erschien mit "The Correlated ABC" noch eine Archivkompilation). "After The Silence" erschien zuerst in kleiner Auflage auf dem bandeigenen Label Syntone, wurde dann aber offenbar vom Major WEA Records nochmals veröffentlicht. Wie schon beim Erstling existiert ein CD-Reissue vom koreanischen Label Media Arte, welches in einem schmucken Mini-LP-Klappcover geliefert wird.

Beim studieren der Besetzungsangaben wird man feststellen, dass hier ein gewisser Arjen Lucassen ab und zu in die Saiten einer E-Gitarre greift. Es handelt sich in der Tat um DEN Arjen Lucassen, der vor allem mit Ayreon in Progkreisen keine geringe Bekanntheit erreicht hat. Wie er mit De Jong und De Haan in Kontakt gekommen ist und welche Rolle er im Projekt spielte, konnte ich nicht herausfinden. Vermutlich wurde er nur als Gast für die Aufnahmen von "After The Silence" ins Studio gebeten.

Es könnte sein, oder ist sogar sehr wahrscheinlich, dass es sich bei diesem Album um Lucassens Tonträgerdebüt handelt. Die Aufnahmen zu "After The Silence" fanden im Herbst 1981 statt. Irgendwann in der ersten Hälfte des Jahres 1982 wurde die LP dann veröffentlicht. Lucassen schloss sich Anfang der 80er Jahre der Metal-Formation Bodine an und ist erstmals auf deren zweitem Album "Bold as Brass" zu hören, welches im April 1982 aufgenommen und im selben Jahr veröffentlicht wurde. Die genauen Erscheinungsdaten von "After The Silence" und "Bold as Brass" konnte ich nicht in Erfahrung bringen. Zumindest wurde "After The Silence" eindeutig früher aufgenommen.

Zur Musik! Eine vielteilige Suite haben De Jong und Haan hier zusammen gebastelt, die ein eher melodisches und alles in allem getragen voran gleitendes Gemenge aus Elektronischem und instrumentalem Tasten-Prog darstellt, ergänzt um einige, meist sehr Floydige Gitarreneinlagen von Lucassen (man höre z.B. "opus II - étude for flying V"). Seltener sind zudem die beiden Gäste an Violine und Flöte zu hören.

Der vollständige Titel des Albums lautet "After The Silence - a symphonic poem by Pythagoras", womit die beiden Musiker wohl andeuten wollen, dass sie hier eine kleine Elektronik-Prog-Symphonie geschaffen haben. In der Tat bestimmen flächig-symphonische Sounds erzeugt von De Haans umfangreichem Tastenarsenal (diverse Synthesizer, Mellotron, String Ensemble) das Album, das sich in sieben, mitunter nochmals unterteile Sätze gliedert. Dazu steuert De Jong meist zurückhaltende Schlagzeugmuster und die Basslinien bei (so diese nicht von Gastmusiker Martin Knaap stammen). Allerlei Tonbandeinspielungen und Klangcollagen von Stadtgeräuschen und Natursounds und auch einige freiformatigere elektronisch-perkussive Tonvermengungen lockern das Ganze zudem auf.

Mit der getragenen Elegie, die diese Musik mitunter verströmt, nehmen die beiden Holländer fast gewisse Momente des GY!BE-typischen Postrocks der späten 90er Jahre vorweg. Andererseits fehlt es dem Ganzen über die gesamte Dauer des Albums - wie auch schon dem Erstling - etwas and Schwung und Dynamik, gleitet oder plätschert die Musik doch alles in allem zu gemächlich dahin. Wer sich aber vorstellen kann, dass ihm Elektronisches vermengt mit klassischen Tastensounds der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts, angereichert mit Floydigem und allerlei Klangcollagen gefallen könnte, der sollte sich nach "After The Silence" durchaus umschauen. Das Album verbreitet nämlich einen sehr sympathischen, zurückhaltend-verspielten Charme, klingt sehr handgemacht, getragen von einer gewissen dilettantisch-ambitionierten Experimentierfreude, die die etwas amateurhafte Schläfrigkeit des Ganzen ausgleicht. Nett!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 27.7.2014
Letzte Änderung: 27.7.2014
Wertung: 10/15

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Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1980 Journey to the Vast Unknown 9.00 1

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