Recreation Day
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Informationen
Allgemeine Angaben
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| Label: |
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| Durchschnittswertung: |
10/15 (1 Rezension) |
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Besetzung
| Patrick Carlsson |
drums |
| Tom S. Englund |
guitars & vocals |
| Henrik Danhage |
guitars |
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| Sven Karlsson |
keyboards |
| Michael Håkansson |
bass guitar |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
The Great Deceiver
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4:18
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| 2. |
End of your days
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4:38
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| 3. |
As I lie here bleeding
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3:51
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| 4. |
Recreation day
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5:21
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| 5. |
Visions
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6:01
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| 6. |
I´m Sorry
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3:18
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| 7. |
Blinded
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4:34
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| 8. |
Fragments
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5:37
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| 9. |
Madness caught another victim
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2:59
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| 10. |
Your darkest hour
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6:14
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| 11. |
Unforgivable
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4:28
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| 12. |
Trilogy of the damned
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9:00
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| Gesamtlaufzeit | 60:19 |
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Rezensionen

Dieses Album muss eins der letzten gewesen sein, das vom InsideOut-Label noch mit dem Hinweis auf die Musiksparte versehen wurde: ?File under metal? steht auf der Rückseite der Verpackung, aber wie gesagt: irgendwann im Verlauf des Frühsommers 2003 kam diese Neigung zur Klassifizierung aus der Mode. Vorher war bei InsideOut freilich selten ?Metal? zu lesen gewesen; meistens sollte es sich bei der Musik um ?Progressive Metal? bzw. ?Progressive Rock? handeln. Nachdem der Brauch aufgegeben wurde, fragte ich mich schließlich, wieso es ihn je gegeben hatte, und diese Frage stellte ich mir nicht zuletzt speziell wegen dieses Albums.
Nicht, dass es sich hier nicht um Metal handeln würde; es ist nur so, dass ?Metal? irgendwie einseitig klingt, und Einseitigkeit kann wohl weder das Ziel von Evergrey noch das von InsideOut sein. Vor allem Metal-Einseitigkeit kann vom Standpunkt der Kreativität aus tödlich sein: wenn jeder Song die Voraussetzungen dieser Sparte erfüllen muss, gibt es keine Überraschungen mehr, schon gar keine ?progressiven? (wer jetzt nicht weiß, worauf ich anspiele, kann sich ja mal die neuesten Aufnahmen von Stratovarius anhören).
Nun ja: ?Recreation day? erfüllt tatsächlich alle Voraussetzungen von Metal, und das die ganze Zeit über ? einerseits. Andererseits ist die Musik so abwechslungsreich, dass sie wohl eher den Proggy als den Metalhead begeistern dürfte ? las ich doch kürzlich in der Review einer Metalseite, dass die Breaks in den Songs als störend empfunden würden. So störanfällig ist mein Gehör denn doch nicht...
Aber zur Sache: dieses Album enthält Metal-Shorttracks, wobei die Kürze hier keineswegs als Ideenmangel ausgelegt werden sollte: ausnahmslos jeder Song ist ein Kabinettstückchen in der Konzeption spannender, schneller, ideenreicher, virtuoser und mitreißender Musik, die dennoch nie auf Eingängigkeit im Refrain und einzelnen Hooklines verzichten muss, um als ?progressiv? verstanden zu werden. Und nachdem ich nun ein ganzes Jahr lang das Album immer wieder gehört habe, kann ich auch bestätigen, dass es sich noch immer nicht abgenutzt hat ? ganz im Unterschied z.B. zu manchen Refrains auf Dream Theater?s ?Awake? und ?Falling into infinity?, die ich mir mittlerweile hoffnungslos übergehört habe, und wenn es sich bei den Leuten auch noch so sehr um die Götter des Progmetal-Olymps handelt: Evergrey haben anscheinend trotz aller Gothic-nahen Düsternis eine Frische, die gerade im Metal wohl alles Andere als selbstverständlich ist. Da gibt es bei aller Kürze der Songs noch immer ausreichend Zeit für zahlreiche Breaks (die dennoch nie das Songgefüge auseinanderreißen), für gelegentliche Soli von Klavier und streicherähnlichen Keys (z.B. im Ausklang von ?Visions?), für eine Überraschungseinlage in Form des schwedischen Hits ?I?m sorry? (im Original von der kurdischen Sängerin Dilba Demirbag: kaum zu glauben, dass ein so hypnotisch ansprechendes Lied in Schweden populär war!), für eine Art Unplugged-Metal-Nummer wie ?Madness caught another victim? mit akustischer Schmettergitarre und schließlich für den sparsam arrangierten Bonustrack ?Trilogy of the damned?, der vorher nur auf der japanischen Ausgabe des Vorgängeralbums ?In search of truth? enthalten war.
Einziger Schwachpunkt des Albums ist für meinen Geschmack die Plakativität der Texte; das geht schon im Booklet auf der ersten Seite los: unter dem Bild des schreienden Jungen (der jetzt im Unterschied zum Coverbild nicht einmal mehr in einen bildlichen Kontext eingearbeitet ist) stehen die später in den Songs folgen werdenden Textzeilen ?No holy water can save him now and no prayers can cleanse the lust. He used, abused and he raped the trust, the innocence of a life is lost?: da hört?s für mich wirklich auf ? ich bin überhaupt kein Freund davon, wenn so schreckliche Themen wie Kindesmissbrauch als Sensation eines Metalalbums verkauft werden, ganz im Sinne eines denkbaren Mottos wie ?Genießt den ultimativen Kick der ewigen Verdammnis?. Und da sind wir wieder bei der Aufschrift ?Metal?: es wäre etwas ganz Anderes, wenn ein Liedermacher, der sich ohnehin immer zwischen alle Stühle setzt, dieses Thema verarbeiten würde, aber wenn ausgerechnet Doom/Death-orientierte Metaller wie Evergrey das tun, dann sieht es schnell danach aus, als sollte dem beklemmenden Thema in diesem musikalischen Umfeld etwas Wildromantisches verliehen werden, und das ist nun wirklich abgeschmackte Sensationssuche. Dabei will ich der Band nicht einmal unterstellen, dass ihr das bewusst war ? einen so platten Eindruck haben Evergrey noch nie auf mich gemacht ?, aber ich finde, bei solchen Themen ist Vorsicht geboten, das ist eben was Brisanteres und Heikleres als Dämonen, die mit Grabsteinen um sich werfen wie auf frühen Iced-Earth-Coverbildern.
Im Übrigen finde ich es sogar lobenswert, dass die Stimmung der Evergrey-Musik bis heute ziemlich kompromisslos düster geblieben ist, auch auf ihrem neuen Werk ?Inner circle?. Dabei ist der Trick einfach: wenn man z.B. Orffsche Chöre für Sekunden überraschend einsetzt wie auf diesem Album in den Songs ?Great deceiver? und ?Fragments?, dann erfüllen sie ihren atmosphärischen Zweck; wenn sie dagegen einen Song zukleistern, entsteht typischer Bildungsbürger-Metal. Auch diesen Gedanken sollten sich Stratovarius mal durch den Kopf gehen lassen...
| Anspieltipp(s): |
für Proggies vor allem "Visions" |
| Vergleichbar mit: |
ab und zu ein wenig Dream Theater, aber alles kommt viel kompakter und zugleich düsterer rüber |
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| Veröffentlicht am: |
12.5.2004 |
| Letzte Änderung: |
12.5.2004 |
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