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Fabio Frizzi

Paura Nella Città Dei Morti Viventi

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1982
Besonderheiten/Stil: instrumental; Klassischer Prog; sonstiges
Label: Beat Records Company
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Tracklist

Disc 1
1. Introduzione 4:15
2. Fatti misteriosi 2:55
3. Toward dawn 1:22
4. Apoteosi del mistero 1:15
5. Occhi di brace 3:21
6. Verso l'alba 1:50
7. Irrealtà di suoni 2:58
8. Toward dawn 1:24
9. Paura vivente 1:28
10. Paura e liberazione 2:39
11. Toward dawn 1:41
12. Suoni dissonanti 2:56
13. Apoteosi del mistero 3:59
14. Embers eyes 1:49
15. Tenebre viventi 2:18
16. Dissonant sounds 1:27
17. Toward dawn 1:08
18. Paura nella città dei morti viventi - suite   (live 2013) 9:58
Gesamtlaufzeit48:43


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Der Name von Fabio Frizzi fällt immer Mal wieder als Inspirationsquelle für rezentere Progproduktionen, die meist cinematographisch-atmosphärische retroprogressive Klänge beinhalten. Kürzlich (siehe "Doom Fortress") habe ich diese Musik als Zombiprog bezeichnet, hat doch die US-Formation Zombi dieses Subgenre seit dem Beginn des neuen Jahrtausends mitgeprägt. Des Weiteren verbreitet die Musik oft einen gewissen B-Horrorfim-Charme, oder könnte als Soundtrack für einen solchen Verwendung finden, eben ganz im Geiste von Fabio Frizzi. Der in Bologna geborene Italiener versah nämlich in den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts oftmals solche Filmproduktionen mit Klang, insbesondere diverse Filme des Regisseurs Lucio Fulci, denen in manchen Kreisen heutzutage Kultstatus zugesprochen wird. Was oft auch (oder noch mehr) für Frizzis Soundtracks gilt. Zeit also, einmal einen solchen näher zu betrachten.

Die Ende der 70er Jahre entstandene Musik für den 1980 erschienenen Film "Paura Nella Città Dei Morti Viventi", die 1982 auch auf LP veröffentlicht wurde, gilt als Klassiker Frizzis und auch als eine seiner proglastigsten Produktionen. Der Zombi-Streifen hatte in Deutschland offenbar den bescheuerten Titel "Ein Zombie hing am Glockenseil" (oder auch "Ein Toter hing am Glockenseil" bzw. "Eine Leiche hing am Glockenseil") und wurde im englischsprachigen Raum als "The City Of The Living Dead" oder "The Gates of Hell" gezeigt. Einige dieser Titel wurden offenbar auch für LP- oder CD-Reissues der Musik verwendet. Die mir vorliegende CD-Version des italienischen Labels Beat Records Company (das wohl auch die Original-LP veröffentlicht hat) aus dem Jahre 2013 verwendet den Originaltitel und weist noch einen längeren Bonustrack auf.

Eine dichte und abwechslungsreich instrumentierte, sehr nach den 70ern klingende Mischung aus Elektronischem, Rockmustern, Symphoprogressivem, Jazzrock und etwas Orchesterklang gibt es auf "Paura Nella Città Dei Morti Viventi" zu hören, das stilistisch wohl am besten mit den Sountrackalben von Goblin vergleichbar ist (oder dem Album "Schock" der Kollegen von Libra, wobei diese doch etwas elektronischer und experimenteller zu Gange sind), und denselben auch jederzeit das Wasser reichen kann. Wer hier was spielt wird nirgends verraten, aber vielleicht hat hier der eine oder andere Musiker aus dem Goblin-Umfeld mitgewirkt.

Mit "Introduzione" geht das Album mit mysteriösen Streicher- und Bläserklängen los, die erst einmal den Eindruck erwecken, dass hier eben ein typischer Orchestersoundtrack a la Hollywood aus den Boxen kommen wird. Doch wandelt sich das Stücke schnell und setzt, dominiert von allerlei Synthesizersounds, Mellotronchören, jaulender E-Gitarre, dem kernigen Bass und einer wuchtigem Schlagwerk, sehr progressiv-rockige Akzente. Tastensounds und Elektronik bestimmen auch weiterhin symphonisch-klangvoll, leicht angedüstert wabernd das Geschehen, meist unterstützt von der Rockabteilung und kernigen Pianoeinlagen, bisweilen aber auch freiformatiger und fast schräg klangbastelnd, wie z.B. gleich in "Fatti misteriosi". Ein paar immer wiederkehrende Melodien und Themen durchziehen liedartig das Album, dazu kommen kurze sakrale Tonband-Choreinlagen und gelegentliche weitere kurze Auftritte des eingangs zu hörenden Orchesters. Die jeweils "Toward dawn" genannten Nummern bieten dagegen zur Abwechslung recht funkigen Jazzrock. Nicht selten kommen die Klänge schräg und bedrohlich aus den Boxen (man höre z.B. "Paura vivente" oder das treffend betitelte "Dissonant sounds"). Der Höhepunkt der Scheibe ist aber wohl das zweite, hymnisch-kantige "Apoteosi del mistero", dessen Synthesizerfanfaren dem Hörer auch noch lange nach dem Ende des Albums im Ohr schweben.

Als Bonus hat man dem Album eine fast 10-minütige Suite des Albummaterials beigegeben, welche 2013 bei einem Konzert mitgeschnitten wurde. Hierbei handelt es sich vermutlich (brauchbare Informationen sind im Beiheft hierzu nicht zu finden) um einen Konzertausschnitt des Projekt F2F (Frizzi To Fulci), einer von Frizzi angeführten Band, die seit dem Jahre 2012 durch die Welt tourt und Frizzis Horror-Kompositionen konzertant zur Aufführung bringt. Eine durchaus passende Zugabe.

"Paura Nella Città Dei Morti Viventi" ist ein kleiner Klassiker des Horror-Soundtrackprogs (wobei es hier gar nicht so furchtbar düster zugeht), den zumindest Freunde des eingangs erwähnten Zombiprogs und Goblin- und B-Horrorstreifen-Adepten nicht verpassen sollten.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 29.1.2017
Letzte Änderung: 12.8.2017
Wertung: 11/15

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1979 Zombi 2 10.00 1

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