Symphony For A Misanthrope
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Informationen
Allgemeine Angaben
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| Label: |
InsideOut |
| Durchschnittswertung: |
8/15 (2 Rezensionen) |
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Besetzung
| Trent Gardner |
vocals, keyboards |
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| Wayne Gardner |
guitars, bass, backing vocals |
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Gastmusiker
| Steve Walsh |
keys on 1 |
| Dave Manion |
keys on 1 |
| Joe Franco |
drums on 4 and 7 |
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| Stephen Imbler |
piano on 5 |
| Robert Berry |
drums, guitar, bass on 2 |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Symphonette
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2:52
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| 2. |
Why Water Weeds?
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8:32
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| 3. |
Wisdom
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4:25
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| 4. |
Cranium Reef Suite
1. Youthful Enthusiasm (instr.) 2. Psych 101 3. Primal Defense
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18:06
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| 5. |
Pianissimo Intermission
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2:08
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| 6. |
Doctor Concoctor
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4:13
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| 7. |
Every Bullet Needs Blood
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6:42
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| Gesamtlaufzeit | 46:58 |
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Rezensionen

Es ist schon seltsam mit dem Progmetal: wenn ich Rezensionen zu dem Thema recherchiere, fallen mir darin immer wieder Ausdrücke auf wie ?Handwerklich gut gemacht, zündet bei mir bloß nicht richtig?. Auch neueste Besprechungen dieses 2005er Magellan-Albums tauchen schon hier und da mit Äußerungen ähnlichen Grundtenors auf.
Seltsam finde ich daran, dass ausgerechnet die Musikrichtung, die doch wohl ursprünglich etwas emotional Einpeitschendes oder zumindest Mitreißendes beinhalten sollte, dieser Tage oftmals als wenig inspirierendes Schwergewicht daherpoltert, das kaum begeistert, wenn ihm auch des instrumentalen Könnens wegen Achtung erwiesen wird.
Auch Magellan werden sich sicherlich noch oft diesem Vorwurf aussetzen müssen: beim ersten Hören zündete das Album für mein Empfinden nämlich auch nicht, aber inzwischen sind mir seine Stärken deutlicher geworden. Die Gardner-Brüder bringen zwar schweren Metal auf die Piste, aber sie prügeln die Ohren nicht durchgehend, sondern zeichnen ihren Stil dadurch aus, dass zuverlässig ein gewisser Abwechslungsreichtum geboten wird. ?Why water weeds? z.B. ist zwar geradezu eine Metaller-Orgie, aber auch dieser Track wird schon durch Überraschungen in Form von Rhythmuswechseln gebührend aufgelockert; außerdem weisen die wild wirbelnden Keyboardsounds immer wieder darauf hin, dass im Begriff ?Progmetal? hier die Betonung auf ?Prog? liegt ? und andererseits nervt das Gefrickel nicht, weil es gekonnt und kompositorisch überzeugend in melodischen Strukturen festgezurrt wird.
Aber einige Eigenartigkeiten fallen an dieser ?Symphonie für einen Misanthropen? doch auf: da wäre zum Einen das Keyboard-orchestral arrangierte ?Symphonette?-Intro, das nur so von Klischees des so genannten ?Symphonic Metal? trieft ? jemand vom Schlage eines Trent Gardner dürfte es nicht nötig haben, in solch klangbombastische Orchestergräben zu steigen, sondern sollte das getrost Leuten wie ?Within Temptation? oder ?Edenbridge? überlassen ? ganz abgesehen davon, dass solcher Operetten-Metal auch nicht zu den gesellschaftskritischen Texten des Albums passt.
Dann versucht er sich hier in ?Wisdom? an einer Ballade, die mit ihrer Akustikgitarre nebst den Streicher-Programmierungen des Keyboards und der für solche Songs ungewohnt deftigen Bassarbeit richtig toll hätte werden können ? wenn da nicht zum Schluss heulende Background-Vocals (?Hu-Hi-Hu-Huu?) nerven würden. So etwas hat m.E. heutzutage nicht mal mehr im Pop was zu suchen.
Interessant, aber auch etwas fragwürdig geraten ist der Longtrack ?Cranium Reef Suite?: das sind achtzehn Minuten mit proggiger und melodisch-metalliger Bombast-Ästhetik, die mich durchaus ansprechen und auch nach mehrmaligem Hören Spaß machen. Aber wieso sich das eine ?Suite? nennt, bleibt mir ein Rätsel, denn musikalisch steht dieser Klotz aus einem Guss da ? da kann das Booklet ruhig drei Teile unterscheiden, sie sind beim Hören kaum als Unterteilungen auszumachen. Das hat natürlich auch seine sympathische Seite, wenn ich an die Alternative denke, denn Longtracks mit undefinierbarem Gegrummel zu Beginn und ständigen Spannungsabbrüchen gibt?s ja wirklich schon wie Sand am Meer.
Am Rande: diese so genannte Suite ist recht witzig komponiert; gelegentlich, wenn sich aus den Soundwänden eine Art Refrain andeutet, erinnert mich der kurz überleitende Orgeleinsatz deutlich an den Stil von Genesis etwa aus der Zeit zwischen ?Afterglow? und den späten 80ern. Aber dieses Element wird schnell von Wendungen abgelöst, die in die Richtung der frühen Kansas führen und mich spontan an deren längere Epen wie ?Death of mother nature suite? denken lassen. Kansas-Andeutungen sind natürlich weder bei Magellan noch bei anderen Bands jenseits des Großen Teichs etwas Ungewöhnliches.
Den Schluss des Albums läuten zwei Songs ein, von denen der erste (?Doctor Concoctor?) reinste Metallarbeit liefert, die für Magellan überraschend hart ausgefallen ist. Mein Fall ist dieser Song nicht so sehr, weil er neben den metal-typischen Elementen in Gitarren- und Bassarbeit einfach zu viel harte Elektronik enthält (auch die Drums nehmen hier so einen Touch an), die sich für meinen Geschmack mit dem Rest etwas beißt.
Der Schlusstrack ist dagegen einer der gelungensten: er ist gradlinig und verspielt zugleich und am mitreißendsten, auch in den Texten. Ich persönlich finde die Keyboard-Akkordfolge lustig, mit der er beginnt (?Dü-dü-dü-düdd ? dü-düdd?), die klingt nämlich fast genauso wie die entsprechende Linie aus Eloy?s ?Carried by cosmic winds? (vom ?Planets?-Album). Aber das muss Zufall sein ? es passt nicht in mein Bild von Trent Gardner, wenn er sich ausgerechnet auf Eloy beziehen sollte?
Somit fällt mein Urteil über dieses Album letztlich doch ganz gut aus, wenn auch die Befürchtung bleibt, dass auf Dauer der Progmetal in laute Belanglosigkeit abdriften könnte. Wer jedoch schon mit dem Vorgängeralbum wenig anfangen konnte, wird auch mit diesem eher wenig Freude haben.
| Anspieltipp(s): |
Man kann alles mal antesten ? bis auf ?Pianissimo Intermission?: so eine blutleer gespielte Bach-Adaption war auch schon auf ?Impossible Figures?, das reicht? |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
21.4.2005 |
| Letzte Änderung: |
21.4.2005 |
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Magellan gehört zu den Bands, die ich mit mir herumtrage, seit ich mich intensiver für Progrock interessiere. Die zu einer lieben Gewohnheit geworden sind und denen ich bisher das bedingungslose Vertrauen entgegengebracht habe, dass ein neues Album gut sein wird und ungehört gekauft werden kann.
Bis zu ihrem vierten Werk Hundred Year Flood war dies auch gerechtfertigt. Die liebgewonnenen Zutaten und Eigenschaften des typischen Magellan-Sounds waren stets vorhanden, aber doch immer ein wenig modifiziert und durch neue Ideen und Farbtupfer bereichert.
Dann kam der Wechsel zu I/O, der gemäss Trent Gardner mehr künstlerische Freiheit ermöglichen sollte. Wie an anderer Stelle bereits erwähnt, fiel die stilistische Wandlung äusserst spärlich aus. Man könnte sogar sagen: eigentlich fand sie nicht statt.
Magellan klangen auf ihrem fünften Album immer noch nach Magellan und die paar wenigen Ausflüge in Ethno-Gefilde waren nicht wirklich bahnbrechend oder bereichernd.
Was hat sich auf dem vorliegenden Album getan?
Irgendwie scheint mir, dass Magellan seit Album 4 einen bombastischeren, orchestraleren, oft auch keyboardlastigeren Grundsound entwickelt haben, der jetzt gepflegt und variiert wird. Hatte man früher das Gefühl, dass während der langen Abstände zwischen 2 Alben, und das waren in der Regel 3 oder mehr Jahre, substantiell etwas passierte, so haben Gardner und Konsorten jetzt das I/O-typische Veröffentlichungstempo angenommen. Natürlich hat Mastermind Gardner den Markt auch früher schon mit Musik seiner zahlreichen Side-Projekte gesättigt, aber Magellan war für meinen Geschmack immer noch das "Original", welches qualitativ über den anderen Projekten stand.
Auf Symphony For A Misanthrope wird uns das bekannte Menu kredenzt. In "Why Water Weeds?", "Cranium Reef Suite" und "Doctor Concocter" bekommt der geneigte Hörer das, was er erwartet. Neu ist das nicht, aber solider Magellan-Progmetall perfekter Machart. Ab und an etwas zu elektronisch zwar, aber sonst gibts wenig zu meckern. Wer davon nicht genug kriegen kann, der kann hier bedenkenlos zugreifen und wird seinen Spass haben. Etwas zwiespältig lässt mich Symphonette zurück. Eine nette Spielerei, erinnert mich ein wenig an den Anfang von Pirates, wirkt aber blutleer und steril. Die übrigen Stücke sind unnötig.
Wer braucht das Geklimper in "Pianissimo Intermission"? Wer eine schwülstige Ballade wie "Wisdom"? Das abschliessende "Bullet" ist ganz ordentlich, wenn mir auch die anfänglichen Keyboardlinien völlig verdudelt vorkommen.
Bei mir macht sich unterdessen bei Alben des Entdeckers ein leichtes Übersättigungsgefühl bemerkbar. Das ganze ist sehr solide gemacht, aber neu ist anders. Einen I/O-Effekt bemerke ich nicht. Ich weiss allerdings auch nicht, ob ich den wirklich will. Ich würde mir eher eine Rückorientierung auf das dritte Album Test Of Wills hin wünschen.
| Anspieltipp(s): |
Cranium Reef Suite |
| Vergleichbar mit: |
Magellan |
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| Veröffentlicht am: |
6.5.2006 |
| Letzte Änderung: |
6.5.2006 |
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