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Boline

Boline

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1982 (CD-Neuauflage bei Karma Music erschienen)
Besonderheiten/Stil: Gothic; Psychedelic; Punk; Spacerock
Label: Karma Music
Durchschnittswertung: 9/15 (1 Rezension)

Besetzung

Boline Gesang
Tømrerclaus Gitarre, Violine, Cello, Flöte, Saxofon, Synthesizer, Percussion
Helle Ryslinge Gitarre, Orgel
Ib Tranø Bass, Steelguitar
Karsten Høst Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. Crimson Circle 3:02
2. Alliance 5:20
3. Grey Emminence 2:46
4. White Room 2:45
5. La Dot 2:10
6. Appomotox 2:02
7. Hierophant 4:01
8. Tension 3:27
9. Down Down 2:45
10. Odds 3:51
11. Chockage 3:17
Gesamtlaufzeit35:26


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


So, und wieder eine kleine historische Anekdote: Birgit Boline Erfurt, geboren 1943, war eigentlich Malerin, hat sich aber seit den 70er Jahren unter Verwendung ihres Mittelnamens auch musikalisch betätigt. In Erscheinung getreten ist sie unter anderem als Gastsängerin auf dem Debütalbum von Claus Clement Pedersen alias Tømrerclaus, vier Jahre später dagegen war die Zeit offenbar reif für ein Soloalbum von Boline bzw. für das Debütalbum der gleichnamigen Band. Und hier ist alles anders: Die 80er sind da, Punk war da (Fußnote: 1979 gab es von Boline bereits eine Single namens "Punk Them Into Shit"), Postpunk, Psychedelic, New Romantic und Gothic waren es ebenso. Und in diesem Spannungsfeld entwickeln Boline und der wohl in wichtiger Position beteiligte Tømrerclaus ein Album einen ganz eigenen, bemerkenswerten Stil.

Gemeinsam haben die genannten Genres alle einen simplen bis stampfenden Rhythmus, und den findet man folglich mit wenigen Ausnahmen auch auf "Boline". Spannend wird damit logischerweise das, was über diesem Rhythmus passiert: Naheliegend sind natürlich simple Drei-Akkorde-Riffs, und auch die gibt es hier. Aber... aber... Boline und Band machen das auf eine außergewöhnliche Weise, was Harmonik und Arrangements angeht. Denn nicht (nur) die Gitarre spielt sowas, sondern vor allem Keyboards und gelegentlich auch ein Cello oder ein Saxofon (siehe: "Tension"). Das hat selten so krumm, psychedelisch und abgehoben geklungen wie hier. Nur im einfachsten Fall erinnert das noch direkt an Punkrock oder Psychobilly ("La Dot" mit entsprechender Twang-Gitarre), sondern mehr noch an eine ganz besonders boshafte und kaputte Form von Spacerock.

Den Vogel dazu schießt freilich noch der Gesang der Namensgeberin ab: Mal hysterisch und kreischend, mal beinahe sprechend ("Grey Emminence"), dann wieder in Falsettlage auf Französisch mit schrecklichem Akzent ("Allijonsöööh...." in, äh, "Alliance"). Je einmal wird sogar gejodelt ("Odds") oder ein Gitarrenlauf mitgejault ("La Dot"). Das ist teils lustig, teils aber auch unerträglich und macht den "Gesang" somit - ganz ähnlich wie die entsprechende Komponente auf Alben aktuellerer Wüstlinge wie Guerilla Toss - zum Gradmesser dieses Albums.

Abgesehen von der besonders abgepfiffenen Ausstaffierung mit Psychedelic-Effekten und Gesang wird "Boline" allerdings auch noch durch ein paar andere Merkmale zu einer interessanten Angelegenheit. Da wäre einmal die merkwürdig an Robert Fripp erinnernde Spielweise der Gitarre, was beispielsweise in "Down Down" oder "Appomotox" auffällt, in letzterem sogar mit Akustikgitarre. Zeitgenössische King-Crimson-Alben wie "Beat" liegen hier jedenfalls nicht fern. Zum anderen spielt auch "Boline" ähnlich wie die alten Progger gerne mal mit dem Rhythmus und legt dabei wiederum tatsächlich eine echte Punk-Herangehensweise an den Tag. So geht der Bridge in "White Room" stets ein halber Takt verloren, und es verblüfft, mit welch simplem Mittel man eine Rhythmik glatt verbiegen kann. Auch "Appomotox" fängt ähnlich groteks zwischen 3/4 und 5/4 an, und die Art und Weise, wie ungebunden schließlich im ansonsten funkigen "Odds" der Gesang eingesetzt wird, lässt diese Nummer glatt an "Nono" von Magma erinnern.

Also? Unterm Strich ist "Boline" der gleichnamigen Band der gleichnamigen Sängerin damit eine unterhaltsame Aufnahme, die einerseits eine echte Punk-Attitüde an den Tag legt und sich ganz und gar nicht dafür zu schämen scheint, regelrecht blamable Klangergebnisse festzuhalten, dabei aber andererseits tatsächlich interessante und in dieser Form selten gekannte Mischungen aus Spacerock, Psychedelic und eben Punk dokumentiert. Auch wenn der Gesang natürlich wieder bis zum Äußersten als "Geschmackssache" zu bezeichnen ist - den Versuch wäre das Hören zumindest wert. Übrigens scheint "Boline" heute trotz seines fraglos obskuren Charakters noch recht einfach erhältlich zu sein. Das Album wurde bei Karma Music inklusive der Singles und weiterer Bonustracks auf CD aufgelegt, und auch die Original-LP ist nicht unbedingt selten. Und wer etwas über den genauen Hintergrund dieser Platte lesen möchte, sollte mal auf der Homepage von Pedersen den entsprechenden Absatz suchen:

Anspieltipp(s): Grey Emminence, White Room, Appomotox
Vergleichbar mit: Crimso-Punk?!
Veröffentlicht am: 24.11.2015
Letzte Änderung: 24.11.2015
Wertung: 9/15
Teils eigentlich unhörbar, daher die Abwertung um 1-2 Punkte, aber trotzdem interessant.

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