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Xolotl

Procession

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1982 (CD-Reissue 1993, Erdenklang)
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik
Label: Nada Pulse
Durchschnittswertung: 6/15 (1 Rezension)

Besetzung

Xolotl Electronics, Sounds, Synthesizers, Percussion

Gastmusiker

Daniel Kobialka Violin, Viola

Tracklist

Disc 1
1. Procession 7:27
2. Mirador 15:36
3. Transmutation 11:57
4. Adieu 8:25
5. Saturn Return   (Bonustrack CD-Reissue) 17:55
Gesamtlaufzeit61:20


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Xolotl nannten die Azteken und Tolteken den Herrscher der Unterwelt, den dunklen Zwillingsbruder Quetzalcoatls. Xolotl ist der Gott des Blitzes, des Todes und des Unglücks, aber auch der Beschützer der Zwillinge. Xolotl ist aber auch Bernard Xolotl, der vermutlich nicht mit diesem Nachnamen geboren wurde (seinen richtigen Nachnamen konnte ich aber trotz oberflächlicher Suche im weltweiten Netz nicht in Erfahrung bringen). Warum sich der Franzose nach der mittelamerikanischen Göttergestalt benannt hat, ist mir nicht bekannt, vermutlich nur wegen des interessanten Klangs, denn die Musik Xolotls ist überhaupt nicht düster oder morbide - im Gegenteil.

Xolotl ließ sich 1974, nach Studien bei Terry Riley und Pandit Pran Nath, in Kalifornien nieder, wo er ein eigenes Tonstudio aufbaute. Mit "Music by Xolotl" erschien 1978 eine erste Tonbandkassette, der Anfang der 80er Jahre die auf demselben Speichermedium veröffentlichten Alben "Journey to an Oracle" und "Return of the Golden Mean" folgten. Zudem spielte Xolotl zusammen mit Cyrille Verdeaux das Album "Prophecy" (1981) ein. Mit "Procession" erschien 1982 erstmals ein Werk des Franzosen auf LP, welches 1993 vom deutschen Label Erdenklang auf CD wieder veröffentlicht wurde, erweitert um einen umfangreichen Bonustrack.

Eine ziemlich harmonische, getragen dahin gleitende elektronische Musik ist auf "Procession" zu finden, allerlei wolkige, sanft und sphärisch wogende analoge und frühdigitale Synthesizer- und Tastenklänge, die durch recht umfangreiche Einlagen Daniel Kobialkas an Violine bzw. Viola ergänzt werden. Nur selten nimmt die Musik Fahrt auf, bekommt Andeutungen von Ecken und Kanten, oder arbeiten sich perlende Sequenzermuster nach Vorne (wie z.B. in "Mirador"). Im langen Bonustrack "Saturn Return" ist zudem noch allerlei glockige und blechern hallende Perkussion zu vernehmen.

Gewisse klangliche Ähnlichkeiten zu einigen mehr oder weniger zeitgleich entstandenen deutschen Elektronikproduktionen lassen sich ausmachen, an denen der Cellist Wolfgang Tiepold beteiligt war ("Harmonic Ascendant" von Robert Schroeder z.B., oder "Dune" von Klaus Schulze). Allerdings ist "Procession" um einiges luftiger, sphärischer, erhabener, aber auch süßlicher, seichter und statischer ausgefallen.

Wunderschön ist diese Musik, über die lange Dauer des Albums aber um einiges zu schön, verändert sich das kompositorische Konzept und die verwendeten Klangfarben (inklusive der elegischen Geigeneinwürfe) doch kaum. "Recommended for meditation" steht da hinten auf der CD-Einlage zu lesen. In der Tat: Wer solcherlei des Öfteren tut und eine Vorliebe für Elektronisches an der Grenze zu Esoterik und New-Age hat, der sollte sich nach der CD umschauen. Alle anderen werden sich hier vermutlich schnell langweilen und sollten die Scheibe meiden, auch wenn Xolotl im Magazin "Eurock", welches sich sonst durchaus interessantem Underground-Prog gewidmet hat, mit drei umfangreichen Beiträgen und Interviews bedacht wurde (die den Rezensenten nach Werken des Franzosen haben Ausschau halten lassen). Fazit: Gähn!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 5.6.2015
Letzte Änderung: 20.6.2015
Wertung: 6/15

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