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23969 Rezensionen zu 16371 Alben von 6363 Bands.
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Yezda Urfa

Sacred Baboon

(Siehe auch: Leitfaden "Nordamerik. symphonischer Prog der 70er Jahre")
(Archiv-Tipp 8/2004)
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1989 (Aufnahmen von 1976)
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog
Label: Syn-Phonic
Durchschnittswertung: 13.6/15 (10 Rezensionen)

Besetzung

Brad Christoff Drums, Percussion, Metalaphone, Glockenspiel, Cough
Rick Rodenbaugh Lead Vocals, Air Guitar, Cough
Mark Tippins Guitars, Vocal, Cough
Marc Miller Bass, Marimba, Cello, Vibraphone, Vocals, Cough
Phil Kimbrough Keyboards, Recorders, Flute, Accordian, Mandolin, Vocals, Cough

Tracklist

Disc 1
1. Give 'Em Some Rawhide Chewies 3:50
2. Cancer Of The Band 6:48
3. To-Ta In The Moya 10:14
4. Boris And His Three Verses 2:50
5. Flow Guides Aren't My Bag 4:45
6. (My Doc Told Me I Had) Doggie Head 5:02
7. 3, Almost 4, 6, Yea 8:39
Gesamtlaufzeit42:08


Rezensionen


Von: Udo Gerhards (Rezension 1 von 10)


Und noch eine von Greg Walkers Entdeckungen: die amerikanische Band "Yezda Urfa" (der Name ist abgeleitet von zwei Städten im Iran bzw. in der Türkei, die die Band während der Namenssuche in einem Lexikon fand), die Mitte der Siebziger zwei Alben produzierte: "Boris" und eben "Sacred Baboon".

"Yezda Urfa" spielen einen wahnwitzigen Mix aus Einflüssen der großen "Gentle Giant" und "Yes". An "Gentle Giant" erinnern vor allem die teilweise unheimlich komplexen polyphonen Arrangements - sowohl in Vocals als auch Instrumenten - in denen 4, 5 geschäftige Linien gleichzeitig abzulaufen scheinen. Irre, was da abgeht, ehrlich. Aber auch ihr gelegentliches Zurückgreifen auf Instrumente wie Cello, Blockflöten, Marimba, Glockenspiel etc. findet in "Gentle Giant" ein Vorbild. An "Yes" erinnert vor allem Sänger Rick Rodenbaugh, der ähnlich wie Jon Anderson eine recht klare, hohe Stimme hat; aber auch der knackige Rickenbacker Bass Sound und die eine oder andere Komposition würden zu "Yes" passen. Und diese Kombination verbindet die Band dann mit einem surrealen Humor und Nonsens-Texten.

Gleich den Uptempo-Opener "Give 'Em Some Rawhide Chewies" könnte man recht treffend wie folgt beschreiben: "Gentle Giant" auf Speed spielen "Roundabout": eine grossartige energetische Eröffnung. Mit "Cancer Of The Band" begibt man sich wieder eher in "Gentle Giant"-Gefilde: Eröffnung für drei Blockflöten-Stimmen, hymnischer Teil mit Gesang und Klavier, danach Zwischenspiel für drei akustische Gitarren, bis man in der fast jazzigen, komplexen zweiten Hälfte an Fahrt gewinnt, inklusive vier-stimmiger Vokalpolyphonie. "To-Ta In The Moya" und "Boris And His Three Verses" haben hingegen wieder deutlichere "Yes"-Anteile (ersteres vor allem in der zweiten Hälfte), vergleichbar mit ruhig-hymnischen "Yes"-Nummern wie "And You And I", aber durch den bizarren "Yezda Urfa"-Wolf gedreht, so dass Klon- und Klau-Gedanken gar nicht erst aufkommen. Mit "Flow Guides Aren't My Bag" wird es dann schon wieder ziemlich seltsam/hektisch, auch textlich: "bla blunder bludge, bli bleep blue / go stinko go tango toe"... Prog muss nicht immer Anfang und Ende des Universums behandeln...

Endgültig am Rad dreht die Band dann aber erst im großartigen "(My Doc Told Me I Had) Doggie Head"; in fünf Minuten jagen "Yezda Urfa" durch etliche komplexe Teile, einer seltsamer, irrer, schräger, abgedrehter als der nächste: schräge Gesangslinien, Walzer, Highspeed-Prog-Riffing undundund. Teilweise scheinen zwei Bands gleichzeitig zugange zu sein, die in unterschiedliche Richtungen zerren, aber irgendwie fällt das Ganze nicht auseinander. Nach dem ersten Hören musste ich den "Song" breit grinsend gleich nochmal anhören, so überrollt einen dieser musikalische ICE. Grandios (aber sicher nicht jedermanns Sache...)! Gottseidank schalten sie dann mit der Schlussnummer einen Gang herunter (aber nicht mehr...), denn lange kann man auch als Zuhörer dieses Tempo nicht durchhalten; doch auch hier steckt noch etliches drin, inklusive Instrumentalstellen, für die sich auch "Dream Theater" nicht schämen würden, die aber schneller vorbeiziehen als man "selbstverliebtes Genudel" sagen kann.

Was soll ich sagen: bizarr, abgefahren, phantastisch, wenn auch nichts für die Melodic-Freunde unter uns. Aber durch den deutlich hörbaren Humor einer Band, die sich selbst nicht so schrecklich ernst nimmt, bleibt das ganze bei aller Komplexität und Abgedrehtheit wirklich unterhaltsam. Und von daher von mir trotzdem eine herzliche Empfehlung für "Sacred Baboon", wenn Euch meine obigen Beschreibungen nicht vollkommen abgeschreckt haben.

Anspieltipp(s): eigentlich egal, für die volle Packung: "(My Doc Told Me I Had) Doggie Head"
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 1.5.2002
Letzte Änderung: 4.1.2003
Wertung: 14/15

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Von: Ralf J. Günther @ (Rezension 2 von 10)


Na, lieber Leser, gehörst Du auch zu denen, die beim Hören des letzten Yes-Albums ein heimliches Gähnen nicht unterdrücken konnten? Aufputschmittel gefällig? Hier ist es: Yezda Urfa. Udos Beschreibung ist nicht viel hinzuzufügen. Vielleicht das: Die Leadstimme auf "Sacred Baboon" ist sicherlich weniger ausdrucksstark als die von Jon Anderson, sie klingt ein wenig schneidender und erinnert mich mehr an Trevor Horn auf "Drama". Aber das ist eine reine Marginalie und sollte niemanden abschrecken. Während man bei all der zähen Musikpampe, aus der heutzutage so viele Platten gebacken werden, manchmal glatt vergessen könnte, daß die Bestimmung einer CD doch das Herumwirbeln ist, so lassen Yezda Urfa da keinen Wunsch offen. So wie hier kriegt man die Ohren selten durchgepustet.

Eine Warnung gebe ich noch aus: Auf diesem Album klingen Instrumente wie Instrumente. Der Schlagzeuger z.B. hört sich an wie ein Schlagzeuger, sehr fix und wiederum äußerst wirbelig, jedenfalls ganz anders als all die genmanipulierten Biotronik-Kartoffelstampfer, die einen auf so vielen aktuellen CDs in halbkatatonische Zustände versetzen. Wem also eine Platte unangenehm sein sollte, auf der man einer Band beim Spielen zuhören kann, der sollte die Finger von Yezda Urfa lassen.

(Oktober 2001)

Anspieltipp(s): Udos Tip ist richtig. Wer ein bißchen mehr Ruhe hat, kann es aber auch mit dem wunderschönen Cancer of the Band versuchen.
Vergleichbar mit: Yes, Gentle Giant
Veröffentlicht am: 2.5.2002
Letzte Änderung: 4.1.2003
Wertung: 14/15

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Von: Holger Grützner @ (Rezension 3 von 10)


Dieser Platte fehlt es vor allem an einem: Atmosphäre!!!

94 Songideen rammeln in 42 Minuten durch deine Gehörgänge. Alle 45 Sekunden - Change! - rappeldizong - Change! .... Was für eine Atmosphäre sollte das sein, die da entstehen könnte?

Beim spastischen Zahnarzt? Beim epileptischen Chirurgen? ..... Stotternder Fluglotse?

„Wahnwitziger Mix", „endgültig am Rad drehen", „Aufputschmittel" trifft da schon besser, was den Reiz dieser Platte ausmacht. Auch dass sich YU „nicht so ernst nehmen" - also Humor haben - wurde ihnen bereits bescheinigt; aber:

Keiner spricht aus, was diese Platte eigentlich ist:

Persiflage. Arschtritt in Richtung Prog.

Die absolute HURZ Version des Art Rock.

(Ist Hape Kerkelings Meisterstück dem Leser noch ein Begriff?)

Soll man als Fan des hier geschlachteten Musikstils beleidigt sein oder mitlachen?

Ich hab mich für's Mitlachen entschieden.

„Hey", mag Mr. Marc Miller eines schönen Tages gesagt haben, „Ich kann jetzt den Squirebass richtig! Laßt uns mal ne Yesplatte machen. Sowas kriegt doch jeder hin! Die komponiern doch gar nicht. Die blenden! Einfach so: Du, Phil, spielst ein paar Brahms- und Straußzitate, ich spiel Squire. Brad trommelt alle meine Entchen rückwärts und dir, Marky two, wird schon was einfalln. Mach bisschen Hendrix und bisschen the clap, damit der Howe erkennbar wird. Okay? Los Boys! Den Rest besorgt die Studiotechnik ..."

„Hey, stop mal! Und was ist mit mir?"

„Du Ricky? Na - versteht sich doch von selbst! Kreisch was von Riesen und Elfen zusamm'. Anderson macht aus einer Fußnote einer Hinduschwarte ein Doppelalbum, da wird dir doch aus der gesamten Bandbreite Absurdistans soviel einfallen, dass es wenigstens für eine Platte reicht!"

Gesagt - getan.

Vielleicht sind wir Progfans ja doch nur Höflinge am Hofe des kleiderbesessenen Kaisers?

Aber was soll's. Wie müssen sich da erst Free-Jazzer vorkommen! Ha!

Immer noch Zweifel?

Ganz egal, wo der Ort nun liegt, nach dem sich die Band benannt haben soll - versucht einfach den Bandnamen mal möglichst akzentfrei englisch auszusprechen. Klingt das nicht irgendwie nach ..... eben. Eimer holen.

Sacred Baboon - heiliger Furz.

Auf dem Cover grinst ein Affe in eine Einöde voller Artgenossen. Interpretieren Sie die Bildaussage mit Bezug auf den Prog!

Wem das immer noch nicht reicht: Was spielen die da überdeutlich in den letzten Takten der Platte? Aktiviert das keine Erinnerungen an vergangene Kindergartentage?

Obwohl sie sich so sehr nach Yes anhören - hier metzeln die besten Schüler Zappas eine heilige Kuh, die der Meister selbst in Ruhe ließ.

Die Platte macht Spaß UND nervt.

Peinlich für Yes: Was hier 1976 augenzwinkernd zusammengekracht wurde, klingt so ähnlich wie manche verunglückte Passage auf „Drama" oder „Open your eyes". Sie kopierten unfreiwillig unbewußt - und obendrein todernst - ihre eigene Karikatur!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 26.12.2002
Letzte Änderung: 1.8.2011
Wertung: keine

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Von: Ralf J. Günther @ (Rezension 4 von 10)


Nachbemerkung (31. 12. 2002):

Wenn Hörer mit ansonsten sehr abweichenden musikalischen Vorlieben sich ausnahmsweise mal im Lob über eine Platte treffen, dann herrscht noch lange keine Einigkeit. Siehe zum folgenden Holgers obige Rezension.

Es ist richtig, daß „Sacred Baboon“ starke parodistische Elemente hat. Das macht den Reiz des Albums mit aus. Daß es sich hier um die Hurz-Version des Art-Rock handeln würde, ist aber selber Hurz, nämlich Nonsens. Kerkelings Hurz war sinnloser Quatsch, einem überforderten und daher gläubigen Publikum als echte Kunst und echtes Können angedreht. „Sacred Baboon“ ist das Gegenteil von sinnlosem Quatsch. Es handelt sich um hochkomplexe, hochorganisierte Musik, die außerdem noch lustig ist. „Arschtritt“ in Richtung Prog? Nein, vielmehr eine ein bißchen nasedrehende, aber doch innige Reverenz an das Genre. Und selbstverständlich bietet die Platte neben Ulk und guter Laune auch grandiose atmosphärische Momente, wunderschöne Melodieführungen und Mehrstimmigkeiten z.B., die man eben bloß als solche realisieren muß. Dann sollte auch klar sein: „Sacred Baboon“ hat nicht die geringste Ähnlichkeit mit „Open your eyes“, einer schlichtweg hundsmiserablen Platte (die sich zudem in keiner Weise mit „Drama“ messen kann). Der Vergleich ist fast tragisch, denn er könnte die vielen Yes-Fans, die „Open your eyes“ nicht ausstehen können, abhalten, sich mit Yezda Urfa zu befassen.

Sacred Baboon – heiliger Pavian. Daß hier ein Musikstil „geschlachtet“ würde, diese Behauptung ist der Sachlage wahrlich unangemessen. Der Hintern könnte einem dabei so schamrot werden, wie´s beim Mantelaffen, der entschieden zuviel darauf herumhockt, allenthalben zu beobachten ist. Dieser Hintern ist nicht rot von Arschtritten, sondern weil sich darin zuviel Blut befindet, das ins Gehirn gehört.

Übrigens: Das Pavian-Cover ist überhaupt nicht das Original-Cover der LP. Es wurde erst für die CD-Neuveröffentlichung von 1991 verwendet. Ein Blick auf die Yezda-Urfa-Homepage (siehe Band-Seite) liefert weitere Details.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 31.12.2002
Letzte Änderung: 8.5.2013
Wertung: keine

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Von: Holger Grützner @ (Rezension 5 von 10)


Nachtrag zum Nachtrag von Ralf (31. 12. 02)

In der Übersetzung von Baboon muß ich mich wohl oder übel berichtigen.

Furzen eigentlich Paviane? Oh Gott - which niveau have we reached?

Viel interessanter ist jedoch der Hinweis auf den durchbluteten Hintern und wohin dieses Blut eigentlich gehört .... Das ist der erste Schritt der Coverinterpretation. Gehen wir diesen Weg doch mal zuende! Das ist auch gleichzeitig - metaphorisch umhüllt - das, was Leonard Bernstein einem gewissen Keith Emerson erzählte, als dieser ihm Auszüge seiner „Works" vorspielte:

„Sie sind talentiert, junger Mann. Warum studieren sie nicht Komposition?"

Insofern muß ich von meiner Rezi nichts zurücknehmen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 1.1.2003
Letzte Änderung: 4.1.2003
Wertung: keine

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Von: Udo Gerhards (Rezension 6 von 10)


Und noch eine Nachbemerkung...

Eine Karikatur sind Yezda Urfa sicher nicht. Sie sind sicherlich respektlos, ungestüm und witzig. Aber wer soviel Energie, Raffinesse und instrumentales und kompositorisches Könnertum in eine Platte steckt, hat seine Liebe zu dem Stil, der aufgegriffen und entwickelt wird, eigentlich bewiesen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 3.1.2003
Letzte Änderung: 7.1.2003
Wertung: keine

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Von: Ralf Damaschke (Rezension 7 von 10)


Ich war schon beim ersten Hördurchlauf von "Sacred Baboon" vor einigen Monaten davon überzeugt, daß es sich hierbei um eine großartige Platte handelt. Nachdem ich mir nun aber durchgelesen habe, zu welch herrlich amüsantem Wortgefecht die Jungs von Yezda Urfa meine Vorrezensenten inspiriert haben, bin ich mir felsenfest sicher: diese Scheibe ist ein Meisterwerk!

Im übrigen muß ich sowohl Holger als auch Udo und meinem geschätzten Namensvetter recht geben. Ja, "Sacred Baboon" ist eine Parodie. Denn es verdreht die größte Schwäche der meisten Prog-Bands, nämlich die endlose Aneinanderreihung in keinster Weise zueinander passender Songteile, zur Tugend. Und ja, "Sacred Baboon" ist auch mehr als das. Denn hier wird nicht nur abgedreht bis zum Geht-nicht-mehr, sondern der Wahnsinn hat zudem ein überaus solides musikalisches Fundament, welches dafür sorgt, daß der Spaß auch beim fünfzigsten Durchgang unvermindert anhält.

Aber was laber ich hier eigentlich noch? KAUFEN!

Anspieltipp(s): Cancer Of The Band, (My Doc Told Me I Had) Doggie Head
Vergleichbar mit: Yes, Gentle Giant
Veröffentlicht am: 20.3.2003
Letzte Änderung: 21.3.2003
Wertung: 13/15

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Von: Horst Straske @ (Rezension 8 von 10)


Mensch, im Fall von Yezda Urfa jagt ja ein Nachtrag den anderen. Da ich die CD schon seit einigen Jahren besitze, werde ich auch mal ein kurzes Statement zu dem vorangegangen Rezensionsduell abgeben. Hier liegt niemals eine Parodie der progressiven Rockmusik vor und ich wundere mich, wie man überhaupt auf solch eine Idee kommen kann. Die Jungs haben es vielmehr verstanden, komplexen Prog mit einem gewissen Augenzwinkern zu produzieren. Wer das dermaßen gekonnt und vertrackt hingekriegt hat, muss den Progressive Rock einfach geliebt haben. An eine Persiflage des Genres habe ich beim Anhören des Albums wirklich niemals gedacht. Die Nonsens-Texte unterstreichen lediglich den Humor der hier agierenden Musiker. Auch wenn man sich wohl nicht so ernst wie die britischen Kollegen genommen hatte, so wird hier doch der klassische Prog der Marke Gentle Giant und Yes in all seinen Facetten eindrucksvoll zelebriert. Nur ganz selten konnte eine Band solch eine Spielfreude an den Tag legen, was vor allem im Titel "Flow Guides Aren´t My Bag" in Form von wahrlich irrwitzigen Arrangements zum Tragen kommt.

In einem kann ich aber all meinen Vorrednern zustimmen: "Sacred Baboon" ist wahrlich eines der eigenartigsten Prog-Alben und insofern kann ich Holgers Betrachtungsweise der Musik von Yezda Urfa nachvollziehen. Sicherlich werden sich einige Leute nach dem erstmaligen Genuss der Platte regelrecht vor den Kopf gestoßen fühlen.

Anspieltipp(s): Cancer Of The Band, Flow Guides Aren´t My Bag
Vergleichbar mit: abgedrehte Gentle Giant und Yes
Veröffentlicht am: 8.6.2003
Letzte Änderung: 8.6.2003
Wertung: 13/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 9 von 10)


Natürlich furzen Paviane auch (siehe Nachtrag Holger). Wie wohl die meisten Tiere, die in ihren Gedärmen organische Substanzen mithilfe von Darmbakterien verdauen und dabei auch Gase produzieren.

Die Musik lässt mich etwas zwiespältig zurück. Ich sehe auf der einen Seite die Komplexität, die kompositorische und stilistische Vielseitigkeit und Vielfalt, das technische Können, auf der anderen Seite aber auch die Exaltation, die das Album auf seine Art zwar ziemlich unikal macht, an der einen oder anderen Stelle (beispielsweise die Gesangsmelodien der ersten beiden Stücke) aber auch beinahe aufgesetzt wirkt und es mir irgendwie unmöglich macht, eine emotionale Bindung zu den Stücken einzugehen. Ich finde die Stücke allesamt toll gemacht und die Platte sehr kurzweilig, aber wenn ich sie durchgehört habe, dann war es das. Es gibt kein Stück, dass mich so packt, dass ich es sofort nochmals hören müsste.

Liegt es an den Melodien, die manchmal wie erwähnt zu abgedreht, dann aber auch recht banal daherkommen? Ist es die Tatsache, dass die Stücke teilweise wirklich so wirken, als ob durch dutzende von Ideen gepflügt wird und diese kein homogenes, harmonisches Ganzes bilden? Oder sind Yezda Urfa letztlich eben doch nur "kleine" Yes, die die Atmosphäre der "grossen" Yes nur beinahe, nur Gentle Dwarfs, die die polyphonen Gesangsparts der wirklichen Giants nicht ganz so stimmig und beeindruckend hinkriegen?

Ich weiss es nicht und lasse meine Note daher vorerst stecken.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Yes meets Gentle Giant mit Hummel im Hintern
Veröffentlicht am: 28.9.2003
Letzte Änderung: 28.9.2003
Wertung: keine

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Von: Thorsten Gürntke @ (Rezension 10 von 10)


Prog mit Spaßfaktor - endlich mal ne Band die sich nicht so Bierernst nimmt, dabei aber den Anspruch nicht verliert. Großartig, welche Spielfreude YEZDA URFA (benannt nach Städten im Iran und der Türkei, gefunden im Wörterbuch auf der Suche nach einem Bandnamen) vermitteln. Großartig auch, mit welcher Leichtigkeit da Musik zelebriert wird, wie komplexe Rhythmen und Arrangements zur scheinbar einfachsten Sache der Welt werden.

Ich kann mir ein gewisses Schmunzeln beim Lauschen der Klänge nie verkneifen. Auch wenn hier Melodie nicht an vorderster Front steht, so hat die Musik eine Leichtigkeit sondersgleichen. Als Vergleiche kommen einen unweigerlich frühe YES als auch GENTLE GIANT in den Sinn. Manchmal hat man das Gefühl, hier würden YES gerade auf Dope spielen. Allgegenwärtig ist dieser YES-typische Rickenbacher Bass Sound. Gesanglich kommt stellenweise der Eindruck auf, man höre gerade GENTLE GIANT. Da werden chorale Elemente im Kanon vorgetragen, was nicht nur klasse klingt sondern auch noch Spaß macht. Das alles ist nicht unbedingt leicht zu verarbeiten und es bedarf seiner Durchläufe bis man in dieses Album, übrigens das zweite der Band (das erste erschien 1975 unter dem Namen Boris), vollends eintaucht.

Wenn ich hier auch zwei große Bands als Vergleich anführe so erübrigt sich der Verdacht des reinen Plagiats bei YEZDA URFA. Diese Band ist einmalig und lockert nicht selten ihre Arrangements auf, indem man Instrumente wie Flöte, Glockenspiel (zu herrlich in To-Ta In The Moya), Mandoline oder Cello in die Stücke einbaut. Es rächt sich in diesem Moment die Schande der späten Geburt, denn YEZDA URFA waren sicherlich ein grandioses Erlebnis live.

Schade, denn es wäre interessant gewesen zu sehen, wie sich YEZDA URFA weiterentwickelt hätten. Leider löste man sich nach diesem Album bereits auf und zerstreute sich in alle Winde. Von daher kann man nur hoffen, dass dieses Album möglichst viele Hörer findet und den Anklang findet, den es eigentlich verdient hat. Ein Album voller Spielfreude.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 8.7.2004
Letzte Änderung: 1.7.2004
Wertung: 14/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Yezda Urfa

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2004 Boris 12.00 3
2010 Yezdaurfalive 9.50 2

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