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National Health

D.S. al Coda

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1982
Besonderheiten/Stil: Canterbury
Label: Europa Records
Durchschnittswertung: 8/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Phil Miller Guitars
Dave Stewart Keyboards
John Greaves Bass
Pip Pyle Drums, Electronic Drums

Gastmusiker

Ted Emmett Trumpet
Annie Whitehead Trombone
Amanda Parsons, Barbara Gaskin Vocals
Jimmy Hastings Flute
Elton Dean Saxello
Richard Sinclair Vocals

Tracklist

Disc 1
1. Portrait of a Shrinking Man 5:36
2. TNTFX 3:12
3. Black Hat 4:53
4. I Feel a Night Coming On 6:38
5. Arriving Twice 2:23
6. Shining Water 8:53
7. Tales of a Damson Knight 1:56
8. Flanagan's People 5:19
9. Toad of Toad Hall 7:30
Gesamtlaufzeit46:20


Rezensionen


Von: Achim Breiling @ (Rezension 1 von 2)


National Health hatte sich eigentlich, nachdem Alan Gowen die Band verlassen hatte, 1980 aufgelöst. Gowen spielte danach mit Hugh Hopper ("Two rainbows daily ") bzw. Phil Miller, Richard Sinclair und Trevor Tomkins ("Before A Word Is Said ") zwei LPs ein, bevor er am 17 Mai 1981, schwer an Leukämie erkrankt, starb. Im Oktober desselben Jahres fanden sich die auf dieser LP versammelten Musiker zusammen, um unter dem wiederauferstandenen Namen National Health einige seiner Kompositionen als Erinnerung an und Abschied von Alan Gowen einzuspielen. Bis auf "Arriving Twice" und "TNTFX", die auch auf der ersten bzw. zweiten LP von Gilgamesh zu finden sind, entstanden alle diese Stücke 1979-81 und waren Bestandteil des Live-Repertoires der letzten Formation von National Health (Miller, Gowen, Greaves, Pyle). Eine Live-Version von "Flanagan's People" ist daher auch auf der posthum veröffentlichten Live-CD dieser Besetzung - "Playtime" - zu finden. Alle anderen Stücke gibt es nur auf dieser Scheibe hier.

Die Musik auf "D.S. al Coda" zu beschreiben ist etwas müßig. Canterbury-Jazzrock gibt es hier zu hören, wie er auch auf den beiden Vorgängerscheiben von National Health zu finden ist, auf "Playtime", auf den beiden Gilgamesh-LPs oder auf der schon erwähnten "Before A Word Is Said". Der warm-brummende Bass von Greaves, das eher verhalten-gedehnte E-Gitarrenspiel von Miller, das vielseitige Schlagzeug von Pyle und die abwechslungsreichen Keyboardflächen von Stewart bestimmen die Musik. Dazu gibt es noch gelegentliche Einwürfe von Sax und Flöte, ein paar Stellen mit Blechbläsern (etwas ungewohnt für das Canterbury-Genre) und dezenten, textlosen Gesang von Sinclair und den geschrumpften Northettes (Amanda Parsons und Barbara Gaskin). Etwas glatt ist der Klang der Scheibe und Pyles "Electric Drums" und diverse Keyboardsounds von Stewart lassen eindeutig erkennen, dass wir uns in den 80er Jahren befinden. Auch die Bläser in "Portrait of a Shrinking Man" wirken etwas aufgesetzt und verleihen dem Stück, zusammen mit den schon erwähnten E-Drums, einen fast poppigen Ausdruck. Trotzdem bietet die Scheibe einige schönen Momente mit virtuosem und dichtem Gruppenzusammenspiel und auch ein paar Überraschungen (Stewarts verzerrtes, schraeg-aggresives Keyboarsspiel in "I Feel a Night Coming On" z.B.). War "Before A Word Is Said" der letzte Höhepunkt im Schaffen Gowens (und wohl auch für den Canterbury-Stil), ist diese Scheibe in der Tat die Coda, das Nachspiel. Die Platte ist nicht unbedingt essentiell, wer aber National Health und den Canterbury-Jazzrock schätzt, sollte seine Sammlung auch um diese Scheibe ergänzen.

Ach ja, der Titel. D.S. steht nicht etwa für Dave Stewart sondern bedeutet Dal Segno (vom Zeichen). "Dal Segno al Coda" ist ein Begriff aus der Musiknotation und bezeichnet in einer Partitur einen Abschnitt, der wiederholt werden soll, bevor die Coda gespielt wird.

Anspieltipp(s): I Feel a Night Coming, Flanagan's People
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 4.10.2004
Letzte Änderung: 5.10.2004
Wertung: 9/15

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Von: Jochen Lohr @ (Rezension 2 von 2)


Über die historischen Hintergründe von D.S. al Coda hat Achim ja bereits ausführlich referiert, so dass ich hier im Grunde nur noch meinen Senf über die Musik zum Besten geben muss.

Ich erwähnte bereits beim National Health-Erstling, dass die Band mitunter einen Hang zu wenig zielorientiertem Herumgedudel hat, wenn auch auf erstaunlich hohem Niveau. Diesem Laster wird auf D.S. al Coda meines Erachtens noch eine Ecke mehr gefrönt als auf National Health. Hier (TNTFX, I feel a Night coming on) wird jazzig angehaucht munter aber brav drauf los soliert, ohne mal richtig böse in die Seiten, Tasten oder was auch immer zu greifen, da (Portrait of a Shrinking Man) wird mit 80er-Jahre-Synthies und Elektro-Drums quasi Musik für einen Soundtrack produziert, dort (Arriving Twice) wird mal ein bisschen nett an der Akkustikgitarre gezupft, an anderer Stelle (Tales of a Damson Knight) dürfen auch die Damen vom Fach ihren körper- wie texlosen Engelsgesang zum Besten geben. Dabei bleibt man aber immer lieb und nett und untermalt wird das Ganze noch durch sanfte Synthieakkorde, die der Musik den Rest der Ecken abschleifen, der ihr geblieben sind. Canterbury kann offensichtlich auch in gewisser Weise angepasst sein. Gelungen, aber trotzdem passend zur allgemein braven Atmosphäre sind da vor allem die Flötenpassagen von Jimmy Hastings in Black Hat, Shining Water und vor allem Toad of Toad Hall, dem meines Erachtens besten Stück der Scheibe. In diesen Momenten erinnert die Musik - man verzeihe mir den Vergleich - stark an die Mitsiebziger-Werke von Camel. Den unverhofften Ausrutscher aus dem weichgespülten Tralala gibt es dann aber tatsächlich auch noch, und zwar mit dem aggressiven Flanagans People. Trotzdem, in Summe fehlt der Scheibe etwas. Auch andere Bands wie z.B. die genannten Camel mögen den Hang haben, hin und wieder ein wenig zu trällern und zu dudeln, versprühen dabei aber zumindest in meine Richtung ein deutliches Mehr an Charme.

Insgesamt scheint mir dieses Album ein Versuch zu sein, die typischen Canterbury-Trademarks mit dem Sound der 80er zu verbinden. Meines Erachtens ein Versuch, der nicht unternommen hätte werden müssen. Gerade das zweite Album von National Health zeigt doch, wie man es richtig macht.

Anspieltipp(s): Toad of Toad Hall
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 5.8.2006
Letzte Änderung: 6.8.2006
Wertung: 7/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von National Health

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1977 National Health 10.67 6
1978 Of Queues And Cures 12.67 3
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