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Reale Accademia di Musica

Angeli mutanti

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2018
Besonderheiten/Stil: ArtPop; New Artrock; Rock / Pop / Mainstream; sonstiges
Label: MP Records
Durchschnittswertung: 9/15 (1 Rezension)

Besetzung

Pericle Sponzilli guitar, vocals
Fabiao Liberatori piano, keyboards
Erika Savastani vocals
Andy Bartolucci drums
Fabio Frascini bass

Gastmusiker

Gianfranco Coletta 2nd guitar on "Johnny e Adele"
Nicola Di Staso 2nd guitar on "Cosa nascondono le nuvole"
Fernando Fera electric guitar on "The Beat Goes on"

Tracklist

Disc 1
1. Angeli Mutanti 5:54
2. Alba 4:44
3. Johnny e Adele 4:43
4. Cosa nascondono le nuvole 4:24
5. The Beat Goes on 3:18
6. Tempo 5:45
7. A dritta San Salvador 4:39
8. Una sola immagine 4:42
9. Lo sono qui 5:22
10. La Pista e il miraggio 7:05
Gesamtlaufzeit50:36


Rezensionen


Von: Peter Meyer @


Die Geschichte der Reale Accademia di Musica nahm einen relativ merkwürdigen Verlauf. Achim hat vor mehr als zehn Jahren zwei Alben aus den frühen 70ern besprochen, die unter „Klassischer Prog“ firmieren. Die Band verschwand recht früh in der Versenkung, bevor sie einem breiteren, internationalen Publikum auffallen konnte und bildete eine Fußnote der Proggeschichte. Später tauchten immer wieder Veröffentlichungen unter dem in Italien wohl nach wie vor zugkräftigen Namen auf. Diese werden von Insidern als irregulär bezeichnet. Unter anderem vom umtriebigen Pericle Sponzilli („una leggenda del rock italiano“), einem Gastmusiker und Songschreiber des ersten selbstbetitelen Albums (gemeinsam mit dem mittlerweile verstorbenen Federico Troiani). Sponzilli, der mittlerweile locker auf die Siebzig zugeht und zwischendrin ganz andere Sachen auf den Weg brachte, behauptet auf seiner Homepage, die „authentische Reale Accademia di Musica“ reorganisiert zu haben, mit Musikern, die ihn schon bei vorangegangenen Projekten, etwa der Realisierung der Rockoper The Poliedro di Leonardo unterstützt haben. Freundschaften und gegenseitige Wertschätzung, so schreibt er, stellten die Basis für die Entwicklung dieser Musik. Das Team arbeite wie in einem Atelier zusammen, jeder könne seine individuellen Stile und Talente einbringen. Das sei eine Akademie im wahren Sinne des Wortes. Die Veröffentlichung im Februar 2018 sei eine Fortsetzung der historischen Bandgeschichte, ein neues Kapitel wäre nun aufgeschlagen worden.

Zusammen mit dem Pianisten Fabio Liberatori schrieb Sponzilli die Songs und holte die charismatische Schauspielerin und Sängerin Erika Savastani ins Boot, Fachleuten des Metiers sicherlich bekannt von der Alternative-Rockband Deserto Rosso. Pericle, ein Barde mit Reibeisenstimme aus der Celentano-Kategorie, übernahm höchstselbst Teile des Gesangs (Solostrophen bei dem Song Angeli Mutanti), die beiden sind meistens im Duett zu hören.

Wer erwartet, in Anlehnung an die guten alten Zeiten würde lupenreiner Retroprog dargeboten, wird enttäuscht werden. Das Etikett "Symphonic Prog" will auch nicht so recht passen. Hin und wieder erinnert der Klangkörper schon an das Erste oder Zweite (Alba, das Instrumental La Pista e il miraggio), aber im Wesentlichen lässt sich Angeli Mutanti unter Italo-Mainstream/New Artrock mit progressiven Einsprengseln zusammenfassen. Die Kompositionen sind distinguiert, die Arrangements mit exzellenten Klangflächen und Synthieverzierungen garniert.

Es gibt auch schwache Momente. Das Vokalduett Sponzilli/Savastani hüllt sich da zwar nicht in Schweigen, aber ins mediterrane Schlagergewand und klingt wie die überflüssige Reinkarnation von Al Bano und Romina Power, wenn auch ein gewisser Anspruch durchweg zu bemerken ist und die Begleitung eine andere Klasse hat. Das Liedchen The Beat Goes On bleibt glücklicherweise die einzige Entgleisung, drei Minuten Zweifel werden aufgewogen durch dann doch immer wiederkehrende Momente wahrer Größe: Die sehr ansprechende Harmoniesequenz im Mittelteil von Alba, das klassische Pianointro von Tempo, die unerwarteten Tempowechsel im selben Stück (daher wohl der Name), kurzweilige instrumentale Einlagen (Cosa nascondono le nuvole, A dritta San Salvador, Lo sono qui ). Dazu besitzt Signora Savastini eine ausdrucksvolle Stimme, die in das Konzept hineinpasst und die Musik von Reale Accademia aufwertet.

Neben beschriebenen Seichtigkeiten fällt das Cover (Stilleben mit Äffchen) unangenehm auf, besonders als großflächige Offsetreproduktion für die Zielgruppe stolzer LP-Käufer. Farblich in auffälligen Rottönen gehalten, ist die Abbildung ein heißer Anwärter auf die Top Ten der gestalterischen Unfälle 2018, schon die Zusammenstellung dieser Schriften könnte einen Typografen die Stellung kosten.

Anspieltipp(s): Tempo, Alba
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 11.3.2018
Letzte Änderung: 11.3.2018
Wertung: 9/15
Nicht wirklich Prog, aber irgendwie anders und nett anzuhören.

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Reale Accademia di Musica

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1972 Reale Accademia di Musica 9.00 1
1974 Adriano Monteduro & Reale Accademia Di Musica 11.00 1

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