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Extremities

Gaia

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2018 (18. Januar)
Besonderheiten/Stil: Independent / Alternative; Mathrock; Progmetal; Psychedelic
Label: Painted Bass Records
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Thimo Franssen Gesang
David Luiten Gitarre, Keyboards, Gesang
Maarten Stoelhorst Gitarre
Bart Merkus Bass, Cello, Gesang
Pim Goverde Schlagzeug

Gastmusiker

Ferry Luiten Saxofon ("Through The Dreamscape", "The Inward Eye")

Tracklist

Disc 1
1. Colossus 7:53
2. Circular Motions 6:23
3. Emissary 5:47
4. Hydrosphere 8:21
5. War 4:41
6. Reanimate 4:43
7. Through The Dreamscape 7:16
8. The Inward Eye 17:57
Gesamtlaufzeit63:01


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


Auch Extremities aus der weithin bekannten Industriestadt Eindhoven haben sehr bald nach ihrer Gründung im Jahr 2015 Nägel mit Köpfen gemacht: Bereits im Folgejahr präsentierte man eine EP, und Anfang 2018 folgte schließlich mit dem hier vorliegenden "Gaia" das Debütalbum. Ob das daran liegt, dass das Quintett, wie es im Promo-Schreiben heißt, von "coached by members of Textures, Epica, Within Temptation and Alkaloid" worden ist? Denn der Antritt von Extremities ist, man kann es kaum anders ausdrücken, bereits sehr professionell.

Die stilistische Ausrichtung von Extremities wird aus dieser Auflistung hingegen nur mitteldeutlich, denn mit althergebrachtem Sympho-Goth der beiden in der Mitte genannten Truppe hat die Musik auf "Gaia" (obwohl ein sehr bekanntes Within-Temptation-Album ja mal passenderweise "Mother Earth" hieß...) natürlich nix zu tun. Dafür sind die beiden anderen Namen schon mal ein trefflicherer Vergleich. Selber benennen Extremities außerdem noch Opeth, Gojira und Monuments. Das ist schon aussagekräftiger, und im Anhang von Textures und Ihsahn (es gibt hier sogar einen Gast-Saxofonisten!) war man sogar schon mal auf Tour. Also: Es ist wohl einigermaßen klar, wohin die Reise auf "Gaia" geht. Moderner extremer Progmetal mit atmosphärisch-psychedelischen Einsprengseln ist einmal mehr das Maß der Dinge. Und alle bekannten Zutaten sind vorhanden: Tief gestimmtes, ruppiges Riffing mit einem Hang zu Djent-igem Swing, Groove-lastiges Drumming, mal klarer, mal kehlig geknurrter, dabei aber meist melodisch-hymnischer Gesang, dazu teils bombastische Begleitungen, und für die entsprechenden Stimmungen zwischendurch sorgen postrockige Flanger-Gitarre, Saxofon und Flächenkeyboards.

Auch wenn Extremities diesen Stil wohl nicht erfunden haben, überrascht es doch immer wieder - zumal in technisch guter Darbietung - wie weit hier die Spanne reicht. Im Extremfall (Intro von "War", der Refrain von "Colossus") klingen mal extreme, aber optimistische Industrial-Sachen wie Fear Factory oder Strapping Young Lad (und dort auch nur die härtesten Kaliber wie "Home Nucleonics" oder "Devour") an. Auf der anderen Seite gibt es relativ eingängigen und übersichtlichen Alternative-Metal ("Circular Motions" erinnert an "Minerva" von Deftones, und auch "Reanimate" ist gar nicht mal so komplex). Umgekehrt bieten "Through The Dreamscape" und die zweite Hälfte von "Emissary" sogar noch trippige Loop-Rhythmen, ab und an ("Reanimate", Schlussteil von "The Inward Eye") gibt es außerdem dissonante Riffs der Crimso/Voivod-Schule, und die luftigeren, verspielteren Passagen von bspw. "Circular Motions" oder "Emissary" liegen wiederum auf einer Linie mit gängigem Alternative-Progmetal à la Caligula's Horse, Rishloo oder Hemina.

Eine der Qualitäten von "Gaia" liegt somit in der gebotenen Abwechslung und Dynamik, die den vorhandenen stilistischen Rahmen ziemlich ausschöpft. Das wiederum geschieht eben auch innerhalb der Kompositionen, die deshalb durchaus raffiniert aufgebaut sind. Zwar besteht ein durchschnittlicher Extremities-Song aus wiederkehrenden Passagen (Motiv, Strophe, Bridge, Refrain etc.), diese sind dabei aber jeweils stilistisch unterschiedlich gestaltet, werden bei der Wiederholung meist variiert ("Reanimate" allerdings geht diese Eigenschaft ab, weshalb der Song eben etwas simpler wirkt), sind eng miteinander verzahnt und bieten überhaupt bereits einiges an Binnenspannung und -entwicklung. So schießt der Refrain von "Circular Motions" gegenüber der eher lockeren (aber dennoch "hart" besungenen) Strophe geradezu in die Höhe, aber letztere wird beim zweiten Durchgang knackiger unterlegt und variabler gesungen. Und "War" brettert zwar wie angedeutet erst mal unbarmherzig los, eröffnet die Strophe aber wiederum langsamer und mit Klargesang - was dann aber eben wieder konsequent und unaufhaltsam gen Hysterie gesteigert wird.

Zugleich gehen quasi als Kehrseite der Medaille einige der kleineren Mängel von "Gaia" allerdings ebenfalls auf diese Vorgehensweise zurück. Eher zäh fallen beispielsweise die Breakdown-Rhythmen aus, mit denen man beispielsweise in "Emissary" und "War" diverse Passagen unterlegt. Andernorts nimmt beispielsweise das Ende von "Colossus" nach seinem schwelgerischen Instrumentalpart den roten Faden des liedhaften Hauptteils des Songs nicht wieder auf, und im passenderweise verträumt klingenden "Through The Dreamscape" wäre im Schlussteil vielleicht mehr drin gewesen als eine bloße Variation des Refrains. Und vielleicht wären noch ein paar Worte zur Spielweise von Interesse: Extremities selber agieren ziemlich souverän. Pluspunkte gäbe es für das ziemlich natürlich klingende Schlagzeug, das die in diesem Genre sonst übliche technoide Sterilität vermeidet. Umgekehrt allerdings vermag es Ferry Luiten (wohl der Bruder des Gitarristen) am Saxofon nur selten, echte Akzente zu setzen - aber es kann ja nicht jeder (wie) Jørgen Munkeby sein.

Trotzdem bleibt unterm Strich ein spannendes, abwechslungsreiches Album, das gängigen Djent- und Math-Klischees einiges an Farbe und Abwechslung entgegenhält. Auch der Spagat zwischen kompakten, bisweilen eingängigen Songs und ausladenderen Stücken gelingt ziemlich gut - selbst das abschließende "The Inward Eye" wirkt ziemlich konsistent und natürlich nicht so zusammengestückelt wie die üblichen Longtrack-Gehversuche von Debütbands. Mit "Gaia" liegt also ein durchaus unterhaltsames Album der härteren Progmetal-Spielart vor - auf diesem soliden, fruchtbaren Boden (ich hoffe, das reicht an Wortspielen zum Albentitel aus...) können Extremities hoffentlich aufbauen und für die Zukunft ihr Profil schärfen.

Anspieltipp(s): Circular Motions, Emissary, War
Vergleichbar mit: Textures, Strapping Young Lad, Rishloo
Veröffentlicht am: 29.3.2018
Letzte Änderung: 29.3.2018
Wertung: 11/15
Mit Luft nach oben, ansonsten aber schon ein sehr starker Einstand!

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