?
|
|
Informationen
Allgemeine Angaben
|
|
| Label: |
Inside/Out |
| Durchschnittswertung: |
10.33/15 (3 Rezensionen) |
|
Besetzung
| Neal Morse |
Vocals, Guitars, Keyboards |
| Randy George |
Bass, Vocals |
|
| Mike Portnoy |
Drums, Vocals |
|
Gastmusiker
| Steve Hackett |
Guitar |
| Mark Leniger |
Sax |
| Alan Morse |
Guitar |
|
| Jordan Rudess |
Keyboards |
| Roine Stolt |
Guitar |
|
Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
The Temple of the Living God
|
6:13
|
| 2. |
Another World
|
2:37
|
| 3. |
The Outsider
|
2:21
|
| 4. |
Sweet Elation
|
2:33
|
| 5. |
In the Fire
|
7:25
|
| 6. |
Solid as the Sun
|
6:12
|
| 7. |
The Glory of the Lord
|
1:42
|
| 8. |
Outside Looking In
|
4:20
|
| 9. |
12
|
6:46
|
| 10. |
Entrance
|
6:23
|
| 11. |
Inside his Presence
|
5:30
|
| 12. |
The temple of the Living God (2)
|
4:26
|
| Gesamtlaufzeit | 56:28 |
|
|
Rezensionen

Echte Progalben beginnen bedeutungsschwanger, so auch dieses. Unverständliches Gewisper, Wüstenwind, dann ein pompöses Klavier mit viel Halllllllllll. Und da isser wieder: Gott. Wieso sagen eigentlich alle, die Texte wären jetzt nicht mehr so penetrant wie schon? Soll das Album denen schmackhaft gemacht werden, die frühere Soloalben ob Morses offenen Umgangs mit seinem Glauben verschmähten? Die werden sich schön bedanken: kein bißchen zurückgenommener sind die Texte hier. Aber vielleicht liegt's daran, daß Morse hier eine interessante Montagetechnik verwendet: Die Texte sind häufig aus diversen Bibelstellen zusammenmontiert, eine gute Idee, die im schlechtesten Fall dem Vorwurf vorbaut, Morse schreibe banale Texte, im weniger schlimmen Fall den Vorwurf provoziert, den Stellen damit eine Beliebigkeit zu geben, die ihnen nicht eigen ist, und ihm im besten Fall das Lob toleranter Zeit- oder Religionsgenossen einbringt, kreativ mit dem Sprach- und Gedankenmaterial umzugehen, das die Bibel bietet. Ein interessantes Experiment! Und für den, der den Autor mag, sicher auch ein gelungenes.
Aber was leistet das Album musikalisch? Nun, mehr Prog als "Testimony" und mehr Geschlossenheit als "One". Es gibt nicht mehr die abrupten Wechsel von Prog zu Non-Prog innerhalb der Songs wie auf ersterem und auch nicht die Aufteilung in drei Progsongs und fünf Popsongs wie auf letzterem Album. Das Ganze wirkt damit sehr viel einheitlicher. Das ist gut so! Aber richtig hoch ist das Niveau immer noch nicht. "?" ist so etwas wie Neal Morses persönliches Solo-"Day for Night": Das Album enthält die bis dato poppigsten Melodien seiner Solokarriere. Nicht übel, eigentlich, so fräsen sich die Melodien schnell fest, und wer gern im Auto oder unter der Dusche mitsingt, wird hier geeignetes Ausgangsmaterial finden, geeigneter als auf allen anderen Solo-Alben Morses. Aber der Meister muss sich nun mal an "V" messen lassen, und diesem Vergleich hält auch sein neues Album nicht stand. Zu sehr aufs Mitsingen ist der eine oder andere Song getrimmt, zu eingängig-einfach sind die Harmonien - wie immer, mag sein, aber eben nicht mit der Raffinesse zusammengebaut, wie eben auf "V" oder auf "Beware of Darkness". Wirklich komplex wird es kaum einmal, Frickeliges - oder zumindest Schnelles, wie etwa am Ende von "Solid as the Sun" - gibt es (meiner Meinung nach: viel) zu selten. Und an dieser Stelle geht es auch noch über in einen Teil von dermaßen klebrigem Bombast, für den sich selbst Freddie Mercury - Gott hab' ihn selig - zu schade gewesen wäre ("The Glory of the Lord"). Zu sehr dominiert auch simpler Klampfenrock das Album (z. B. "Outside looking in", wäre als Sozialisierungshymne beim Kirchentag ideal gewesen), manchmal gar über recht weite Strecken; zu sehr fehlen die gentle-giantigen kontrapunktischen Passagen - nämlich völlig. Das Ganze wird aber mit dem typischen bubenhaften Grinsen und dem (oft) sicheren Geschmack rübergebracht, die Morse nun mal eigen sind, und die ihm uns vieles verzeihen lassen.
Interessanter als seine Musik finde ich mittlerweile die Frage nach der politischen bzw. religionspolitischen Einstellung von Morse. Spekulationen darüber gehören eigentlich nicht hierher, sind in diesem Fall aber wichtig für die Interpretation bzw. das Verständnis des Albums. Angesichts dieser Zeiten wäre eine eskapistische Hinwendung zur Religion erklärlich, eventuell bringt sie sie (die Zeiten) aber auch mit hervor, besonders wenn man sie derart publik macht. Sollte das ihr Hintergrund sein, macht diese Art von Musik Religion zu Opium, und das hat sie wirklich nicht verdient.
| Anspieltipp(s): |
? |
| Vergleichbar mit: |
"Neal Morse (ab Snow)" schreibt Marcus: treffender geht's nicht. |
|
| Veröffentlicht am: |
18.11.2005 |
| Letzte Änderung: |
19.2.2013 |
|
|
|
Zum Seitenanfang

Der Neal der schreibt und schreibt und schreibt
Wodurch er uns erhalten bleibt
Mors(e)t seine Botschaft um die Welt
Verdient damit sein täglich Geld
Jahrein jahraus dieselbe Mucke
Gekonnt gemacht doch nicht ganz neu
Zudem ganz ähnlich der alten Gruppe
Kopiert der Mann sich ohne Scheu
Von Light bis Darkness von Kindness bis Schnee
Ich mag sie alle, mir tut das nicht weh
Drum möge der Mann noch lange so spielen
Ich bleibe sein Fan, einer von vielen.
Fazit: wo Morse draufsteht ist auch Morse drin.
| Anspieltipp(s): |
|
| Vergleichbar mit: |
Neal Morse |
|
| Veröffentlicht am: |
30.1.2006 |
| Letzte Änderung: |
30.1.2006 |
|
|
|
Zum Seitenanfang

Irgendwie scheint es mittlerweile kaum noch möglich, sich auf normale Weise mit einem Album von Neal Morse auseinanderzusetzen... Den Titel ONE hatte Morse bereits für das vorangegangene Album verwendet. Dabei hätte es hier mindestens ebenso gut gepasst. Daher einfach "?", wohl auch zur Unterstreichung einer leichten - altbiblischen - Mysteriösität, die immerhin punktuell auch musikalisch zum Ausdruck kommt.
Und so ist "?" Ausdruck des Geheimnisses des Glaubens, das Schöne und Erhabene in einem, vor allem Musik in einem einzigen Fluss, in einer Einheit, die aber zugleich ungemein vielschichtig aufgebaut ist, quasi ein einziger langer Track. Anfang und Ende zugleich. Und da ist einfach alles drin, was man von Neal Morse kennt: es rockt mit fetten Keyboardsounds, es hat seine ruhigen, besinnlichen Momente, jede Menge Melodien und natürlich auch triefendes Pathos. Der ganze Morse eben, in all seinen bekannten Facetten, virtuos dargeboten. Und es gelingt Morse ein weiteres Mal - vielleicht überzeugender denn je - die Heiligkeit, die er verbreiten will, zum Ausdruck zu bringen. Allerdings kippt die Stimmung auch immer wieder. Denn am Ende ist es doch - wie jedes mal - wieder nur ein leicht schwülstiger Lobgesang, eben doch Rock und Pop und keine Messe.
Für den Fan, der mit Morse auf einer Welle schwingt, scheint es nahezu perfekt - für den Rest: ein neuer Aufguss, ansprechend zusammengefügt.
| Anspieltipp(s): |
|
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
6.3.2007 |
| Letzte Änderung: |
7.3.2007 |
|
|
|
Zum Seitenanfang
Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Neal Morse
Zum Seitenanfang
|