Travelling 3 Decades
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Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
| Esther Rengers |
vocals |
| Carsten Lührs |
vocals |
| Roland Eichner |
drums |
| Hansi Wust |
Bass |
| Samuel Campos |
guitar |
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| Olaf Weidenhöfer |
guitar |
| Björn Meyer |
keyboards |
| Gabi Korn |
vocals auf den EP-Tracks |
| Stefan Hartenfels |
guitar (EP-Tracks) |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Perfect Strangers
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5:10
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| 2. |
Firth Of Fifth
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8:49
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| 3. |
Money
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8:00
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| 4. |
Kayleigh
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3:59
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| 5. |
Sinking in the fog
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5:45
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| 6. |
Magic forest
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5:00
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| 7. |
Tom Proxter Pt. I
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9:39
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| Gesamtlaufzeit | 46:22 |
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Rezensionen

Es war reiner Zufall, durch den diese CD in meine Hände gelangte: ein Freund von mir war zufällig auf einem Konzert von Asgaart, das zufällig in der Nähe meines Wohnortes stattfand, und er brachte von dort dieses Album mit. Dann gab er es mir mal leihweise, und es liegt immer noch in meiner Wohnung; somit stellt es für mich eine Art Premiere dar: es ist die erste von mir rezensierte CD, die sich zur Zeit der Rezension nicht einmal in meiner eigenen Sammlung befindet.
Ich weiß auch gar nicht, ob sie tatsächlich über die Website der Band zu beziehen ist, es wird jedenfalls nicht ausdrücklich werbend darauf hingewiesen. Aber sie existiert und ist m.E. ein näheres Hinhören wert:
Die Tracklist zeigt eine Einteilung in zwei etwa gleich lange Teile; der erste Teil ist eine Sammlung von vier Cover-Demos, der zweite enthält drei eigene Songs der Band, die offenbar schon mal als EP veröffentlicht worden sind; jedenfalls steht ?Magic Tales ? EP 1993? über den Tracks auf der Hülle.
Nebenbei: die Hülle ist eine DVD-Verpackung, und was ich oben als Coverscan eingesetzt habe, ist eigentlich das Hintergrundbild der Band-Website, aber wenn man sich zu dem Bild den Bandnamen und den Albumtitel über den Bildrändern hinzudenkt, dann hat man das echte Cover vor sich, das sonst nirgendwo original im Web zu finden war.
Nun zu der Musik: ich gebe zu, dass der Beginn meines ersten Hördurchlaufs für mich wenig ersprießlich war, denn ich bin wirklich kein Fan ausgerechnet von der Deep Purple ? Phase, in der ?Perfect Strangers? entstand. Aber was hiernach von Asgaart folgt, ließ mich doch aufhorchen: nun sind diese Damen und Herren zwar kaum die ersten, die ?Firth Of Fifth? covern, aber sie entwickeln dabei einen sehr eigenen und doch werktreuen Stil, in dem der Bass das ganze klassizistisch-urproggige Konstrukt so zusammen hält, dass wohl auch Meister Rutherford damit zufrieden wäre. Ansonsten mag man zwar einwenden, dass Carsten Lührs? Stimme keinerlei Genesis-Touch enthält und dass im Keyboard-Solo ein paar hohe Stellen etwas schief kommen, aber das Bemühen um Authentizität ist unüberhörbar, auch der typische und nur scheinbar zurückhaltende Schlagzeug-Stil früher Progtage wird angestrebt (und käme besser rüber, wenn die Produktion der Aufnahme professioneller wäre), und das wohl absichtlich zu schnell gespielte Piano-Intro ist richtig witzig-erfrischend (?tanzbar? nennt die Band nicht umsonst ihren Stil auf einem der CD beiliegenden Flyer).
Es kommt noch besser: Die Band hat kein Saxophon ? und covert ausgerechnet Pink Floyds ?Money?! So what? ? die Sax-Soli des Originals werden einfach durch Keyboard-Soli ersetzt, wie sie auch für Pink Floyd typisch sein könnten, die Gitarre ist ganz betont stilecht, und der Song funktioniert ganz ausgezeichnet, architektonisch umklammert natürlich wieder vom unverkennbar strukturbildenden Bass. Übrigens fügen sich die vorhin erwähnten Vocals, wie man hier hört, deutlich passender in den Floyd-Kosmos ein als in den von Genesis und Umgebung. Schön wirkt auch, wie Esther Rengers? Stimme jetzt im Hintergrund hinzukommt und sich ebenfalls sehr Floyd-typisch gibt: sicher ist es kein Zufall, wenn man dabei an einen ganz kleinen ?Gig in the sky? denkt.
Marillions ?Kayleigh? bildet den Schluss der Cover-Demos und zeigt gekonnt den ganz absichtlich hergestellten Stilwechsel zum Neoprog ? wieder besonders deutlich im breit-dumpfen Schlagzeugsound der frühen 80er.
Dem Marillion-Stil nähern sich dann auch die eigenen Songs der Band an, die übrigens alle von Esther Rengers' Vorgängerin Gabi Korn gesungen werden: ?Sinking in the fog? enthält ganz kurze Figuren im Rhythmus- und vor allem im Klangbild der Gitarre, die mich flüchtig an ?He knows you know? und ?White Russian? denken lassen, gepaart allerdings mit der möglichen Hitverdächtigkeit eines Songs im neueren Landmarq-Stil. Gabis Stimme erinnert mich sogar ein wenig an die von Tracy Hitchings, allerdings zeigt sie bisweilen eine Ruppigkeit, die auch zu Lisa Dalbello passen könnte.
?Magic forest? tendiert zunächst noch stärker in Richtung des neueren Landmarq-Stils, aber nach genau vier Minuten kommt die für mich größtdenkbare Überraschung: das Hauptthema von Anthony Phillips? ?Field of eternity? wird zitiert ? nicht von der Gitarre, sondern vom Keyboard ? und dann, wenn man schon einen weiteren Coversong erwartet, gelungen in der Melodieführung variiert, als wär?s nie anders geschrieben worden. Ganz tolle Idee nenne ich so was (wenn auch die Credits nicht auf Phillips hinweisen?:-)).
Der Schlussong schießt in gewisser Weise den Vogel ab: nicht nur, weil sein Titel andeutet, es könnte da noch ein ?Pt. II? irgendwann folgen, sondern auch, weil dieser Track ein so überzeugender Longtrack ist, wie ich ihn von einer Band nicht erwartet hätte, die bisher vor allem Coverband war: ?Tom Proxter Pt. I? zeigt alle prog-typischen Raffinessen im Sound-Arrangement, ist spannend aufgebaut, hält die perfekte Balance zwischen Rock und Prog, ist mitreißend und zugleich düster in der Atmosphäre und weckt die Sucht nach mehr. Wenn ich das nur höre, frage ich mich sofort ein ?Was wäre, wenn?: Was wäre, wenn ein Label wie InsideOut ein Album von Asgaart herausbrächte? Richtig, wir hätten dann garantiert ein neues Prog-Highlight made in Germany, das seinesgleichen hierzulande lange suchen müsste: Asgaart sind definitiv viel zu gut für eine Coverband!
| Anspieltipp(s): |
Tom Proxter Pt. I (und für Phillips-Junkies natürlich den Schluss von ?Magic forest?!) |
| Vergleichbar mit: |
wie?s der Albumtitel sagt: mit Travelling three decades in der Ersten Prog-Klasse! |
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| Veröffentlicht am: |
28.5.2005 |
| Letzte Änderung: |
30.5.2005 |
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