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Mike Oldfield

Crises

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1983
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog; Rock / Pop / Mainstream; sonstiges
Label: Virgin
Durchschnittswertung: 6.17/15 (6 Rezensionen)

Besetzung

Mike Oldfield vocals,guitar,keyboards,harp,mandolin,bass,bells,banjo
Phil Spalding bass
Anthony Phillips guitar on 1,5
Rick Fenn guitar on 1
Simon Phillips drums,percussion
Maggie Reilly vocals on 2,4
Jon Anderson vocals on 3
Pierre Moerlen vibraphone on 3
Roger Chapman vocals on 5

Tracklist

Disc 1
1. Crises 20:40
2. Moonlight Shadow 3:38
3. In High Places 3:33
4. Foreign Affair 3:53
5. Taurus III 2:25
6. Shadow On The Wall 3:08
Gesamtlaufzeit37:17


Rezensionen


Von: Oliver Mensing (Rezension 1 von 6)


Genau 10 Jahre nach dem genialen Debut Tubular Bells erscheint 1983 Crises. In der Tat ist bei diesem Album der Titel Programm. Das auf Platinum erstmalig angewandte Konzept - Longtrack auf Seite 1 und kürzere charttaugliche Stücke auf Seite 2 - wird auf Crises perfektioniert. Was uns allerdings qualitativ geboten wird ist schon ziemlich krass.

Das instrumentale Titelstück kann zu keiner Zeit wirklich überzeugen und klingt ideen- und kraftlos. Immer wenn man denkt: "Jetzt geht's los!" fällt das Stück erneut in Belanglosigkeit. Seite 2 ist ein echter Faustschlag in das Fan-Gesicht. Übelster Tralala-Pop! Ich finde Moonlight Shadow (obwohl kommerziell sehr erfolgreich) irgendwie zu banal um wirklich zu begeistern. Ähnlich verhält es sich mit den Songs Foreign Affair (total langweilig und eine Verschwendung der tollen Reilly-Stimme) und In High Places (gesungen vom Yes-Urgestein Jon Anderson). Taurus III (ein Song im spanischen Flamenco-Stil und Abschluß der Taurus-Trilogie) kann einigermaßen überzeugen.

Ein kleiner Lichtblick bildet der Album-Schluß Shadow On The Wall, das von der Stimme Roger Chapmans lebt (empfohlen sei an dieser Stelle die extended-version der Maxi-Veröffentlichung, die meiner Meinung nach noch besser kommt als die Album-Version)! Crises ist für mich der erste richtige Oldfield-Flop!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 4.8.2002
Letzte Änderung: 22.5.2017
Wertung: 3/15

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Von: Jörg Graf @ (Rezension 2 von 6)


In einigen Punkten hat Oliver sicherlich recht. Gegenüber "Five Miles Out" wird hier massiv auf Commerz gebaut. Der Sound ist stark in Richtung Plastik gewandert. Die damals "sensationellen" Roland-Strings klingen gegenüber Mellotron-Streichern einfach nur schlecht. Umso erstaunlicher finde ich es allerdings, was Herr Oldfield aus diesen Klängen macht.

Fängt der Longtrack noch etwas tranig an (auch wenn die Heavy-Rock-Einlagen ganz witzig kommen), so wirds dann um Minute 7 aber spannender. Melancholie macht sich breit und plötzlich ist der Streicherklang gar nicht mehr so gewichtig. Noch ein paar Minuten später beginnt ein schnellerer Strings-Part, der zur Endrunde einläutet. Zusammen mit Simon Phillips Double-Bass-Spiel schaukelt sich mächtig Spannung auf, die schließlich in einem grandiosen Finale endet. Als Kritikpunkt bleibt leider die Tatsache, daß Oldfield Themen und Übergänge schon wesentlich besser aufgebaut hat. Hier wirken die Teile zu sehr aneinandergeklatscht.

Die B-Seite lässt dagegen sehr zu wünschen übrig. Die Reilly-Titel haben noch jeweils ihre schönen Momente (auch, wenn das nichts mehr mit Prog zu tun hat). Die Tracks mit Jon Anderson und Roger Chapman langweilen mich zu Tode. Lediglich das (sehr kurze) Instrumental "Taurus 3" ist ein folkiges Sahne-Häppchen, in dem Oldfield uns zudem kurz seine Virtuosität in Erinnerung ruft. Bitte mehr davon.

Unterm Strich ist das tatsächlich die bislang schwächste Oldfield-Platte. So wenige Punkte wie Oliver kann ich allerdings nicht geben, immerhin hat uns der gute Mike noch viel schlimmere Platten beschert.

Anspieltipp(s): Taurus 3, Crises
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 15.5.2003
Letzte Änderung: 17.8.2005
Wertung: 7/15

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Von: Michael Weinel @ (Rezension 3 von 6)


Also, sooo schlecht finde die Scheibe nicht. Das mag daran liegen, dass es eines der ersten Oldfield-Alben war, die mir zu Ohren gekommen sind.

Natürlich ist das alles viel "kommerzieller" als vieles davor, aber das muss ja nicht gleich schlechter bedeuten.

Seite 1 gefällt mir, die Roland-Strings stören mich nicht, und das Drumming von Simon Phillips ist nett (ich mag auch den Sound - schätze, das ist 'ne E-Drum?). Zustimmen muss ich allerdings, dass es in der Tat von den Übergängen und der Zusammenstellung her etwas zu wünschen übrig lässt.

Die kurzen Stücke auf Seite 2 sind zwar aus Prog-Sicht belanglose Pop-Stückchen, "Foreign Affair" z. B. hat eine fast hypnotische Wirkung mit netten Fairlight-Sounds. Die anderen sind m. E. ein wenig schwächer, aber ich hab schon Übleres von Mister Oldfield gehört.

Keine spektakuläre Platte, aber nicht sooo schlecht, besonders wenn man sich das Entstehungsjahr vor Augen führt.

Anspieltipp(s): Fairlight Affair ;-), Crises
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 26.6.2003
Letzte Änderung: 26.6.2003
Wertung: 9/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 4 von 6)


Auch ich finde "Crises" mit nur 3 Punkten etwas unterbewertet. Das lange Titelstück ist eigentlich recht überzeugend, vor allem, wenn man bedenkt, was andere Progger Anfang der 80er so geliefert haben. Allerdings leidet das Stück durch die zeittypischen Plastik-Keyboard-Klänge und einige unmotivierte Überleitungen.

Die zweite Seite beginnt erstmal mit dem Pop-Tiefschlag "Moonlight Shadow" (erinnert sich noch jemand an die deutsche Version "Nacht voll Schatten"?). "In High Places" ist ganz nett, "Foreign Affair" belanglos, richtig überzeugend sind nur das instrumentale "Taurus 3" und das brachiale "Shadow on the Wall".

Insgesamt ist "Crises" kein Ruhmesblatt für Oldfield, aber verglichen mit späteren Zumutungen ("Earth Moving", "The Millennium Bell") und im zeitlichen Kontext betrachtet ist es noch ganz akzeptabel.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 27.6.2004
Letzte Änderung: 27.6.2004
Wertung: 7/15
Titelstück: 9, Rest: 5

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 5 von 6)


In der Tat: Crises ist wirklich etwas magere Kost. Aus meiner Sicht sind einzig Teile des Titelstücks sowie "Shadow on the Wall" und "Moonlight Shadow" hörenswert. Ja, auch Letzteres. War einfach ein netter, sonniger Popohrwurm, dem ich nach bald 30 Jahren und selbst aus Sicht eines Proggies nicht wirklich böse sein kann.

"Crises" wird erst ab der Mitte interessant. Es hat beileibe nicht die Klasse der ersten Alben, entwickelt aber dennoch eine erst schwebende, dann immer intensiver und bombastischer werdende Atmosphäre. Toll das Double-Bass Gewitter des Drum-Cracks Simon Phillips. Monoton-hypnotisch nimmt es beinahe etwas von Amarok vorweg.

"Moonlight Shadow" ist dann so absolut unoldfieldsch, dass es fast schon wieder kultig ist. Mehr gibts dazu nicht zu sagen. Ist halt Pop. Mir gefällts als das, was es ist.

Die nächsten drei Stücke sind mal nett, mal dünn und mal solide; und allesamt recht belanglos. Einmal hören reicht eigentlich.

"Shadow on the Wall" schliesslich ist ein sich langsam vorwärts schleppendes, von der kraftvollen und intensiven Stimme Roger Chapmans lebendes Popmonument. Es stellt den Höhepunkt des Albums dar. Was über dieses als Gesamtwerk eigentlich alles sagt. Durch den progressiven Filter betrachtet ist "Crises" über weite Strecken kaum sichtbar. Lediglich der Longtrack erfüllt hier ein Mindestmass der gängigen Kriterien. Der Rest ist im Schnitt guter Pop.

Anspieltipp(s): Shadow on the Wall, Crises (zweite Hälfte)
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 15.4.2012
Letzte Änderung: 15.4.2012
Wertung: 5/15
auf der Popskala bis 10

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Von: Marc Colling @ (Rezension 6 von 6)


Die Single SHADOW ON THE WALL mit der Wahnsinnsstimme von Roger Chapman verleitete mich damals zum Kauf. Womit bewiesen wäre, dass Singles doch wichtig sind.....Aber im Ernst: Singles mussten in den 80'er Jahren eben sein. Was haben andere Bands denn getan? Queen? Erinnert sich noch jemand? Oder Genesis? Oder Pink Floyd? Na also.

Der Titeltrack nahm die erste LP-Seite ein und gefiel mir damals besonders wegen der Roland Strings. Das war brandneu und absolut hip. Heute sehe ich immer noch keinen Makel darin, obwohl es natürlich sehr seinem damaligen Zeitgeist der 80'er entspricht. Heute sehe ich es aber auch nuancierter und kritischer, genau wie die nicht so gelungenen Übergänge, wo doch einiges zusammengeflickt und ohne inhaltliche Bindung erscheint. Gehört kompositorisch zwar noch knapp in die obere Mittelklasse, wenn auch die Überraschungsmomente mittlerweile fehlen.

Die zweite LP-Seite fällt qualitativ ab durch Songs wie MOONLIGHT SHADOW, das viel zu poppig klingt. IN HIGH PLACES wird nur durch Jon Anderson's Stimme aufgewertet, bleibt aber kompositorisch schwach mit seinem fast karibisch anmutenden Rhythmus. FOREIGN AFFAIR mit Maggie Reillys heller Stimme ist dann ein Tiefpunkt. Kitschiger geht immer, doch diese auf kindliche Naivität getrimmte Stimme ist bedenklich nah am perfekten Kitsch.

Das nach Flamencomotiven klingende TAURUS 3 zeigt sein gutes Gitarrenspiel, ist aber trotzdem der schwächste Teil der Trilogie. Zum Schluss dann das kraftvolle SHADOW ON THE WALL. Doch frage ich mich heute, was ich damals daran gut fand. Dieses leicht Archaische, das ich damals in der Musik entdeckte, entlockt mir heute noch ein müdes Lächeln.

So muss ich mich schweren Herzens denen anschließen, die das Album auch nicht gerade begeistert.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 22.5.2017
Letzte Änderung: 22.5.2017
Wertung: 6/15
meinem einstigen Wunderkind gingen die Ideen langsam aus

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Mike Oldfield

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1973 Tubular Bells 13.00 7
1974 Hergest Ridge 12.50 6
1975 Ommadawn 12.67 6
1975 The Orchestral Tubular Bells 6.00 2
1978 Incantations 13.00 6
1979 Platinum 7.60 5
1979 Exposed 12.00 2
1980 QE2 9.33 3
1981 Music Wonderland - 2
1982 Five Miles Out 9.83 6
1984 The Killing Fields - Soundtrack 11.00 2
1984 Discovery 6.75 4
1985 The Complete Mike Oldfield 11.00 2
1987 Islands 2.00 3
1989 Earth Moving 3.75 5
1990 Amarok 11.17 12
1991 Heaven's Open 7.25 4
1992 Tubular Bells II 10.33 3
1993 Elements - 1
1993 The Best of Mike Oldfield Elements - 1
1994 The Songs Of Distant Earth 7.25 4
1996 Voyager 9.00 3
1998 Tubular Bells III 2.00 3
1999 The Millennium Bell 1.00 4
1999 Guitars 5.67 3
2002 Tres Lunas 1.00 2
2003 Tubular Bells 2003 11.50 6
2005 Exposed (DVD) 12.50 2
2005 Light + Shade 1.50 2
2006 Live at Montreux 1981 (DVD) 11.00 1
2008 Music of the Spheres 8.33 3
2014 Man on the Rocks 6.00 3
2015 The Best of: 1992-2003 8.00 1
2017 Return to Ommadawn 11.67 3

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