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The Nightcrawlers

The Biophonic Boombox Recordings

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2018 (Aufnahmen von 1980-91)
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik
Label: Anthology Recordings
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Peter Gulsh Keyboards, Synthesizers, Electronics
Tom Gulsh Keyboards, Synthesizers, Electronics
David Lunt Keyboards, Synthesizers, Electronics

Tracklist

Disc 1
1. Phase I: Discovery and Approach   (1980) 3:51
2. Beckoning Beacon   (1982) 11:16
3. Geistesblitz   (1984) 12:46
4. Crystal Loop III   (1983) 11:54
5. Luv-Li-Musik   (1982) 7:24
6. Zeitgeber   (1983) 24:05
7. Reprieve   (1981) 7:14
Gesamtlaufzeit78:30
Disc 2
1. Sizzling Highs   (1982) 13:43
2. Transsonic   (1986) 8:13
3. Baba Yaga's Flight   (1982) 11:13
4. Spring Torsion   (1983) 18:16
5. Modern Pre-Flight   (1985) 10:34
6. Barriers   (1991) 12:41
7. Awakening   (1981) 3:16
Gesamtlaufzeit77:56


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Über 35 Tonbandkassetten haben die Nightcrawlers zwischen 1980 und 1991 veröffentlicht. Meist handelte es sich dabei um Liveaufnahmen, oder um improvisierte Jams, die in der Regel im Probenraum des Trios (die Garage Tom Gulchs) mitgeschnitten worden waren. Die meisten dieser Tapes erschienen in kleiner Auflage auf Peter Gulchs Label Synkronos Music, von ihm selbst zusammengestellt und vervielfältigt, und dann in alle Welt versandt.

Die Nightcrawlers fanden Ende der 70er Jahre in Philadelphia zusammen, wobei alle drei Protagonisten ursprünglich aus New Jersey stammten. Inspiriert und beeindruck von den Elektronikproduktionen aus Deutschen Landen (vor allem Musik von Klaus Schulze und Tangerine Dream) begannen Dave Lunt, Tom und Peter Gulch selbst solcherlei Klänge zu produzieren, frei nach dem Motto: "Wenn da nicht genug aus Deutschland kommt, dann machen wir eben selbst solche Musik". Drei LPs spielte das Trio in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts ein ("Nightcrawlers", 1983, "Spacewalk", 1985, und "Shadows of Light", 1987), die dann 1997 gebündelt auf der Manikin-CD "Travelling Backwards" zu finden waren. Das Material der Tonbandkassetten wartete dann lange vergeblich auf eine digitale Auferstehung (auch wenn von Manikin eine solche angekündigt worden war).

Nun haben sich Anthalogy Recordings, die kürzlich auch die Erstlings-LP von Rüdiger Lorenz vor dem Vergessen bewahrt haben, eines Teils des Material angenommen. 14 Stücke von 13 Tonbandkassetten der Nightcrawlers (die ursprünglich z.B. "Planetary Expedition", "Tanzwut", "Crystal Loops", "Poltergeists" oder "Hallucinatory Executions" hießen) hat man ausgewählt, klanglich auf Vordermann gebracht, und auf einem Doppelalbum mit dem eigenartigen Titel "The Biophonic Boombox Recordings" veröffentlicht. Dasselbe kommt in der CD-Version als schickes Pappfaltteil mit dickem Beiheft, in dem man so allerlei über die Geschichte der Band und die Elektronikszene in Philadelphia erfährt.

Allzu große Tüftler in Bezug auf Sound und Aufnahmetechnik waren die drei nicht (wie auch der eben erwähnte Beihefttext feststellt). Eher war spontanes Jammen unter Livebedingungen die Art und Weise, in der Nightcrawlers-Musik entstand. Und solche Nummern sind daher auf "The Biophonic Boombox Recordings" vornehmlich zu finden. Spontan eingespielte Krautelektronik angelehnt an die Berliner Schule kommt hier aus den Boxen, farbig verflochten, hypnotisch mäandernd, glockig hallend, repetitiv wabernd und kosmisch schwebend. Der Sound ist gut, es rauscht oft ein wenig, aber ansonsten kann sich nicht beschweren. Das einzige, was bisweilen wirklich stört ist das Husten. Husten? Yep. Eigentlich kannte ich das nur von Klassik-Liveaufnahmen, dieses widerliche Husten an den besten Stellen. Das gibt es hier auch. Einige der Nummern (vor allem auf CD 1) sind Livemitschnitte, und mitunter muss da jemand seine oberen Atemwege reinigen, gerade wenn die Musik dezent am klangmalen ist.

Wie auch immer, "The Biophonic Boombox Recordings" ist trotzdem eine gelungene Sammlung mit US-DIY-Elektronik aus den 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts, das sich Liebhaber der Klangschöpfungen der Berliner Schule (und des Frühwerks von Chuck Van Zyl – siehe z.B. "The Xyl File") durchaus ihrer Sammlung einverleiben können. Ein Stück wie "Zeitgeber" sollte jedenfalls zu 100% deren Beuteschema entsprechen (und vermeidet zudem jegliches Husten). Kultig!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 18.3.2018
Letzte Änderung: 8.4.2018
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von The Nightcrawlers

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1997 Travelling Backwards 11.00 1

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